Kremskoje, 17. Juli.
Lieber Konstantin! Ich fahre morgen in der Frühe ab. Ich nehme das
Automobil nach Petersburg. Von da fahre ich zu meinem Vater. Ich nehme
an, daß die Schreibmaschine heute abend kommt. Es wäre mir nicht lieb,
wenn sie früher käme, weil der Gouverneur dann wahrscheinlich sofort zu
schreiben verlangen würde. Die beiden Menschen freuen sich auf ihr
Alleinsein wie glückliche Kinder. Sie wissen selbst nicht, was sie
eigentlich erwarten -- ach, mein Gott, was erwartet man überhaupt, wenn
man einem Augenblick der Liebesaufwallung entgegensieht? Was findet man?
Daß jemand anders vor dem Gouverneur die Maschine benutzt, das einzige,
was meinen Plan zerstören könnte, halte ich für ausgeschlossen. Die
Dienstmädchen getrauen sich aus Angst vor dem Gouverneur nicht, sie
anzurühren, besonders seit sie einmal entzweigegangen ist. Er hat ihnen
einmal sogar verboten, sie abzustauben, er wolle das selbst tun. Auch
wird er sie sehr bald in Gebrauch nehmen, einige Briefe hat er immer zu
schreiben, auch wird er sie nach der Reparatur probieren wollen. Ein Tag
wird nicht darüber hingehen. Vermutlich wird er an die Kinder schreiben.
Sie -- seine Frau -- was wird aus ihr werden? Das beste wäre für sie,
wenn sie an seiner Seite wäre. Sie ist es ja fast immer. Wenn ich das
nächstemal nach Petersburg komme, möchte ich Dich sehen. Zunächst
brauche ich Ruhe.
Lju.