Die Forschungsgesellschaft

Im Norden ankerte die kleine Dampfjacht „Seepferd“. Sie war mit einer

deutschen Forschungsgesellschaft hergekommen, die ausgezogen war, dem

Stillen Ozean einmal gründlich auf die Eingeweide zu fühlen, und sie

hatte bei monatelangen Kreuz- und Querzügen schließlich doch einmal

auch Kililiki getroffen. Sie wären vorbeigedampft, denn ihre Arbeit war

abgeschlossen. Aber diese Insel war nicht in ihre Karten eingetragen.

So warfen sie Anker, und die jungen Mitglieder ruderten mit zwei

Matrosen gleich ans Land. Sie sahen den Steg in dem Felsen, und sie

kamen wie ein Gewitter, das auf einmal mitsamt Blitz, Donner und Wolken

auf die Erde fällt, über die Versammlung im Steinbruch her.

Die Schlitzäugigen, die allerhand geheime Wege hatten, waren über diese

zum größten Teil entwischt. Die Uferleute drückten sich ängstlich in

die baumbestandene Ecke, in der sich der Hag des Dicken befand.

Regenbogen hatte den jungen Leuten oft von jener ungeheuren Insel

erzählt, die so groß war wie die blaue Matte über Kililiki und dem

großen Wasser, und die Dörfer hatte, die doppelt so groß wie die ganze

Insel waren, und in den Dörfern wohnten nur weiße Männer, Frauen und

Kinder.

Die Alten hatten auch einiges von diesen Erzählungen aufgeschnappt, sie

vermochten jedoch nicht recht zu glauben, daß die Erde noch mehr weiße

Menschen trug als Regenbogen. Aber die Jungen, die durch jene

Erzählungen Regenbogens mit den weißen Männern schon etwas vertraut

waren, riefen den Alten zu, sie brauchten keine Furcht zu haben, das

seien Brüder Regenbogens. Die Weißen kamen auf die Geängstigten zu und

hoben die Arme hoch, um zu zeigen, daß sie keine Waffen hatten und

ihnen nichts tun wollten. Sie sahen, daß die Schwarzen alle ebenfalls

waffenlos waren. Das verstanden die Männer aber nicht, und sie drückten

sich heftig gegen den Hag. Pfähle krachten und Matten rissen. Auf

einmal erscholl ein entsetzliches Gebrüll. Ein Klumpen mengte sich

unter die Männer, die in den eingedrückten Hag gerieten, preßte sich

mit brüllenden Lauten zwischen ihnen hindurch, rollte nieder und erhob

sich und fiel wieder hin. Es war der Gemästete. Das Fett hing, nun da

er alt wurde, wie Würste schlapp um ihn herum. Er war entsetzlich

kurzatmig und schimpfte zusammenhanglose Unflätigkeiten. Dünne graue

Haarsträhnen klebten zwischen den Fettfalten seines Schädels. Er wälzte

sich bis an die Weißen heran und rief: „Äser! Äser!“ und griff nach

einem. Sie erwehrten sich seiner ohne Mühe. Ein Matrose hielt ihn fest.

Der Dicke war dem Wahnsinn verfallen.

Die Männer aus den Dörfern aber verstanden nichts von dem, was

geschehen war. Sie glaubten, der Dicke sei eine Sau, eine ulkige

Mißgeburt, die schreien konnte wie ein Mensch, und weil sie sich dazu

auch noch wie ein Mensch gebärden konnte, fanden sie ihn

außerordentlich komisch, und sie begannen im Gebüsch und Hag allmählich

immer lauter aufzumeckern. Das Gebaren der so drollig geratenen Sau

ergötzte sie aufs höchste und machte sie den Weißen zugleich

zutraulicher.

In Möwenschnabel regte sich das Blut, das ihn zum König gemacht hatte.

Er nahm all seinen Mut zusammen, denn er war nicht sicher, ob nicht wie

damals, als Regenbogen gekommen war, plötzlich das große Donnern wieder

über die Männer dreinführe. Er schlüpfte etwas aus dem Gebüsch heraus

auf die Weißen zu und entblößte weit sein Gebiß, indem er freundlich

und lauernd: „Ö! Ö!“ grüßte. Dann wartete er zugleich auf Donner und

Tod und auf gutes Gelingen seines Unternehmens. Ein Mann trat auf ihn

zu. Er sah aus wie Regenbogen und klopfte ihm versichernd auf die

Schulter, und auf einmal wußte Möwenschnabel und wußten alle die

nackten Männer im Gebüsch, daß all die Weißen nichts anders seien wie

Regenbogen. Ein Individuum schwand, und ein Begriff trat an seine

Stelle, so wie in diesen Urwaldphantasien Leben lebloses Ding und

lebloses Ding Leben, eine Tat, eine Vorstellung, ein Mensch und aus

einem Menschen oder einer Tat eine Vorstellung werden konnte. Sie

wurden auf einmal ganz zutraulich. Sie wälzten sich aus dem Schutz des

Hags heraus und tolpatschten, lachten und machten ihre freundlichsten

„Ö! Ö!“ um die Weißen, wie junge spielerische Hunde. Sie redeten die

Weißen an und glaubten verstanden zu werden und griffen nach ihren

Armen und sagten immer: „Regenbogen! Regenbogen!“

„Lausch, verstehen Sie, was da auf einmal vorgegangen ist?“ fragte der

Doktor Stein seinen Kameraden.

Der meinte nur: „So was haben wir nirgends erlebt ... Wer ist denn der

weiße Dicke?“ fragte er plötzlich.

Der weiße Dicke lag in der Sonne auf dem Boden und streckte die Beine

und Arme weg. Er war tot. Er war tot wie ein Tier. Ein Herzschlag hatte

ihn erlöst. Doktor Stein, der Arzt war, bückte sich zu ihm nieder und

versuchte lange, durch die Fettbehänge dem Herzen nahe zu kommen. Es

schlug nicht mehr. Er sah sich den Toten an und bemerkte seinen

Kameraden: „Als ob er gestopft worden wäre, wie eine Mastgans. Welches

Geheimnis ist diese Insel? Kneifen Sie mich mal in die Nase, Lausch, ob

ich wirklich lebendig und bei Sinnen hier stehe ...“

Lausch kniff ihn. Stein sagte: „Ja!“ Dann zeigte er Möwenschnabel auf

den Toten. Möwenschnabel erschrak und machte eine Bewegung, die heißen

sollte: „Ich weiß nicht, hab ihn nie gesehen.“ Auch die andern

Schwarzen schienen nichts von ihm gewußt zu haben. Sie lachten nur,

denn sie glaubten noch immer, der weiße Körper sei eine Mißgeburt von

einem Schwein. Stein sagte den Matrosen, sie möchten eine Grube graben

und den Toten hineinlegen.

„Was machen wir jetzt?“ fragte er Lausch und die beiden andern. „Was

meint ihr, wenn wir an Bord zurückkehrten, Papa Wiltingen berichteten

und ihm nahelegten, mit diesen Männern in deren Dörfer zu gehen. In

diesem Loch können sie doch nicht wohnen ...“

Dabei drehte er sich herum und blieb auf einmal mit offenem Mund,

erschrocken und wie geschlagen, stehen. Lausch folgte den Bewegungen

Doktor Steins, und es geschah ihm plötzlich dasselbe. Der Biologe

Doktor Hardt, der zu dem dicken Toten niedergebeugt kniete, sah, daß

die beiden auf einmal, gleich der Frau Lots auf der Flucht, wie Säulen

dastanden, folgte der Richtung ihres Gesichts, sprang auf, und auch der

Zoologe Doktor Meister, der im Haufen der Schwarzen stand, gewahrte

unversehens die Riesenbilder und trat mit einem Ruf des Erstaunens und

Erschreckens aus dem Haufen heraus.

Er fand zuerst die Besinnung vor der fürchterlichen Gewaltigkeit dieser

plötzlichen erdenschwarzen Hünen aus Granit, und er sprach das Wort:

„Osterinsel!“

„Ja, aber viel älter, viel mehr Urwald und ... furchtbar, furchtbar!“

rief Lausch. Auch Stein sagte: „Ganz anders!“

Er zeigte Möwenschnabel und den Schwarzen die Bilder. Sie wichen

erschrocken zurück. Sie versuchten die Weißen mitzuziehen. Sie waren

sich nicht gewiß, wie die entsetzlichen Seelenfänger dort die Berührung

mit den Weißen auffaßten. Einer der Europäer sagte: „Sie scheinen sich

davor zu fürchten. Sie wollen uns weghaben. Kommt! Wir können ja morgen

wiederkommen.“

Sie gingen, von den Männern umschwärmt. Die Kililikier zogen ihre Kanus

unter den Bäumen heraus, die Weißen ruderten zur Jacht und erzählten

dem Professor von Wiltingen, dem Leiter der Expedition, was sie erlebt

und gesehen, und baten ihn, den Anker zu lichten und zu den Eingebornen

zu fahren. Die Kanus hielten sich in gemessener Entfernung. Der Anker

rasselte hoch, und auf einmal begann das Schiff sich in Bewegung zu

setzen. Da scholl, wie eine Gewehrsalve, das Lachen aus den Kanus auf.

Das Schiff fuhr ohne Ruder und ohne Segel. Hat man das je auf Kililiki

gesehen? Ohne Ruder und ohne Segel. Das Lachen knatterte vom Felsen

wider. Das „Seepferd“ fuhr mit wenig Dampf. Die Kanus lagen wie ein

Schweif hinter ihm. Dann, nach zwei oder drei Stunden rückten sie auf

einmal ab und ruderten ans Ufer. Der Dampfer setzte die kleine Jolle

aus, und die Europäer fuhren ans Ufer, wo sie zwischen Bäumen Hütten

sahen.

Als sie ein paar Schritte hinter Möwenschnabel her den Strand

hinaufgegangen waren, kroch Seeschwalbe plötzlich aus dem Ufer. Ihre

Augen funkelten vor gieriger Freude, sie hob die Arme hoch, sie wußte,

wer gekommen war und sagte rasch hintereinander die sechs deutschen

Worte, die sie von Pirath spielerisch gelernt hatte: „Peter,

Deutschland, weiß, schwarz, Kinder, gebären!“ ... Die Europäer lachten,

und Seeschwalbe entblößte mit tausend Gefühlen des Glücks, das sie wie

ein wilder ungestümer Vogelschwarm überfiel, die großen schönen Zähne

und sagte: „Regenbogen!“ und zeigte auf ihren Hag. Sie sprang voraus.

Die Europäer kümmerten sich nun nicht mehr um den lächelnden,

stammelnden Möwenschnabel, sondern folgten ihr.

Sie rief ununterbrochen ins Haus hinauf: „Regenbogen! Regenbogen!“ Aber

Regenbogen kam nicht. Sie wußte nicht, daß er sich geflüchtet hatte. Da

eilte sie vor den Europäern die Treppe hinauf. Die Weißen folgten.

Seeschwalbe trat enttäuscht wieder aus dem Haus und hob die Matte vor

der Tür hoch, damit die Weißen hineingehen konnten. Sie standen in dem

dunkeln, leeren Raum und wußten nicht, was geschehen sollte. Da holte

Seeschwalbe das Eisenbeil, den Kompaß, das Taschenmesser, die Uhr ...

alle europäischen Dinge hervor, die Regenbogen im Boot mitgebracht

hatte. Die Deutschen schauten sich an und schauten sich die Sachen an,

sahen aus den Schriften darauf, daß sie deutscher Herkunft waren, und

der alte Professor flüsterte: „Ein neuer Robinson!“

Er trat zu Seeschwalbe, legte mild seine Hand auf ihre Schulter und

fragte mit eindrucksvollen Bewegungen, wo der Besitzer dieser

Gegenstände sei. Seeschwalbe verstand die Frage und wollte den Weißen

mitteilen, sie sei erschrocken, daß er nicht hier sei, und wisse nicht,

wo er sich befände. Bevor sie aber diese Antwort geben konnte,

erblickte sie auf einmal in dem halbdunkeln Raum in einer Ecke den

König Möwenschnabel. Ihr Blick fiel zufällig unmittelbar in dessen

Augen, und da sah sie etwas Gefährliches darin stehen. Sie fühlte in

der raschen dumpfen Erkenntnis ihres Herzens, daß hinter diesen

selbstvergessenen Augen etwas vorging, das auf Regenbogen zielte. Sie

antwortete den Deutschen nicht mehr. Sie setzte zwischen ihnen

hindurch, fiel über die Stiege hinab und sauste in den Wald hinein,

zuerst ohne Richtung und nur heiß und angstvoll der Absicht folgend,

Regenbogen zu suchen. Etwas, was Angst, Dankbarkeit, Hundetreue, Liebe,

die ersten dämmernden Lichter von Gewissen war, hetzte sie so in den

Wald hinein. Sie preßte sich hastig, bebend und stammelnd durchs

Dickicht. Sie lief im Zickzack hin und her. Da fand sie auf einmal an

einem geknickten Ast einen Faden hängen. Der Faden war von Regenbogen.

Kein Mann auf der Insel besaß solches Gewebe. Sie rief und folgte

hastig einer Spur im Gebüsch. Es wurde dunkel und finster. Sie schnitt

sich rasch geradeswegs, scharf und drohend wie ein Messer durchs

Gestrüpp. Denn jetzt fühlte sie, wo er hingegangen war.

Sie fand die Höhle. Sie stürzte zu ihm, der im Moos lag und im Fieber

redete und stöhnte. Sie nahm seinen Arm und strich mit ihrer Hand

unermüdlich und beruhigend drüber hinauf. Das Fieber war in der

Auflösung begriffen. Piraths Hände drückten Seeschwalbe an sich. Er war

glücklich, in seiner qualvollen Einsamkeit und Krankheit des Leibes und

der Seele dieses Geschöpfes Teilnahme zu empfinden. Langsam schlief er

dann ein, von der Ermattung bewältigt. Seeschwalbe aber wachte und

horchte in den Wald hinaus. Es war ihr in ihrem aufgestachelten und

besorgten Argwohn, als könnte sie ihr Gehör und ihre Nerven wie Pfeile

in den Wald hineinwerfen. Und auf einmal nach Stunden, da die Dämmerung

schon grün vor der Höhle im Wald aufleuchtete, da trafen ihre lauernden

Vorhuten ein Geräusch, da empfand sie, daß sich etwas näherte.

Sie weckte Regenbogen leise und sagte ihm: „Möwenschnabel will dich

töten. Wach auf, Regenbogen! Seeschwalbe ist dein Vogel, der gewacht

hat, wie die Fregattvögel überm großen Wasser den Sturm aufrufen.“

* * * * *

Als Möwenschnabel hinter den Weißen in Regenbogens Haus eingeschlichen

war und gesehen hatte, daß Regenbogen nicht darin war und daß

Seeschwalbe sich erschrocken über seine Abwesenheit zeigte, da

durchfuhr ihn plötzlich ein großer Einfall. Sein Inneres sagte ihm:

„König Möwenschnabel, laß deinen Bauch zu dir sprechen: Der Regenbogen

ist vor den Weißen geflohen. Sie sind so viele, als eine Hand Finger

hat. Regenbogen ist allein. Er fürchtet sich. Diese Götter sind also

mächtiger als Regenbogen. Ich werde ihn töten. Das wird dem König

Möwenschnabel nützen.“

Sobald die Weißen dann zum Schiff zurückruderten, nahm er die Keule und

schlug sich in den Wald. Er suchte. Dann kam die Finsternis, und er

ging zurück in sein Haus. Aber mit der ersten Dämmerung brach er wieder

auf. Bald fand er Spuren. Er folgte ihnen, verlor sie wieder, aber der

Drang zu morden stand mit brutaler Sicherheit in ihm und schärfte seine

Sinne. Nach und nach fand er den Weg von Regenbogens Flucht und sah den

Felsen schon durch die Bäume durchdringen. Da faßte er seine Keule fest

in die Faust und drückte sich hitzig durch die Sträucher durch. Auf

einmal hörte unter den Felsen das Gestrüpp auf. Möwenschnabel sah

einige Schritte vor sich Regenbogen auf dem Boden sitzen, und vor ihm

stand Seeschwalbe. Die beiden erwarteten den König. Regenbogen erhob

sich vorsichtig und langsam. Der König trat vor. Er meckerte laut

seinen Gruß: „Ö! Ö!“ Er rief ihn halb spöttisch, halb von Haß

zerbissen, mit Genugtuung und Gier; er schob Seeschwalbe, die vortrat,

ohne weiteres auf die Seite und machte harmlos tuend eine Bewegung mit

seiner Keule. Er lachte. Aber Piraths Revolver war rascher, und die

Kugel traf mitten in das lachende Gesicht. Möwenschnabel stürzte

vornüber. Er lachte im Tod. Seine Finger umkrampften den Griff der

Keule wie einen Knollen. Alles lag in diesem, im Tod lebendig

bleibenden Griff, was unter der spitzen Wölbung des durchlöcherten

Schädels gelebt hatte. Die Finger glichen, hart, dünn und klein, wie

sie waren, der spärlichen Masse des Gehirns, die sie in den Tod

gestoßen hatte.

Pirath trat über die Leiche hinweg, Seeschwalbe umging sie, erschauernd

und zufrieden. Sie brachen sich in geradem Weg durch den Wald zum Dorf

Vater durch. Seeschwalbe ging vor, und Pirath hatte ihre kleine

zuckende Hand in seiner Faust. Pirath schien es ohne Überlegung klar

geworden zu sein, wohin er wollte. Er schritt wie eine Katastrophe

Europa zu. Ein krasser und brutaler Schmerz saß starr in seinem Herzen.

Es war kein Kampf in diesem Herzen. Aber die Selbstverständlichkeit

dessen, dem er sich näherte, war von derselben einfach rohen Größe und

Geradheit wie alles Lebendige der Insel Kililiki. Europa stand vor ihm

wie ein Zwang, der einmal vor langen Zeitwenden, in einer Urzeit,

unausrottbar in ihn eingesät worden war. Jetzt gedieh er und war ein

Urwald in ihm, und dieser erste große Schritt zurück zu dem Einst trug

all die überströmend und haltlos aufpflügende Wehmut in sich, die stets

die geheimnisvoll in die Tiefe weisende Begleiterin aller großen Taten

des Herzens wird.

So schritt Pirath hinter Seeschwalbe durch den Wald. Er wußte, daß zum

letztenmal die widerstrebenden und zähen Wogen des Urgestrüpps seine

nackten Flanken umpreßten, und er malte mit einer spitzen Angst im Leib

die weißen Gesichter vor sich, die drunten am Strand auf ihn warteten.

Aber als die beiden an ihren Hag kamen, saß das ganze Dorf drin und

auch das Nachbardorf und viele, viele andre Menschen. Sie sprangen auf

und liefen schreiend durcheinander und umströmten Pirath wie Strudel.

Weiße Männer waren jedoch keine zu sehen.

„Wo sind sie?“ fragte Pirath, der sich mit Gewalt auf seine Leiter

durchstieß.

„Im Norden!“ riefen alle.

Dann ging Pirath in sein Haus, suchte ein weißes Brett und nahm eine

angebrannte Kokosnußschale. Mit ihr schrieb er auf das weiße Brett:

„Bitte um Kleider!“ Er sagte Seeschwalbe, sie solle gleich im Kanu zu

den Weißen fahren und das Brett abgeben.

Nach einigen Stunden war Seeschwalbe wieder zurück. Sie hatte ein

Paket, das in Papier gewickelt war. Die Männer und Frauen lagen noch

alle im Hag und rundum und stürzten auf Seeschwalbe los. Aber sie rang

sich durch, das Paket in den hochgestreckten Armen haltend. Die Männer

griffen nach dem Bündel, dessen Hülle ihnen unbekannt war. Sie regten

sich auf. Seeschwalbe mußte alle Kraft und List anwenden, um sich

durchzuarbeiten. Sie entwischte und stürzte auf den Hag zu. Die Männer

sprangen bös hinterdrein. Sie flog die Treppe hinauf, die mannshoch

war, und rief Regenbogen, und zugleich, als sie oben war und Pirath in

die Tür kam, wollten die ersten Männer die Leiter heraufsetzen. Das

Erscheinen Regenbogens kühlte ihren Ansturm etwas. Die Leiter war nur

breit genug für einen Mann.

Piraths Insel · 第 74 / 96 题