Die Almen und Felsenzinnen leuchteten im Gold des Abends, während Vroni
und Schorschl am Ufer des neu entstandenen Bergbaches über die Gehänge
hinunterstiegen.
Mathes stand bei der halb zerstörten Scheune und blickte den beiden
nach.
Solang ihn Vroni sehen konnte, winkte sie immer wieder mit der Hand zu
ihm hinauf. Als die Hügel ihn verdeckten, fragte Schorschl: »Was hat
denn der Mathes?«
»Du därfst es ja wissen jetzt!« Sie wisperte: »'s Linerl hat er gern.«
Der stammelnde Laut, den Schorschl zur Antwort gab, ging unter im
Rauschen des Baches. Doch hinter seinem Schreck kam gleich die Freude
wieder. Daß Vroni sich eins mit ihm fürs Leben fühlte, das hatte ihm
kein Händedruck, kein leuchtender Blick so deutlich gesagt, wie dieses
leise Wort, mit dem sie ihm das Geheimnis des Bruders anvertraute.
Schweigend umschlang er sie.