[168^b] Wenn das ist, das die Begnitz über freust und das eis unter den

schoßgattern also dick ist, das man auf dem eis zu den gattern gen mag,

so sol der stat paumeister bestellen, das man das eis furderlich auf

haw pei den schoßgattern inwendig und außwendig der gattern oben und

unden am wasser auf ieder seitten sechs oder siben schuch weit, also

das niemant zu den gattern komen mag. das thun der stat zimmergesellen,

darzu leihet man ire eispeihel, wenn sein not ist; die hab ich darzu

gepraucht.

Der stat paumeister soll alle jar umb weiennachten oder wenn die snehe

anfallen geflissen sein und bestellen, das er von eines erberen ratz

wegen schreiben loß den von Lauff und Herßpruck und sie pitten, ob sach

wer, das ein gereigen in den snee oder der snee sust jehling abgieng,

dardurch die wasser an luffen oder ein güß wurde, das [sie] dann das,

so sie erst mochten, her einem erbergen rat schreiben oder zu wissen

thun wolten, darumb ein rat hie gern das pottenlon außrichten woll,

es seien reittent oder geende potten etc. solich brief mag der stat

paumeister alle wochen pei iren pecken hinauß senden, das er kein

potten darzu verlonen darf und on kost zu geet.

Kumpt dann also von Lauffe oder Herßpruck pottschaft her, das ein güß

oder wasser komen soll, so soll der stat paumeister, so pald er des

gewar wirt, das furderlich zu wissen thun in alle müll den müllnern das

sie aufraumen, auch den, die der schoßgatter warten oben und unden am

wasser, das sie auch darauf ir aufsehen haben, die gatter darnach zu

heben etc. auch ob der stat paumeister von holtz, prettern oder anderm

holtz auf der Schut oder auf dem Newenpawe oder sust irgen am wasser

ligent hett, das er darzu schick, das das aufgeraumpt oder behempt

werd, darmit nit schad geschee. wenn dann das wasser also kumpt, so

soll der stat paumeister zu den prucken in der stat am wasser zusehen

und darob sein, das die meister zimmerwercks und steinmetzen mit iren

gesellen auf den prucken sein, die dann darauf von der stat [169^a]

paumeister beschiden sein, und das sie weren do und durch leitten, was

von holtz oder eisschelln auf dem wasser zu in zufleust, so sie pest

mugen, das sich nichtz an die prucken lege.

Der stat paumeister soll alle jar umb sant Merteins tag [11 Nov.] oder

wenn die kelt an geet, so es will gefriesen, zwen oder drei tagloner

mit hawen und schauffeln senden und bestellen, das sie allenthalben

gerings umb die stat inwendigs an der statmeur alle thürlein und thore,

die in die zwinger gen, raumen, das nichtz darvor lig oder geschut

sei, das do gefriesen und dardurch man die nit auf gethun mocht. auch

desgleichen sullen die raumen alle rinnen und einflü, dieß auß der

stat und durch die zwinger und vorwerck in den statgraben gen, also

das nichtz darinnen gefries, und wo jehling ein leunen oder weichs

wetter an viell, das dann das wasser furderlich durchauß gelauffen mug,

dann die einfluß derselben rinnen ettlich gar eng sein, und ein großen

unlust machet, wo das wasser nit außkomen mag.

Wenn also ein snee anfellt, der dann dick ist und sich richt in leun

und abgeen will, so soll der stat paumeister furderlichen schicken auf

ieder seitten der hochen statmaur, wo die nit gedeckt oder überzimmert

ist, zwen taglöner mit schauffeln und pesen, das die den snee

herabwerfen und keren, dann derselb snee, wo der also versmeltzen soll

auf der meur, thut der meur gar wee und hat die maur an ettlichen enden

gar sere erweicht und beschedigt, als man woll sicht.

Geflissen soll der stat paumeister sein, wenn der snee also leit und

abgeen will, das er fürderlich schick auf die rinnen auf der wag nach

neben dem rathaus in des Holpers [169^b] haus und zu der rinnen auf dem

weithaus und dem alten fleischhaus, darzu man dann hat eigen schauffel,

darmit man den snee herab werf und die rinnen raum, wann zu zeitten

schaden darvon komen dem gemeur, dem zimmer und sust in heusern, das

man auch leut darzu schick, die der dach schonen, das sie nit schaden

thun an preisen und damit wissen umb zu geen, des ist not.

Ein stat paumeister soll den nechsten tag vor sant Katherein [23 Nov.]

abent bestellen, das das pflaster geraumpt und das kot und mist davon

dann gefürt werd von sant Katherein prucken und also durch das thor fur

den marstall und prunnen, auch durch das ander thore, darauf der Knopf

sitzet, von des folcks wegen, das zu sant Katherein geet; wann sust gar

ein grosser unlust do würd, wo mans nit raumpt, es gefrür dann als gar

sere.

Mer desgleichen sol der stat paumeister geflissen sein, das er zu

weiennachten, vassnacht, zu dem heiligtum, zu ostern, pfingsten, sant

Sebolts tag [19 Aug.], oder wo vill herschaft herkomen sollt oder sust

im jare, wenn sein als gar not wer, von der apotheken pei den predigern

und also fur das rathaus piß fur den schön prunnen, auch pei den trögen

vor den kandelgiessern und hinter dem rathaus und sust nirgen weitter,

das pflaster lassen raumen und aufschoren und dasselb kot und mist dann

auß füren lassen oder das iemant geben, der des bedorft in einem garten

oder wisen etc. also das ers vorderlich außfurt. das solten thun vier

der elsten tagloner in anderhalben oder zweien tagen, darnach und sein

not oder unsauber ist.

[170^a] Item und darumb geben die herren in der losungstuben in

sunderheit alle jar zu sant Michels tag [29 Sept.] der stat tagloner

einem, der dann von einem paumeister darzu bescheiden wirt, vier pfunt

alt trinckgeltz, das derselb doran gemant sei und das pflaster raum

vor dem rathaus, wenn sein not ist, doch alle wege mit wissen eines

paumeisters.

Auf dem Marckt bedarf man nichtz raumen, dann der new spital soll den

raumen und sauber halten zwischen den saltzern und dem Rietter, und von

der rinnen, die hinden und voren fur das rathaus hinab geet. das steet

dem spital zu, dann der strewet über jare mist darauf; dann wo sie aber

den mist zu lang ligen liessen und nit auf slugen auf hauffen oder die

hauffen nit furderlich außfurten, so soll der stat paumeister zu dem

spitalmeister darumb schicken oder dem pfenter darumb zusprechen, der

dann sust sein aufsehen darauf haben soll seines ampts halben.

Zu zeitten wo herschaft hie were oder von burgern iemant were, die

stechen oder rennen wolten und die pann mit mist wolten bestrewet

haben, das soll der new spital thun; und das bestellt der leb und geet

der stat paumeister nit an.

Wo man aber die pann mit sant bestrewet wolt haben, oder schrancken

do aufgericht wolt haben, wenn dann der stat paumeister das von

einem erbergen rat oder burgermeister geheissen wirt, so soll er

das bestellen mit der stat pflasterern, taglönern, und den ettlich

zimmergesellen zugeben. solich schrancken und stuck ligen im zwinger

vor dem Frawenthore als man hinauß geet [170^b] auf die rechten hant

unter einer hütten.

Mit dem sant die pane zu schütten soll der stat paumeister senden den

schutmeister und mit im einen pütel zu allen kernern, die teglich hie

auf dem pflaster faren, und soll den lassen gepietten und ine ein

zeitte setzen, wenn und wo hin sie komen süllen mit iren kern und

pferden; und welicher kein schutkaren hat, dem sol man einen von der

stat wegen leihen. und wo es als nöttig were, sollt er stat paumeister

sust wagenpfert auch aufmietten und den leihen wegen und kerrn, und

die tagloner alle darzu schicken, darmit man sie fürderlich lüdt

mit sant. solichen kernern hab ich ie auf ein pfert geben einen tag

achtundzweintzig pfenning, wo sie einen gantzen tag gefaren sein.

denselben sant hab ich ie lassen nemen auf der plossen in der Begnitz

zwischen den zweien stegen, als man von der Schüt hinüber geen will

gegen dem Schießgraben. ich hab die pan mit viertzehen pferden in

funf stunden, nachdem die herren das so eilentz haben wolten und spot

sagten, schutten lassen, und gab ir einem neuntzehen pfenning mit

einem pferde, die auch furen in dem sibenundsechtzigsten jare zu sant

Margarethen tag [13 Juli] etc. einer zweren hent dick mit sant und pei

vierundzweintzig schuen weit überzwerch.

So soll der stat paumeister allewege der fursten marschalck oder

hoffmeister, wo die hie weren, oder ander, die der ding zu thun haben,

rennen oder stechen wollen etc. fragen, wie weitte sie die pann

verschranckt oder geschut wollen haben.

Darnach soll der stat paumeister den Marckt mit dem sant wider auf

hauffen slahen und außfuren lassen, das geet den spital nichtz an.

[171^a] Bestellen soll der stat paumeister mit den zollnern unter den

thorn, das sie niemant keinen mist lassen strewen in die vorwerck, wann

man slecht den auf auf hauffen und lest dann dieselben hauffen lang

oft ligen, und die hauffen irren dann am riett auß und ein zu füren.

auch lest man zu zeitten pei nacht leut auß und ein, die über solich

hauffen fallen; darzu ist es ein unlust, wo die vorwercke nit sauber

gehalten werden. wo aber iemant einstrewet mit gewalt, als man vill

dretziger leut vindet, so soll der paumeister den spital lassen den

mist hinfuren, oder aber den in den statgraben werfen, und den domit zu

tüngen; das kompt den fündelkindern zu nutz.

Ein stat paumeister soll die vorwerck und sunderlichen unter den thoren

allenthalben, unter den inneren und eusseren thoren, auch auf denselben

prucken, wenn sein not ist, raumen und schoren und außfüren lassen,

dann des sere not thut, wann die thorsperrer das sere anten, wenn es so

tieff unter den thorn ist, wiewol die zolner unter iedem thore ir ieder

ein hawen, ein schauffel und ein kratzen hat, die der stat sein, damit

sie die thore und prucken zu zeitten raumen und schoren solten, das sie

aber selten thun und lieber ir arbeit warten.

In acht soll haben der stat paumeister, das man kein misthauffen

inwendig der stat so nohent füre oder unter die thore aufslach, der

geirren mocht an dem reidden, auß und ein zu faren, als dann vill

geschicht; wo er des gewar wirt, das er dann das dem pfenter oder leben

sagt, das sie bestellen darzu [zu] raumen oder die spitalwegen darzu

zu stellen. dieselben wegen im spital zu zeitten auch laß in solchen

dingen sein und verdienen inen nit gern undanck; so soll der stat

paumeister den mist selber in graben lassen werfen, als ich dann oft

getan habe.

[171^b] Zu zeitten soll der stat paumeister raumen lassen das pötzech

und erden, das durch die eusseren prucken in die greben fellt, wo er

nit darzu leut hat, die des in gerten oder zu paumen sust begeren

selber auß zu füren, als des dann herr Niclas Muffel vill hatt lassen

auß furen etc. so soll der stat paumeister das selber lassen in dem

statgraben und den graben darmit, so er dünst mag, überziehen und den

darmit zu tüngen; doch das solichs geschee in einem herbst oder vor

mitvasten.

Auch das grass und die weide in den statgreben allenthalben umb die

stat die niessen die zwei fündelheuser mit irem viech und lassen das

auch an ettlichen enden mehen, außgenomen vor dem Frawenthore piß hinab

an das wasser gegen dem weier im graben hinter sant Katherein, darinnen

die hirschen sein; desselben graben geneust der Gürtler eins teils nach

altem herkomen. wenn sie dann also darinnen mehen oder dorein treiben

wollen, so lest in der stat paumeister den Gürtler aufsperren.

Das grass und weide in den zwingern umb die stat das hat an ettlichen

enden auch die zwai fündel mit gunst der vierteilmeister derselben

vierteil; so haben ettlich vierteilmeister selber kü, die dann solich

weide und grass selber prauchen oder anderen iren guten freunden vor

der fündel vergunnen.

So hat der stat paumeister zu den greben und zu den zwingern allen

umb die stat allenthalben auch slussel, der ein paumeister nit

geratten mag, wann mancherlai not zu zeitten ist zu machen, auß und

ein zu füren. so haben die zeugmeister auch die vierteilmeister dan

verdriessen, das man ir schlussel do holt, so ist einer zu zeitten

nit doheimen, [172^a] also das ie saumnus geschicht; darumb hat ein

paumeister die slussel.

Ein stat paumeister soll mit den vierteilmeistern, die thuren haben zu

sperren, darauf thürner sein, bestellen, das sie darob sein, wenn sie

irer thürner einem urlaub geben oder einen anderen aufnemen wollen,

das dann ein ieder vierteilmeister sein knecht darzu schick, wenn einer

außzeucht, das derselb knecht darob sei, das die thurner nit außprechen

und hin füren das ir nit ist; dann es geschicht vill, wenn ein newer

thürner auf zeucht, so gepricht im penck, leden, fenster, slüssel und

anders etc. das der, der vor im gewest ist, hin hat, als sie sagen, das

man dann anders machen und flicken muß, des sust nit geschee, wo die

vierteilmeister mit iren knechten das bestellen, wie oben steet, auf

den hochen thurnen und in iren herbergen herniden, darinnen ire weiber

sein.

Mer soll der stat paumeister mit den vierteilmeistern bestellen, das

kein thurner kein holtz hack auf dem thuren, dann sie derschellen

die thurn und gewelb, auch so zuhawen sie die geswelle unter den

thüren etc. wenn aber ir einer holtz zu hawen hat, so soll in der

vierteilmeister herab lassen ein halben oder gantzen tag, das er das

holtz hawe und dann das also gehawen auf den thuren ziech.

Auch soll man keinen thurner, den man dann gewonlichen und pillich

zugseil oder glockelseil schuldig ist zu geben etc. nichtz geben, es

preng oder schick ir einer dann vor das alt seil auf die Peunt, das man

sech wie das sei, ob ir einer eins anderen nottorftig ist oder nit.

nach demselben alten seil soll der schaffer dann ir einem derselben

größ und dieselben leng eins newen seils geben, und das alt seil soll

man auf der Peunt behalten, das vindt dann auch zu zeitten sein statt.

so geet ein glockelseil, noch dem sie am wetter hangen, pei [172^b]

zweien jaren, oft lenger; aber die zugseil geen funf, sechs, acht jare,

darnach und sie ir auch schon und mit umbgeen.

Die drummetten, die die thürner haben auf den thurnen allenthalben,

die geben ine die losunger, auch was sie pruchs doran haben, das lest

in der hausknecht machen und pesseren von bevelhnus der losunger. auch

bezallen die losunger der stat pfeuffer und drummeter ir pfeuffen,

drummetten und paner. mit den dingen allen hat der stat paumeister

nichtz zu thun.

In guter acht soll ein stat paumeister auch haben und in sunderheit zu

dem newen rat, wo dann mer enderung dan sust im jare gescheen, also ob

das were, das man ander vierteilmeister, fewermeister, thorsperrer oder

ander, die eimer hetten, abwechseln wurd oder sust im jare abgiengen,

das man den newen dan solch eimer und sprutzen, so ir ieder haben soll,

von den alten neme und die den newen heim trug, also das kein saumnus

geschee und ein ieder das sein habe.

So soll der stat paumeister mit dem pfenter und in sunderheit mit dem

leben bestellen, das man den schön prunnen zu dem newen jar auch zu dem

heiligtumb noch sust im jare mit kremen nit versetzen loß, sunder das

der prunn frei stee, das man gerings umb allenthalben darzu und davon

mit wasser komen müg; des ist ein nottorft und auch ein zire.

[173^a] Es hat ettwen ein paumeister dem leben geben alle jar acht

pfunt alt, das er des schön prunnen gewart hat mit versetzen der krem

und waschen, das do pei geschicht; auch wenn man stach, das niemant

dorein stige oder sich an die gitter hieng. aber nachdem und der leb

laß in denselben dingen gewest ist, hat man das lassen abgeen, also das

ich nie keinem nichtz geben hab, dieweil ich paumeister gewest pin. wol

hab ich ir einem zu dem newen jare zwen oder drei gross geben auf das,

wo ich sein im jare bedarf zu der stat nottorft, das er dester williger

sei.

Wenn das ist, das man stechen oder rennen will am Marckt, es sein

purger oder gest, so soll der stat paumeister bestellen und der

Gürtler, oder wo er der muß nit hett, den Rorenheintzen oder sust

iemant in den prunnen stellen mit einer sprutzen, der den leuten were,

das die nit in den prunnen steigen oder sich an die gitter hencken,

dann man schaden doran thut.

So soll ein paumeister mit dem pfenter und leben bestellen, das man

kein kremer auf der langen verdeckten prucken loß kreme auf machen,

sunder das die pruck frei gehalten werd; und in sunderheit des winters

das man kein kolln noch fewer in scherben oder hefen den kremern darauf

gestat noch verhenge, darmit der pruck nit schaden geschee, wann sie

auf ein zeit ist prinnet worden solcher ding halben.

[174^b] Man hat voren am rathaus neben der Slusselfelderin krome dreu

eissen in die maur gemacht: das ein eissen ist die leng von der ellen

der stat hie, das ander und das lenger under den dreien eissen ist auch

die leng eins quaders, das dritt ist die größ noch der prait und nach

der leng eins gewelb zigelsteins.

Bestellen soll auch ein paumeister mit den pflasterern, das man auf

sambstag nach dem heiligtumb den Vischmarckt außzwick mit klein

tachschermen oder zwickstein und mit sant außfüll und beschütt, wann

die vischer die gantze vasten das pflaster gar sere außspüllen mit

iren vischen zu verkauffen, das dann vast wert nach ostern piß zu dem

heiligthum ungeverlich. und des gleichen sullen die pflasterer umb den

schön prunnen auch außzwicken auf die zeit, wo sein nott ist.

[175^a] Es hat auch der Sebolt Kreß auf des kunigs vesten ein hawen,

ein schauffel und radwer, das der stat ist; das soll im ein paumeister

alleweg bestellen zu geben, darmit er das sloß dester sauber gehalten

und fegen müg lassen summer und winterzeit.

Auch soll der stat paumeister in gutter acht und sein vleissigs

aufsehen haben allenthalben in der stat, das niemantz der gemein nichtz

einfach mer dann eins ieden gerechtigkeit ist, auch kein überschuß von

newen gepewen herauß mach noch pawe auf die gemein, sunder wo alt geng

oder überschuß sein, die will ein erber ratt nit mer gestatten noch

verhengen, die wider zu machen anders, dann das ein ieder von grunt

pleigerecht auf faren soll. und sunderlich kein stuben noch gemach auf

der erden und der gemein soll niemant herauß laden noch schiessen;

aber in dem anderen gaden hat ein erber ratt das zugeben, von holtz

ein fensterwerck umb ein halben schuch ungeverlichen herauß geladen.

aber gegen der Begnitz die geng und den irhern an der Irhergassen ire

geng vor iren heusern hat man pisher nit gewert. wie woll nun das und

anders den steinmetzen und maurrern, meister und gesellen, verpotten

ist, iedem nach seinem statten, iedoch wirt des vill überfaren, darumb

einem paumeister auch not thut, darauf sein aufsehen zu haben, und wo

er solichs gewar wirt, das an einen erberen ratt [zu] prengen, das die

jenen, die solichs überfaren hetten, darumb zu rede gehalten werden vor

einem ratt. wo man dann gegen der stroß und eckheusern zu den grunten

raumen will, so sullen die meister, es seien maurrer oder zimmerman,

das nit abprechen, sie haben dann vor der stat paumeister darob gehabt,

der dann das abmessen und eigentlichen verzolln soll, also das das new

wider gesetzt und gestellt werd an des alten statt. darnach soll der

stat paumeister wider darzu komen und das messen lassen. nachdem als er

das vorgenomen hat, und wo das dann weitter füre das zill gemacht were

worden, dann ein paumeister verzollt hett, das soll ein paumeister

einem rat furprengen.

[175^b] So sein sust in der stat hie pei zweintzig gemeiner pauleut, die

werden gepetten von den herren, die alle jar die amptleut ob der stat

buch fertigen. dieselben pauleut nimpt man zu pewen, wo zwen ein maur

mit einander machen wollen oder von fenster, trupfen und heimlicher

gemach wegen, darumb sich oft nachtparen zutragen und an einander

rechtvertigen; so weist man soliche ding dann an dieselben pauleut.

dieselben ding die ruren oder gen der stat paumeister nit an, dann

was auf die gemein nit geet, do hat ein paumeister nit ein zu reden.

aber on wissen und willen eines erbergen ratz soll der stat paumeister

niemant nichtz vergunnen von gepewen auf der gemein etc. dorein muß

sich ein paumeister selber richten nach dem pesten, dann gar mancherlai

einen paumeister anlanget.

Item die vier scharwechter, der zwen in ieder pfarr alle nacht, einer

vor, der ander nach mitternacht, an der eussern statmeur geen von

einem wasser an das ander alle stunt, mit den soll der stat paumeister

bestellen, wo sie sehen, das iemant also pei der statmeur ettwaß alts

ab oder aufprech oder aufrichten wolt ettwas newes von gepeud, das

sie das dann zu stunt an der stat paumeister zu wissen thun. so soll

dann der stat paumeister darzu sehen oder darzu schicken, ob man do

weich oder ligen loß so vill, als der stat gesetz außweist, nemlichen

achtzehen statschuch von der statmeur dick soll iederman weichen hinter

der statmeur, und vor der stat gegen dem statgraben sechsunddreissig

statschu. darmit begert doch ein ratt, niemant zu nötten ab zu prechen

anders dann wo ein haus, tüll oder anders alters halben nit lenger

steen mag, oder das man das sust vernewen wolt, so soll der stat

paumeister das in acht haben und des nit gestatten zu pawen, es pleib

dann achtzehen statschu zwischen der statmeur und solichen newen gepeud

ligend. und wie woll es allen zimmermeistern und maurern verpotten ist,

on eines stat paumeisters wissen nichtz gegen der statmeur zu vernewen

noch machen etc. so geschicht es dennoch zu zeitten; darumb soll das

ein paumeister in guter acht haben.

[176^b] Von gepewen, die ein ratt vergunt hat pei meinen zeitten.

Item Hanns Kellner und Katherein sein eliche hausfraw haben bekennt

Endres Tucher, die zeit der stat zu Nuremberg paumeister, als von

solichs pawes und überschuß wegen, so sie an der ram oben an irem haus

auf dem Newenpaw an der seitten gegen dem Hyserlein gemacht hetten,

das in also von gunst und keines rechten wegen von einem erbergen rat

vergunt und erlaubt worden were mit der beschaidenheit, das sie das

kunftiglichen von grunt auf nit einziehen, einfohen noch anders machen

sullen; auch wo das also in kunftigen zeitten auch einem ratt nit

fugsam oder [er das] lenger also gedulden oder haben wolt, so sullen

sie das wider abprechen und abthun etc. actum sexta feria post Urbani

[28 Mai] anno etc. im zwai und sechtzigsten jare.

Auch so hat das gemein hantwerck der ferber und vorauß die, die ram

haben in dem alten statgraben vor den kornheusern von irer tuch wegen,

so sie machen und an dieselben ram anslahen, mit gunst eines erbern

ratz ein heuslein und abseitten pawen und machen lassen in denselben

alten statgraben pei den zwelf prudern, darinnen sie, das hantwerck,

einen gesellen siczen haben, der in derselben irer tuch wart. das selb

heuslein verlossen sie und setzen dorein wer in fugsam ist, und darmit

hat der stat paumeister nichtz zu thun.

So hat ein erberger ratte hie vergunt meister Ludwig, rechenmeister,

den überschuß in dem andern gaden an seinem haus pei den Newenthore

gegen der statmeur hinumb voren pei dreien schuen, die hinder

außschiessen, als es ietzunt gepawet ist. darfur gab er der stat drei

gulden reinisch; geschach in dem dreu und sechtzigsten jare zu sant

Endres tag [30 Nov.]

[177^a] So gab ein erberger ratt dem Jeremias Holtschuer zu, als er sein

haus hinter sant Gilgen pawen wolt und ettliche kleine alte heuser, die

do stunden, abprach, der eins fur das ander ging in der gassen gegen

der alten statmeur und vorn am eck gegen dem platz, als verr er im dann

dieselben zeit furnam abzuprechen, das dann Heinrich Meychsner und ich

von ratz wegen sahen und im an denselben winckellen der gemein namen

und gaben, darmit er das new in ein schnure pracht, alsdann ein erber

rat uns das befalhe und auf uns setzt; darnach er dann also gepawet

hat und kein gelt geben dorft der stat. darnach nam er fur, weitter

ettliche heuser vorn gegen dem platz abzuprechen, und die auch zu

seinem haus zu pawen und grunt herauf zu furen. darinnen übersach sein

meister oder er, das es voren nit in ein schnur kam; das was ir schult.

wo er des begert het, het ein erberger ratt im des auch nit versagt

an dem ent, dann es kein schaden do pracht hett, wiewoll er darnach

dem Meyßner und mir die schult gabe, wir wolten im des nit nochgeben.

wie woll wir des von ratz wegen macht gehabt hetten, so begert er des

nie an uns, dann er die zeit nit in willen was, dieselben heuser, die

dann gut waren ab zu prechen; also ist die schult sein, des Jeremias

Holtschuhers und sust niemantz.

Mer vergunt ein erberger ratt dem Sebolt Grolant an des Peter Hallers

seligen haus, das er new wolt pawen, vorn gegen dem Bertholt Pfintzings

haus am eck anderhalb schu prait, die hin hinter außsturben und

außgingen in viertzig schuen nach der leng, darmit er sein haus in ein

winckelmeß procht. darfur gab er der stat zwen guldein reinisch; das

geschach im vierundsechtzigsten jar zu sant Kloss tag [6 Dec.].

Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg · 第 22 / 35 段