Dein lieber Herr M. Luther.“

„Der heiligen sorgfältigen Frauen, Katherin Lutherin, Doktor

Zulsdorferin zu Wittenberg, meiner gnädigen, lieben Hausfrauen.

Gnade und Friede in Christo.

Allerheiligste Frau Doktorin! Wir bedanken uns gar freundlich für Eure

große Sorge, davor Ihr nicht schlafen könnt; denn seit der Zeit Ihr für

uns gesorget habt, wollt' uns das Feuer verzehret haben in unsrer

Herberg hart vor meiner Stubenthür; und gestern, ohne Zweifel aus Kraft

Eurer Sorge, hat uns schier ein Stein auf den Kopf gefallen und

zerquetscht, wie in einer Mausfallen. Der hatte im Sinn, Eurer heiligen

Sorge zu danken, wo die lieben heiligen Engel nicht gehütet hätten. Ich

sorge, wo Du nicht aufhörst zu sorgen, es möchte uns zuletzt die Erde

verschlingen und alle Elemente verfolgen. Lehrest Du also den

Katechismum und den Glauben? Bete Du und laß Gott sorgen, es heißt:

„Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der sorget für dich (1. Petr. 5, 7).“

Wir sind, Gott Lob, frisch und gesund, ohne daß uns die Sachen Unlust

machen, und Doktor Jonas wollt' gern einen bösen Schenkel haben, daß er

sich an eine Lade ohngefähr gestoßen: so groß ist der Neid in den

Leuten, daß er mir nicht wollt' gönnen allein einen bösen Schenkel zu

haben.

Hiemit Gott befohlen. Wir wollten nun fort gerne los sein und

heimfahren, wenn's Gott wollt', Amen, Amen, Amen.

Euer Heiligen williger Diener Martinus Luther.

Katharina von Bora: Geschichtliches Lebensbild · 第 61 / 92 题