Katja an Jegor

Petersburg, 4. Juli.

Lieber Papa! Es ist fabelhaft anständig von Dir, daß Du uns nach Paris

gehen läßt. Du hast aber auch etwas Gutes davon, indem Du uns los wirst.

Peter will vielleicht auch mit, es ist mir ganz recht, denn er ist so

praktisch, daß man ihn eigentlich gar nicht entbehren kann. Zum Beispiel

ein Automobil heilmachen, weswegen Lju damals eigens in die Stadt fuhr,

das kann er selbst und wenn es noch so kompliziert ist. Er ersetzt einem

Dienstmann, Schlosser, Tapezierer, Schneider, Koch und sogar

Putzmacherin, nur ist sein Geschmack etwas veraltet. Er ist jetzt auch

sehr zurückhaltend gegen mich, es scheint mir beinahe, als wäre er nicht

mehr verliebt; das ist eigentlich schade, obgleich es mir manchmal

lästig war. Für die Reise ist es aber besser so, das sehe ich ein. Und

gefällig ist er auch doch noch ebenso wie früher, gestern hat er mir

erst ein Buch sehr schön eingebunden und einen Schlüssel gemacht für

einen, den ich verloren hatte, was Tante Tatjana nicht erfahren sollte.

Wenn Peter mitgeht, werden wir viel Geld sparen, auch weil er immer

aufpaßt. Soll ich noch einmal kommen und Euch Adieu sagen? Ich tue es

sehr gern, dann müßt Ihr aber Lju vorher wegschicken, ich kann ihn nicht

ausstehen, und seine Gegenwart würde mir alles verleiden.

Deine allerkleinste Katja.

Der letzte Sommer: Eine Erzählung in Briefen · 第 54 / 69 题