man zu und von der arbeit geen in aller der maß und zeit, als wenn es
den tag viertzehenne schlecht, on allein zu vesper zeit soll man dann
darvon geen wenn es ailiffe schlecht, und wider zu der arbeit geen wenn
es zwelfe schlecht.
Ist aber das der tag wider abnimpt, so soll man in aller der maß zu und
von der arbeit geen als ain zunemen des tages summer und winter.
[26^a] Zu ostern, pfingsten, sant Johanns abent zu sunbenten, zu sant
Merteins tag und zu weihennachten wenn es zwue hore gen nacht schlecht,
so sollen die arbeitter feier abent haben und von der arbeit abgeen
allenthalben wo sie arbeitten, es sein zimmerleut, maurrer, decker,
tuncher, pflasterer, tagloner, oder welche die sein an der stat arbeit.
So haben die zimmer gesellen bei herrn Hannsen Colers zeitten, die weil
und er der stat paumeister gewest ist, und do meister Hanns Dubinger
der stat meister zimmerwercks worden ist an des Thirmans stat etc.
furgenomen und allewegen ie uber viertzehen tag ein bad abent inen
furgenomen, und sein einer stund ee abgangen dann sie sunst abgeen
solten, das aber doch von alter also nit herkomen ist. demselben nach
haben die steinmetzen gesellen ine auch furgenomen ein bad abent, und
geen dergleich uber viertzehen tag allewegen auch einer stund ee ab,
dann sie sunst thun solten, also das es gleich zu einer gewonheit
komen ist. das hab ich ine piß here auch also nach geben und sage inen
wenn sie gehorsam thun, das [sie] sunst dester vleissiger sent und zu
rechter zeit zu und abe der arbeit geen, domit sie die stunde auch woll
mugen herein pringen wo sie wollen etc.
[26^b] Von dem lone der arbeitter und wenn man inen lonnet.
Auch so hat man vor zeitten, die weil der Endres Volckamer seliger
der stat paumeister gewesen ist, den arbeittern alleweg gelonet auf
den abent an den sambstag nechten als umb vesper zeit oder als pald
darnach. so ist der stat paumeister mit sampt dem statmeister dem
maurrer und dem schaffer zu der arbeit allenthalben gangen. das ist
darumb gescheen, das die arbeitter bei der arbeit pleiben und nit ee
abgeen dann ir rechte zeit ist. auch hat man dieselben zeit peutelein
gehabt, dorein man den arbeittern iren lone gezelt hat, einem ieden
sovil und im dann gepuret hat zu lone. dieselben zeit hat man zwelf und
viertzehen geender winden stets gehabt, damit man gearbeit hat, und
sein die arbeitter sere alle bei ein ander gewest auf dem graben.
Darnach bei Hannsen Grasers seligen zeitten, als er der stat paumeister
gewesen ist, und seit her hat man alleweg gelonet am sambstag früe
vor mittag und vor der suppen zeit, und hat das darumb getan, das die
arbeitter und die armen leut vor mittag, als wenn sie zu der suppen
geen, iren frawen und kinden dann das gelt mugen heim pringen, die
dann dorumb fleisch, prot und anders pas kauffen und vinden zu kauffen
früe dann auf den abent. auch sullen die statmeister und parlierer ir
gesellen und tagloner in acht haben, also das keiner ee abgee dann ir
rechte zeit ist. welicher sich aber abstele und abgieng on erlaubung
ee es zeit were, den sullen die andern rugen. auf den nechsten lontag
so solt im ein stat paumeister so vil stunde er ee abgangen were,
einem steinmetzen und zimmergesellen zwen pfenning und einem tagloner
ein pfenning von ieder stund so er ist ee abgangen, so vil abziehen
oder minder lons geben etc. auch zelt man inen den lone ietzunt in
puchslein einem ieden sovil und im gepurt zu lonne.
[27^a] So soll man keim stein metzen, zimmergesellen noch tagloner
sein lon pei der stat paumeister gestatten zu verpietten, also wo
einer eim wirt oder sunst iemant schuldig were und von einem nit kont
bezalt werden, das dann ein solcher wolt durch ein paumeister sein gelt
einprengen. das soll nit sein und ist also nit herkomen, sunder wo das
an der stat paumeister langt soll er einem solichen sagen, er pfendt
oder laß niemantz mit seinem lon pfenden, sunder das sich einer fuge
auf den sambstag oder nechsten lon tag früe vor suppen zeit an die
ent, do sein schuldiger arbeit, und wenn man in dann löne, das er dann
gedenck und sich selber zalen heiß, die weil gener das gelt bei im hab.
also ist es von alter herkomen.
Nachdem und mit gewonheit also herkomen ist, das der schaffer, als
ietzunt der Gürtler ist, auf der Peunt der stat paumeister am freitag
oder alwegen den nechsten tag vor einem lontag an einer zettel
verschriben gibt, was der arbeitter allenthalben derselben wochen sei,
und [an] was arbeit sie sein oder machen oder gemacht haben die wochen,
also lautenden etc. am ersten steet do der tag auf den man lonen soll
also: sambstag vor sant Endresen tag verlönt ich vier funf oder sechs
tag etc. oder dergleichen heiligen tag in ieder wochen, und wie vil tag
die leut gearbeit haben, steet dorpei kurtz geschriben.
Darnach hebt er an mit den zimmer gesellen und setzt zehen, ailif
oder zwelf, wie vil dann der ist, ier iedem ein tag zweintzig oder
sechtzehen pfenning, darnach es am jar oder der zeit ist etc. haben
holtz gezimmert auf der Peunt oder das zimmer zu werck gezogen oder
abpunden oder do oder dorte gearbeit, geschickt oder gemacht, wo sie
dann gewest sein die selben zeit etc. dorbei steet, und dem meister
funf pfunt alt, facit als mit dem padgelt, das er dazu gerechet hat
von halben oder gantzen wochen, darnach die wochen vill oder wenig
werckentag gewest sein, und ir iedem badgeltz gepuret sovil oder sovil,
und setzt dann des ein summ von gelt, was das als machet in einer summ
sovil pfunt alt und pfenning.
[27^b] Es stent darnach dann die steinmetzen und maurrer geschriben
auch in der gestalt, wie das oben steet mit den zimmergesellen, wann
man gibt inen gleich den lone als den zimmergesellen zu ieder zeit und
zuletz dem meister funf pfunt alt, das alles macht sovil etc. und setzt
des auch ein summ sovil pfunt alt und pfenning.
Auch darnach so steet geschriben die tagloner, der ist acht und
zweintzig oder dreissig etc. minder oder mer darnach man ir dann hat,
ir iedem ein tag neun, zehen oder ailif pfenning, darnach und es am
jare und zeit ist im jare etc. die haben bei den maurrern am rangen,
im morter [gearbeit], steinkarren, oder das zimmer den gesellen helfen
heben, oder stein oder zigel aufzogen do oder dort, oder prucken helfen
legen etc. wo und an was arbeit sie dann gewest sein, das wirt do
gemelt und geschriben, und setzt dann des geltz mit sampt dem badgelt
auch ein summ sovil pfunt alt und pfenning.
Hernach volgen die hoyer gesellen, der ist zehen, zwelf oder
sechtzehen, darnach ir vill ist, der iedem ein tag ailif, zwelf oder
dreizehen pfenning, darnach und es am jar ist etc. die haben schirm
oder pruckpfell oder sunst gruntpfell geslagen do oder dort zu dem
grunt oder zu der pruck oder steg etc. facit mit dem badgelt auch sovil
pfunt alt und pfenning.
Und darnach setzet er die decker, also einen oder zwen deckermeister
darnach und ir sein, ir iedem ein tag zweintzig oder vierundzweintzig
pfenning; einem oder zweien dagknechten, iedem ein tag zweintzig
oder sechtzehen pfenning; einen oder zwen morter rurrer, iedem ein
tag sibentzehen oder dreizehen pfenning; vier oder [28^a] zwen
hantlangern, iedem ein tag zehen, ailif oder zwelf pfenning, darnach
und es im jare und an der zeit ist; einem pferd mit einem karren ein
tag einundzweintzig pfenning. die haben gedeckt oder geflickt auf dem
haus oder thuren oder meuern do oder dort, oder haben zeug gesetzt etc.
das alles macht dann mit dem badgelt in einer summ sovil pfunt alt und
pfenning.
So steent darnach die pflasterer, also ein oder zwen pflaster meister
darnach und ir sein, ir iedem ein tag zweintzig oder vier und zweintzig
pfenning; einem oder zweien ir gesellen auf den stullen ein tag
zweintzig oder sechtzehen pfenning; einem stossel einen tag zwelf oder
sechtzehen pfenning; dreien oder vieren furlegern einem ein tag zehen,
ailif oder zwelf pfenning; einem pfert mit einem karren ein tag sechs
und zweintzig oder dreissig pfenning, alles darnach und es im jare
und an der zeit ist etc. die haben gepflastert auf der pruck, in dem
farwek, oder auf dem platz, oder vor dem haus in der gassen etc. macht
mit dem badgelt in einer summ sovil alte pfunt und pfenning.
Auch darnach einem tunchermeister ein tag zweintzig oder vier
undzweintzig pfenning, und dreien oder vieren seiner gesellen, die
tunchen, ein tag zu zweintzig oder sechtzehen pfenning; mer sechs oder
acht seiner gesellen ein tag achtzehen oder viertzehen pfenning an
estrichen zu schlahen und im morter, darnach auch die zeit am jar ist
etc. die haben geduncht, oder stein oder estrich geschlagen do oder
auf dem poden oder haus etc. macht mit dem badgelt sovil pfunt alt und
pfenning.
Mer dem Rorrenheintzen ein tag zwelf oder sechtzehen pfenning, [28^b]
und dreien und vier seiner gesellen ein tag ailif oder zwelf pfenning,
auch darnach es an dem jar und an der zeit ist. die haben rorren
geporet oder rorren gelegt, oder aufprochen zu rorren in der stat oder
vor der stat etc. macht mit dem badgelt sovil pfunt alt und pfenning.
Item mer einem oder zweien pferden ein tag sechsundzweintzig oder
achtundzweintzig pfenning, auch darnach und es am jar und der zeit ist.
die haben gefurt pretter von der sege auf die Peunt, den zimmergesellen
zimmer, das sie abpunden hetten und aufrichten, do oder dort, oder
erden und anders gefurt etc. das macht mit dem badgelt sovil pfunt alt
und pfenning.
Es steet darnach geschriben: dem Gürtler selber fur sein solde, den man
dann alle wochen gibt, summer und winter, feiertag und wercke tag vier
pfund alt, und dem schutmeister alle wochen sechs undzweintzig oder
dreissig pfenning, darnach und es auch am jare und der zeit ist. das
macht sovil alter pfunt und pfenning.
Nach dem allen so steet dann zuletzt an der selben wochen zettel
geschriben und zusamen gerechent ein summ von dem allen, das an der
zettel geschriben steet, macht sovil pfunt alt und pfenning.
Furpaß und wenn dann der Gürtler der stat paumeister die wochen zettel
also gibt, und der paumeister die summ sicht wie vil das machet, und
dann der stat meister der maurrer einem [29^a] paumeister auch gesagt
hat von einer eiche von sovil oder sovil stein oder quader etc. und
ob dann der stat paumeister die wochen sunst mit niemant rechen will
oder zu bezalen hat, dozu er vill oder wenig geltz bedarf, nach dem
allen soll der stat paumeister denn geen in die lossung stuben und
do gelt von den lossungern vordern und einnemen, domit er die ding
bezallen und außgerichten mug. dasselb gelt soll dann der schaffer,
als ietzunt ist der Gürtler, helfen der stat paumeister alsbald zelen
und ie vier pfunt alt in ein puchslein zelen, und das in die puchsen
thun, die dorzu gehoren, dardurch er gewar wirt, ob er das gelt alles
vindt, das im dann die lossunger geben haben auf das moll etc. und was
er pöser pfenning dorin vindt, die soll man auß klauben und die den
lossungern wider geben, die wechseln die gern und wollen nit, das man
den taglonern und arbeittern poß gelt geben sull, das haben sie mir
aigentlich bevolhen.
Auch was geltz die herren auß der lossungstuben also der stat
paumeister geben, das ist alleweg muntz als pfenning oder haller
und kein golte, das schreiben sie in der stuben in ir register. des
gleichen hat der stat paumeister ein gegenzettel oder registerlein auch
von bergamen, dorein schreiben die lossungschreiber auch alspald was
der paumeister einnimpt, und was er also einnimpt, das wirt alles nach
pfund novi angeschriben und auß der losungsstuben also gerechent. in
der gleichen gestalt muß es der stat paumeister auch wider verrechen am
außgeben als nach pfund novi.
Wenn dann der stat paumeister das gelt also zelet und das in die
puchslein ie vier pfunt alt gefast hat, so soll der paumeister dann fur
sich nemen die wochen zettel, und nach derselben zettel dann rechen,
und in sundere andere puchslein, die ich darzu hab machen und zeichen
lassen, zelen den meisteren, gesellen, taglonern und andern, einem
ieden sovil und im gepuret.
[29^b] Item am ersten haben die zimmergesellen und steinmetzen einerlai
puchslein und sein auch gleich am lon, und auf iren puchslein steet ein
peihel und ein steinext.
So haben die tagloner alle gleich puchslein, dorein man einen gleichen
lonne durchauß zelt, und auf denselben puchslein steet ein D.
Des gleichen haben die meister auf iren puchslein, der zimmermeister
zwai peihel und ein moßstabe, des gleichen der maurrer meister
zwai steinext und ein moßstab, und also die andern decker tuncher
pflastermeister und ir gesellen, ir ieder sein besunder zeichen auf der
puchsen.
Nun wenn man also einzelt auf das letzt in die lönpüchslein, so rechet
man und zelet einem ieden ein gantz wochen lonne ein, sovil dann
werckentag dieselben wochen gewest ist, durchauß etc. und wenn man
dann lonet so freget der stat paumeister die gesellen und arbeitter
in ein gemeine, welicher minder dann ein gantz wochenlone habe, das
sich derselb melde und das sage. welicher dann hat außgesetzt oder zu
thun gehabt, dardurch er aussen blieben oder von der arbeit gewest ist
seiner nottorft oder gescheft halben, der sagt dann es: einer ein tag,
ein halben tag, ein stund, etzlicher zwu oder drei stund etc. sovil
nach anzall nach dem tag lon nimpt der stat paumeister dann wider auß
desselben puchslein fur dieselben halb oder gantz tag, und ist es
ein steinmetz, tuncherer, pflasterer, decker oder zimmergesell, der
einlutz stund aussen gewest ist, das ist alleweg zwen pfenning fur ein
stunde; ist es aber ein tagloner so ist es alle wege ein pfenning fur
ein stund, die im ein paumeister minder geben [30^a] sol. des sein sie
alle willig und haben des kein wider rede. so bedarf ein paumeister nit
sorgen, das ir keiner gantzen lon ein neme und stillschweig, dann ob
er gern schwig, so schweigen sein gesellen nit, die rugen ie einer den
andern.
Und wann es dann zu zeitten ist, das ein arbeit als nöttig ist, also
das sie die stunt oder etzlich stunt steen im tag und pei der arbeit
pleiben, do sie sunst abgeen mochten; so gibt inen ein paumeister
desgleichen ie fur ein stund zwen pfenning wie oben steet, alles nach
altem herkomen.
Nun wenn die taglon also eingezelt sein in die lon puchsen, so gibt der
stat paumeister als pald dem schaffer oder Gürtler sein wochen solde
und darzu des schutmeisters und der pferd lonne, die derselb Gürtler
oder ander dieselb wochen an der stat arbeit gehabt haben; dieselben
zalt dann furpaß der Gürtler etc. sovil und ir iedem gepurt. welicher
dann minder verdient het mit dem pferd, das gibt der Gürtler einem
paumeister wider.
So hat man vor zeitten gehabt ein peutel, aber ietzunt, als die ding
und von herren Hannsen Coler an mich komen sein, hat man ein swartze
hultzen püchsen, die mit allerlai gesamentem gelt ist, dorein man legt
soliche halbe oder gantze taglon auch stundgelt, die die arbeitter
außgesetzt oder versaumpt haben, die das gelt darfur geben wie da
vorn steet etc. darzu legt ein paumeister ein dieselben puchsen alle
wochen vier, sechs oder acht pfunt alt, darnach und ine bedunck, das er
uberichs gelts bedarf etc. darauß und darvon bezalt der stat paumeister
den steinmetzen, wo sie Kornperk stein gehawen haben, iedem alle tag
dreier pfenning mer dann den gewonlichen lon, den man inen sunst hat
eingezelt und gibt. mer bezalt man auß [30^b] derselben püchsen allen
taglonern, die nit allein mit der schauffel arbeitten, einem ieden
alle tag, die er die wochen gearbeit hat, ein pfenning, das heist
man dann uberich pfenning nach altem herkomen. wann man rechent und
zelt denselben taglonern alleweg in ir buchslein den minsten lon zu
ieder zeit gleich durchauß, als ob sie alle allein mit der schauffel
am schuß arbeitten, und wenn man inen dan gelont, so gibt inen ein
paumeister dann die uberichen pfenning wie oben steet. und bezalt man
von solichem gelt, wo man die winden von stat rückt oder scheubt, dem,
der do schreit, ein pfenning, oder do man das winden seil einzeucht
zwen pfenning, oder welicher kalck ablescht oder am hoyer singt, oder
do ein tagloner fur einen andern auf der maur, wo man mauret, kan
verpinden, oder im morter arbeit und den gut kan machen, und der oder
desgleichen do ein paumeister sicht, das es einer verdient, oder der
stat werckmeister, heist der stat paumeister ir einem ein pfenning den
tag oder zu zeitten ein pare pfenning zu badgelt mer geben. das alles
man von solichem gelt bezalt alles nach altem herkomen.
Auch wo dann der stat paumeister also geware wirt, das der arbeitter
einer oder mer von der arbeit getragen het on laube, es weren klupfel,
pretter, spenn oder anders, das inen verpotten ist, so soll inen ein
paumeister an irem lon zwir als vill darfur abschlagen, domit man inen
solchs abtragen weren mug etc. dann wo man das von einem liede und von
dem andern nit leiden will, so macht es unwillen zwischen inen.
Mer nachdem soliche taglon in die puchslein eingezelt werden, so ist
ein laden oder gehelterlein darzu vorhanden, dorein man die alle
mitsampt der swartzen büchsen setzt und sperret dieselben zu mit einem
schlüssel, den der stat paumeister hat. das ein zellen geschicht alle
weg also am freitag nach mittage oder den nechsten tag vor dem lon tag
alle wochen.
[31^a] Dornach am sambstag oder aber am nechsten feierabent darvor,
wo man den sambstag feiert etc. wenn der stat paumeister lonnen
will, so soll der Gürtler früe komen zu dem garauß oder im sumer
umb eins auf den tag zu dem paumeister und mit im geen zu der stat
arbeit allenthalben, aldo des paumeisters knecht die laden mit den
lönpuchslein unter einem mantel mit tragen soll. und wo die arbeitter
dann sein, do soll der stat paumeister aufsperren und den arbeittern
lonen wie vor geschriben steet. daran hat ein paumeister zu geen auf
das minst pei zwaien stunden alles nach altem herkomen.
So isset der schaffer, als ietzunt ist Conrat Gürtler, alle freitag
und sambstag das mittag moll mit der stat paumeister, auf das, das er
am freitag nach mittag dem paumeister helf das gelt ein zellen und des
gleichen am sambstag früe mit ime gee zu dem lonen, alles nach altem
herkomen.
Item so hab ich es piß her gehalten mit der zunemung des lones der
arbeitter also: wenn sant Peters tag stül feier [22 Febr.] oder sant
Johanns tag vor der lateinischen pforten [6 Mai] gefallen ist auf ein
montag, erittag oder mitwoch, so hab ich inen dieselben wochen gantzen
follen lon [gelassen] oder zu genummen und den meisten lon geben;
gefellet aber der tag einer auf ein pfintztag, freitag oder sambstag,
so hab ich ine nit mer [geben] sunder das pei dem kleinen lon beleiben
lassen die selben wochen.
Und desgleichen von sant Gallen tag [16 Oct.], wenn der gefellet auf
ein montag, erittag oder mitwoch, so prich ich ine den lon ab dieselben
wochen; gefellt er aber auf ein pfintztag, freitag oder sambstag, so
prich ich ine an dem summerlon nichtz ab dieselben wochen.
[31^b] Von dem walthawer.
Mer soll der stat paumeister gedencken und zu der stat nottorft
bestellen einen redlichen walthawer, der getrew, warhaft und frum sei,
doran er sich gelassen und dem getrawen mug, als vor zeitten der
Heintz Höchell ob zweintzig jaren und ietzunt Peter Funck zu Fischpach
gesessen pei acht jaren walthawer ist. ein solicher walthawer, den
ein paumeister bestellt mitsampt sein knechten, die ime helfen hawen,
soll der stat paumeister einem obersten amptman des waldes in sant
Laurentzen pfar im anfang zu prengen und stellen. derselb walthawer und
sein knecht sullen dem amptmann gehorsam thun nach altem herkomen, und
darnach alle jar zu sant Walpurgen [1 Mai] tag des gleichen thun, die
weil ein walthawer der stat paumeister fugsam und eben ist.
Es soll der stat walthawer der stat paumeister zu der stat nottorft
zimmerholtz hawen, des gleichen sein knecht, die im helfen hawen zu
der stat nottorft, die thun alle jar zu sant Walpurgen tag gehorsam
und schweren einem obersten amptman des walds in sant Laurentzen pfar,
das sie des walthawer ampts getrewlich warten und pflegen wollen, auch
alles holtz zu rechtem wedel am monat hawen und fellen, es sei was
holtz das sei, außgenomen streuholtz auf die prucken mugen sie woll im
unhaw hawen. und was des holtz im wedel gefellt und zu zimmer tauge,
sullen sie auf hawen hinters und forders und sunderlichen eichens
holtz, was man des geniessen mag, dormit das kein holtz auf dem walde
pleib ligent. aber in der meil sullen sie kein holtz hawen, inen
derlaub es dann ein erber ratte oder ein oberamptman des waldes. auch
so soll der stat walthawer niemant kein holtz hawen oder furen auch
nit holtzen, dann im selber mag er ungeverlich ein prennholtz furen
zu seiner nottorft, es wer dann, das er zu der stat nöttorft nit zu
hawen noch zu furen hett, so mocht er im selber zu nutz woll holtzen
auf seine pfant, doch mit gunst und willen eines obersten amptmanns und
anders nit, alles ungeverlich. was zimmers dann der stat walthawer also
hawet, das soll er alles zaichen mit zweien †† creutzen,
als im das der amptman bevolhen hat.
[32^a] Darzu ist sunst ein gemeiner stat walthawer, der so hawet auf dem
walde in sant Laurentzen pfarr, der einem erbern ratt alle jar ein sum
geltz gibt, das im ein rat und ein amptman vergunt zimmer zu hawen
zu gemeinen pewen in der stat. derselb walthawer und sein knecht thun
auch alle jare gehorsam dem obersten amptman des waldes auf meinung als
oben steet. was also der gemein walthawer zimmers hawet, zeichent er
mit † creutz. mit demselben walthawer hat der stat paumeister
nichtz zu thun etc. derselb walthawer getare kein zimmer noch holtz fur
die stat noch ausserhalb der rinckmaur on laub des ratz nit geben.
So wirt das meiste holtz zu der stat nottorft alles gehawen auf der
seitten in sant Lorentzen pfarre waldes, das dann vill geschlechter
ist dann auf der seitten in sant Sebolts pfarre. wiewoll auf derselben
seitten des walds in sant Sebolts pfarre auch vier gesworen walthawer
sein, hawen sie doch nichtz zu der stat nottorft dann allein, wenn
ein paumeister latten, eichener zeungerten oder gezenckter schrancken
bedarf, die vindt man paß do dann auf der andern seitten in sant
Laurentzen pfarr etc. das hawet der vier walthawer einer, genant der
Klugel. auch lest man zu zeitten segpaum do hawen, gibt man von einem
zu hawen sechs pfenning nach altem herkomen, oder zu füren herein hat
man ettwann geben von einem segpaum dreiundviertzig pfenning; do muß
man ietzunt geben von einem siben und acht groschen.
Auch so soll der stat paumeister alle goltfasten mit der stat walthawer
abrechen. und wenn er also rechen will, so soll der stat werckmeister,
der zimmermann, auch der schaffer und anschicker mitsampt der stat
walthawer das holtz, das seint der nechsten rechnung herein zu der stat
nöttorft komen ist, vor abzelen und das aigentlichen einem paumeister
beschriben geben, von leng und groß und wie vill des sei etc. doch
soll ein paumeister kein holtz zallen, es sei dann herein in die stat
geantwort worden von dem walthawer etc. alles on geverlichen.
[32^b] Wenn dann solche rechnung ie gescheen ist in pei wesen der stat
werckmeister des zimmermanns und des schaffers, so hat ein paumeister
ie gegeben des walthawers knechten vier pfund alt, und dem schaffer und
anschicker sechtzig pfenning, und der stat werckmeister dem zimmerman
dreissig pfenning fur ein trinckgelt nach altem herkomen. aber die
zeit und der Hanns Coler paumeister gewesen ist, hat er dem walthawer
alleweg geben siben pfunt alt rechen geltz fur alles ding, und hat
furpaß ine domit lassen umbgeen. der hat dann darvon geben der stat
werckmeister dem zimmerman sechtzig pfenning und dem schaffer sechtzig
pfenning und des paumeisters ehalten sechtzig pfenning; also ist es biß
her gehalten worden. aber nachdem und meister Hanns Dubinger abgangen
ist, hat der stat walthawer dem statmeister dem zimmerman nichtz geben,
denn ein moll so ist er mit ime auf den tag, als man rechent.