Sechzehntes Kapitel

Die Almen und Felsenzinnen leuchteten im Gold des Abends, während Vroni

und Schorschl am Ufer des neu entstandenen Bergbaches über die Gehänge

hinunterstiegen.

Mathes stand bei der halb zerstörten Scheune und blickte den beiden

nach.

Solang ihn Vroni sehen konnte, winkte sie immer wieder mit der Hand zu

ihm hinauf. Als die Hügel ihn verdeckten, fragte Schorschl: »Was hat

denn der Mathes?«

»Du därfst es ja wissen jetzt!« Sie wisperte: »'s Linerl hat er gern.«

Der stammelnde Laut, den Schorschl zur Antwort gab, ging unter im

Rauschen des Baches. Doch hinter seinem Schreck kam gleich die Freude

wieder. Daß Vroni sich eins mit ihm fürs Leben fühlte, das hatte ihm

kein Händedruck, kein leuchtender Blick so deutlich gesagt, wie dieses

leise Wort, mit dem sie ihm das Geheimnis des Bruders anvertraute.

Schweigend umschlang er sie.

Der laufende Berg · 第 55 / 60 题