3. Der Verblutungstod

characterisirt sich, wie bekanntlich ganz allgemein und ganz richtig

angenommen wird, durch innere Anhämie. Aber an dieser Blutleere nehmen

die Venen der _pia mater_ in den meisten Fällen gar keinen Theil, die

man vielmehr gewöhnlich bei schnell Verbluteten ganz wie in der Regel

gefüllt antrifft. Ich habe im Obigen die thatsächlichen Beweise für

diese Behauptung angeführt, die meines Wissens noch nicht aufgestellt

worden. Sie ist indess, da die Naturbeobachtung sie bestätigt,

festzuhalten, damit nicht im concreten Falle Meinungsdifferenzen über

den Tod durch Verblutung aus dem Grunde entstehen, weil dieser Tod

vielleicht gerade wegen der normalen Blutfülle der Gehirnvenen (und

_Sinus_) angezweifelt wird. Man vergleiche die oben mitgetheilten Fälle

_sub_ 9 -- Verletzung des Aortenbogens -- _sub_ 12 -- Durchschneidung

der linken _Carotis_ und _Jugularis_ wie der rechten _Jug. externa_ --

_sub_ 13 -- Zerschneidung beider Jugularen -- _sub_ 14 -- Schnitt in

die linke _Carotis_ und _Jugularis_ -- _sub_ 17 -- Lungenwunde -- _sub_

37 -- Riss der Leber nach Misshandlungen -- in welchen sämmtlichen

Fällen natürlich Verblutung die Todesursache war, in welchen sämmtlich

aber dennoch bei übrigens allgemeiner Anhämie wir die Venen im Gehirn,

zum Theil auch die _sinus_ theils ganz normalmässig gefüllt, theils

wenigstens nicht ungewöhnlich leer und zusammengefallen fanden. Ganz

gleiche Erfahrung habe ich bei vielen spätern forensischen Sectionen

zu machen Gelegenheit gehabt, und jedesmal meine umstehenden Zuhörer

darauf aufmerksam gemacht. Die Thatsache lässt sich auch einfach auf

Hypostase zurückführen, denn meistens findet man das Blut in den

hintern und untern, also aufliegenden Venen und _Sinus_, wie man an den

hintern und untern aufliegenden Theilen der Lungen die Hypostase findet.

Gerichtliche Leichen-Oeffnungen. Erstes Hundert. · 第 97 / 118 题