Nun haben die junckfrawen und geisterin, die in das loch geen, ein

truhen im loch steen, darzu sie den schlüssel haben und darinnen sie

behalten küss, leilach, pölster und ander geret, das sie nützen und

prauchen, wenn man den gefangen das leben absaget und sie mit dem

heiligen sacrament bewaren will, darzu sie dann ettlich ewig gelt von

dem rathaus haben, das ein pfleger des reichen almusens ein nimpt von

den lössungern und in das verrer gibt darvon dieselben junckfrawen den

gefangen also gütlich thun, so man in das leben absagt und sie richten

will. und solich küss und auch ander ir geret lassen sie davon waschen,

pessern und machen etc.

[72^a] Von dem nachrichter.

Der züchtiger hat ein richtswert, das man im oder einem ieden, wo er

es begert, auß der lossung stuben gibt, so man einen bestellt. darzu

hat er ein kleins messens kriglein und ettlich eisen zu dem prant und

augen ausprechen, das alles der stat ist, der ich eines teils machen

hab lassen. so einer abtrit, soll man sollichs an im vordern, das ers

uber antwort. was er sünst zu seinem ampt bedarf von holtz, fassen,

strengen, das richten im alles die herren in der lossung stuben auß.

Ein reihen, die do geet durch und zwischen der jüden heüser herab

an die Ledergassen und also ferr zwischen den heüsern biß an die

Newengassen, das alles ist der gemein. dieselben reihen hab ich raumen

lassen durchauß im sibentzigsten jar zu Martini und gab davon auß zu

füren zwai und zwaintzig pfunt alt; die reihen war in 18 jaren nit

geraumpt worden. solch unflat kümpt vill von den juden heusern und auch

von irem schlachhaus, und wenn groß platzregen komen von sant Gilgen

hoffe furt der regen vill santz und ertrichs herab.

Auch so ist ein heuslein hinten am sant Seboltz kirchoff, das steet auf

der gemein, darinnen die hüter am Weinmarckt ir beheltnüs und wonung

des nachts haben. das selb heuslein machen und decken die hüetter

selber, und geet der stat paumeister nit an etc.

[72^b] Von der segmül.

Zu dem allen soll der stat paumeister bestellen ein segmül, der man

dann zu der stat nottorft nit woll geratten mag, nachdem man vill

pretter zu der stat nottorft bedarf; alsdann Lutz Steinlinger seliger

von Thoman, mülner auf dem Newenpaw, das segrat bestunde umb dreissig

güldein ein jar, darnach Hanns Coler umb sechsunddreissig pfunt novi

dieselben segmül auch bestunde, als ich dann ietzunt die in das ander

jar auch bestanden hab und darvon jerlichen gib viertzig pfunt novi,

und laß darzu dem müllner alle jar zehen segpaum schneiden, alsdann

der vertrag und zettel, die wir gegen einander gemacht und außeinander

geschnitten haben, der ieder eine hat, clerlichen außweisen.

Nun zu derselben sege muß der stat paumeister bestellen ein seger, der

der sege dann getrewlich wart und fürleg, doch soll er nichtz schneiden

andern leutten on laub eines paumeisters. und was er andern leuten mit

gunst eines paumeisters schneidt, darvon soll der seger einnemen ie

von einem schnit vier pfenning, es wern dann so kurtz holtzer, mocht

er minder nemen; was aber eichens holtz were, sol er sechs oder siben

pfenning nemen von einem schnit. mer und minder darnach das holtz

ist etc. und solich gelt dann der stat paumeister prengen und mit im

abrechen und das getrewlich überantwörten und verrechen, als er des

denn einem paumeister alle jar geloben und sein trew an eines aides

stat darumb geben soll, alles angeverlichen.

Dar umb soll im der stat paumeister geben ie von einem schnit, den der

seger schneidt der stat und andern leuten, dreu haller. auch soll der

seger zu ieder rechnung einem paumeister geschriben geben, was er sider

der nechsten rechnung der stat und auch ander leüten, wer die sein,

und wie vill schnit er iedem geschniten hab, und [73^a] dopei was geltz

er darfür eingenomen hab.

Auch soll der stat paumeister dem seger zallen oder selber geben die

liecht, die er vernütz im winter, so er pei der nacht schneidet, doch

gibt man im nach weiennachten auch liecht mer. so hab ich bißher ein

jar eilf, zwelf oder dreutzehen pfunt liecht müssen haben dem seger.

So schneidet der seger ein jare pei 45 piß in fünftzig schock an der

seg, und es gefelt gemeinlichen von der ubermaß, das der seger mit

meiner gunst andern leütten schneidet uber die drei haller, die im von

einem schnit davon werden etc. forderlich die zwai teil des zins, den

ich ein jar von der seg gib, und zu zeitten mer, darnach und man andern

leuten vill schneidet.

Der Grasser seliger hat ettwan schneiden lassen zu dem Doß und da von

einem schnit geben fünfthalben pfenning, und von einem prett herauf zu

füren ein pfenning, und von einer dillen drei haller, und von dreien

swarten zwen pfenning, und ein segpaum kostet die zeit piß an die sege

ein und fünftzig pfenning.

Man hat auch ettwan vill schneiden lassen an der hent von

deffelpretter, leisten und dergleichen, und ie von einem schnit acht

und neun pfenning geben. aber dieselben seger sein ser abgangen, also

das man nun von einem schnit, der zweintzig und vierundzweintzig schuch

lang ist, an der hent geben muß [73^b] zwelf, viertzehen und sechtzehen

pfenning.

In dem fünfundsechtzigsten jar darnach bestund ich die segmül acht jar

lang und schniden desselben vertrags zwu zettel von ein ander, der ich

eine und die müllner die andern haben, und bestund die umb zweintzig

güldein ein jare, und soll in kein segpaum schneiden lassen vergebens,

aber das gelt muß ich für siben jar vor hinauß geben, und umb das acht

jar hab ich ein stück mauren lassen am wasser vor der seg, das der

müllner süst schuldig gewest wer zu machen.

Hiernach so steet geschrieben der vertrag und verding der segmül:

Es ist zu wissen, das sich Endres Tucher, die zeit der stat

paumeister, an stat und von wegen eines erbern ratz hie zu Nüremberg

vereint und vertragen hat mit Thoman Eberlein und Paulus den müllnern

geprüdern, Thoman müllners seligen sün in der newen mül auf dem

Newenpawe in sant Laurentzen pfarre gelegen, und das segrade doselbst

unden an derselben irer mül gelegen von inen zu der stat nottorft

bestanden mit sampt allem zeug darzu gehorend 8 jar lang, die nechsten

nach einander komende, im fünfundsechtzigisten jare, darauf und

darfür dann Endres Tucher den benanten müllnern von gemeiner stat

wegen für die künftigen acht jare zins, ein summ geltz, außgericht

und bare bezalt hat, doran sie woll benügt. des alles die obgenannten

müllner für sich und ir erben in des gerichtz buch vor Anthoni

gerichtzschreiber also bekant haben.

[74^a] Mer ist beredt worden, was in den nechsten acht jaren gepruchs

im grunt oder ob dem wasser, am segrat, welpaumen, kamprat, wagen und

an der hütten, darunden die seg steet, geschee. das alles sullen die

benanten müllner machen lassen on der stat kost und schaden.

Was aber schadens an der stroß, schragen oder gattern, dorein das

segplat gespant ist, in den nechsten acht jaren geschee, das soll ein

paumeister machen lassen und auch dasselb segrat die nechsten acht jare

mit schauffeln und panten vorsehen on der müllner koste.

Auch was von den segpaumen spenn gehawen und rinten geschelet wirt in

den nechsten acht jaren, die süllen alle der müllner sein.

So dann die vorgeschriben nechsten acht jar also auß und vergangen

sein, so soll ein paumeister den obgenanten müllnern und iren erben

dasselb segrat und segen wider ledig sagen und dorpei lassen, was in

der zeit und jaren doran gemacht worden were, mitsampt einem segplat,

zangen, hebeissen, wenthacken und allem zeug und in aller der maß,

als man das von den müllnern bestanden hat, außgenomen vier new

verkeilt hacken, darinnen der gatter geet, die sein der stat; alles

ongeferlichen.

Ob denn die müllner in den jaren icht zu schneiden hetten, das [74^b]

soll inen ein paumeister schneiden lassen umb ein zimlichen pfenning

als andern leuten ongeferlichen.

In dem fünfundsechtzigsten jar [26 Sept.] am pfintztag vor Michaels tag

ist gescheen soliche bekentnüs von den müllnern und steet geschriben im

gerichtzbuch mit dem. h. bezeichent an foli hundert und 34 plat.

Und dieser außgeschnitner gleichlauttender zettel hat Endres Tucher

paumeister eine und die müllner die ander.

Ettwan die zeit her hab ich vill viechter und tenner pretter kauft, die

achtzehen und zweintzig schuch lank sein, zu funfundzweintzig pfunt

alten, und die zweiundzweintzig und vierundzweintzig schuch lanck sein,

[zu] sechsundzweintzig pfund alt, doch das gewedelt holtz ist.

Dem Albrecht der stat seger hab ich geben die nechsten dreu jare alle

jar zu aller heiligen tag funf pfunt alt an seinem hauszins zu stewr.

nachdem ich ime von einem schnit drei haller gibe, und er aber meinet

mer davon zu haben, nachdem der stat walthawer auch ietzunt grosser

segpaum furet denn er vormals getan hat, hab ich im das zu einer

liebung geben die jar her etc.

[75^a] Von den thieren im stat graben.

Nachdem und man lange zeit in der stat graben vor Frawenthore gehabt

und noch hat ettliche thier von hirschen und hinden, die dann bißher

und noch heut pei tag befolhen sein dem schaffer und anschicker, als

ietzunt ist Cunrat Gürtler auf der Peunt, dem man dann bißher alle

jar zu sant Thomas tag für sein müe und arbeit der thier zu warten zu

vertrincken geben hat acht pfunt alt und seiner meit zehen grosch.

darzu hat im ein paumeister vergünt ein ort im statgraben von dem

thuren, der do steet hinter der Peunt und verzeichent ist mit dem

grün.h. piß hinab an die weier im selben graben, also das er dasselb

futter darvon niessen mag zu seiner nottorft, alles nach altem

herkomen. das wirt pei zweien füderlein heus und ein fuder grümat.

Und was also ein schaffer und pfleger der thier und wilds im graben

außgibt umb Galli den thiern für heu, habern, rüben, kraut etc. das

alles soll ein paumeister im wider geben.

So mag ein paumeister der stat walthawer woll heissen, das er zu

zeitten den thieren im graben auß dem wald hawe und preng der jungen

foerling pei fünftzehen und sechtzehen schuch lank, doch das er die haw

in dicken schechten im walde, und die in graben werf den thieren doran

zu kifen; alles ongeverlichen.

Auch so ist der thier ietzunt im stat graben acht junger und alter, die

kosten ein jar zu halten eins pei zwelf pfunden alt ungeverlich etc.

darnach kraut, rüben und haber gerett oder theur ist.

[75^b] Von den sultzfischen zu weihennachten.

Es hat auch ein paumeister nach altem herkomen den werckmeistern und

werckleuten, die der stat arbeitten, allwegen von dem heiligen crist

abent gesant und ein erunge gethan mit ettlichen stücken gesültzter

fisch, doch einem mer dann dem anderen, als hernach geschriben steet

und süst keinem andern mer.

Item der stat werckmeister dem maurrer, der stat werckmeister dem

zimmerman, der stat schaffer und anschicker auf der Peunt, der stat

schmit, der stat schreinner, der statt glasser: der iedem vier stück

gesültzter visch.

Der stat werckmeister dem schlosser fünf stück gesültzter fisch.

Der stat walthawer, der stat wagner, zweien der stat kalckmesser der

stat püttner, zweien der stat pflasterer, der stat decker, der stat

haffner, der stat seiller, der stat parlierer, der stat anschicker der

stat fischer: der iedem dreu stück gesultzter fisch.

So süllen die schüssel mit den vier und fünf stücken fisch sein

halb hecht und halb karpfen, und die andern schüssel in ein iede

ein stück hecht und zwai stück karpfen etc. facit [76^a] alles pei

achtundzweintzig stücken hechte und pei viertzig stücken karpfen, wenn

man inen allen schickt.

Man nimpt gemeinlichen solich fisch von dem Knopf, der stat fischer,

nemlichen pei dreien oder vier hechten und bei zehen oder zwelf

karpfen, darnach die groß sein, die zalt im ein paumeister dann.

Zu solichen fischen nimpt man nach altem herkomen, und es Lutz

Steinlinger seliger geschriben hat, fünftzehen maß weins, zwö maß

essings. vier lot saffran. ein halbs pfunt ingepers, vier lot pfeffers,

zwai lot langen pfeffers. vier lot zimet rören, ein pfunt kleiner

weinperlein, zwai pfunt mandels.

Der Grasser seliger hat solich gesültzt fisch vor jaren in ein prenten

lossen machen, und inen dann darauß gehen in schüssel, die ieder dann

dar schickt sein anzall.

Es hat aber der Steinlinger seliger, der Coler und ich solich fisch in

schüssel alleweg sültzen lassen einem ieden sein anzall, und dann den

schaffer den vorgeschriben werckleuten sagen lassen und des ein stunde

gesetzt umb ein oder zwu hore auf den tag am heiligen crist abent, das

ein ieder sein fisch holen laß, und inen darpei befelhen, das sie die

schüssel einem paumeister wider pringen.

[76^b] Was dann also ingereusch von den fischen kümpt oder stück

uber pleiben ungeverlich, darvon macht im ein paumeister und seinem

gesinde auch ein schüssel fisch. das alles kost pei sechs pfunt novi

ongeverlichen.

[77^a] Von der werckleut wein und mett.

Nach altem herkomen so hat auch ein paumeister alle wegen gesant, das

ich dann also auch halt, zu sant Johanns abent [23 Juni] zu sunbenten

der stat werckmeister dem maurrer und dem zimmerman, auch dem schaffer

und anschicker auf der Peunt ir iedem ein vierteil gutz metz auf der

stat kost.

Zu sant Merteins abent [10 Nov.] desgleichen den obgeschriben dreien ir

iedem ein vierteil guts Francken weins, alles auf der stat kost.

So hab ich inen ie zu zeitten für mich selber geschickt von meinem gelt

etc. zu sant Merteins [11 Nov.] tag iedem ein gans und zu weihennachten

iedem ein weck, auch zu Walpurgis [1 Mai] iedem der nachtmeister

kreutzkess einen.

[77^b] Von dem hochwirdigen heiligtumb.

An dem heiligen oster abent soll der stat paumeister mit allen den

taglonern auch den zimmergesellen, die er an der stat arbeit hat,

verlossen wenn er inen gelönt etc. das man ine sage, das ein ieder auf

den pfintztag und den ersten und nechsten werckentag nach den vier

tagen küm früe auf die Peunt.

Desgleichen soll der stat paumeister bestellen einen furman, der dreu

oder vier ziechpfert hab, wo ein paumeister die pfert süst an der stat

arbeit nit hat etc. das die auch auf den pfintztag früe auf der Peunt

sein.

Geflissen soll auch der stat paumeister sein, das er drei gut nider

wagen hab, die dann fertig sein an redern und exsen, dann sie sich sich

auf dem pflaster ser erschütten unter einem last; wo die geprechenlich

weren, das man dann die in der vasten und vor den feiertagen zuricht

und fertig.

Und auf denselben pfintztag früe soll der Gürtler den gesellen rigel

geben, also das man den heiligthumstull herfür thue auß der hütten, die

darzu gemacht ist im zwinger hinter der Peunt, und das man fürderlich

lade ein wagen und laß den anspannen und auf den Marckt füre des Freien

haus füren, und alspalde er auf den Marckt kümpt soll er absetzen und

mit den pferden wider reitten in zwinger. mit dem ersten wagen soll man

sechs oder acht gesellen senden, die denselben wagen abladen und auf

dem Marckt pleiben etc. in der weil und der mit dem ersten wagen aussen

ist hat man den andern wagen geladen, doran soll er wider setzen und

den auch auf den [78^a] Marckt furen, und dann alspald in den ersten

wagen setzen, der ler und abgeladen ist, und zu dem eussern Frawenthore

im forwerck auf die lincken hant in den zwinger faren und do an den

dritten wagen setzen und den auch auf den Marckt füren, und das also

antreiben, biß er das gehültz zu dem heiltum stull alles gefürt hat;

das fürt er auf zwelf fuder mit dreien wegen und vier pferden.

So soll der stat meister der zimmerman mit sein gesellen, alspald das

erst fuder auf den Marckt kümpt, auch auf den Marckt komen und mit inen

nemen ein hundert hültzer pantnegel, zwaihundert eiserner pünnegel,

hengseil, zangen und die grossen schreit und weitten meß, die do gehorn

zu dem stull, das man den setzt von den heusern als er gehort oder

steen soll etc. als des ettlichen stein im pflaster, auch stein die

die zimmergesellen woll wissen, wie weit sie den stull von den heusern

setzen süllen.

Es ist auch ein grosse gevierte truhen, darinnen das wirdig heiligthum

herpracht worden ist zu dem Schopper oben in seinem haus auf einem

poden, darvor ein mahelschloß ist, zu dem der stat meister der

zimmerman den schlüssel hat. dieselben truhen soll man erstlich durch

ein ercker inwendig im haus herab lassen und die in die kamer setzen,

darauß man das wirdig heiligtum weist, wenn man das in dem haus hat

die nacht. in derselben truhen verspert und behelt man das wirdig

heiligtumb, und man es des morgens weisen will.

In derselben truhen behalten und versperren die zimmergesellen allerlai

kleins eisenwercks und zeugs, das alles zu dem [78^b] heiligthum stull

und sünst zu nichte dient, das leit uber jare also in derselben truhen,

die hat kein schloß anders dann ketten, darfür man mahelschloß mag für

schlagen etc. auch sein auf demselben poden ettliche pöck und pretter,

das in die kamer gehort, darauf man das wirdig heiligthumb setzt;

süllen die zimmergesellen alles herab lassen und desgleichen, wenn man

den stull abpricht, alles wider hinauf ziehen auf denselben poden.

Darnach soll der meister den stull aufrichten, darzu im die tagloner

mit seinen gesellen helfen süllen; den richten sie dann auf in

anderhalben tagen oder zweien tagen forderlich. und nachdem des

holtzwercks auf dem Marckt ein nacht also eins teils muß ligen pleiben,

so soll der stat paumeister ein gesellen die nacht dopei wachen lassen,

das man des nit vertrag oder steel.

Wenn der heiligtumb stul also aufgericht wirt, so hat der stat

paumeister nichtz mer mit zu thun. die stat knecht helfen dem

hausknecht das zelt uberziehen, so zieren die zwen kirchenmeister von

sant Sebolt und sant Lorentzen den stull süst mit tüchern und anderem

das darzu gehort, so bestellt der hausknecht die kerzen darzu.

Zu ostern so sol der stat paumeister allewegen und vor des heiligtumbs

weisung tag alle zuber, kuffen, wasserfaß und fewerschaff der stat

püttner pinden und dreiben lassen allenthalben, wo die steen in der

stat.

[79^a] Mer so soll der stat paumeister den pfenter vermanen lassen, das

er gepiet den mist allenthalben in der stat auf das heilgthumb auß zu

füren für die thore.

Es soll darnach am montag oder critag vor des heiligtumbs weisung tag

ein paumeister der stat meister den zimmerman und auch seiner gesellen

zwen und der stat schmit alle vier mit einander senden zu allen

gassenketten allenthalben in der stat, also das sie die alle anschlahen

und do eigentlichen besehen und war nemen lassen, ob icht gepruchs

doran sei an den ketten oder hocken, desgleichen an den stocken. und

was sie also geprechenlichen vinden, süllen sie fürderlich der stat

paumeister zu wissen thun, der dann das eilentz wider fertigen und

machen lassen soll vor allen dingen etc. und darumb soll inen ein

paumeister geben zwei firteil weins zu vertrincken uber ir taglon nach

altem herkomen etc. sie richten sich aber allewegen darnach, das sie zu

mittage komen zu dem koch pei sant Sebolt, do essen sie und verzeren

dopei fünf oder sechs groschen, die hab ich ie für ir trinckgelt für

sie bezalt.

Der stat paumeister soll auch bestellen auf den eritag oder mittwoch

vor des wirdigen heiligthumbs weisung tag, das man die ketten under den

schwipogen und schoßgattern an dem wasser unden und oben anlege und die

verschließ mit den schlossen, die dann darzu gehoren und der Gürtler

in seiner gewelt hat etc. dieselben ketten lest man also uber summer

gespennt, nachdem und das wasser klein ist im summer, und schleust die

zu sant Gallen tag wider auf, so die wasser groß werden.

So soll der stat paumeister erfaren an einem erbergen ratte, [79^b]

ob man die ketten aussen vor der stat unden am wasser uberzweirch der

Pegnitz auch an legen woll lassen oder nit, darzu der Gürtler auch die

schloß und schlüssel hat. dieselben ketten ligen im vorwerck vor dem

wasser thuren und sein ledig ketten.

Am mittwoch vor des wirdigen heiligtumbs weisung tag so soll der stat

paumeister bestellen zu füren die stock und schrancken umb den Marckt,

die do sein und ir beheltnüs haben im zwinger hinder der Peunt pei dem

heiltum stul, am ersten für des Schoppers hinter haus, darinnen man das

heiligtumb weist. die sein geprennt mit einem A. dorpei sein ettliche

pretter, die man an dieselben schrancken schlahen muß, also das niemant

dardurch geschliffen müge.

Item die andern auf sant Seboltz kirchhoff an der stigen gegen der wag,

die gezeichent und geprennt sein mit einem B.

Die dritten auf sant Seboltz kirchoff an der stiegen gegen dem

Weinmarckt, die gezeichent und geprennt sein mit einem C.

Die vierden aussen im pflaster vor den zweien gittern an sant Seboltz

kirchoff gegen dem Millmarckt, sein gezeichent und geprennt mit einem

D.E.

Die fünften aussen im pflaster über das gitter hinter sant Mauritzen

capell am kore an sant Seboltz kirchoff, sein gezeichent mit einem F.

Die sechsten stock und schrancken pei den predigern zwischen der

appotheken und der Snödin haus, sein gezeichent und geprennt mit einem

H.

[80^a] Man hat an der obgeschriben schrancken stat umb den kirchoff

ketten angehangen, die man uber jar do hat und zu des wirdigen

heiligtumbs weisung zu schleust.

In der Tuchscherergassen vornen pei des Hallers hausthur zu der ketten

mitten in der gassen ein ketten stock mit einem loch.

Mer zwischen der Endres Stromerin und des Voitz haus mitten in der

gassen ein ketten stock mit einem loch.

Die sibenten schrancken und stock von dem ecke der Endres Stromerin

hinterhaus piß an unser lieben frawen capell, die sein geprennt und

gezeichent mit einem N, an der stat hat man zwue ketten gemacht, die

man auch verspert zu des wirdigen heiligtumbs weisung tag.

Mer zwischen Eberhart Cristans und Michel Glassers heusern an der

parfüsser prücken mitten in der gassen ein kettenstock mit einem loch.

Mer zwischen der appotheken und dem alten fleischhaus mitten in der

gassen einen kettenstock mit einem loch.

Nun solich stöck und schrancken soll bestellen der stat paumeister mit

den pflasterern ein zu graben und fürderlichen auf zurichten an den

vorgeschriben stetten und enden.

Auch soll der stat paumeister zu allen fewerleittern und fewer hocken

sehen lassen, ob die erfault oder schadpar wern, das man dann die

abwechsel und frisch an die stat henck.

[80^b] Vor des wirdigen heiltumbs weisung tag am mitwoch soll der stat

paumeister ein vier der stercksten taglöner schicken auf die vesten,

das die do oben wasser schopfen und das dem burggraven in drei groß

kuffen, die er in dem innern hoffe steende hat, tragen und die füllen

mit wasser, und desgleichen dem Haugen auf derselben vesten auch ein

kuffen voll wassers tragen, die vor seinem haus do steet etc. darzu

leicht der burggraff einen zuber und stangen, domit sie tragen.

Bestellen soll auch der stat paumeister an demselben tag mit den

taglönern, das die kuffen, so man den mullnern und eichwägen auf den

schleiffen geben hat, mit wasser gefüllt werden.

Es soll auch der stat paumeister an dem vorgeschriben mitwoch vor dem

heiligtumb bestellen, das der rorrenmeister den kasten und schönn

prunnen am Marckt abschlach und den kasten auß wasch und ein frisch

wasser vach.

Der stat paumeister soll mer an demselben mitwoch zu nacht bestellen

und auf den Marckt füren lassen acht oder neun kuffen und die ein

teilen am Marckt und umbstürtzen lassen, wann man der am pfintztag vor

dem volck und kremen nit woll gefüren und gesetzen mag. soliche kuffen

süllen auch alle geprennt sein mit der stat schilten etc.

Item die kuffen auf dem Marckt zu dem heiligtumb soll man setzen eine

zwischen Paulus Rietters hausthur und der rinnen, die ander zu dem

kettenstock vor Anthoni Paumgartners haus, die dritten zwischen Erhart

Schürstabs hausthür und der rinnen, die vierden oberthalb des gewant

haus zwischen des Helmreichs haus und der rinnen doselbst; mer eine

gerichtz vor dem heiltumb stull hinuber jenset der rinnen gegen unser

lieben frawen cappell, und darnach drei oder vier kuffen auf den Marckt

geteilt, ie eine von der andern in der weit [81^a] als die ersten steen

ongeverlich. die zuber, darinnen man das wasser in die kuffen des

abentz getragen hat, der pei dreien ist, die teilt man des morgens am

freitag früe auch unter oder für der saltzer heuser und süst in wart,

wo sein nöttorft ist.

Nun auch am pfintztag früe vor des wirdigen heiltumbs weisung tag so

soll der stat paumeister bestellen und under alle thore innen und

aussen an alle schneller zugseil geben und doran machen lassen, und

da den schützen und weppnern, so unter iedem thor sein, die schlüssel

zu den stüblein und heuslein geben lassen, und den bevelhen, wenn sie

abgeen, das sie solich schlüssel geben den zollnern unter iedem thore.

Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg · 第 11 / 35 段