»Ja, Mathes! Alles!«
»Wie is er denn weggangen, der Hof?«
»Grad um d' Hypothekenschulden.«
»Jesus Maria! Wie kann denn so was gschehen! Wann auch droben der Wald
halb ausgschlagen und halb versunken is! Der Hof allein is doch seine
hunderttausend und drüber wert.«
»Ja! Dös hat mir gestern der Rufel gsagt. Er hat mir 's Geld anboten,
daß ich mitsteigern kunnt.« Karlin lächelte müd. »Was tät denn ich
allein mit so eim Hof?«
»Aber schau, ich hätt dir ja gholfen!«
»Und hättst dir d' Finger blutig gschunden. Für ander Leut!« Ruhig
schüttelte sie den Kopf. »Na, Mathes! Lieber net! Schau, für mich is eh
kein Platzl nimmer gwesen in dem Haus da drunten!«
»Und gar nix is dir blieben?« stammelte Mathes.
»Nix.«
»Aber 's Inventari? Und d' Roß und 's Vieh? Dös muß doch ebbes bracht
haben!«
»Siebentausend Mark. Da haben dem Toni seine Verwandten d' Hand
draufglegt. Sie haben gsagt: ich hätt kein Recht net, weil kein Kind
nimmer da is, und sie täten Prozeß machen. Hätt ich streiten sollen,
Mathes? Na! Ich hab ihnen alles zugstanden und hab gsagt: ich will nix.
Hab ich net recht ghabt, Mathes?«
Er drückte ihre Hände, und seine Stimme klang, als wäre ihm leichter
und mutiger ums Herz geworden. »Ja, Linerl, da hast recht ghabt!«
»Dös is noch 's einzig, was mir lieb is an allem Unglück: daß ich
nausgeh aus dem Haus, grad so, wie ich eini zogen bin. Und schau,
nix anders trag ich mit mir fort, als wie den Kummer um mein Kind!«
Zitternd bedeckte sie die Augen.
Da rückte Mathes an ihre Seite und zog ihr mit scheuer Zärtlichkeit die
Hände nieder. »Linerl? Was willst denn machen jetzt?«
»Was bleibt mir denn über? An Dienst muß ich halt suchen. Ich tu's
gern. D' Arbeit fürcht ich net.«