Nach dem unerwarteten Erfolg seines Buches hatte sich Stefan Gudstikker
beeilt, die vornehme Bel-Etage eines vornehmen Hauses zu mieten. Seine
stolze Mutter hatte es verschmäht, bei ihm zu wohnen, und sie hatte
gelacht, als er ihr Geld anbieten wollte. Er betrieb eine eigene Art von
Leutseligkeit gegen seine Bekannten, die darin bestand, daß er seinen
berühmten Namen, auf Visitenkarten gedruckt, häufig in ihre Briefkasten
schob; er ließ das Haar ein wenig länger wachsen, den Bart ein wenig
imposanter stutzen, kaufte einen Brillantring, der beim Schreiben ein
schwüles Feuerwerk von Strahlen gab, ließ sich photographieren, und zwar
in einem Smoking, in einer Kravatte von durchbrochenem Rips, den
Cylinder in der Hand, mit fest nach vorwärts gerichtetem, gleichsam
unparteiischem Blick und etwas mitleidig verzogenem Mund. Nach solchen
Vorbereitungen beschloß er, seinen Kollegen in der Hauptstadt ein
Rendez-vous zu geben und sprach gegen seine vertrauten Freunde
stirnrunzelnd von den Kniffen, die er werde anwenden müssen, um gewissen
Festlichkeiten zu entgehen. Seine Gewohnheit, einsam zu sein, lasse ihn
diesen Schritt nur mit großer Überwindung thun.
Kisten und Koffer waren gepackt. Die Fenster standen offen, und ein
würziger Strom Vorfrühlingsluft floß herein. Gudstikker war beschäftigt,
seine Reiselektüre zu sichten, als sich die Thüre öffnete und Monika
Olifat hereinkam. Sie öffnete die Thüre nur wenig und schob sich
furchtsam durch den Spalt. Sie hatte mit einem großen Shawl den Kopf
verhüllt. Gudstikker war so überrascht, daß er die brennende Cigarre
fallen ließ. Doch dies dauerte nur einen Augenblick; dann war er völlig
gefaßt, ja, er schien sich sogar zu freuen. Er ging hin und bot ihr die
Hand.
Monika sah nicht, daß er ihr die Hand gab. Sie setzte sich oder sie sank
vielmehr auf einen der herumstehenden Koffer, ließ den Blick unsicher
umherschweifen und murmelte: „Du gehst fort, Stefan?“
„Aber natürlich, Närrchen, ich muß doch,“ erwiderte Gudstikker.
„Begreifst du denn nicht, daß ich muß? Am fünften führt man mein Stück
auf und heute, – na ja, noch drei Tage. Willst du dich nicht lieber auf
den Stuhl da setzen?“
„Also du gehst fort,“ wiederholte Monika mechanisch. „Du gehst fort.“
Und sie wollte die Hand an die Stirn heben, ließ sie aber im Schoß
ruhen. Beide Hände lagen da, schwer, aneinandergepreßt.
Gudstikker lächelte schnell unter seinem schwarzen, koketten Bart
hervor. Dann nahm er ihre Hand und sagte: „Liebes Kind, die Pflicht
ruft. Da ist nichts auszurichten. Wer aber sagt denn, daß ich nicht
wieder komme, nicht wieder zu dir komme? Wer kann es wagen, dies zu
behaupten? Sieh doch selbst; angenommen, wir könnten uns nicht wieder
treffen, selbst diesen Fall angenommen sage ich, bliebe uns nicht die
köstliche Erinnerung übrig, dir und mir? Flammen in der Vergangenheit
wärmen selbst die Zukunft, sagt irgendwo ein großer Dichter. Du wirst
das verstehen, denn du bist ja so klug wie wenig Weiber. Ist es denn ein
so großes Unglück, einmal an dem vollen Becher des Lebens getrunken zu
haben? Die Hauptsache ist, daß man satt ist, verstehst du. Ich behandle
ein solches Thema in meiner neuen Arbeit. Es ist außerordentlich
interessant, sie werden Gift und Galle spritzen, die Herren Kritiker,
aber das macht Spaß. Ich habe den Plan meiner Mutter erzählt; sie meint
sogar, daß es eine ganz philosophische Färbung hat. Sie hat ihr eigenes
Urteil in derlei Sachen, weißt du. Mein Gott, was hat sie aber auch
durchgemacht! Da ist es leicht, Philosophie zu haben. Nach dem Tod
meines Vaters ist es ihr verdammt schlecht gegangen. So schlecht, daß
sie ihr Brautkleid, eigentlich das Theuerste, was sie besitzt, ins
Pfandhaus tragen mußte. Und bis heute hat sie es nicht wieder einlösen
können. Man kann getrost sagen, daß es ihre Lebensaufgabe geworden ist,
ihr Brautkleid wieder einzulösen. Trotz alledem hat sie sich nie von
ihrem Hund trennen wollen. Ein prickelnder Stoff, was? Da kann sich ein
Balzac die Zähne ausbeißen. In letzter Zeit kränkelte sie übrigens. Du
könntest einmal hingehen. Aber rege sie nicht auf. Nur keine Scenen,
mein liebes Kind, nur keine Scenen, und vor allem keine Dummheiten. Noch
etwas, – daß du mir eine ordentliche Hebamme nimmst, und wenn möglich
einen geschickten Arzt dazu. Deine Mutter hat ja keinen Dunst von
solchen Sachen, _ta chère maman_ hehe. Ich muß sagen, ich freue mich
außerordentlich. Es ist eigentlich ein erhebendes Gefühl. Wie? Was sagst
du?“
Monika hatte sich erhoben und starrte hinaus gegen den Himmel, in eine
lange Linie rosenroter Wölkchen. „Nun ja,“ sagte sie gepreßt. Das war
alles. Ihre beiden einst so frohen, einst so frischen Augen glänzten
verräterisch, und als sie mit kurzem Nicken sich zum Gehen wandte,
perlte Thräne auf Thräne herab, ohne daß sie es zu hindern vermochte. Im
Treppengang lehnte sie sich an einen Pfeiler und hielt ihre Stirn mit
beiden Händen.
Es zeigt sich, daß zweihundert Jahre das Gemüt der Menschen nicht
verändern, daß dies nur eine winzige Phase ist im Prozeß der
Umwandlungen. Es scheint, als ob Charaktere oder Seelen über
Jahrhunderte hinweg in einer neuen Kette von Erscheinungen und
Ereignissen zu neuem Dasein erwachen müssen. Es ist dann gleichgültig,
ob dieser Wiedergekehrte Thomas Peter Hummel oder Stefan Gudstikker
heißt.
Gudstikker stand am Fenster, pfiff eine Arie und betrachtete ebenfalls
die rosige Wolkenkette. Und in den Pausen seiner Kunstausübung murmelte
er: „Jaja, die Weiber, die Weiber.“ Dann dachte er daran, sich von
seiner Mutter zu verabschieden und er machte sich auf den Weg.
Als er in die Stadt ging (seine Wohnung lag am Engelhardtspark in der
Nähe derjenigen Nieberdings), dunkelte es schon. Gudstikker fand sich
unvermittelt aus seiner siegesgewissen Stimmung gehoben. Er ging am
Redaktionshaus des „Tagblatts“ vorbei, als ein schriller Lärm ihn
aufmerksam machte. Seine zu jeder Zeit wache und geschäftige Neugier
hieß ihn stillstehn und lauschen. Er vernahm ein immer zunehmendes
Keifen, Brüllen, Schimpfen und Fluchen. Dazwischen wurde eine klagende
oder mahnende Stimme laut, und endlich wurde eine Thüre mit aller Wucht
zugeworfen; dann war es still. Gudstikker wollte seinen Weg fortsetzen,
als unter dem Thor des Hauses die Gestalt eines Greises erschien.
Gudstikker erkannte Baldewin Estrich und lachte. Eigentlich war es ihm
kaum klar, weshalb er lachte, denn der Alte bot bei den zahlreichen,
halbgeheilten Narben an Gesicht, Hals und Händen einen ziemlich
jämmerlichen Anblick; aber das hielt ihn nicht ab. Er raisonnierte
dabei: Gold machen allein wäre ja nicht so schlimm, das thun wir ja alle
auf unsere Art; aber Baldewin heißen außerdem –!
Indessen kam Estrich auf ihn zu und erkannte ihn, obwohl er ihn erst
einmal in Zirndorf gesehen hatte, obwohl es dunkel war und obwohl er
erregt schien von dem Streit.
„Was haben Sie denn dort drin gemacht?“ fragte Gudstikker lustig,
jedoch, wie ihm schien, sehr menschenfreundlich. Er gedachte, sich auf
eine Seelen-Analyse dieses „Originals“ vorzubereiten.
Der Alte blieb stehen und sah unsicher umher. „Wo kann man trinken?“
murmelte er. „Ich habe Durst!“
Gudstikker führte ihn in eine nahe Kneipe, wo als einziger Gast ein
jüdischer Hausierer saß, mit seiner Tagesbilanz beschäftigt, ein Glas
Zuckerwasser vor sich.
Baldewin Estrich bestellte Schnaps. Gudstikker, der sich immer noch als
der Mann über einer komischen Situation fühlte, lächelte die Tischplatte
und demnächst seine etwas besser gepflegten Fingernägel wohlgefällig an.
In der Schenke qualmte nur eine einzige Lampe. Die Fenster waren
geschlossen und schienen auch seit Jahrzehnten geschlossen zu sein, der
Atmosphäre nach zu schließen. Draußen war es noch nicht finster; die
Tiefe des Himmels war noch gelb. Estrich schaute in sein Glas und sagte:
„Junger Mann, ich habe abgerechnet. Ich bin leergepumpt, hohl, ein
hohles Faß. Ich habe gelebt, jawohl; aber für was? Für einen Fußtritt,
da haben Sie’s. Jetzt bin ich an der Reihe, Fußtritte zu geben. Also
aufgepaßt, da sind Zündhölzer: zwanzigtausend Gulden, achtzigtausend
Mark, sechsunddreißigtausend Mark, fünftausend Mark und daneben ein
kleines Loch und daneben ein kleiner Mann und daneben ein kleines
Schnapsglas ... hihihihi! Jetzt kommen meine Fußtritte. Meine Katze erbt
mein Haus, punktum. Meine Katze erbt mein Gold. So. Und wenn ich auch
noch keinen Notar und keine Zeitung für mich hab’, ich setz’ es durch.
Kein Mensch soll über meine Schwelle, so lang sie noch Schwelle, so lang
mein Haus Haus bleibt. Jetzt kommen meine Fußtritte, ihr satansträchtige
Brut, ihr Wanzenfutter, ihr Christen und Juden. He du! He! He Jud!“
Der Hausierer hob den Kopf. Als er das funkelnde Metall in Estrichs Hand
gewahrte, kam er näher. Vor dem Tisch schnappte er jäh zusammen wie ein
Messer, und seine Augen schienen herauszufallen. „Gott der Gerechte, was
ham Se da in der Hand? Werd’s doch user nit sein Gold? Is es? Is es
wahrhaftik? Odder welln Se machn zon Schoode en arme Jüd? Es is, schemaa
Jisroel, es is! Gott was e scheener Glanz! Gott was e scheenes Gold!
Chutzpeponim, was haste zum Narrn en arme Meschofesjüd! Gott, was e
scheenes, was e faines Gold!“
Gudstikker hatte nicht mehr Lust zu lachen. Im Gegenteil. Furcht und
Scham malten sich auf seinem Gesicht. Vielleicht seit seiner Kindheit
zum erstenmal vergaß er seine Rolle als Redner. Vielleicht zum erstenmal
wurde er erschüttert durch ein Bild der großartigen und bejammernswerten
Lebensschlacht. Der Hausierer stand da mit ein wenig vorgestreckten
Händen, und eine verschlingende Habgier brannte in seinem Gesicht, grub
neue Furchen und Runzeln hinein; seine Glieder bebten, sein Kopf
schaukelte mechanisch mit einer leisen Bewegung hin und her, seine
Finger krallten sich allmählich einwärts und seine feuchten Lippen
lallten. Baldewin Estrich schien sich nicht sättigen zu können an diesem
Anblick. Er streichelte das Metall, und halb scherzend, halb
schmeichelnd trällerte er eine Cadenz. Dann erhob er sich. Sein Gesicht
nahm einen überaus düstern und feindseligen Ausdruck an. Er spie aus,
schleuderte sein Glas gegen die Dielen, daß es zerschmetterte, warf Geld
auf den Tisch und verließ mit kräftigem Schritt und erhobenem Kopf den
Raum, wobei seine langen Haare flatterten.
Während Gudstikker die Stufen hinunterschritt, die von der Kneipe auf
die Straße führten, stieß er so heftig mit einem Menschen zusammen, daß
ihm der Hut vom Kopf in die Gosse flog. Als er sich umsah, empört und
bereit zu schimpfen, war es Nieberding, den er in der letzten Zeit näher
kennen gelernt hatte. Nieberding schien nicht allein zerstreut und
abwesend, sondern auf seinem Gesicht spiegelten sich auch die Bilder
aufregender Sorgen. Auf seinem Gesicht lag jener leise Ekel, in den sich
bei schwachen Naturen so schnell jede Mißstimmung verwandelt, und ohne
sich zu entschuldigen, man hätte glauben können, ohne den Stoß gefühlt
zu haben, eilte er seinem Hause zu.
Er war in fieberhafter Ungeduld, das was er gehört, der Schwester
mitzuteilen. Er klopfte an ihre Thüre, doch sie antwortete nicht. Er
drückte auf die Klinke, doch sie war versperrt. Er pochte stärker und
rief ihren Namen, umsonst. Er ging wieder in den Salon zurück und
schritt unruhig umher. Seine matten Augen lagen viel tiefer als sonst;
der suchende, krankhafte Glanz in ihnen teilte sich bei längerer
Betrachtung dem ganzen Gesicht mit. Seine Hände schienen ein eigenes
Leben für sich zu führen, schienen stets mit einander im Kampf zu
liegen, sich gegenseitig aufzureiben, worauf sie dann wieder lange Zeit
bewegungslos und müde herabhingen. Sie schienen begierig danach, sich im
Gebet zu falten, begierig nach einem Leiden.
Nieberding hatte seltsame Gerüchte vernommen über Jeanette, die sich in
einem der königlichen Schlösser aufhalten sollte. Überall im Volk gärte
eine gewisse Erregung über das Schicksal des Königs, eine Unruhe, die
täglich zunahm, ein wachsender Haß gegen die Minister, gegen den Hof,
gegen die Familie des Fürsten, eine nahezu thatbereite Neugier. Leute,
die den König einmal gesehen, hatten ihn nie wieder vergessen. Der
Eindruck seiner Person war so tief, daß, wer ihn sah, selbst ein Stück
Vornehmheit und Adel in seiner Seele davontrug. Er stand so außerhalb
alles Gewöhnlichen, Menschlich-Alltäglichen, daß der Nimbus, der seine
Handlungen umgab, fortwährend blendender und hinreißender wurde.
Als Cornely noch nicht kam, rief Nieberding die beiden Dienstboten. Sie
wußten nichts bestimmtes. Da pochte Nieberding, von einer schmerzlichen
Ahnung erfaßt, noch einmal so heftig er konnte an die Thüre. Dann
lauschte er und glaubte nichts zu vernehmen als einen Seufzer, der wie
durch viele Tücher gedämpft herausklang. Nun erbrach er mit Hilfe des
Dieners die Thüre.
Es bot sich ihm dieser Anblick: Seine Schwester lag mit nacktem
Oberkörper vor einem großen Christusbild, das sie sich heimlich
verschafft haben mußte, denn Nieberding hatte nichts von seinem
Vorhandensein gewußt. Ihr unglücklicher Körper war mit Striemen bedeckt.
Ihr Gesicht war entstellt, die Lippen zu einer schmalen Linie verzogen,
die Brauen bogen sich angestrengt über den Lidern. Nieberding schob den
Diener ungestüm hinaus und kniete nieder zu ihr; hob sie auf und legte
sie aufs Bett. Statt sie wiederzubeleben, starrte er sie an, während
sein Herz langsamer schlug.
„Cornely,“ flüsterte er an ihrem Ohr.
Sie schlug die Augen auf. Dann zog sie bebend die Decke bis an den Hals
hinauf.
„Was hast du gethan, Cornely?“ sagte Nieberding, in dessen Gesicht eine
zunehmende Furcht sichtbar war.
Cornely richtete sich verstört empor und griff nach der Hand des
Bruders. „Geh nie mehr fort,“ stammelte sie. „Ich kann nicht mehr
schweigen. Ich habe dich geliebt, liebe dich Edward, es ist entsetzlich.
Drücke meine Hand nicht so. Dafür büße ich vor Jesus Christus, denn
schon lange bin ich keine Jüdin mehr. Ich denke genau so wie du.“
„Schwester!“ rief Nieberding und wich zurück.
„Versteh’ mich recht,“ fuhr Cornely fort, allmählich in einen
fieberhaften Ton verfallend, „nicht als Bruder habe ich dich geliebt.
Nein, so, daß ich keinen Schlaf, keine Ruh’ mehr hatte von der Stund’
an.“
Die Furcht in Nieberdings Gesicht nahm beständig zu. Einmal blickte er
um sich, als erhoffe er durch irgend einen Zwischenfall Befreiung von
dem Gequälten der Situation. Wirklich erschien gleich darauf die Gestalt
Bojesens vor der Schwelle und hinter ihm eine Sekunde lang das neugierig
grinsende Gesicht des Dieners.
Bojesen war erstaunt; doch es schien, als ob er sich nur mit Mühe in
dies Erstaunen finden könne, gegenüber einem Gegenstand, der ihn bis
jetzt gänzlich in Anspruch genommen hatte. Seine Kleidung wies solche
Spuren geheimer und mühselig verborgener Vernachlässigung auf, daß, wer
ihn früher gekannt, nunmehr Mitleid fühlte und noch mehr als das. Obwohl
Nieberding erleichtert aufatmete, als er den Eindringling gewahrte,
wandte er sich ihm doch mit einem ungeduldigen und unwilligen
Stirnrunzeln zu.
„Sie wissen nicht, wo Agathon Geyer ist?“ begann Bojesen ohne weitere
Einleitung als einen flüchtigen, mürrischen Gruß.
Nieberding antwortete verwundert, er kenne Agathon Geyer gar nicht. Er
wurde immer mehr verwundert durch Bojesens nervöses, förmlich zuckendes
Wesen. Er fuhr sich zahllose Male mit der flachen Hand über die Stirn
und lächelte verstört in sich hinein.
„Ich habe ja gar nicht gefragt, ob sie ihn kennen,“ sagte Bojesen und
blickte sich mit leeren Augen im Korridor um, wohin ihn Nieberding
geführt hatte.
„Aber was giebt es denn? Was haben Sie?“
„Entschuldigen Sie, daß ich komme,“ murmelte Bojesen. „Entschuldigen Sie
nur. Natürlich können Sie nichts wissen. Aber seit heute morgen renne
ich bei allen möglichen Leuten herum, hier und in Nürnberg. Deswegen
komme ich auch zu Ihnen. Kennen Sie die Schrift?“ Er hatte einen
verschlossenen Brief aus der Brusttasche gezogen, dessen Adresse er
Nieberding hinhielt.