Sechzehntes Kapitel

Nach dem unerwarteten Erfolg seines Buches hatte sich Stefan Gudstikker

beeilt, die vornehme Bel-Etage eines vornehmen Hauses zu mieten. Seine

stolze Mutter hatte es verschmäht, bei ihm zu wohnen, und sie hatte

gelacht, als er ihr Geld anbieten wollte. Er betrieb eine eigene Art von

Leutseligkeit gegen seine Bekannten, die darin bestand, daß er seinen

berühmten Namen, auf Visitenkarten gedruckt, häufig in ihre Briefkasten

schob; er ließ das Haar ein wenig länger wachsen, den Bart ein wenig

imposanter stutzen, kaufte einen Brillantring, der beim Schreiben ein

schwüles Feuerwerk von Strahlen gab, ließ sich photographieren, und zwar

in einem Smoking, in einer Kravatte von durchbrochenem Rips, den

Cylinder in der Hand, mit fest nach vorwärts gerichtetem, gleichsam

unparteiischem Blick und etwas mitleidig verzogenem Mund. Nach solchen

Vorbereitungen beschloß er, seinen Kollegen in der Hauptstadt ein

Rendez-vous zu geben und sprach gegen seine vertrauten Freunde

stirnrunzelnd von den Kniffen, die er werde anwenden müssen, um gewissen

Festlichkeiten zu entgehen. Seine Gewohnheit, einsam zu sein, lasse ihn

diesen Schritt nur mit großer Überwindung thun.

Kisten und Koffer waren gepackt. Die Fenster standen offen, und ein

würziger Strom Vorfrühlingsluft floß herein. Gudstikker war beschäftigt,

seine Reiselektüre zu sichten, als sich die Thüre öffnete und Monika

Olifat hereinkam. Sie öffnete die Thüre nur wenig und schob sich

furchtsam durch den Spalt. Sie hatte mit einem großen Shawl den Kopf

verhüllt. Gudstikker war so überrascht, daß er die brennende Cigarre

fallen ließ. Doch dies dauerte nur einen Augenblick; dann war er völlig

gefaßt, ja, er schien sich sogar zu freuen. Er ging hin und bot ihr die

Hand.

Monika sah nicht, daß er ihr die Hand gab. Sie setzte sich oder sie sank

vielmehr auf einen der herumstehenden Koffer, ließ den Blick unsicher

umherschweifen und murmelte: „Du gehst fort, Stefan?“

„Aber natürlich, Närrchen, ich muß doch,“ erwiderte Gudstikker.

„Begreifst du denn nicht, daß ich muß? Am fünften führt man mein Stück

auf und heute, – na ja, noch drei Tage. Willst du dich nicht lieber auf

den Stuhl da setzen?“

„Also du gehst fort,“ wiederholte Monika mechanisch. „Du gehst fort.“

Und sie wollte die Hand an die Stirn heben, ließ sie aber im Schoß

ruhen. Beide Hände lagen da, schwer, aneinandergepreßt.

Gudstikker lächelte schnell unter seinem schwarzen, koketten Bart

hervor. Dann nahm er ihre Hand und sagte: „Liebes Kind, die Pflicht

ruft. Da ist nichts auszurichten. Wer aber sagt denn, daß ich nicht

wieder komme, nicht wieder zu dir komme? Wer kann es wagen, dies zu

behaupten? Sieh doch selbst; angenommen, wir könnten uns nicht wieder

treffen, selbst diesen Fall angenommen sage ich, bliebe uns nicht die

köstliche Erinnerung übrig, dir und mir? Flammen in der Vergangenheit

wärmen selbst die Zukunft, sagt irgendwo ein großer Dichter. Du wirst

das verstehen, denn du bist ja so klug wie wenig Weiber. Ist es denn ein

so großes Unglück, einmal an dem vollen Becher des Lebens getrunken zu

haben? Die Hauptsache ist, daß man satt ist, verstehst du. Ich behandle

ein solches Thema in meiner neuen Arbeit. Es ist außerordentlich

interessant, sie werden Gift und Galle spritzen, die Herren Kritiker,

aber das macht Spaß. Ich habe den Plan meiner Mutter erzählt; sie meint

sogar, daß es eine ganz philosophische Färbung hat. Sie hat ihr eigenes

Urteil in derlei Sachen, weißt du. Mein Gott, was hat sie aber auch

durchgemacht! Da ist es leicht, Philosophie zu haben. Nach dem Tod

meines Vaters ist es ihr verdammt schlecht gegangen. So schlecht, daß

sie ihr Brautkleid, eigentlich das Theuerste, was sie besitzt, ins

Pfandhaus tragen mußte. Und bis heute hat sie es nicht wieder einlösen

können. Man kann getrost sagen, daß es ihre Lebensaufgabe geworden ist,

ihr Brautkleid wieder einzulösen. Trotz alledem hat sie sich nie von

ihrem Hund trennen wollen. Ein prickelnder Stoff, was? Da kann sich ein

Balzac die Zähne ausbeißen. In letzter Zeit kränkelte sie übrigens. Du

könntest einmal hingehen. Aber rege sie nicht auf. Nur keine Scenen,

mein liebes Kind, nur keine Scenen, und vor allem keine Dummheiten. Noch

etwas, – daß du mir eine ordentliche Hebamme nimmst, und wenn möglich

einen geschickten Arzt dazu. Deine Mutter hat ja keinen Dunst von

solchen Sachen, _ta chère maman_ hehe. Ich muß sagen, ich freue mich

außerordentlich. Es ist eigentlich ein erhebendes Gefühl. Wie? Was sagst

du?“

Monika hatte sich erhoben und starrte hinaus gegen den Himmel, in eine

lange Linie rosenroter Wölkchen. „Nun ja,“ sagte sie gepreßt. Das war

alles. Ihre beiden einst so frohen, einst so frischen Augen glänzten

verräterisch, und als sie mit kurzem Nicken sich zum Gehen wandte,

perlte Thräne auf Thräne herab, ohne daß sie es zu hindern vermochte. Im

Treppengang lehnte sie sich an einen Pfeiler und hielt ihre Stirn mit

beiden Händen.

Es zeigt sich, daß zweihundert Jahre das Gemüt der Menschen nicht

verändern, daß dies nur eine winzige Phase ist im Prozeß der

Umwandlungen. Es scheint, als ob Charaktere oder Seelen über

Jahrhunderte hinweg in einer neuen Kette von Erscheinungen und

Ereignissen zu neuem Dasein erwachen müssen. Es ist dann gleichgültig,

ob dieser Wiedergekehrte Thomas Peter Hummel oder Stefan Gudstikker

heißt.

Gudstikker stand am Fenster, pfiff eine Arie und betrachtete ebenfalls

die rosige Wolkenkette. Und in den Pausen seiner Kunstausübung murmelte

er: „Jaja, die Weiber, die Weiber.“ Dann dachte er daran, sich von

seiner Mutter zu verabschieden und er machte sich auf den Weg.

Als er in die Stadt ging (seine Wohnung lag am Engelhardtspark in der

Nähe derjenigen Nieberdings), dunkelte es schon. Gudstikker fand sich

unvermittelt aus seiner siegesgewissen Stimmung gehoben. Er ging am

Redaktionshaus des „Tagblatts“ vorbei, als ein schriller Lärm ihn

aufmerksam machte. Seine zu jeder Zeit wache und geschäftige Neugier

hieß ihn stillstehn und lauschen. Er vernahm ein immer zunehmendes

Keifen, Brüllen, Schimpfen und Fluchen. Dazwischen wurde eine klagende

oder mahnende Stimme laut, und endlich wurde eine Thüre mit aller Wucht

zugeworfen; dann war es still. Gudstikker wollte seinen Weg fortsetzen,

als unter dem Thor des Hauses die Gestalt eines Greises erschien.

Gudstikker erkannte Baldewin Estrich und lachte. Eigentlich war es ihm

kaum klar, weshalb er lachte, denn der Alte bot bei den zahlreichen,

halbgeheilten Narben an Gesicht, Hals und Händen einen ziemlich

jämmerlichen Anblick; aber das hielt ihn nicht ab. Er raisonnierte

dabei: Gold machen allein wäre ja nicht so schlimm, das thun wir ja alle

auf unsere Art; aber Baldewin heißen außerdem –!

Indessen kam Estrich auf ihn zu und erkannte ihn, obwohl er ihn erst

einmal in Zirndorf gesehen hatte, obwohl es dunkel war und obwohl er

erregt schien von dem Streit.

„Was haben Sie denn dort drin gemacht?“ fragte Gudstikker lustig,

jedoch, wie ihm schien, sehr menschenfreundlich. Er gedachte, sich auf

eine Seelen-Analyse dieses „Originals“ vorzubereiten.

Der Alte blieb stehen und sah unsicher umher. „Wo kann man trinken?“

murmelte er. „Ich habe Durst!“

Gudstikker führte ihn in eine nahe Kneipe, wo als einziger Gast ein

jüdischer Hausierer saß, mit seiner Tagesbilanz beschäftigt, ein Glas

Zuckerwasser vor sich.

Baldewin Estrich bestellte Schnaps. Gudstikker, der sich immer noch als

der Mann über einer komischen Situation fühlte, lächelte die Tischplatte

und demnächst seine etwas besser gepflegten Fingernägel wohlgefällig an.

In der Schenke qualmte nur eine einzige Lampe. Die Fenster waren

geschlossen und schienen auch seit Jahrzehnten geschlossen zu sein, der

Atmosphäre nach zu schließen. Draußen war es noch nicht finster; die

Tiefe des Himmels war noch gelb. Estrich schaute in sein Glas und sagte:

„Junger Mann, ich habe abgerechnet. Ich bin leergepumpt, hohl, ein

hohles Faß. Ich habe gelebt, jawohl; aber für was? Für einen Fußtritt,

da haben Sie’s. Jetzt bin ich an der Reihe, Fußtritte zu geben. Also

aufgepaßt, da sind Zündhölzer: zwanzigtausend Gulden, achtzigtausend

Mark, sechsunddreißigtausend Mark, fünftausend Mark und daneben ein

kleines Loch und daneben ein kleiner Mann und daneben ein kleines

Schnapsglas ... hihihihi! Jetzt kommen meine Fußtritte. Meine Katze erbt

mein Haus, punktum. Meine Katze erbt mein Gold. So. Und wenn ich auch

noch keinen Notar und keine Zeitung für mich hab’, ich setz’ es durch.

Kein Mensch soll über meine Schwelle, so lang sie noch Schwelle, so lang

mein Haus Haus bleibt. Jetzt kommen meine Fußtritte, ihr satansträchtige

Brut, ihr Wanzenfutter, ihr Christen und Juden. He du! He! He Jud!“

Der Hausierer hob den Kopf. Als er das funkelnde Metall in Estrichs Hand

gewahrte, kam er näher. Vor dem Tisch schnappte er jäh zusammen wie ein

Messer, und seine Augen schienen herauszufallen. „Gott der Gerechte, was

ham Se da in der Hand? Werd’s doch user nit sein Gold? Is es? Is es

wahrhaftik? Odder welln Se machn zon Schoode en arme Jüd? Es is, schemaa

Jisroel, es is! Gott was e scheener Glanz! Gott was e scheenes Gold!

Chutzpeponim, was haste zum Narrn en arme Meschofesjüd! Gott, was e

scheenes, was e faines Gold!“

Gudstikker hatte nicht mehr Lust zu lachen. Im Gegenteil. Furcht und

Scham malten sich auf seinem Gesicht. Vielleicht seit seiner Kindheit

zum erstenmal vergaß er seine Rolle als Redner. Vielleicht zum erstenmal

wurde er erschüttert durch ein Bild der großartigen und bejammernswerten

Lebensschlacht. Der Hausierer stand da mit ein wenig vorgestreckten

Händen, und eine verschlingende Habgier brannte in seinem Gesicht, grub

neue Furchen und Runzeln hinein; seine Glieder bebten, sein Kopf

schaukelte mechanisch mit einer leisen Bewegung hin und her, seine

Finger krallten sich allmählich einwärts und seine feuchten Lippen

lallten. Baldewin Estrich schien sich nicht sättigen zu können an diesem

Anblick. Er streichelte das Metall, und halb scherzend, halb

schmeichelnd trällerte er eine Cadenz. Dann erhob er sich. Sein Gesicht

nahm einen überaus düstern und feindseligen Ausdruck an. Er spie aus,

schleuderte sein Glas gegen die Dielen, daß es zerschmetterte, warf Geld

auf den Tisch und verließ mit kräftigem Schritt und erhobenem Kopf den

Raum, wobei seine langen Haare flatterten.

Während Gudstikker die Stufen hinunterschritt, die von der Kneipe auf

die Straße führten, stieß er so heftig mit einem Menschen zusammen, daß

ihm der Hut vom Kopf in die Gosse flog. Als er sich umsah, empört und

bereit zu schimpfen, war es Nieberding, den er in der letzten Zeit näher

kennen gelernt hatte. Nieberding schien nicht allein zerstreut und

abwesend, sondern auf seinem Gesicht spiegelten sich auch die Bilder

aufregender Sorgen. Auf seinem Gesicht lag jener leise Ekel, in den sich

bei schwachen Naturen so schnell jede Mißstimmung verwandelt, und ohne

sich zu entschuldigen, man hätte glauben können, ohne den Stoß gefühlt

zu haben, eilte er seinem Hause zu.

Er war in fieberhafter Ungeduld, das was er gehört, der Schwester

mitzuteilen. Er klopfte an ihre Thüre, doch sie antwortete nicht. Er

drückte auf die Klinke, doch sie war versperrt. Er pochte stärker und

rief ihren Namen, umsonst. Er ging wieder in den Salon zurück und

schritt unruhig umher. Seine matten Augen lagen viel tiefer als sonst;

der suchende, krankhafte Glanz in ihnen teilte sich bei längerer

Betrachtung dem ganzen Gesicht mit. Seine Hände schienen ein eigenes

Leben für sich zu führen, schienen stets mit einander im Kampf zu

liegen, sich gegenseitig aufzureiben, worauf sie dann wieder lange Zeit

bewegungslos und müde herabhingen. Sie schienen begierig danach, sich im

Gebet zu falten, begierig nach einem Leiden.

Nieberding hatte seltsame Gerüchte vernommen über Jeanette, die sich in

einem der königlichen Schlösser aufhalten sollte. Überall im Volk gärte

eine gewisse Erregung über das Schicksal des Königs, eine Unruhe, die

täglich zunahm, ein wachsender Haß gegen die Minister, gegen den Hof,

gegen die Familie des Fürsten, eine nahezu thatbereite Neugier. Leute,

die den König einmal gesehen, hatten ihn nie wieder vergessen. Der

Eindruck seiner Person war so tief, daß, wer ihn sah, selbst ein Stück

Vornehmheit und Adel in seiner Seele davontrug. Er stand so außerhalb

alles Gewöhnlichen, Menschlich-Alltäglichen, daß der Nimbus, der seine

Handlungen umgab, fortwährend blendender und hinreißender wurde.

Als Cornely noch nicht kam, rief Nieberding die beiden Dienstboten. Sie

wußten nichts bestimmtes. Da pochte Nieberding, von einer schmerzlichen

Ahnung erfaßt, noch einmal so heftig er konnte an die Thüre. Dann

lauschte er und glaubte nichts zu vernehmen als einen Seufzer, der wie

durch viele Tücher gedämpft herausklang. Nun erbrach er mit Hilfe des

Dieners die Thüre.

Es bot sich ihm dieser Anblick: Seine Schwester lag mit nacktem

Oberkörper vor einem großen Christusbild, das sie sich heimlich

verschafft haben mußte, denn Nieberding hatte nichts von seinem

Vorhandensein gewußt. Ihr unglücklicher Körper war mit Striemen bedeckt.

Ihr Gesicht war entstellt, die Lippen zu einer schmalen Linie verzogen,

die Brauen bogen sich angestrengt über den Lidern. Nieberding schob den

Diener ungestüm hinaus und kniete nieder zu ihr; hob sie auf und legte

sie aufs Bett. Statt sie wiederzubeleben, starrte er sie an, während

sein Herz langsamer schlug.

„Cornely,“ flüsterte er an ihrem Ohr.

Sie schlug die Augen auf. Dann zog sie bebend die Decke bis an den Hals

hinauf.

„Was hast du gethan, Cornely?“ sagte Nieberding, in dessen Gesicht eine

zunehmende Furcht sichtbar war.

Cornely richtete sich verstört empor und griff nach der Hand des

Bruders. „Geh nie mehr fort,“ stammelte sie. „Ich kann nicht mehr

schweigen. Ich habe dich geliebt, liebe dich Edward, es ist entsetzlich.

Drücke meine Hand nicht so. Dafür büße ich vor Jesus Christus, denn

schon lange bin ich keine Jüdin mehr. Ich denke genau so wie du.“

„Schwester!“ rief Nieberding und wich zurück.

„Versteh’ mich recht,“ fuhr Cornely fort, allmählich in einen

fieberhaften Ton verfallend, „nicht als Bruder habe ich dich geliebt.

Nein, so, daß ich keinen Schlaf, keine Ruh’ mehr hatte von der Stund’

an.“

Die Furcht in Nieberdings Gesicht nahm beständig zu. Einmal blickte er

um sich, als erhoffe er durch irgend einen Zwischenfall Befreiung von

dem Gequälten der Situation. Wirklich erschien gleich darauf die Gestalt

Bojesens vor der Schwelle und hinter ihm eine Sekunde lang das neugierig

grinsende Gesicht des Dieners.

Bojesen war erstaunt; doch es schien, als ob er sich nur mit Mühe in

dies Erstaunen finden könne, gegenüber einem Gegenstand, der ihn bis

jetzt gänzlich in Anspruch genommen hatte. Seine Kleidung wies solche

Spuren geheimer und mühselig verborgener Vernachlässigung auf, daß, wer

ihn früher gekannt, nunmehr Mitleid fühlte und noch mehr als das. Obwohl

Nieberding erleichtert aufatmete, als er den Eindringling gewahrte,

wandte er sich ihm doch mit einem ungeduldigen und unwilligen

Stirnrunzeln zu.

„Sie wissen nicht, wo Agathon Geyer ist?“ begann Bojesen ohne weitere

Einleitung als einen flüchtigen, mürrischen Gruß.

Nieberding antwortete verwundert, er kenne Agathon Geyer gar nicht. Er

wurde immer mehr verwundert durch Bojesens nervöses, förmlich zuckendes

Wesen. Er fuhr sich zahllose Male mit der flachen Hand über die Stirn

und lächelte verstört in sich hinein.

„Ich habe ja gar nicht gefragt, ob sie ihn kennen,“ sagte Bojesen und

blickte sich mit leeren Augen im Korridor um, wohin ihn Nieberding

geführt hatte.

„Aber was giebt es denn? Was haben Sie?“

„Entschuldigen Sie, daß ich komme,“ murmelte Bojesen. „Entschuldigen Sie

nur. Natürlich können Sie nichts wissen. Aber seit heute morgen renne

ich bei allen möglichen Leuten herum, hier und in Nürnberg. Deswegen

komme ich auch zu Ihnen. Kennen Sie die Schrift?“ Er hatte einen

verschlossenen Brief aus der Brusttasche gezogen, dessen Adresse er

Nieberding hinhielt.

Die Juden von Zirndorf · 第 25 / 45 题