»Was, Linerl?«
»Wie kommst du denn jetzt da her?«
»Gwartet hab ich auf dich. Weil ich mir denkt hab: es kunnt doch sein,
daß du kommen tätst.«
Sie nickte. Eine Weile schwieg sie. »D' Vroni hat mir zugredt. So will
ich halt auffi zu deine Leut und will s' drum anreden, daß s' mir an
Unterstand geben, bis ich was anders find.«
»Ja, Linerl, da hast recht! Der Vroni ihr Stübl wartet schon auf dich.
Aber so viel müd schaust aus!« Die Stimme versagte ihm. »Magst dich
net a bißl niedersetzen?« Mit beiden Händen kratzte er im Schatten der
Fichte die dürren Reiser aus dem Moos. »Schau, da hast a guts Rasten!«
»Vergelts Gott!« Karlin legte das Bündel ab und ließ sich nieder.
Nun saßen sie wortlos nebeneinander und blickten ins Tal hinunter.
Leuchtend drangen einzelne Sonnenstrahlen durch die dichten,
schwarzgrünen Zweige, die sich im Winde sacht bewegten. Das gab auf den
Händen und Gesichtern der beiden ein zitterndes Spiel von Lichtern und
Schatten.