verwest am spätesten unter allen Weichgebilden, ~nicht~ die Lungen.
Erfahrene Anatomen werden dies bei ihren Sectionen auf den anatomischen
Theatern wohl schon beobachtet haben, obgleich dort Subjecte nicht
vorzukommen pflegen, wie sie der gerichtliche Sectionstisch, namentlich
bei Wasserleichen, so oft liefert, die längst für das anatomische
Theater unbrauchbar geworden sind. Es ist in der That überraschend,
wie frisch, straff und fest man den Uterus finden kann in weiblichen
Leichen, in welchen alle Weichgebilde, vom Gehirn, dem so früh
verwesenden, bis zu den spät faulenden Lungen, ganz und gar vom
Verwesungsprocess ergriffen sind. Dass dies noch spät nach dem Tode,
wo an eine allgemeine Section gar nicht mehr zu denken ist, z. B. zur
Ermittelung einer zur Zeit des Todes vorhanden oder nicht vorhanden
gewesenen Schwangerschaft, von grosser Wichtigkeit werden kann, dafür
habe ich im oben sub 57 erzählten Fall ein denkwürdiges Beispiel
geliefert, worauf ich verweisen kann.