Am montag sant Paulus abent [27 Juni] im 74 jar in hern Karl

Holtschuers und Paulus Ritters frog wart dem krottenmüller noch

verhorung seiner erbbrieff von eim erbern rat zugeben sein news gepew

der krem halben, das er het aufgericht, doch den nachperen do umb an

irer gerechtikeit und rechten unschedenlichen. das ist dem müller durch

Gotlieb Folckmer und mich also gesagt worden.

Im 74 jar zu sant Closs tag ließ ich das loch in sant Walburgen cappel

im kor hinter dem altar in der ecken gegen dem newen sagerer wieder

mit derselben erden und steinhewig, das do kam von dem newen sagerer,

außschüten und außfullen und dorauf wieder ein estrich slahen als es

dan noch also stet und grosse not was, dann in alter ein schaden dovon

kumen wer.

Anno 1475.

Nochdem und in kurcz vergangen jaren durch Nickloss Coler, als ein

pfleger steg und weg, zwischen den zweien prücken und wasserflüssen der

Pegnicz pei dem Megeldorf eingefangen ist worden ein gemeine egerten

und anger und dorauß ein gutter flecken wissen gemacht und den mit

wissen eins erberen ratz auch der von Megeldorf, Erlestegen und ander

doumb siczent gunst, wissen und willen dieselben nuczung zu geeigent

der prucken zu Megeldorf und dornoch dem Coler bevolhen, dieselben

nuczung und wiessen zu erb verkauffen, das dann der Coler also getun

hot noch laut des hernoch geschriben briefs, den der Coler in seiner

gewalt hat.

[218^a] Ich Sigmund vom Egloffstein, ritter, schultheiß, und wir die

schopfen der stat zu Nüremberg verjehen offenlich mit diesem brieff,

das fur uns komen in gerichte Nicklas Coler, burger zu Nuremberg,

die zeit pfleger stege, prucken und wege, und pracht mit unsers

gerichtsbuch, das Hanns und Seitz die Tewrl von Megelndorf fur sie

und ir erben bekant und verjehen hetten, nachdem als ine der obgemelt

pfleger die aigen wisen pei Megelndorf, zwischen den zweien prücken

und flüssen gelegen, die pruckwise genant, mit verwilligung eins

erberen rats auf ansagung heren Andressen Tuchers und hern Niclasen

Grolants verlihen, auch keuflich vererbt hette nach laut und inhalt irs

erbbriefs mit des gerichts zu Nüremberg anhangendem insigel bevestigt,

das sie und ir erben im und allen seinen nachkomenden pflegeren

des gemelten almusens von dem benanten irem erb zu rechtem ewigen

aigengelt raichen und geben solten und wolten alle jar, jarlichen

und iedes jar besünder, drei guldein reinisch landswerung auf und zu

sant Michels tag, als aigentgelts recht ist, und ein vasnachthennen

zu vasnacht derselben pflegnus, als von der prucken zu Megelndorf

wegen zu haben und zu niessen furbaß ewiglich mit urkund diß briefs,

der mit urteil von gerichte geben ist, versigelt mit des gerichts zu

Nüremberg anhangendem insigel. des sein zeugen die ersamen mannen herr

Gabriel Nüczel und herr Heymeran Zingel. geben am montag vor sant

Anthonien tag [16 Jan.] nach Crists gepurt vierzehenhundert und in dem

funfundsibentzigisten jare.

Nochdem und ich dem Albrecht, der stat seger, etliche jar pißheer geben

hab ie von eim schnit, den er der stat oder anderen leuten mit meiner

gunst geschniten hot, 3 haller und an seinem hauszins, des 10 pfunt

alt sein, die er der stat zinsmeister all jar gibt, 5 pfunt alt zu

stewer geben hab, dorumb er meint nit lenger zu schneiden. dorauf hab

ich mich im 75 jar zu sant Valentins tag [14 Febr.] mit im vertragen

und in wieder bestelt der stat segrat zu warten, und sol im hinfur

geben alle wochen, es sei feiertag und [218^b] werckentag, 3-1/2

pfunt alt; und ist domit antreten am mantag sant Valentins obent und

mir darauf sein trew an eicz stat gelobt, der stat seg getrewlich zu

warten mit schneiden und allen dingen. und [soll] im winter anheben

zu schneiden, wenn es den tag 8, 9, 10, 11 oder 12 slecht, albeg

des morgens 2 stunt vor tags und des nachtz aufhoren 3 stunt in die

nacht, dorzu ich im dann von der stat wegen liecht kauffen sol. und

im sumer, so es den tag 13, 14, 15 oder 16 slecht, so soll er anheben

zu schneiden albeg des morgens zu dem garauß und des nachtz aufhoren

ein stunt in die nacht, alles ungeferlichen. so sullen im die segspen

und dem muller die rinten von den segpaumen auch werden, wie es dann

pißher damit gehalten worden ist. und als ich im pißher geben hab

von der stat gelt an seinem hauszins zu stewer alle jar 5 pfunt alt,

der sol ich im hinfur auch nit mer schuldig noch pflichtig sein zu

geben. der seger soll mir auch gleich wol die schnit, die er schneit

der stat und anderen leuten, anzeichen, wem und wievil er schneidt,

und mir das albeg ansagen und das gelt davon getrewlichen antworten

ie von einer rechnung zu der anderen, wenn ich mit im rechen. und ob

icht pruchs am segrat oder der segen gesche, so sol er dorzu helfen,

das solichs wider gepessert und gemacht werd. oder ob er vor wasser,

kelten oder güssen nicht geschneiden mocht, so sol er pei den anderen

der stat zimmergesellen sust helfen zimmeren und arbeiten auch umb die

vorgeschriben 3-1/2 pfunt alt ein wochen, sumer und winter. solchs hab

ich mit im aufgenommen das künftig jar, doch das das absagen albegen zu

einem paumeister steen sol etc.

Am freitag sant Pangraczen tag [12 Mai] im 75 jar in hern Perchtolt

Pfinczing und Hanns Imhoffs frog wart vor den elteren herrn verlossen:

nochdem und der ein kirchenturen, dorauf die orglock hangt zu sant

Sebolt, von den türnern des harms halben schaden genomen het und

pesserung bedorf, das dan pißheer albeg der stat [219^a] paumeister

auf der stat kost und nit allein zu sant Sebolt, sunder auch zu sant

Lorenczen desgeleichen den ein turen, dorauf die orglock hangt,

gepessert und in wessen gehalten haben, das aber die heren auf das

mol abgenumen und mir befolhen das einzuschreiben und künftiglichen,

was solcher geprechen und pewen der turen not sei, sullen die

kirchenmeister auf der kirchen kost machen und pesseren lossen, dorzu

ich in als der stat paumeister retlich und hilflich sein sol auf der

kirchen kost; als dann Mertein Paumgartner auf das mal die scheden

am turen zu sant Sebolt auf der kirchen kost pesseren und machen hot

lossen.

Anno 1475.

Es ist zu wissen, das ich Endres Tucher, die zeit der stat paumeister

zu Nüremberg, mich freuntlich vertragen und mit wissen eins erberen

rats zu der stat nottorft bestelt hab meister Jorgen Knoren von

swewischen Hall die nechsten drei jar lang noch einander volgende,

also das er sich heer gen Nüremberg tun und die zeit hie wonhaft sein

und pei der stat werckmeister dem zimmerman mit anderen zimmergesellen

teglichs arbeiten sol am zimmerwerck an der stat arbeit als ander,

dorumb man im die sumerzeit alle tag zweinczig pfening und im winter

alle tag sechtzehen pfening zu taglun geben sol als anderen der stat

zimergesellen etc. mer ist er bestelt zu der stat roren und prunnen,

woe doran pruch geschicht, so soll er noch rate eins paumeisters und

seinem vermügen dieselben scheden verkumen und das zimmerwerck ligen

lossen und vor allen dingen die roren und prunen fertigen. er sol sich

auch sust keiner anderen arbeit hie nirgen untersteen noch machen on

wissen, willen und erlaubnus eins paumeisters. und wo er also am prunen

und roren arbeit, so sol man im gleich den taglun geben als ob er an

dem zimmerwerck arbeitet. ob auch iemant zu prunen oder zu roren in

oder vor der stat sein bedorft, den sol er mit wissen und erlaubung

eins paumeisters und sust nit arbeitten, auch umb den obgestimpten

taglun. was er von [219^b] zeug zu solichen prunen, roren und

dergeleichen bedarf und haben muß, das sol man im bestellen und vorauß

darlegen, also das er nichtz dan sein arbeit seins leibs darlegen und

dorzu zu im bedarf. uber das alles so hab ich im versprochen zu geben

zu eim vorauß und liebung alle jar neun guldein und ie acht pfunt alt

fur ein guldein, dorzu ist im von eim erberen ratt hie zu Nuremberg das

pürgerrecht geschenckt worden. und uber das alles ist beret, das das

absagen in den dreien jaren zu eim erbern rat hie zu Nüremberg steen

sol, also wo er eim rat nit lenger fugsam wer, das man im dann mag

urlaub geben in der frist und im dopei seins verdinten luns und vorauß

entrichten, des er sich alsdan benugen und dopei beleiben lossen sol.

solchen sein dinst und bestellung hat er mir also mit hantgebenden

trewen gelobt zu halten, alles ungeferlichen. bei der bestellung ist

gewest der erber Hanns Tracht auf seiner seitten, ich und der Gürtler

von eins erberer rats wegen. solche bestellung ist angangen zu sant

Giling tag im funfundsibenczigisten jar; des gab ich im dorauf ein

ort eins guldein zu leikauf. und solcher abrede sein zwu gleichlautent

außgeschniten zettel gemacht, der der Jorg einen und ich den anderen

haben.

Am mitwoch sant Matheus obent [20 Sept.] im 75 jar bezalt ich der

N. Pfenyn der müllerin hinter den fleischpencken von dem grunt und

mawerwerck, das sie machen ließ zwischen irer müll und dem klein irem

heuslein dorjegen uber mit der stiegen an das wasser und der stiegen

auf den steg. das alles ich als der stat paumeister halbs pin schuldig

zu machen gewest noch altem herkomen, das sie von grunt herauß pfellen

und dorauf mit Kornperck und zu oberst mit Reuhelperckstein mauren und

machen hot lassen fur ein ewigen paw, doran ich ir gab fur den halbtail

der kostung noch einer rechenzettel, die sie mir gab, das es kost het,

und die stat antraff 100 pfunt alt.

[220^a] Am sampztag sant Elspeten obent [18 Nov.] im 75 jar verließ

Gabriel Nuczel als ein zinsmeister der stat, dorpei ich was, die mang

dem Heinrich Purckart, mangmeister, aber 10 jar lanck hinfur, alle jar

umb 44 guldein werung zins, halb Walpurgis und halb Michaelis, und

dingt im dorein, das er hinfur die wellen unter die mang selber haben

und machen lossen sol, die man im vormols von der stat wegen hat machen

lossen, das nun nimmer sein sol hinfur. was im aber an der mang rat,

seillen und anders pruchs geschee, das sol man im machen lossen. und

sol mit dem ersten zins antretten zu sant Walpurgis tag im 76 jar; hie

zwischen hat er die mang vor seinem zins, das außget auf Walpurgis

schirst kument.

Im 75 jar am sampztag vor Lucie [9 Dec.] hat ein erber rat dem Cuncz

Kamerer zugeben auf anprengen und beschawen, so Ulerich Grunther und

ich eim erberen rat haben furpracht und besehen, also das er aus seinem

eckhaus, das er kauft hot gegen im uber an der Messingslahergaß oben

unter der vesten von dem Tallner, messingslaher, und das er im willen

ist zu pawen auf den künftigen summer, wol mag herauß faren mit eim

halben prunen auf die gemein als vil, als umb 1-1/2 oder 2 statschuch

auf das maist; und mag denselben prunen wol versperen und von der

gemein niement doran vergunnen zu schopfen, es wer dan, do got vor

sei, ob fewer außkem, so sol er denselben prunen offen und do zu

rettung des fewers schopfen lossen. das ist bevolhen, also in der stat

prunpuch auch einzuschreiben, das dann also geschehen ist.

[220^b] Nochdem und in dem 75 jar zu weinachten der einfall am schün

prunen hin hinter geen den Augustinern verstopt und nit fertig was,

ließ ich suchen und mer dan an eim ent dorzu graben, und am letzten

gleich vor dem eissen giter und den steinen tritten im pflaster und

nit im steinwerck gegen Hannsen Pirkamers haus uber eingraben, als die

hulczen roren angeen und die pleien roren gefast sein; do fant man ein

holcz in der pleien roren, das lang dorinnen gewest und den schaden

procht hot. dopei fant man ein spunt in dieselben hülczen roren gleich

voren am haupt der roren und dornoch herfür in derselben roren pei 5

oder 6 schuhen lanck aber ein spunt in derselben roren, der zweier

spünt man vor nit gewist hot noch verzeichent worden sein am ersten,

dann man lang an dem ent dorzu nit gewart hot.

Anno 1475.

Nochdem und man die fewerschaff in den schaffhutten, der dan 6 in der

stat sein, hot lossen abgeen um deswillen, das man den fewermeisteren

und sust an andere ent in der stat mer liderein eimer geben hot etc.,

also hot man bestelt in dieselben schaffhutten in iede hutten 2 karen,

darauf wasserfaß gepunten, und do pei iedem karen ein schuffen ist, und

mit den kernern bestelt, die hie in der stat auf dem pflaster faren,

und die außgeteilt nachdem sie siczen in der stat zu ieder hutten ir

zwen, in auch iedem ein slussel geben zu denselben hutten, also wen

fewer außkum, do got lang vor sei, das sie dann mit iren pferden die

keren hollen und wasser zu dem fewer furen sullen, dorumb man in dan

auch lunt, welcher der erst, der ander oder dritt ist, als anderen, die

mit den sleipfen wasser zufuren.

FEWERPÜCHEL.

[1^a] Nota ein ordnung und geschick ob fewer hie in der stat außköme,

wer dartzu lauffen oder mit was zeug ein yeder, der dartzu geordnet

wirt, kumen, und wie es damit gehalten werden sol.

Zum ersten, ob des nachts ein fewer außköme, man slüg an die

sturmglogken oder nit, so söllen die scharwachter das den hauptleuten,

die über das fewer gesetzt sind, und auch den vierteilmeistern

desselben vierteils, do es innen prynt, on alles vertziehen zu wissen

tün, und die scharwachter söllen darnach von stund an wider an ir

ordnung der wach geen. so süllen sich die obgemelten hauptleüt und

vierteilmeister denn von stund an zu dem fewr fügen, die leüte, die

dartzu gehören, anschicken und ordinieren und nach dem besten darob

sein, das sölich fewer gelescht und andre ding nach notdurft fürgenomen

und gehandelt werden.

Es süllen auch die scharwachter unter dem rathaus, wenn fewer aufgeet,

das von stund an den burgermeisteren und auch den hauptleuten, die über

das fewr gesetzt sind, und auch dem [1^b] soldnermeister zu wissen tun,

wo es prynt; doch das ir einer oder zwen allwegen unter dem rathaus

bleiben süllen.

Es süllen auch alle scharwachter gepunden sein, wenn des nachts fewer

außkumpt, das sie denn allenthalben dest fleissiger in irem gang und

in irer wach seien, und dabey ir emssig aufsehen haben, ob sie yemant

sehen, der sölich außgeworfen oder außgetragen habe oder gute geverlich

hintragen oder empfremden wölt, das sie dem oder denselben dann

nachgeen und mercken, wa er eingee, und das fürbas den hauptleüten,

die über das fewer gesetzt sind, oder einem burgermeister zu wissen

tüen.

Und wenn fewer aufgeet, so süllen von stundan dartzu komen die

gemeynen frawen, alle ableger, schröter, die knecht in der wag und die

sechtzehen zymmerleüt und acht maurer, die alle meister und benennt

und zu leschmeisteren darüber gesetzt sein, ir yeder mit seinem zewg,

auch alle bader, ir yeder mit seinem gesynde und seinen kübelen und

schefflachen, und dartzu getrewlich [2^a] helfen arbeiten und gehorsam

sein, damit sölich fewer gedempt wirt.

Es süllen sich auch alle püttel, wenn fewer aufgeet und so bald sie des

gewar werden, von stund an dartzu fügen und sich nemlichen von einander

unter das volck myschen und tailen, die leüt gütlich anschreyen und in

raum machen und dabey ir emssig aufsehen haben, ob die leüt daselbst ir

habe außtrügen oder außwürfen, das in das nyemant dieplich hintrag oder

verdrucke; und ob sie yemant sehen, der sölich habe oder gut geverlich

hintragen und empfremden wölt, das sie dann die hanthabten, wo es als

geverlich und ryng person weren, und dieselben ringen person zu den

vierteilmeistern oder hauptleüten bey dem fewer fürten, und nachdem die

gehört werden, das denn dieselben hauptleüte gewalt haben süllen, die

sache fürbas mit denselben leüten zu handeln und zu halten nach irem

gutduncken.

[2^b] So süllen sich die statknecht von stundan teilen und zu den

burgermeistern in ire heüser fügen und da warten, wartzu sie ir

bedorfen.

Es süllen alle die, die mit den eychkarren faren, und auch yeglich

andere, die umb lon auf dem pflaster farn, desgleich alle mulner

verpunden sein, stetts die kuffen auf den sleyffen, die in dann zugeben

sein, bey in zu haben, und alsbald fewer aufgeet, on alles vertziehen

wasser damit zu zufüren.

Und wer das erst fuder wassers zu dem fewer bringt, dem sol man ein

pfunt haller geben, und welcher das ander fuder bringt, der sol

haben 60 pfenig, und der das dritt fuder bringt, 30 pfenig, also das

der erst, der ander und der dritt mit einem oder zweyen bring und

wissenlich mache, welcher der erst gewesen sey, das darumb nit aide

gesworen werden. und darnach als oft und manichen karren mit wasser

ein yeder, wer der ist, zu dem fewer bringt, der sol von yedem karren

10 pfenning lons haben.

[3^a] Und ein yeglicher lonknecht, der mit seins herren oder meisters

pferden wasser zu füren wirt, der sol haben den vierden pfenning von

dem gelt, das er mit wasser zu füren zu dem fewer verdient, darumb das

er dest ee vertig sey zu dem fewr und mit faren destbaß anhalt.

So sol der Knopff, oder wer der der stat vischer ist, auch gepunden

sein ein karren und darauf ein vaß zu haben, wenn fewer außkumpt, das

er emssiclich wasser damit zu fure.

Der new spital sol auch gebunden sein, stettes zwen karren und darauf

zwey vaß zu haben, und wenn fewr aufgeet, so söllen die von stat an

emssiclich wasser damit zu füren.

Auch sol man in dem marstal bestellen, das man allweg vier wol gepunden

kuffen auf slayffen hab und dartzu ein karren oder zwen mit schefflin,

und so bald fewer außkumpt, so sol der anschicker in der Peund mitsampt

den, die im zugeschickt sein, dieselben kuffen und scheffer zu sölichem

fewer schicken und bringen, das man fürbaß [3^b] das wasser, das zu

sölichem fewer gefürt wirdt, darein gieß, das es die leut destbaß

geprauchen und genützen mügen.

Item man sol auch bestellen bey dem Tyrgartnertor zwen karren mit

schefflein, desgeleichen bey dem innern Frawentor, bey dem innern

Spitallertor, bey dem Irherturl, an sant Seboltz kirchoff und auf der

Peunt; die süllen die vierteilmeister daselbst zu holn bestellen, wenn

des not tut. so sol der Gürtler in der Peunt gefliessen sein, sollich

schaff in guter acht zu haben, domit sie in wesen beleiben, und an

kein ander end dann zu dem fewr gepraucht werden, das die albeg gantz

und vertig sein, und ob keinerley daran geprech, das er sollichs den

viertailmeistern zu wissen thü, domit sollich schäff wider gevertigt

und gepessert werden.

So sol man auch bestellen in yedes thor und türleinsperrers hause 10

schafe; dieselben sperrer söllen auch gepunden sein, söliche schafe

bey in unverruckt und in acht zu haben, das die icht erlechnen oder

verloren werden. und wenn es in ir refyr prynt, so süllen sie söliche

schefflach onvertziehen zu dem fewer pringen.

[4^a] So hat man yedem müller hie von der stat geben zwo messin

sprützen; dieselben sprützen sol der muller behalten und dartzu sehen,

das die vertig seyen und nit verderben noch verloren werden bey der

puße zweyer pfunt newer haller, die darauf gesetzt ist; wenn sein not

tut, das er die habe.

Und so also das fewer ende hat und gedempt wirt, so sol der anschicker

in der Peund verpunden sein, das er allen zeug bey der fewerstat

aufhebe und was nit vertig were, wider vertigen und machen laße, und

den an ein yeglich ende wider ordinier, da er hin gehöre, ob sein

hinfür mer not geschee, das sölicher zeug gantz vorhanden sey, und man

yeglichen an seinem ende wisse zu holen und zu vynden. es sol auch

der anschicker in der Peund vorgenant alle kotempper zu sölichem zeug

besehen, ob der aller also vertig und vorhanden sey, und ob des icht

unfertig wer, darob zu sein, das der wider gevertigt werd. und sol auch

die sprützen in den mulen alle [4^b] kottemper also besuchen, ob die

gantz und noch vorhanden wern; und ob er die nit also fünd, das er das

einem burgermeister zu wissen tue.

So sol sich des paumeisters knecht, so fewer außkumpt, von stund an zu

den hauptleuten, die über das fewer gesetzt sein, fügen, ob man icht

zeuges bedorft, das er den unvertzogenlichen precht.

Es süllen auch die hauptleüte, die über das fewer gesetzt sind, gewalt

haben, so mer denn ein fewer aufgieng, die werckleute, lescher,

leschmaister und den zeug dartzu teilen nach irem gutduncken.

Man sol den leschmeisteren und anderen werckmeisteren von irer

arbeit bey dem fewer lonen nach der ordnung, die in der losungstuben

geschriben steet; yedoch, wo die leute so redlich gearbeit hetten, den

mag man es wol pessern.

[5^a] Item mit den türnern zu sant Sebolt und Laurentzen zu bestellen,

ob mer denn ein fewer aufgieng, das sie dann das dem burgermeister von

stund an zu wissen tun, und sich mit dem anslahen in mittel hielten.

Die vierteilmeister und hauptleüt süllen auch in dem vierteil, do es

prynnt, von stat an dartzu schicken lang und kurtz laytern, groß und

clein fewerhacken.

Die vierteilmeister süllen auch bestellen, das alle prunnenmeister

guten fleis tun, das sie ketten an allen iren prunnen haben und übrige

sayl.

Es süllen auch yedem vierteil hie in der stat vier messing sprützen

geben und zugeordiniert werden, die die vierteilmeister eins yeglichen

vierteils behalten; und in welichem vierteil fewer außkumpt, so süllen

die vierteilmeister sölich sprutzen dartzu bringen und an die end

tailen, do sein am nötesten ist.

[5^b] So süllen die, die über den Vischpach gesetzt sein, bestellen

und darob sein, wenn fewer in sant Laurentzen pfarr außkümpt, das der

Vischpach von stundan abgeslagen und an die ende, da das fewer ist,

gelayt werd, ob er anders dartzu dienen mag.

Die vierteilmeister in sant Sebolts und sant Laurentzen pfarr süllen

gepunden sein, als vil ein yglicher vierteilmeister aussere tor,

türlein oder swynbogen in seinem vierteil hat, die im zu bewaren

zusteen, zu yedem derselben tor, türlein oder swynbogen in seinem

vierteil 8 redlich mann bestellen, die nicht nahent dabey gesessen

sein, und die auch namhaft gemacht und dartzu geordiniert werden

söllen. also wenn mer denn ein fewer hie in der stat außkumpt, das

sich dann dieselben bestelten menner, nemlichen zu yglichem tor 8

mann, zu yedem türlein 8 mann und zu yedem swynbogen 8 mann, alle

gewappet mit irer were, onvertziehen fügen süllen, als sie dann von

iren vierteilmeistern dartzu [6^a] geordent sind. und dieselben süllen

auch ir yeder an seinem geordentem end daselbs sein emssig und fleissig

zusehen und die ding wol in acht haben; und ob sie icht verlichs da

sehen oder erfüren, das sol ir einer einem burgermeister onvertziehen

zu wissen tun. und dieselben süllen auch als lang da beleiben und nit

abgeen, biß das solich fewer gedempt oder sie abgevordert werden.

Und so bald auch die burgermeister mer denn eins fewers gewar werden,

so söllen sich bede burgermeister und auch alle die, die des rats sind

und zu anderen sachen nicht beschaiden und geordent weren, von stundan

auf das rathaus fügen, die möchten fürbas den vierteilmeistern oder

hauptleuten oder anderen bevelhen und für hand nemen, das not würd,

weppner oder anders.

So sol der hausknecht geflyssen sein zu bestellen kertzen und fackeln,

liecht und latern ein notdorft.

Und wenn mer denn ein fewer außkumpt, so sol ein yglicher bey seinem

aide gepunden sein, sich von stundan wider in sein vierteil zu fügen

und [6^b] was fürbaß mit in geschafft wirt, dem gehorsam zu sein;

außgenomen die, die vor dem fewer geordent wern, die süllen in ir

ordnung bleiben.

So süllen die gesworn armprust und püchsenschützen bestellt, benennt

und die in drey hauffen oder teil geordiniert und geteilt und mit

hauptleüten fürsehen werden, also wenn mer denn ein fewer außkumpt,

so süllen sich dieselben schützen alle in irem harnasch und mit irer

were, die denn vor zu andern sachen nit geordent weren, in drey hauffen

tailen, und ein tail zu dem rathaus, der ander tail auf sant Gilgenhoff

und der dritt hauff sich zu den parfüssen auf den platz fügen on

alles vertziehen, und daselbs warten und nit abgeen so lang biß sie

abgevordert werden, ob man ir zu eynicherley bedörft, das man sie da

wiß zu vinden, und das sie des willig seyen.

So süllen sich dise hernach benanten genanten, wenn mer denn ein fewer

hie in der stat außkumpt, von stundan und on alles vertziehen zu den

korenheusern und in die mülen fügen und tailen, als denn ir yedem in

sunderheit zu beschiden [7^a] und hernach begriffen ist; daselbs sie

ir emssig auf und zusehen haben söllen, und ob yemant an denselben

korenheusern oder in den mülen icht geverlichs treiben wölt, das zu

understeen und das weytter zu bringen.

So süllen Andres Volckmeir und Jorg Haller geflissen sein, wenn mer

denn ein fewer außkumpt, die zwey korenheuser bey den frawenheusern in

acht zu haben.

Niclas Köler sol das korenhaus bey der Nünnengassen hinder sant

Lorentzen gelegen in acht haben.

Hans Newman in die mül am Sant.

Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg · 第 28 / 35 段