Rops Spott trifft nur die Nichtbauern, die Nichtvölkischen. --

[Illustration: Abb. 41. +Teniers d. J.+, Fest im Hofe eines

Wirtshauses.]

Und bei Teniers stört nur eines, mindert nur eines die Kraft

der Vorstellung: Die Anwesenheit städtischer Zuschauer. Auf

die Bildbetrachter geht von diesen Zuschauern doch immer etwas

reflektierendes aus. Es tritt zwischen die Bauern und uns ein

Störendes. Das Bild wird zur Bühne, die die Welt bedeutet, nicht ist.

Wir meinen sogar Teniers stelle die Bilder absichtlich wechselvoller

zusammen. Fürchtet er sonst zu einseitig zu sein? (Abb. 41.)

Mag diese Empfindung unnötiger arrangierender Nachhilfe berechtigt sein

oder nicht -- für die Beurteilung des Künstlers sind die Zuschauer, die

Brueghel und Brouwer nicht kennen, zutreffend: Der Maler hat nicht sich

eins gefühlt mit seinem Volke. Der Hofmaler Teniers, der von seinem

Schloß aus die Kirmessen sah, ist wohl der Geburt, aber gar nicht dem

Herzen nach Vollblutflame.

Doch für uns ist Teniers gerade als Hofmaler interessant.

[Illustration: Abb. 42. +Adriaen Brouwer+, Das Gefühl.]

Die fremden Herrscher protegierten ihn. Der deutsche leidenschaftliche,

in Spanien erzogene, Don Juan d'Austria, aus bayerischem Blut, war's,

der ihn unterstützte. Er wollte mit ihm zeigen, daß er für das

flämische Volk fühle. Er wollte es gewinnen.

Ob ein Hofmaler dafür gerade der geeignetste war, läßt sich bezweifeln,

zumal Teniers das künstlerisch sehr zweideutige Ziel erreichte, die

flämische Bauernmalerei salonfähig zu machen.

Belgiens Volkscharakter, Belgiens Kunst · 第 22 / 24 题