Auch ihm stieg das Blut über die Wangen, die Augen und die Stirn, heiß
und qualvoll. Er fuhr rasch fort: „Ich war gerade auf dem Gericht, um
mich zu stellen deswegen.“
So einen Tag hatte Hasenklever noch nicht erlebt. Die Wut rann heimlich
und unversehens aus ihm davon. Es ward leise schwindlig in seinem
schweren einfachen Kopf, und er sah wie betreten, daß er zwischen dem
Bruder hier drinnen und der so vornehmen Schwester draußen stand, wie
zwischen zwei dunklen, gefährlichen Dingen voll unglücklicher Rätsel.
Unvermittelt trat er etwas beiseite. Die Überlegung versagte ihm den
Dienst. Er suchte und suchte und fand den Hebel nicht, der die gestörte
Maschine wieder in Gang bringen konnte. Schließlich fluchte er einen
„Deibel“ herbei und sagte mit bekümmerter, sorgenvoller Stimme: „Komm,
wir wollen mal einen Schnaps zusammen trinken!“
Er kippte das gefüllte Glas mit einem kurzen Ruck zwischen seinem Barte
um und setzte es leer auf den Tisch. „Noch einmal!“ murmelte er und
wiederholte das kleine Manöver. Dann schaute er Baptist an, zuerst etwas
scheu, und dann sagte er sich, daß er ihn gern habe und ihm wohl eine
seiner Töchter gebe. Es war ihm schwierig, nun diese Angelegenheit
wegräumen zu müssen. Schwerfällig fragte er: „Also du warst’s? Ist das
denn nu auch ganz gewiß?“