Lechzend Getier hat sich in Schwanenfittich eingekrallt.
Gröhlender Irrsinn dröhnt und schürt das Völkerhetzen.
In Kathedralen und in Menschenleiber die verwüstenden Granaten
fetzen.
Maschinen haben rings und gellende Kommandoworte
Willenlose Sklavenhorden zu der dampfenden Schlacht geballt.
Aus bangem Schweifen schlafzerrissnen Angesichts
Steigt grausam wolkenthüllter Tag, der Todesbringer.
Und rastlos rasen über weißes Winterfeld die wütenden Kolonnen.
Von haßverrenkter Bruderhand verschüttet:
Blut ist in den Schnee geronnen,
Das des Sommers freudig aufgewallt,
Das die stählernen Nächte zerrüttet,
Das sich brausend weben wollte in den großen Schwung des Lichts!
In krustigen Boden sich krampfen verzuckende Finger ..
Im Verlöschen blaß und kühler Winterabendsonnen
(Schon schwebt verräterisches Leuchten der Rakete)
Erscheint ein letztes Bild aus kleinem Glück und Traum
Zerstäubend schon, dem gräßlich Wissenden,
Verzweifelt sich und wimmernd Wehrenden
Vor ungebetner, schauerlicher Fahrt in kalten Tod und leeren Raum.
Ein Leben ist wie tausende zerronnen,
Das einst in vieles Dasein sturmgeliebt verwehte ...
* * * * *
Alles Werk bleibt unbegonnen,
Das nicht wächst aus erdeninnigem Gebete,
Kein lautes Wort entfließt des Mundes Bronnen,
Das sich nicht grinsend wieder zu dir drehte.
Aus dem Knirschen erst der Herzen wird die Erde auferstehn;
Befreite Welten werden tönend nachts durch ihren Himmel gehn.
Nicht eine Träne geht verloren in dem dumpfen Unglückshaus,
Zerhackte Opfer lüsterner Gebieter wachen auf aus ihrem kalten Graus
Und stürmen die Bastille aller Menschheit mit geschwungener
Flammenhand.
Sie wärmen ihr verkauft Gebein an diesem jauchzenden Morgenbrand
Und wachsen riesenhaft empor vor bröckelnd-grauer Kerkerwand.
Mit Schmacherlösten blühn sie herrlich in den jungen Frühlingstag --
Ein Zeichen tut versöhnter Gott mit Bogen, Blitz und Donnerschlag.
Den Führer seh'n sie kündenden Mundes hoch aus eigenen Reihen
steigen;
Vor seinen Blicken, die zum letzten der enterbten Brüder reichen,
Muß sich die blutige Standarte ihrer heiligen Rache neigen,
(Es ebbt das rote Mordmeer hinter sonnbeflaggten Deichen.)
Sie krönen ihn mit hörigem Vertrauen, schönstem Diadem,
Und fühlen seines Palmenszepters lindes Lenzesfächeln süß ob der
entfronten Stirne wehn.