Der Stadtteil Merkes umschließt auch viele Gräber aus den
verschiedensten Zeiten. In den ältesten, tiefsten Kulturschichten,
die Hammurabi und seinen Nachfolgern angehören, wurden die Leichen
unmittelbar der Erde anvertraut, höchstens in Strohdecken gehüllt oder
mit Ziegelsteinen umgeben. Sie lagen lang ausgestreckt und anscheinend
dort, wo sie bei Lebzeiten ihre Wohnung hatten. Bis 3 Meter über dem
Nullpunkt fanden sich Gräber, deren Leichname in hockender Stellung
in lange, topfähnliche Gefäße mit rundem Deckel eingeschlossen waren.
In der nächsten Schicht folgen kurze und hohe, ebenfalls mit Deckeln
versehene Lehmsärge aus der Zeit Nebukadnezars und seiner nächsten
Vorgänger; hier sind die Leichname so stark zusammengedrückt und
gekrümmt, daß die Kniee bis an das Kinn hinaufreichen. Die 4-7 Meter
über Null liegende Schicht enthält trogförmige Särge, die auch zu kurz
sind, um die Toten ausstrecken zu können. Die oberste Schicht zeigt
griechisch-parthische Gräber mit Ziegelsarkophagen, in denen die Toten
in Holzsärgen lagen. Gewöhnlich gab man den Verstorbenen Schmuck mit
ins Grab, selten Waffen.
[Illustration:
Phot.: Schölvinck.