characterisirt sich, wie bekanntlich ganz allgemein und ganz richtig
angenommen wird, durch innere Anhämie. Aber an dieser Blutleere nehmen
die Venen der _pia mater_ in den meisten Fällen gar keinen Theil, die
man vielmehr gewöhnlich bei schnell Verbluteten ganz wie in der Regel
gefüllt antrifft. Ich habe im Obigen die thatsächlichen Beweise für
diese Behauptung angeführt, die meines Wissens noch nicht aufgestellt
worden. Sie ist indess, da die Naturbeobachtung sie bestätigt,
festzuhalten, damit nicht im concreten Falle Meinungsdifferenzen über
den Tod durch Verblutung aus dem Grunde entstehen, weil dieser Tod
vielleicht gerade wegen der normalen Blutfülle der Gehirnvenen (und
_Sinus_) angezweifelt wird. Man vergleiche die oben mitgetheilten Fälle
_sub_ 9 -- Verletzung des Aortenbogens -- _sub_ 12 -- Durchschneidung
der linken _Carotis_ und _Jugularis_ wie der rechten _Jug. externa_ --
_sub_ 13 -- Zerschneidung beider Jugularen -- _sub_ 14 -- Schnitt in
die linke _Carotis_ und _Jugularis_ -- _sub_ 17 -- Lungenwunde -- _sub_
37 -- Riss der Leber nach Misshandlungen -- in welchen sämmtlichen
Fällen natürlich Verblutung die Todesursache war, in welchen sämmtlich
aber dennoch bei übrigens allgemeiner Anhämie wir die Venen im Gehirn,
zum Theil auch die _sinus_ theils ganz normalmässig gefüllt, theils
wenigstens nicht ungewöhnlich leer und zusammengefallen fanden. Ganz
gleiche Erfahrung habe ich bei vielen spätern forensischen Sectionen
zu machen Gelegenheit gehabt, und jedesmal meine umstehenden Zuhörer
darauf aufmerksam gemacht. Die Thatsache lässt sich auch einfach auf
Hypostase zurückführen, denn meistens findet man das Blut in den
hintern und untern, also aufliegenden Venen und _Sinus_, wie man an den
hintern und untern aufliegenden Theilen der Lungen die Hypostase findet.