Wir Sebaldus von gottes genaden abte des closters zu sant Egidien in

Nüremberg, sant Benedicten ordens, Bamberger bistumbs, bekennen und

thun kunt gen meniglich mit diesem brieff, das wir einen permetein

brieff mit des ersamen und weisen Jorgen Kolers anhangendem insigel

besigelt ganczen unverserten gesehen, verlesen und gehort haben.

derselbe brieff stund und lautet von wort zu worten wie hernach

geschriben stet: Ich Jorg Koler, an der zeit der fürsichtigen und

weisen meiner lieben herren und freunde des rats der stat zu Nüremberg

richter zu Werde, thue kunt mit diesem brieff, das für mich komen

in gericht Andres Stromer zu Nüremburg und clagt auf die müll und

wasserfluß zu Werd mit allen iren zugehorungen besucht und unbesucht

dorumb, wie das er einen drittail der Pegnitz des wasserfluß oberthalb

Werde haben solle an der werspitzen als dan recht und von alter

herkomen ist, und auch alsdann vor zeiten derselbe wasserfluß getailt

wer worden und im ein drittail zugetail were, das dem also sei,

so dingte er sich des an den erberen Hannsen Graser zu den zeiten

paumeister zu Nüremberg, der von rats wegen darzu gegeben worden

were, das er der eltsten manne vier dorumb verhoren solt; die derselb

Graser verhort het, den kunt und gewissen dorumb wer. solch sag er

dem rate zu Nüremberg wol erzelt het, wie und was die gesagt hetten,

der dann Jorg Haller zu Nüremberg, den die sach anrürte, und sein

gemeiner zwen darczu gestelt hetten [210^b] und der vorgenant Stromer

zwen; in derselben sag sich clerlich erfunden hab, das er ein drittail

wasserfluß haben solt. auch so het der erberg Mathes Ebner, an der

zeit spitalmeister zu Nüremberg zu dem newen spital, dem genanten

Andresen Stromer selbs zugesagt, das er dem rate zu Nüremberg zugesagt

het, das sein müllner zu Nüremberg am Sant bekentlich wer, das er ein

drittail an dem wasserfluß het. nun heten etlich müllner, die dann

vor zeiten die müll ingehabt heten, den mülen zu Werde und am Sant

zu Nüremberg, den werd an der Pegnitz, dorauf die marckung gegangen

wer, demselben werd und andere arbait mit pferden und auch sust

außgearbeit und geraumbt nach der teilung des wasserfluß, dodurch im

sein wasserfluß entzogen worden sei, das dem Graser auch wissentlich

were, das etlichen unter den vier mannen, die verhort weren, clerlich

gesagt, die das selber gethan hetten, domit der wasserfluß sein ganck

so großlich gen Werd genomen het, damit im sein drittail gemindert

worden sei und von tag zu tag so sere entzogen würd, das er des nicht

lenger geleiden mocht. dorumb so hoffet der genant Stromer zu got und

dem rechten, das sie billich ein gotliche, gleiche, bestendige taillung

mit im thun sollen nach werckleut rate, die sich auf die wasserflüsse

verstunden, also das im sein drittail der Pegnitz volge und werd, und

geschech des nicht, so müste er die müle unsern herren vom rate für

die gult ligen lassen, und was das zu pawen kostet, das solte man

billich bezallen nach anzall des wasserfluß; das alles saczt er zum

rechten und zu den werckleuten, die dann wol verstunden und westen,

was solcher dinge recht were, des kunn er on gerichtz hilf von in

nicht bekomen, daran man in beschedigt het umb tausent guldein. das

verantwort mit fursprechen der vorgenant Jorg Haller und laugent der

beschedigung und sprach, als der obgenant Andres Stromer einer teilung

meldent wer, antwort er, er het auch wol gehort, das von alter ein

rechtliche kuntschaft und teilung geschehen were, desmals schaidpfall

und werspiczen gestossen weren, und des genanten Andres Stromers anher

selig alle koste und lün der vorgenanten werspiczen allein bezalt het,

und der müllner zu Werd dorft an den kosten nichtz geben. und als er

in seiner anclag meldet, wie die vier mann, die er und sein [211^a]

gemeiner und auch der Stromer gestelt heten, durch derselbigen sag

sich clerlich erfunden het, das er ein drittail wasserfluß haben solt,

getraut der vorgenant Haller, das sich das nit erfinden solt und begert

Mangolten Ammann und Heinczen Erlbach, bede zu Werde gesessen, ir sag,

die sie gethan hetten, dorumb zu verhoren, die sie dem vorgenanten

paumeister in geschrift gesagt hetten, in derselbigen ir sag man wol

vernemen wurde, wie vor alter bede vorgenant taillung der mulberck

geschechen weren und das der fluß auf die müll gen Werd wertz zwei

teil landes halben weit und der fluß gen der schleifmül, die ieczunt

die pappirmüll haisset, der drittail des landes halben weit sein und

furpaß bei solcher teillung und weiten ewige zeit pleiben solten.

und solchen drittail der weiten der genant Stromer mer het auf den

heutigen tag nach anzal dan er. und als der ieczgenant Stromer mer

meldent wer, wie vor zeiten ein werde, dorauf die markung gegangen

wer, mit pferden außgeraumbt und gearbeit wer, sprach der vorgenant

Jorg Haller, davon weste er nichtz, dann hete im iemants die markung

zu geverde außgeraumbt, mit dem mochte er wol gefaren als recht were;

aber derselb Jorg Haller und sein sweher seliger heten das erb der müll

zu Werde mit allen rechten und wasserflüssen gekauft, des er brieff

het und begeret, die dorumb zu verhoren, und heten die also in gewere

herbracht lenger dan lands recht were, und hoffte, er solt billich

dobei pleiben. und sein sweher selig und er hetten kein endrung daran

gethan und irem fluß nichtz zu hilf geraumt; aber der vorgenant Andres

Stromer und sein gewalt hetten Cunraten Paumgartner zu Nüremberg und

dem Lorheublein zu Werd iren wisen, die do genseit der werspiczen

legen, die rangen und stock daran hingehawen und geraumbt, domit er

die weiten seins wasserfluß geweit het, also das er pei 3 schuen

weiter het dann der obgenant drittail wer, dorein im der obgenant Jorg

Haller uncz her nichtz geredt und das von gelimpfs und beschaidenhait

wegen gedult het. und als der vorbenant Stromer mer berürt umb ein

bestentige taillung des wasserfluß, sprach der genant Jorg Haller, wie

das bei funfundviertzig jaren ein rechtliche kuntschaft gescheen wer

und sechs [211^b] unverworfen manne, die sich über wasserfluß verstünden

und westen, und die dann von beden tailen der obgenanten mülberck

darzu geben weren, ein gleiche bestentige teillung der wasserfluß beder

mülberck gethan und getailt heten, als sie das auf die glübd und aid

nach kuntschaftrecht ein bestentige teilung desmals geschehen und die

wasserfluß beder mulberck getailt weren und die teilung noch weren,

als dan ein schaidpfal und werspicz gestossen ward, die noch do zu

zaichen der vorgenanten teilung in der Pegnitz verhanden stünden: und

also getrawet der genant Jorg Haller, das er kein andere teilung mit

dem vorgenanten Stromer dorumb nit thun solt, sunder das er billich

bei solcher vor berürten redlichen kuntschaft und bestentiger teillung

und werspicz und er auch bei seiner erbsgewere nach inhaltung seins

berürten kauffbriefs beleiben solle; wolle aber der genant Andres

Stromer seinen wasserfluß tieffer raumen, als dann sein anherr und

vater seliger und er auch selbs oft gethan lassen haben, des sei er

nicht werend, und wer im dorüber an seinem zuspruch nichtz schuldig.

nach clag und antwort wart ertailt, das man den vorgenannten Hannsen

Grasser dorumb verhoren solt und nach seiner sag solt gescheen was

recht were. nachdem komen die obgenannten Stromer und Haller wider fur

mich obgenanten richter in gericht. do horten zwen gesworen schopfen

dicz gerichts zu Werde den genanten Graser und nach der verhorung laut

und sag und auch nach clag und antwort, als vor berurt ist, wart die

urtail von den schopfen des gerichtz zu Werd mit gemeiner volg fur den

erberen und weisen rate der vorgenanten stat zu Nuremberg geschoben,

sie dorumb zu entschaiden, umb das die genanten Stromer und Haller bede

burger doselbst weren, und auch derselb rate der vorberürten beide

mülen recht erbherren und eigenherren weren; wolt dan derselb rate die

urtail bei im behalten, das wer in lieb, schüb aber der rat die urtail

wider fur das gericht gen Werde, so wolten sie nach rate und weishait

der erberen rats zu Nüremberg furpaß dorumb ein urtail sprechen nach

irer verstentnus und vernunften, als recht wer. nachdem wart die urtail

wider für ditz gericht gen Werd geschoben, sie auf bedeseit dorumb zu

entschaiden und urtail zu sprechen. und also nach clag, antwort und

nach der verhorung laut und sag ist ertailt: als der obgenant Andres

Stromer in seiner [212^a] clag meldt, das er ein drittail des wasserfluß

in der Pegnicz und der genant Jorg Haller zwei tail dorinn haben sol,

des im der ietzgenant Haller bekentlich ist, das es furpaß also pleiben

sol, und sollen leut doruber furen, die pew erkennen künen, und ob

pawens not wer, so sollen sie das pawen lassen. und als der genant Jorg

Haller geantwort hat, wie das des vorgenanten Andresen vorfaren solch

pew vormals von ir selbs koste und lon bezalt hetten und der müllner

zu Werd nicht, getorst dann der Haller zu got und den heiligen sweren,

das dem also sei, so wer er an solchem gepew nichtz schüldig; tette er

aber des nicht, so sol er zwei tail und der Stromer ein drittail an den

pewen bezallen. und als sie bede meldten, wie das ein weiterung mit

werden, stocken und außraumung gescheen were, der des unter ine nicht

ligen mocht lassen, welcher die weste, der mocht die mit recht anlangen

und die rechtvertigen, als recht ist. und also wart dem vorgenanten

Haller ein schub zu dem rechten gegeben. nachdem kamen sie aber auf

peder seiten wider fur gericht mit fursprechen; do bekant der genant

Haller, wie er dem vorgenanten Stromer von des artickels wegen umb den

paw nit sweren wolt. dorauf ist ertailt worden, das der ietzgenant

Stromer den ieczgenanten artickel von des pawens wegen erstanden hab,

also das der vorgenant Jorg Haller zwen pfenning und der Stromer ein

pfenning bezallen sollen, was das also furpaß an der werspiczen zu

pawen costen wirt on geverde; und besunder umb den artickel von des

wasserfluß in der Pegnicz an der werspiczen oberhalb Werd gelegen, als

vor im spruch begriffen ist, als dann urtail und recht gegeben hat, ob

sein not tet zu pawen, das man werckleut doruber furen soll etc. also

haben die obgenanten Stromer und Haller darzu gepeten den vorgenanten

erberen und weisen Hannsen Grasser, paumeister, und die ersamen meister

mit namen Weigelen, gleißmüllner. Thoman, müllner, Heincz Lang,

müllner, alle drei von Nüremberg, Cunraten Hell, müllner zu Wirczpurg,

und Friczen Praut, mulner zu Peyrstorff; sie alle solcher teillung nach

ze gen und zu thun nach gefallner urtail, und waß sie dorinn tetten und

tailten, das dann die genanten Stromer und Haller das also genczlichen

stet halten wolten an alles geverde. nun haben die vorgenanten meister

und werckleut ir ieder besunder bei seiner waren trew an aids stat

solche tailung der wasserfluß von beider [212^b] müllberck der Gleißmül

und der mül zu Werd gegeben und getailt also, das zwei tail auf die

müll gen Werd und der drittail auf die Gleißmül geen sollen, und des

zu worczeichen der vorgenanter taillung und wasserfluß mit pfelen

verzeichent und das [sie] nach vor obgemelter urtail pawen sollen,

auch ietweder tail hinter den pfelen landes halben bewaren, das kein

wasser darhinter hinweg gee, darmit sich sein wasserfluß meren mocht,

ongeverde. doch unterhalb solcher vorgenanter verpfellung und teilung

sol und mag ietweder teil sein wasserfluß raumen und fegen lassen

ongeverlichen, als vil als ein ieder seins fluß genissen wil. und das

geschach am nechsten Freitag nach sant Lorenczen tag [13 Aug.] anno

etc. im funfundvierczigisten jare. und nachdem komen die vorgenanten

Stromer und Haller wider fur gericht und paten mich obgenanten richter

zu fragen einer urtail, ob man ir iedem dieser gefalner urtail und

teilung icht wol billichen durch recht urkunde geb. dasselbe wart

in mit gemeiner volge und urtail ertailt, doch unschedlichen der

obgenanten meinen heren des rats an allen iren rechten, zinsen

und eigenschaften, die sie daran haben. des sind urtailler gewest

die ersamen manne mit namen Ulrich Mantel, Wilhelm Peyer, Hanns

Hoffman, Reinhart Kempf, Seitz Protsorg, Ott Lang und Hanns Münch.

der brieff ist geben nach Cristi gepurt vierzehenhundert und in dem

sechsundvierczigsten jare an sant Anthoni tag [17 Jan.] des heiligen

abts. und des zu waren urkunde so haben wir obgenanter Sebaldus, abt,

von vleissiger pete wegen unser abtey insigel, doch uns und unserem

nachkomen unschedlich, offenlich thun hencken an ditz vidimus, das

geben ist am sampztag nach sant Michels des heiligen erczengels tag [3

Oct.] nach Cristi unsers lieben heren gepurt vierzehenhundert und im

zweiundsibenczigisten jaren.

In dem 72 jar zu Michaelis [29 Sept.] wart in eim erberen rat verlossen

auf anprengen der clingensmid auf dem unteren hamer zu der Hadermül,

die sich beclagten, das sie ein swachen welpaum hetten und dopei in

kürcz am zins seer weren von eim erberen rat erhocht [213^a] worden,

und nochdem sie arme meister weren, vil kint und ehalten hetten und

man den auf dem anderen hamer ob in ein welpaum bezalt hette, peten

sie, in auch ein zu bestellen. so wolten sie das eissenberck, so doran

wer auch künftiglichen dorpei lossen, so sie abzügen, als sich die

anderen meister des oberen hamers des dann auch hetten begeben, dann

sie mochten sust die zapfen [und] ring von dem welpaum nemen noch laut

der zettel zwischen in und der Stromerin erstlich außgangen. dorauf

sach ein erber rat ir pet und vermügen also an und befalch mir, in

ein welpaum zu bestellen und zu bezallen, den ich bestelt vom Herman,

müller von Viczenczenprun, und kost herein piß anf die hoffstat

uneingelegt pei 55 pfunt alt. der welpaum was lanck 24 schuch und dick

pei 3 schuen. item die meister zu dem hamer heissen Dietz Löbenschrot,

Jacob Wienig, Thoman Heydinger, Nickloss Swingsherlein, Heincz

Klingennagel, Fridel Leyter und Peter Hedler.

Anno 1472.

In dem 72 jar am sampztag nach Martini [14 Nov.] ließ ich dem Gabler

in der Wechsel pei dem schün prunnen sein heimlich gemach raumen,

nochdem im das an der roren im keller durchprach und außging, des der

Gürtler noch kein nachtmeister nie gedacht zu raumen, oder wo man das

ie hett geraumpt. also ließ ich unter der Wechsel im keller ein loch

in die roren prechen, dordurch die nachtmeister pei 40 schaffen heraus

prochten die ersten nacht. dornoch ließ ich vor der roren im keller

durch den estrich untersich prechen, do vant man ein grosse schalen

von Kornperckstein unter dem estrich, und als man die erhub, fant man

ein halb gerundt mawerberg geleich eim prunnen, das als voll was von

unlust, dorauß man die andern nacht pracht pei 320 schaffen; darvon

gab ich ie von 2 schaffen drei haller. also raumpten sie das pei eim

man thieff unter dem estrich, also das sie im lautteren wasser stunden

piß an das knie, und als die nachtmeister sagten so weren sie auf dem

rechten grunt gewest, und waß sie von wasser herauß schopften, so

lieff albeg sovil wider zu, das dasselb wasser in einer hoch beleib;

do liessen sie davon. [213^b] und der kast des dings ist ein alter prun

und unten seer weit in ein geründt gemaurt und oben eingezogen. also

hab ich dieselben Kornperck schalen wieder daruber legen lassen, und

die roren des prunnen hocher erbeben, also das die schall dorauf am tag

und geleich dem estrich im keller gelegt ist. dorpei man künftiglich

eigentlich sicht, das man dasselb gemach doselbst raumen mag.

Am ertag vor sant Elspeten tag [17 Nov.] im 72 jar hat Wilhelm

Löffelholcz und ich von befelhnus eins erberen ratz verkauft Sigmunt

Peßler und Katerein seiner elichen wirtin, die er iecunt hat, ir peder

lebtag auß und nit lenger die behausung und hoffreit vor Frawentor

pei der Hadermüll an der Pegnicz gelegen mitsampt dem garten und

wissflecklein dopei und auch dem wisslein jenset der Pegnicz gelegen,

des alles pei 2 tagwerck, und als im das alles außgezeigt und vermarckt

ist, mit allen und ieden iren nuczen und rechten, nichtz außgenomen,

gleicher weis und in aller der moß als ein erber rat das innen gehabt,

gepraucht und herprocht hot, ungeverlich etc. umb 70 guldein reinisch.

das als mugen sie prauchen, inhaben und niessen als ander ire güter,

doch das sie das in zimlichen paw und wessen ir lebtag auß halten

sullen. des hat im ein erber rat ein brieff geben mit dem secret

anhangenden sigel, der dann ist gereigisterirt in das statpuch a fol.

215. der meinung geleich hot er wieder ein refers geben unter sein auch

Jobst Teczels und Jeronimus Hallers anhangenden sigelen, des datum stet

am sampztag noch sant Elspeten tag [28 Nov.] im 72. jar; und derselb

ist mit den 70 guldein rein. in die losungstuben kumen.

Es ist zu wissen, das Hanns Folckmer als ein pfleger zu sant Marta auf

vil freüntlichs ersuchen und füerpittens, so der Gürtler an in gelegt

hat von [214^a] eins heimlichen gemachs wegen, im das zu vergunnen auß

seinem haus in sant Marta garten graben zu lassen etc. darauf Hanns

Folkamer angesehen hat, das ein erber rat trupf und liecht vor auß der

Peunt in denselben sant Marta garten hatt, und verwilligt ein grüblein,

das dan unter der erden vier schuch weit und vier schuch preit, auch

pei 7 schuchen hoch und mit Kornperckstein gewelbt, auch darauf eins

schuchs dick erden geschut, also das nichtz an dem tag ist dann ein

gemaurte roren, dorinnen ein stull unten in des Gürtlers haus gericht

ist, doch also das man künftiglich dasselb gemach nicht durch sant

Marta garten, sunder durch des Gürtlers haus außraumen und furen soll.

das alles ich von der stat wegen dem Gürtler und andern künftiglichen

in demselben haus wonhaft zu gut hab machen lassen etc. das geschehen

ist zu sant Katerein tag [25 Nov.] im 72. jar.

Anno 1473.

Auf mitwoch nach sant Paulus tag bekerung [27 Jan.] im 73 jar in herr

Jobst Hallers und Anthoni Holtzschuchers frog wart vergunt auf fürpet

des wirdigen herrn des probstz zu Newnkirchen und anderen umbsessen

der lantschaft do umb, ein steinen prücklein uber die Swobach machen

zu lossen auf iren kost zwischen Newnkirchen und Dormencz. und dorzu

vergunt man in stein auf des reichs poden noch rat des amptmans am

wald zu prechen, auch vergunt man in darzu zu pettelen vor under

lieben frawen cappelen und doch das alleß also zu machen auf eins ratz

abschaffen, wen ein erber rat wolt, das sie dann dieselben pruck wider

abprechen solten.

Am ertag nach sant Pangraczen tag [18 Mai] in dem 73 jar wart in einem

erberen rat verlossen in Jobst Hallers frog und mir bevolhen zu sagen,

das [214^b] ich dan thet dornoch am eritag vor sant Erasmus tag [1

Juni], und sagt dem Groper, hantseger auf der Schüt, auch dem seger am

wasser zu Wert und dem seger zu der Weidenmüll, auch der stat seger auf

dem Newenpawe, wie das in ein erber rat allen sagen und verpieten ließ,

hinfür kein linten mer zu schneiden, pei der puß 1 pfunt novi, un laub

eins erberen ratz. und ich gab in dorzu frist, das solch verpot angeen

solt auf pfingsten dornoch schierst; das was a die 6 zungio im 73 jar.

Es ist zu wißen, das sich Endres Tucher, die zeit der stat paumeister,

an stat und von wegen eins erberen rats hie zu Nüremberg vereint und

vertragen hat mit Thoman, Eberbart und Paulus den mülnern, gepruderen,

Thoman mülners seligen sünen in der newen müll auf dem Newenpawe in

sant Laurenczen pfar, und das segrat, doselbst unten an derselben iren

müll gelegen, von inne zu der stat notturft bestanden, mitsampt allem

gezeug dorzu gehorend, funf jar lang, und sol domit kunftiglichen

antretten zu aller heiligen tag im dreuundsibiczigsten jare, und ine

alle jar davon geben allwegen zu aller heiligen tag zweinczig guldein

reinisch. und doruff so hat ine der benant Endres Tucher von gemeiner

stat gelt par und vor daruff hinauß gelihen hundert guldein reinisch,

derselben kunftiglichen alle jar zwainczig guldein fur den zins daran

abgeen sollen, als lang, piß dieselben hundert guldein reinisch bezalt

werden etc. auch ist beredt worden, was in den künftigen funf jaren

gepruchs im grunt oder ob dem wasser an der hutten, darunder die segen

stet, gesche, das alles sullen die benanten muller machen lassen on

der stat kost und schaden; was aber schadens an dem segrat, welpaum,

kamprat, wagen, stroß, schragen oder gatter, darein das segeplat

gespant ist, gesche, das sol ein paumeister machen lassen, und darzu

das segrat mit schaufelen und panten die zeit der funf jar versehen on

der müller kost. und was auch von den [215^a] segpaumen spen gehawen

und rinten geschelt wirt in der zeit, die sullen des müllners sein; waß

aber von segspen dovon gefallen und werden, die sollen des segers sein.

wenn dann die funf jar also vergangen und auß sein, so soll ine ein

paumeister den obgenanten mülleren und iren erben dasselb segrat und

segmül wider ledig sagen und dopei lassen, was in der zeit und jaren

daran gemacht worden wer, mitsampt einem segplat, zangen, hebeisen,

wenthacken und allem gezeug und in aller der maß, als man das von

den mülneren bestanden hat, alles ungeverlich. und ob die mülner in

denselben jaren ichts zu schneiden hetten, das sol in ein paumaister

schneiden lassen umb ein zimlichen pfenning als anderen leuten

ungeverlichen. des alles die obgenanten müller fur sich und ir erben in

des gerichtz briefbuch an dem hundert und zwaiundviertzigisten plat auf

ertag nach sant Margreten tag [6 Juli] vor Johannes Tuchscherer also

bekant haben. auch sein dieser außgeschnitten geleich lauttender zettel

zwu gemacht, der eine der stat paumeister, die anderen die obgenanten

müllner haben.

Nochdem der Cuncz Preuß, müller, iecunt zu der Weidenmüll in sant

Laurenczen pfar gesessen, mich als der stat paumeister etwen oft hot

angeloffen und geren gesehen het, das ich von gemeiner stat wegen das

wer und tham, das do get zwischen der Pegnicz und vor der deutschen

heren wissen herumb unterhalb der prucken, die vor zeiten doselbst

hinuber gangen ist, auch pesseren het lossen und gesagt, ich sei des

schuldig, und eß haben die deutschen heren des brieff. und wiewol ich

auf dem rothaus in pucheren auch in der losungstuben brieff uber die

Weidenmüll gesucht und gehort hab, so hab ich doch nindert finden

künnen, weder das ich oder iemant anders das schuldig oder nit schuldig

zu machen sei, anders dan, das ich von her Hannsen Koller seligen,

auch dem Gürtler albeg gehort hab, wie eß von alter heer kommen sei,

als in eim artickel dan stet voren in dem puch a folio 183 [215^b], das

man dann mit der gewer also heer procht hot, des ich mich dan also

pießheer gehalten hab. iedoch hab ich mit dem Tryßler im deutschen

haus gerett auf anzeigen des müllers, das er mir zu lieb ir pücher,

brieff und reigister derhalb ubersehen hot und dorauß mir ein zettelein

geben, waß er in iren brieffen derhalben find und anders nit. das stet

hernoch geschriben und laut also: eß sol auch derselb müller den weg

auf dem werc seins farens halben wessenlichen und unprechenhaft halten

oder süst mit der pesserung und pawen desselben wers sol er nichtz zu

schicken noch zu thun haben.

Anno 1473.

Nochdem in dem 73 jar die schiltroren unter der vesten ser wenig

wassers und herr Jobst Teczel geren mer wassers do gehabt hett, wart

dorvon gerotschlagt, unter dem vels oben von dem samenkasten und

eingang, do sich dann die hulczen rören anfochen oben unter der vesten

vor des alten trotzihers haus von demselben sammenkasten hinter sich

zu graben im fels zu und an den prunnen unter alt Nüremberg. das dann

herr Jobst Teczel bestelt durch den Rorenheintzen, Perchtolt Tucher,

Bernhart Walther und Jobst Schreiner, und abwegen ließ und doran hohen

und wassers genug fant; und man verdingt das 2 steinmeczen, die sust

2 gesellen zu in namen, den gab man von befelnus eins erbern rats, ie

von 6 statschuchen lanck, 7 statschuchen hoch, 3-1/2 statschuchen weit

albeg 8 pfunt alt fur kost und lun, auch die erden herauß zu tragen und

fur liecht, in den vels ein ganck gegen dem prunen unter alt Nüremberg

zu prechen. dorein sie prachen ob 37 klofter lanck in 15 wochen alles

noch rat und anweisung Bernhart Walthers und eins instrumentz, das

der Jobst, schreiner, macht auf furgeben des Bernhartz, dordurch

die gesellen snuerrechtz an und auf den prunen unter alt Nüremberg

kumen. aber des wassers was am zufluß nit als vil im prunen unter alt

Nüremberg, als man sich des [216^a] im anfang versach. dann eß ist groß

dorauf gangen und kost mit 97 pfunt alt 18 pfenning, die Peter Nuczel

etliche vergangen jar heer dar gelihen het, die ich im auch wider gab

von befelnus eins erberen rats. und das sust überall dorauf gangen ist

das als macht pei 149 pfunt novi, doran die nachperschaft ir anzal

geben solten, und vorauß die, die das uberig und verloren wasser der

schiltroren geren heim furten, als herr Jobst Teczel oder die herren

von predigern oder wem eß ein erber rat dann gunt, dann das gelt stet

gemeiner stat noch also aussen.

Im 73 jar zu sant Michels tag [29 Sept.] hot man pei dem Werder türlein

an der statmawer fewerhocken und leitteren aufgehangen, die vor nit

gewest sein; das ist geschehen auf begerung und anprengen der nachperen

dopei gesessen.

Item im 73 jar zu sant Anthoni tag [17 Jan.] wart des Pemers, richters,

gemach auf der vesten geraumpt 1-1/2 nacht und ie von 2 schefflein 3

haller geben, kost mit allen dingen 18 pfunt alt 5 pfenning. das raumpt

man vor dem haus oberhalb des unteren prucktors, do pricht man durch

die mawer.

Item im 73 jar zu sant Gerdrauten tag [17 März] wart das gemach im

tuchhaus geraumpt und ie von 10 schefflein 6 pfenning geben, kost 11

pfunt alt 6 pfenning.

Im 73 jar in der palmwochen [11-18 Apr.] wart das gemach pei dem

weissen turen geraumpt und von 2 schefflein 3 haller geben, das kost 24

pfunt alt.

[216^b] Im 73 jar zu sant Ambrosius tag [4 Apr.] wart das gemach im

marstal geraumpt und ie von 1 schefflein 1 haller geben, slechtz

doselbst in die Pegnicz zu schüten, und hot gekost 7 pfunt alt 12

pfenning.

Anno 1474.

Im 74 jar zu sant Gregorgen tag [12 März] wart das gemach auf der Peunt

2-1/2 nacht geraumpt, von 3 schefflein 5 haller, kost 24 pfunt alt

minder 4 pfenning mit allen dingen.

Im 74 jar in der palmwochen [3-10 Apr.] wart des Feuchters gemach

geraumpt durch des hausknechtz keller und ie von 1 schaff 1 pfenning

geben; hot gekost mit allen dingen 16 pfunt alt 11 pfenning.

Ich Francz Schlais bekenn offenlich mit diesem brieff, das ich mich zu

den fursichtigen erberen und weisen bürgermaisteren und rate der stat

Neuremberg meinen lieben heren verpunten, verpflicht und versprochen

han, also das ich ine die nechstkomenden funf jar nach dato dits briefs

trewlichen dienen sol und wil iren fromen und nucz furderen und iren

schaden warnen und fürkomen nach meinem pesten vermügen, auch der

stat zeugmaisteren, paumeister und obersten anschicker was ich von

inne oder anderen von eins erberen rate wegen gehaissen und mir zu

thun bevolhen wirt, dem allen sol und wil ich trewlich on widerrede

vervolgen und fleissiglich thun und nachkomen. und umb solchen meinen

dinst sollen mir die genanten mein heren nichtz anders schuldig noch

pflichtig sein dan iedes derselben funf jar zechen guldein reinisch

longelts und vierzehen guldein für cost. doch mügen mir die genanten

mein heren solichen meinen dinste, wo ich ine nit fugsam oder gefellig

wer, absagen, wen und zu welcher zeit sie wollen, des ich mich [217^a]

auch, so das beschicht, benugen und halten wil. und das ich solichs

alles wie vor stet trewlich halten, thun und volziehen wil, des hab ich

den genanten meinen heren mit trewen gelobt und zu got und den heiligen

gesworen. des zu urkunt gib ich diesen brieff meiner aigen hantschrift

und dorzu mit fleiß gepeten die erberen Sebolt Bemer, statrichter, und

Wilhelm Rumel den elteren, burger zu Nüremberg, das sie ire insigel fur

mich an den brieff gehangen haben. des wir ieczgenant Bemer und Rumel

also bekenen, doch uns und unseren erben on schaden. geben am freitag

vor sant Laurenczen tag [5 Aug.] noch Crists gepurt vierczehenhundert

und in dem vierundsibenczigisten jar.

Nochdem Cuncz Kamerer im 74 jar umb aller heiligen tag das eckhaus

unter der vesten, do auf ein zeit der Ruger, messingslaher, innen saß

und des Kamerers ist, der das vernewen und dorinnen pawen wolt, als er

dan tet; stet heraussen vor dem selben haus ein hütlein, dorunter in

den perck ein lochlein ist, dorein man ie ein 6 oder 8 korb kolen hot

mügen schüten, das er auch die zeit vernewen wolt. also wolt ich im des

nit gestaten und hielcz dorfür, eß gehort zu der gemein und wer vor

jaren also eingefangen und veraltet worden, des eß also vor seinem haus

stunt, auch das sein hausbrieff davon auch nichtz innen hielt. procht

ich das an ein erberen rat; dorzu wart beschieden Jeronimus Kreß, mit

dem solt ich geen das paß zu besichtigen und des Kamerers gerechtikeit

horen. also fant wir das hütlein 9 schuch weit, 13 schuch lanck und

kein brieff noch urkund dan das dopei vil leut des hütleins lang also

gedochten do zu sten, das wir eim erberen rat also wider zu wissen

teten. dorauf het ein rat dem Kamerer das also zugeben zu vernewen und

nit weitter noch lenger einzufohen und machen dan wie eß iecunt ist,

und also, das sich der Kamerer mit uns dorümb vertrag und gemeiner stat

dorfur etwaß geb; des gab er mir 2 guldein reinisch an golt. und auf

das, das künftiglichen des kein irrung mer besche, so hab wir pede dem

Kamerer das also vor Johanns Tuchscherer, [217^b] gerichtschreiber,

bekent und angesagt von ratz wegen; des wil der Kamerer ein brieff

nemen. ist geschehen im 75 jar am montag vor sant Paulus tag [26 Juni].

Anno 1474.

Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg · 第 27 / 35 段