Albrecht Heugel in die mül bey den fleischpencken.
Lienhart Rewtheymer in des Grolands mül.
Linhart Stromeir in die newen mül in sant Laurentzen pfarr.
Hanns Slüsselvelder in die newen mül an sant Sebolts pfarre.
[7^b] Und wenn fewer aufgeet, so süllen sich alle soldner onvertziehen
geharnascht und geritten zu dem soldnermeister fügen und mitsampt im
auf den marckt reyten zu dem schönprunnen und da halten, ob ir die
burgermeister bedorften, das sie des gehorsam wern.
Und so es prynnt, so sol ein soldnermeister von stat an vier soldner
senden zu dem fewer an ein ende, da sie nicht irren noch hindern, zu
halten, ob man ir zu potschaft werben oder anderen sachen bedorft, das
sie des gehorsam und willig seyen.
Er sol es auch dem hauptman auf der vesten von stat an empieten.
Es sol auch der soldnermeister zu yedem der stat tor, türlein und auch
swynbogen zwen soldner schicken, die dabey halten, und ob sie ichts
vernemen das not tett, das denn der ein soldner das dem soldnermeister
von stundan zu wissen tett auf dem Marckt und der ander so lang dabey
halten belib, biß er abgevordert wirt.
Der soldnermeister sol auch, so es bey nacht prynnt, wiewol ein fewer
erlescht ist, bestellen, das ettlich soldner hie dißeyt und ettlich
soldner enhalb in der stat die nacht umbreyten biß an den tag, und
ob die icht geverlichs vernemen, das sie dem soldnermeister das
onvertziehen zu wissen tetten.
Hauptleüte über das fewer in sant Sebolts pfarr: Ludwig Pfintzing und
Niclas Groß.
In sant Laurentzen pfarre: Peter Menndel und Hanns Lemlein.
Actum feria secunda ante Viti [9 Juni] anno etc. 1449.
Als die kurfursten hie sind gewesen Andree a^o lvi^{to} sind noch zwen
fewrmeister zu den obern geben worden mit namen Hainrich Meichßner und
Sebolt Rumel.
[9^a] Item zu der prucken bey dem Wildpade: Hanns Wurm, Fritz Resch.
Item zu der prücken bey sant Kathrein: Andres Hoffmulner, Fritz Steffan.
Item zu der prucken bey dem newen spital: Hanns Kaltenhawser, Fritz
Knawr.
Item zu dem steg am Sand: Ulrich Regawß.
[9^b] Item zu der prucken auf dem Newenpaw und den stegen doselbst:
Cuntz Swab, Ekhart Hatzler, Heintz Schober, Mulcüntz.
Item zu der parfusen prucken: Ulrich Wolffhart und sein vatter.
Item zu der fleischprucken: Götz Hebeysen, Haintz Senngel.
Item zu des Stromers prucken und den stegen: Hanns Henyckein, Cüntz
Hüter.
[10^a] Actum per herrn Hannsen Coler, herrn Niclasen Großen und herrn
Hannsen Lemlein dominica die ante conversionis sancti Pauli [23 Januar]
a^o l^o septimo.
TOPOGRAPHISCHE ANMERKUNGEN.
~Almosenhaus~, an der südseite der Sebalderkirche, sitz des
almosenamtes, nach Nopitsch, wegweiser für fremde in Nürnberg 1801. s.
3, im jahre 1454 erbaut.
~Alt Nüremberg~, wohl das älteste gebäude der stadt, der
fünfeckige thurm auf der veste.
~Apothekergäßlein~ führt von der Kaiserstraße nach der Karlsbrücke.
~Bäder.~ Vgl. abzeichen Nürnberger häuser. Nürnberg 1855. s.
20-24.
~Fleischbänkenbad~ hinter dem schlachthaus.
~Irerbad~, Irherbad in der Irrergasse, nach abz. s. 22 S. 260.
~Bad im Prüll~ nach den angaben des baumeisterbuches 160, 26.
194, 4 in der jetzigen Carolinenstraße, keineswegs, wie abzeichen
s. 21 steht, in der Schlotfegergaße. Es gieng vielleicht nach
der Koth- (jetzt Brunnen-)gaße durch. Damit wäre die angabe von
Nopitsch s. 132 zu vereinen.
~Rosenbad~ hinter dem Predigerkloster nach abzeichen s. 21 S.
608. vgl. Nopitsch s. 138.
~Sonnenbad~ in der Judengaße. Abzeichen s. 21.
~Strohsackbad~ neben der jetzigen Himmelsleiter in der
Carolinenstraße L. 383. Abz. s. 21.
~Sundergeybad~ (später Zeughausbad) im Sundergey (s. dort) an
der nordseite des zeughauses am Steig (Kornmarkt). Abz. s. 21. Die
angaben von Nopitsch s. 171 sind ungenau.
~Wildbad~ auf der Schütt, unmittelbar nach dem einfluße der
Pegnitz in die stadt, besteht noch als bad.
~Zacharasbad~, bad im Zacharas in der ecke der Carlsstraße und
der Weintraubengaße S. 107. Das haus steht noch in der alten form.
Das bad ist seit wenigen jahren geschloßen. Abz. s. 20.
~Beckschlagergaße~, vordere und hintere, führen vom Lauferplatz
zum Wörtherthörlein.
~Bergfrid~, Burgfried, die freiung auf der nordseite der veste.
Nopitsch s. 45.
~Bindergasse~ vom rathhaus nach dem Theresienplatz.
~Bleich~, das linke ufer des rechten Pegnitzarmes auf der Schütt,
das auch jetzt noch zum bleichen der wäsche verwendet wird.
~Birkhaimers haus~, durch eine tafel als wohnhaus des berühmten
Wilibald Birkhaimer bezeichnet, am Marktplatz S. 15. Es ging nach der
Winklerstraße durch.
~Breite gaße~, parallel mit der Carolinenstraße, von der
Pfannenschmidsgaße zum Weißen Thurm.
~Brücken.~ S. Nopitsch s. 18. Eine kurze »Geschichte der Brücken
in Nürnberg« findet man in Siebenkees materialien zur nürnbergischen
geschichte. Nürnberg 1792. b. II. s. 614-627.
~Barfüßerbrücke~, jetzt Museumsbrücke.
~Derrersbrücke~ vom Trödelmarkt nach einem Derrerischen hof
(dem jetzigen gasthof zum »Bayrischen hof«).
~Fleischbrücke.~
~Katharinenbrücke~ vom Bergauerplatz nach der Schütt, jetzt
Schuld- oder Heubrücke genannt.
~Lange Brücke~, jetzt Kaisers- oder ABC-Brücke genannt.
Wahrscheinlich wurden damit die beiden brücken, die Kaisers- und
Derrersbrücke bezeichnet, sie heißt wohl auch die lange brücke beim
Derrer.
~Säubrücke~ s. Derrersbrücke. Der name kommt vom Säumarkt
(Trödelmarkt).
~Spitalbrücke~ von der Schütt nach dem Spitalplatz.
~Steinerne Brücke~, die älteste steinerne brücke der stadt,
nur noch zum theil erhalten, eine kleine strecke oberhalb der
jetzigen Maxbrücke.
~Stromersbrücke~ wird im »Feuerpüchel« die lange brücke
genannt, nach einem Stromerischen haus, das daran lag.
Baumeisterbuch 266, 8.
~Derrers haus~ an der Pegnitz, der jetzige »Bayrische hof«.
Nopitsch s. 26.
~Derrers Hof~ und gäßlein, zwischen der Lorenzer- und S.
Katharinengaße. Nopitsch s. 27.
~Deutsch-Herrn-Hof~, jetzt Infanteriekaserne vor dem Weißen Thurm.
~Deutsch-Herrn-Wiese~ im osten der stadt.
~Dilinghof~, jetzt Egidienplatz.
~Dilinggaße~, jetzt Theresienstraße.
~Ebracher Hof~, war eigenthum des klosters Ebrach, an der
Carolinenstraße, jetzt das landgerichtsgebäude. Nopitsch s. 29. Abz. s.
14. 47. 81.
Die ~Eich~ an der Barfüßerbrücke stand am rechten ufer der Pegnitz
an der mündung des Spitalgäßleins in die Königsstraße.
~Eichstätter Hof~ stand am Egidienplatz. Nopitsch s. 31, der seine
notiz wahrscheinlich aus dem bericht über den markgrafenkrieg (quellen
und erörterungen z. bayr. u. deutsch. gesch. b. VIII, s. 82) entnommen
hat. Im markgrafenkrieg (1449 bis 50), in dem der bischof von Eichstädt
auf seite Albrecht Achills stand, ließ ihn der rath niederreißen.
Später wurde an der stelle ein kornhaus errichtet, welches noch steht.
~Eisgrube~, ein kleines gäßlein von der Albrecht-Dürerstraße nach
dem Weinmarkt. Nopitsch s. 32.
~Elendengaße~, jetzt Rosenthal. Nopitsch s. 33.
~Engelthaler Hof~, eigenthum des nonnenklosters Engelthal, in der
Tetzelgaße. Nopitsch s. 34.
~Am Fischbach~, die jetzige Carolinenstraße, durch die der
Fischbach, früher unbedeckt, fließt. Nopitsch s. 39.
~Fischmarkt~, der platz vor dem rathhause, wo im herbst fische
verkauft wurden. Nopitsch s. 40.
~Fischergaße~ führt vom Sand nach dem Spitzenberg.
~Fleischgaße~, Fleischergaße, von der stadtmauer nach dem
Hallplatz, heute Sterngaße. Nopitsch s. 43. Abz. s. 23, 24.
~Fleischhaus~ stand an der Pegnitz, neben der Fleischbrücke, wo
auch jetzt das schlachthaus steht.
~Frauengäßlein~ von der Pfannenschmidsgaße, der alten stadtmauer
entlang nach der Färbersgaße.
~Frauenhaus~, das privilegierte öffentliche haus im Frauengäßlein.
Nopitsch s. 43.
~Des Freyen Häuser.~ Aus dem bericht über den einritt k.
Fridrichs III in Nürnberg 1442, der in der sammlung der Nürnberger
chroniken gedruckt werden wird, ergibt sich, daß es die häuser S. 18
u. 19 am Marktplatz waren. Cod. chart. sec. 15 fol. im k. archiv zu
Nürnberg n. I. bl. 9^a.
~Freiung~, der freie platz auf der südseite der veste, wie der
name zeigt, einst ein asyl.
~Fröschau~ zwischen der Winkler- und Carlsstraße, jetzt
Auguststraße.
~Fröschthurm~, der fünfte thurm an der inneren stadtmauer zwischen
dem Vestner- und Lauferthor. Nopitsch s. 45. 46.
~Füll~, die vordere und hintere, die vordere von dem
Albrecht-Dürer-platz nach der gleichnamigen straße trägt noch ihren
alten namen, die hintere von da bis zur mündung der Irrergaße heißt
jetzt Lammsgaße.
~Galgenhof~, dorf in der unmittelbarsten nähe im südosten der
stadt.
~Gänsmarkt~, der platz hinter der Frauenkirche. Nopitsch s. 48.
~Geiersberg~, ein hügel rechts am Maxplatz nach der Irrerstraße zu.
~Gewandhaus~ an der ecke des Tuchgäßleins, der platz, an dem die
tücher verkauft wurden. S. unten Tuchhaus. Nopitsch s. 176.
~Gilgenhof~ s. ~Dilinghof~.
~Gostenhof~, vorstadt vor dem Spitlerthor.
~Grasersgäßlein~ zwischen der stadtmauer und der Claragaße.
Nopitsch s. 54.
~Grolands Haus~, vermuthlich an der stelle, an welcher später das
berühmte Pellerische haus erbaut wurde, am Egidienplatz. Abz. s. 49.
~Jorg Hallers Haus~, ohne zweifel das sog. Haus Nassau gegenüber
der Lorenzer kirche. Abz. s. 52.
~Heilsbronner Hof~, eigenthum des klosters Heilsbronn, hinter
der St. Lorenzer kirche. Nopitsch s. 60. Im markgrafenkrieg 1449 bis
50 ward er niedergerißen. S. quellen und erörterungen b. VIII. s. 82.
Jetzt steht an dessen stelle das gebäude der k. bank.
~Haller-Wiese~, am rechten ufer der Pegnitz, unmittelbar nach
ihrem ausfluße aus der stadt.
~Heugäßlein~ vom Theresien- nach dem Spitalplatz.
~Heumarkt~, jetzt Theresienplatz.
~Hirselgaße~ führt vom Schwabenberg nuch dem äußern Lauferplatz,
jetzt Hirschelgaße. Nopitsch s. 64.
~Hirsvogels Haus~, das jetzige Riemanische haus an der
Museumsbrücke. Abz. s. 62, 63.
~Holzschuhers Haus~ ist ohne zweifel der nachmalige Harsdörferhof
an der Spitalbrücke, in dem, der sage nach, Tetzel den ablaß gepredigt
haben soll. Nopitsch s. 58.
~Hundsgäßlein~, jetzt Agnesgaße, zwischen dem Albrecht-Dürerplatz
und der gleichnamigen straße.
~Hutergasse~, unter den Hutern, jetzt Kaiserstraße.
~Hyserlein~, der röhrenkasten und trog am Unschlitthaus. Nopitsch
s. 66.
~Jacobsbrunnen~ hinter der St. Jacobskirche. Nopitsch s. 67.
~Beim Jacobswirth~, die straße zwischen dem Obstmarkt und
Spitalplatz, jetzt Ebnersgaße. Nopitsch s. 68.
~Judenbühl~, ein freier platz im nordosten vor der stadt, jetzt
Maxfeld.
~Judengaße~, geht vom Heumarkt aus fast parallel mit der innern
Laufergaße.
~Judenkirchhof~, ein ehemaliger begräbnisplatz der Juden, jetzt
nach einem dort befindlichen, seit alter zeit Wunderburg genannten
gebäude in Wunderstraße umgewandelt. Nopitsch s. 195.
~Kandelgießer-Kräm~ an der westseite des Marktplatzes zwischen
Tuch- und Fleischhaus.
~Kappenzipfel~, Ortolfs Hof, ein großes gebäude mit eingängen vom
Mehl-(Hans-Sachsen-)gäßchen und vom Jacobs-Wirth (Ebnersgaße) her; seit
langen jahren mit einer umgestaltung, die wohl den namen verschönern
sollte, Cappadocia genannt. Beide namen kommen noch öfter vor. Nopitsch
s. 22, 23, 74.
~Gaße hinter St. Kathrein~, jetzt Katharinengaße.
~Katharinengraben~, jetzt Peter-Vischer-Straße nach des berühmten
meisters haus, das in dieser straße stand.
~Kirchen~ und ~Klöster~.
~Ägidienkirche~ und ~Kloster~ auf dem gleichnamigen platz.
~Allerheiligenkirche~ am innern Lauferthor.
~Augustinerkirche~ und ~Kloster~ an der Schuster-
und Carlsstraße. Die kirche ist abgebrochen, das kloster zu
ärarialischen zwecken verwendet. Nopitsch s. 7, 8.
~Barfüßerkirche~ und ~Kloster~. Eine im 17 jahrhundert
erbaute kirche steht noch, doch ist sie ihrem zwecke längst
entfremdet, das kloster ist zum theil in ein findel-, zum theil
in ein zuchthaus verwandelt worden. An des letzteren stelle steht jetzt
das Museum. Nopitsch s. 11.
~S. Clarenkirche und Kloster~ in der Frauenthorstraße; die kirche
ist der katholischen gemeinde abgetreten worden, in den klostergebäuden
sind seit wenigen jahren englische fräulein eingezogen.
~Deutschordenshaus~ s. ~Deutschherrnhof~.
~S. Elisabethenkirche~ und das ~alte Spital~ war vor dem
Weißen Thurm an dem Deutschordenshause. An ihrer stelle steht die nicht
ausgebaute, jetzt zu magazinen verwendete Deutschherrnkirche.
~U. L. Frauencapelle~ am Markt, jetzt die katholische pfarrkirche.
~U. L. Frauenbrüderkloster~ und die ~Salvatorskirche~ am
Rossmarkt (jetzt Adlerstraße). Nopitsch s. 141.
~Kirche zum h. Geist~ und ~das neue Spital~ am Spitalplatz.
~Karthäuserkirche und Kloster~, jetzt der sitz des germanischen
Museums.
~S. Kathreinkirche und Kloster~ an der Peter-Vischer-straße. Die
kirche war längere zeit bauhütte, ist jetzt militairmagazin. Nopitsch
s. 77.
~S. Kunigundencapelle~ stand auf dem Lorenzer Kirchhof, wurde
abgebrochen. Nopitsch s. 87. Eine tafel an dem Grundherrischen hause
gibt den ort an, an dem sie stand.
~S. Lorenzkirche.~
~S. Margarethencapelle~ auf der Veste.
~S. Marthacapelle~ in der Frauenthorstrasse, schräg gegen S. Clara
über, jetzt gotteshaus der reformierten gemeinde. Nopitsch s. 106.
~S. Morizcapelle~ nördlich der Sebalderkirche; jetzt wird dort die
k. gemäldesammlung bewahrt.
~Predigerkirche und kloster~. Die kirche, die an der ecke der
Burg- und Theresienstraße stand, ist abgetragen, das kloster ist sitz
der stadtbibliothek. Nopitsch s. 27.
~S. Sebalderkirche.~
~S. Walburgiscapelle~ auf der Veste.
~Zwölfbrüderhaus~ bei den Karthäusern, von Konrad Mendel
gestiftet, am Kornmarkt (Steig). Nopitsch s. 108.
~Kopfenberg~, eine offene verbindung zwischen der Adler- und
Kaiserstraße. Über den namen s. Nopitsch s. 81.
~Kornmarkt~, jetzt Josephsplatz.
~Das neue Kornhaus~ am Nadlersgraben, an dem jetzigen Kornmarkt,
über dem alten Stadtgraben aufgeführt. vgl. Nopitsch s. 82, 83.
~Kothgaße~, parallel mit der Carolinen- und breiten Straße,
zwischen beiden, jetzt heißt sie Brunngaße. Nopitsch s. 84.
~Kramersgaße~, parallel mit der Burgstraße, jetzt Krämersgäßlein.
~Küstrichsbrücke~, aller wahrscheinlichkeit nach die Färberbrücke,
vgl. Nopitsch s. 35. Baumeisterb. bl. 159, 31.
~Lanckamers Haus~, nach der angabe in abz. s. 63 das haus L. 117
in der Kaiserstraße.
~Ledergaße, die alte~, führt vom Obstmarkt nach dem Sand, heißt
jetzt nach dem geschlechte, dem der verfaßer des baumeisterbuches
angehörte, Tucherstraße. Nopitsch s. 91.
~Ledergaße, vordere und hintere~, gaßen, die von der
Schlotfegergaße nach der Kaiserstraße zu führen.
~Lodergaße~, d. h. Tuchmachergaße, parallel mit der Jacobsstraße
nach dem Spitlerthor. Mit verunstaltung des alten names, dessen
bedeutung man nicht mehr verstand, hat man sie Lottergaße genannt.
Nopitsch s. 94.
~Luginslant~, ein thurm, der das Kornhaus flankiert, welches
1495 an der stelle der durch kauf 1427 an die stadt übergegangenen
burggräflichen burg aufgeführt wurde. Vgl. ein schulprogramm von dr
Lochner: »Von Nürmberger Raiß« gedicht Rosenplüts. Nürnb. 1849. s. 12
ff.
~Auf der Mang.~ Das Manghaus stand neben dem thurm an der
Katharinenbrücke auf der Schütt. Baumeisterb. 291, 12.
~S. Margrethenthurm~, der sog. Heidenthurm auf der Veste, in dem
sich die Margarethencapelle befindet.
~Marstall~, gegenüber S. Kathrein, noch heute so genannt und noch
reitschule. Nopitsch s. 105.
~Mehlgäßlein~ führt vom Obstmarkt nach dem Spitalplatz, heißt
jetzt nach dem meistersänger, dessen haus in dieser Straße stand,
Hans-Sachsen-Gasse.
~Milchmarkt~ jetzt ~Albrecht-Dürers-Platz~. Die statue des
künstlers von Rauch steht auf diesem platze.
~Mühlen:~
(Über die mühlen mag man abzeichen s. 86-88 und Waldau Neue Beiträge
bd. II. s. 73-86 vergleichen.)
~Almosenmühle~, führt auch heute noch diesen namen, den sie
von dem almosamte trägt, dem sie gehörte. Sie wird vom Fischbach
getrieben und liegt an der ecke der Huter- und Mühlgasse, am wege
vom Kornmarkt (Josephsplatz) nach dem Unschlittplatz. Nopitsch s. 4.
~Grolandsmühle~, jetzt ~Schwabenmühle~ in der
Kaiserstraße. Abz. s. 86, 87.
~Hadermühle~ im osten der stadt an dem linken arm der Pegnitz.
Sie heißt auch Gleismühle und Papiermühle. Vgl. die chronik Ulman
Stromers im I. band der Nürnberger chroniken s. 77 ff.
~Kathrinenmühle~, Mühle bei S. Kathrein an der Pegnitz,
unterhalb des Katharinenklosters, nach dem jetzigen besitzer die
Wissische mühle genannt.
~Krotenmühle~ an der Pegnitz, neben der Karlsbrücke, heute
nach dem besitzer Eckartsmühle genannt. Abz. s. 87. Nopitsch s. 86.
~Lömühle~ wohl unterhalb der Weidenmühle; doch kann ich eine
nähere bezeichnung nicht finden.
~Neue Mühl~ in S. Laurenzen Pfarr auf dem «Neuen Bau» auf der
Lorenzer seite (s. Neue Bau), später Dürrenmühle genannt. Nopitsch
s. 27. Abz. s. 87.
~Neue Mühl~ in S. Sebalder Pfarr, später Bayern- auch
Nägeleinsmühle genannt (Nopitsch s. 115) auf dem «Neuen Bau» auf
der Sebalder seite.
~Pfannenmühle~, später Fleischbänkenmühle, zwischen den
fleischbänken und dem Trödelmarkt. Abz. s. 87. Nopitsch s. 126
scheint hier ungenau zu sein.
~Sandmühle~ am rechten ufer des rechten Pegnitzarmes, gleich
nach dem einfluße der Pegnitz in die stadt. Nopitsch s. 143.
~Weidenmühlen~ auf beiden seiten der Pegnitz am ende der
Hallerwiese (s. dort).
~Münzhof~ bei S. Katherein muß nach baumeisterb. 188, 15 neben dem
Marstall gewesen sein.
~Münzhof~ am Obsmarkt scheint nach Baumeisterb. 192, 6 ein theil
des sog. Spitalhofes (s. dort).
~Nadlersgraben~, auch Ochsengraben. Der theil des alten
stadtgrabens, vom Kornmarkt (Steig) zum Weißen Thurm. Zum großen theil
überbaut. Die straße längs desselben heißt Nadlersgaße. Nopitsch s. 113.
~Neue Bau~ heißt nach mehreren stellen des Baumeisterbuches z. b.
122, 4. 316, 21. 190, 4, 5 u. a. der stadttheil zunächst der Pegnitz
an beiden ufern von der steinernen brücke zum Hallerthörlein und der
stadtmauer. Jetzt heißt der platz am linken ufer Unschlittplatz, der
am rechten, der doch den alten namen im volksmunde noch fortführt,
Maximiliansplatz. Vgl. Nopitsch s. 115.
~Neue Gaße~ läuft parallel mit der Tucherstraße, zwischen dieser
und der Pegnitz vom Spitalplatz zum Sand.
~Nonnengäßlein~ der obere theil des gäßchen, das vom Lorenzerplatz
nach der Schuldbrücke führt.
~Ortolfs Hof~ s. ~Kappenzipfel~.
~Paradies~, nach Nopitsch s. 122 die gegend bei der Schau, dem
steuererhebungsamt; die Schau stand, wo sich jetzt die hauptwache
befindet, an der südseite der Sebalderkirche.
~Peunt~, der Bauhof, an der stadtmauer, zwischen dem Frauen- und
dem (neuen) Marienthor. In dem später errichteten großen gebäude ist
jetzt die polytechnische schule. Nopitsch s. 124.
~Pirkhaimers Haus~ s. ~Birkhaimer~.
~Platenmarkt~, ein kleiner platz hinter der St. Morizkapelle.
~Plobenhof~, Plauenhof heißt noch heute das lange gebäude S. 823
in der Königsstraße nach dem Marktplatze zu, ursprünglich im besitze
des Großischen geschlechtes. Nopitsch s. 128.
~Plossen~, die kleine insel Schütt. Nopitsch s. 152. Jetzt ist sie
bewohnt.
~Ponersberg~, jetzt ~Paniersplatz~.
~Pruch~, jetzt Johannisgaße, rechts von der Frauenthorstraße
abzweigend. Der name, der seiner bedeutung wegen (Schindanger) den
anwohnern misfallen mochte, wurde 1579 in den jetzigen geändert. S.
Waldau neue beiträge zur gesch. d. stadt Nürnberg I bd. 1790. b. 59.
~Radbrunnen~ beim Neuen Thor, es geht noch heute eine
Radbrunnengaße von der Neuen Thorstraße rechts nach der stadtmauer zu
ab. Vgl. Nopitsch s. 133.
~Radbrunnen~ auf der Vesten, der tiefe brunnen im vorhofe der
Burg, der noch jetzt von den fremden seiner tiefe wegen besehen wird.
~Rieters~ haus an der südseite des marktplatzes.
~Rossmarkt~, jetzt Adlerstraße.
~Salzmarkt~, der platz, an dem das rathhaus steht. Nopitsch s. 142.
~Unter den Salzern~, die nordseite des marktplatzes Nopitsch s.
100-104.
~Am Sand~ heißt der platz am ufer der Pegnitz, wo heute das
militärspital steht, vor dem übergange zur Schütt.
~Säumarkt~, eine kleine insel, jetzt der berühmte Trödelmarkt.
~Bei den schiltröhren~, s. u. a. Baumeisterb. 189, 30, ohne
zweifel die jetzige Schildgaße. Über deren namen s. dagegen Nopitsch s.
52 vgl. auch s. 145.
~Der Schießgraben~, ein theil des alten stadtgrabens, geht vom
innern Lauferthor nach der Pegnitz zu. Die straße, die daran liegt,
heißt jetzt Grübelsstraße, nach dem bekannten Nürnberger volksdichter.
Man schoß hier sowohl nach der scheibe, als nach dem adler auf hoher
stange. Das letztere vergnügen wird mit vieler kunst noch heute im
«Schnepperlesgraben» vor dem Thiergärtner thore betrieben.
~Schleierthurm~ an dem ausflusse der Pegnitz, mitten im wasser
erbaut. Nopitsch s. 145.
~Schmidgasse~ vom Thiergärtnerthor nach der Burgstraße.
~Schmidts haus~, das sog. Pilatushaus, im 16 jahrhundert nach der
dort aufgestellten figur das haus zum Geharnischten Mann genannt. Abz.
s. 25. Der verfaßer der abz. kennt die besitzer, die Baumeisterb. 186,
11 aufgeführt sind, nicht. In neuerer zeit gehörte das haus dicht am
Thiergärtner thor gelegen, dem freiherrn v. Aufseß, seit einigen jahren
dem bergmeister H. Kieser.
~Schoppers haus~, darin man das heiltum weist, nach der bei des
Freyen häusern näher bezeichneten quelle ohne zweifel S. 17 am Markt.
Das haus ging nach der Winklerstraße durch.
~Der Schöne Brunnen~ am Marktplatz.
~Erhart Schürstabs haus~ kann nach der gleichen quelle, wie Freyen
und Schoppers häuser als S. 16 bezeichnet werden.
~Schustergaße~ führt von der Winkler- nach der Carlsstraße. Eine
Schustergaße auf der Lorenzer seite, von der Baumeisterb. 139, 20 die
rede ist, kann ich nicht näher bestimmen.
~Schütt~, insel, durch 2 Pegnitzarme gebildet. Nopitsch s. 152.
~Sebalderpfarrhof~ auf der nordseite der kirche. Das jetzige
gebäude ist erst 1514 erbaut. Abz. s. 34.
~Siechhaus~, Siechstadel neben dem Waßerthurm am Neuen Bau.
Nopitsch s. 162, später Weinstadel genannt.
~Söldnergaße~ zwischen der Veste und dem Paniersplatz, auch
Zöllnergaße genannt.
~Spitalkirchhof~, jetzt Spitalplatz.
~Spitalhof~ ein großes gebäude mit eingängen vom Spitalgäßlein
und vom Obstmarkt. Nopitsch s. 164. Natürlich heißt auch der hof des
spitales ebenso.
~Spitalgäßlein~ von der Museumsbrücke zum Spitalplatz.
~Spitzenberg~, ein hügel zwischen der Fischergaße und dem
Wöhrderthörlein.
~Stadtknechtsgäßlein~ der untere theil des gäßchens, das vom
Lorenzerplatz zu der Schuldbrücke fuhrt. Nopitsch s. 166.
~Stadtthore.~
~Frauenthor~ nach süden.
~Irherthörlein~ nach westen.
~Lauferthor~ nach osten.
~Neues Thor~ nach nordwest.
~Spitler Thor~ nach südwest.
~Thiergartnerthor~ nach norden.
~Wöhrderthörlein~ nach osten.
~Stege.~
~Irrer~ oder ~Irhersteg~, auch Trucken- oder Trockensteg
genannt, unmittelbar vor dem ausflusse der Pegnitz jetzt Kettensteg.
~Steg~ beim ~Leben~, der Henkersteg bei der steinernen
Brücke.
~Schleifersteg~ von dem schlachthaus nach dem Trödelmarkt.
~Am Steig~, jetzt Kornmarkt.
~Beim blauen Stern~, jetzt Sterngaße von der ehemaligen
Fleischgaße, die jetzt auch (s. oben) Sterngaße heißt, nach dem
Frauenthor zu. Nopitsch s. 43.
~Sundergey~, ~Sundergau~, so heißt eine gegend des südlichen
stadttheiles, in der das zeughaus liegt. Über den namen mag man
Langs gauen s. 184 ff. und Schmellers bayr. wörterbuch III. s. 269
vergleichen. S. auch abz. s. 21.
~Sünwelthurm~, der runde thurm auf der veste. Nopitsch s. 161.
~Tafelhof~, unmittelbar vor den mauern der stadt im Süden.
~Hinter dem Tetzel~, eine straße, die von der Theresienstraße nach
dem Egidienplatze führt, jetzt Tetzelgaße. Nopitsch s. 173.
~Thiergraben~ ein theil des stadtgrabens hinter S. Katherein.
Baumeisterb. 123, 14.
~Treyberg~ oder ~Treibberg~ hinter dem Schwabenberge.
Nopitsch s. 174.