in der mittleren Höhe der Cypressen; mit ihr die schönsten Arten
der Parkinsonien, Gleditschien und Poincianen; mit hohem Interesse
betrachtet man die altberühmte Persäa (+Cordia myxa+).
[25] Das Zuckerrohr wird in Aegypten in der Mitte des März gepflanzt
und im Januar geschnitten. Die Sprossen die im zweiten Jahre aus der
Wurzel hervorkommen schossen nicht so hoch auf als die des ersten
Jahres; obgleich aber der Zucker den sie geben an Quantität geringer
ausfällt, ist er dagegen an Qualität desto besser.
[26] +Ardea bubalus.+
[27] Sie mag jenes jüngere On gewesen seyn, welches nach Josephus (+B.
J. VII+, 37) der Hohepriester Onias erbaute.
[28] Der geschickte Aufseher und Pfleger des Gartens ist Herr ~Figari~.
[29] +~Wilkinson~ Topographie of Thebes and general view of Egypt, p.
316 and 509.+ Dieser treffliche Forscher setzt die Regierung jenes
Pharao zwischen 1740 bis 1696 vor Christo, die Ankunft Josephs auf
1706, so daß die Wirksamkeit des letzteren mehr in die Regierungszeit
der beiden Nachfolger (vermuthlichen Söhne) Osirtesens +I.+ fiel,
Amumgari +I.+ und +II.+ davon der erstere bis 1686, der andre bis 1651
regierte, wo Osirtesen +II.+ den Thron bestieg.
[30] Vormals wuchsen hier auch Balsamstauden.
[31] Gerade in der Zeit, in welcher wir in Aegypten verweilten, klagte
man über die gesteigerten Lebenspreise. Im Mittel kostet der ägyptische
Scheffel (Ardebb), der 2 Metzen 7 Achtel, 2½ Mäßel Wiener oder 3
Scheffel 5 Metzen Berliner Maß entspricht, vom Waizen gegen 50 Piaster
das heißt 5 Gulden Münze; Gerste 28, Bohnen 30, Moorhirse (Dura) 30,
Linsen 64 Piaster. Das Rotl (1 Pfund 2⅓ Unze englisch Gewicht)
Butter kostet 2, Brod ¼, Käse ½, Milch ¼, Zucker 3, Kaffee 7,
gutes Oel 5, Lammfleisch 1¼, Rindfleisch 1, ein Huhn 1½, das
Duzend Eier im Frühling ½ oder ¾ Piaster (einer zu 6 Kr. Münze).
[32] Waizen (Kumh) wird in der Mitte des Novembers gesäet und reift
Anfang Aprils, Gerste zum Theil schon Ende Februars oder Anfang März.
Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichern, Lupinen, Faseln, Klee, Safflor, Salat,
Flachs, Tabak, Rübsamen werden ebenfalls im November oder gegen Ende
Oktobers gesäet; Mohn, Hanf, Kümmel, Coriander, Melonen, Kürbisse,
Gurken im December; Reis, Zuckerrohr, Baumwolle, Indigo säet oder
pflanzt man im März oder April; der Reis reift in 7 Monaten; einige
Arten von Dura (+Holcus Sorghum+) säet man, wenn der Nil die Felder
noch befeuchtet, zur Zeit der höchsten Stromschwelle. Die Zeit des
Reifens der Baumfrüchte ist für die Maulbeere und Sevilla-Orangen
der Januar; für die Früchte des +Rhamnus nabeca+ der März, die
Aprikosen reifen im Mai, Aepfel und Birnen, Johannisbrot, Pflaumen und
Weintrauben im Juni, Sykomorusfeigen vom April bis September.
[33] Doch heißt jetzt das südliche Dorf Menschi a Daschu und ist das
Daschur unsrer Karten.
[34] In 25 Jahren von 365 vollen Tagen sind 309 synodische Monate (bis
auf eine Stunde genau) enthalten, so daß nach 25 Jahren die Neu- und
Vollmonde wieder auf dieselben Tage des Jahres fallen.
[35] +Hirundo caspica.+
[36] Nach Wilkinsons Vermuthung.
[37] Ähnliche Züge beschreibt übrigens Ammianus Marcellinus (+L.
XXII.+) schon an den alten Aegyptern.
[38] Dieser türkische Gouverneur, Abu Daud, von dessen Grausamkeiten
noch jetzt das Volk erzählt, kam einmal des Abends an dem Kornhause des
Ortes vorüber und fand da zwei arme Fellahs schlafend am Boden liegen.
Er läßt sie wecken, fragt was sie hier machten, der eine erzählt er
habe 130 Ardebs Getraide als Abgabe seines Dorfes gebracht und sey
erst spät mit dem Abladen fertig geworden, der andre berichtet daß
er 60 Ardebs hergeführt und abgeladen habe. Warum brachtest du nur
60 und jener 130? fragt der Gouverneur. Herr, erwiedert der Bauer,
dieser wohnt in einem weiter abgelegenen Dorfe und kommt jede Woche
nur einmal, ich, der ich aus der Nachbarschaft bin, führe fast täglich
Getraide herein, kann daher auf einmal nicht so viel bringen. Der
Türke, ohne die Entschuldigung zu beachten, befiehlt dem Nachrichter,
der ihn beständig begleitete, er solle den Bauer hängen und dies
geschieht an dem Aste des nächsten Baumes. Am andern Morgen geht der
Gouverneur wieder am Kornhauße vorbei und sieht, daß da so eben ein
Bauer eine sehr große Menge Getraide (160 Ardebs) ablädt. Er fragt
den Nachrichter wer und woher der Fellah sey, jener antwortet es ist
derselbe den du gestern hängen ließest. »Wie, fragte der Türke, ist
er von den Todten erstanden?« -- »Du befahlst mir nicht, sagte der
Andre, ihn zu tödten (muwet), sondern nur zu hängen, ich hieng ihn
so, daß seine Fußspitzen am Boden waren. -- Gut, murmelte der Türke,
ein andermal wenn ich jemand strafe will ich mir diese Arabische
Wortfeinheit merken, -- nimm dich in Acht vor Abu Daud.
[39] Der Wüthrich der dies that war der verstorbene Defterdar Mohammed
Bey. Ein Bauer im Distrikt Menufieh hatte 60 Reiyals (gegen 18 Gulden
rhein.) Abgaben zu zahlen und besaß nichts als eine Milchkuh, die ihn
und die Seinen ernährte und welche 120 Reiyals werth war. Der Nazir
als Steuereinnehmer fordert die andern Bauern des Ortes auf die Kuh
zu kaufen und da keiner dieß will, läßt er den Metzger kommen, die
Kuh schlachten und in sechzig Theile theilen, welche sechzig der
wohlhabendsten Bauern das Stück um einen Reiyal (18 Kreuzer) kaufen
müssen. Der arme Mann läuft zum Defterdar, klagt diesem seine Noth,
dieser läßt den Nazir, den Metzger und die Käufer des Kuhfleisches
rufen. Der Kadi hatte geurtheilt die That des Nazirs sey eine
Gewaltthat gewesen. Der Defterdar fragt den Metzger warum er die Kuh
des armen Mannes geschlachtet, die Bauern warum sie das Fleisch gekauft
hätten. Diese antworten: der Nazir ist gar gestreng, hätten wir ihm
nicht seinen Willen gethan, er hätte unsre Hütten niederreißen und uns
schlagen lassen; ich that, fügte der Metzger hinzu, was der Nazir, als
meine Obrigkeit, mir befohlen. -- So wirst du auch thun was ich dir
befehle? fragt der Defterdar. -- Unbedingt, sagt der Metzger. Wohlan,
befiehlt der Defterdar, schlachte den Nazir. Der Metzger verrichtet
dieß mit denselben Gebräuchen wie, nach den Geboten des Islam, ein
Ochs geschlachtet wird, sagt bis Millah (in Gottes Namen) u. s. w. und
schneidet dem Nazir den Kopf ab. Hierauf läßt der Defterdar den Körper
in sechzig Stücke theilen, davon jeder Käufer des Kuhfleisches eines,
und zwar um zwei Reiyals nehmen muß, diese 120 Reiyals bekommt der arme
Mann für seine Kuh; der Metzger, wie dieß auch beim Schlachtvieh die
Sitte ist, erhält als Schlächterlohn den Kopf des Steuereinnehmers.
+Lane account etc. Vol. I. p.+ 153.
[40] +Ibis sanctus+, eine Thierart, welche jetzt eben so wie das
Krokodil und der Hippopodamus aus Mittel- und Unterägypten verschwunden
ist, und nur noch in den Gegenden des obersten Nillaufes gefunden wird.
[41] Ein Erdbeben in solcher Stärke wie sie in Syrien und Kleinasien
öfter sich ereignen, würde wahrscheinlich manche dieser baufälligen
Pyramiden zusammenstürzen. Solche Erdbeben kämen jedoch, so weit die
Geschichte weiß, kaum in diesem Lande vor, sondern nur Erdstöße. Doch
erzählt ~Tegg~ in s. +Dictionary of Chronology+, daß am 2ten Nov.
1754(?) in Kairo zwei Drittel der Häußer durch eine Erschütterung
eingestürzt, und dabei 40000 Menschen zu Grunde gegangen seyen.
[42] Seit unsrer Abreise aus Aegypten ist bereits wieder ein viel
höher gelegenes Innengemach entdeckt worden, in welchem man das
hieroglyphische Namenszeichen des Pharao Saophis fand.
[43] Uebrigens wollte noch Lord Munster Gebeine eines Stieres in dem
Sarkophag bemerkt haben, die freilich auch später hineingebracht seyn
konnten.
[44] Abgesehen von einer andren, kühneren Zeitrechnung, auf deren
Ergebnisse im ersten Band dieser Reise S. 491 hingedeutet war, welche
aus Bunsens und Lepsius noch nicht öffentlich mitgetheilten Forschungen
ihre weitre Begründung erwartet, läßt sich nach ~Wilkinsons~
bescheidnen Angaben die Zeit dieses Pharao Saophis auf das zweite
Jahrhundert des dritten Jahrtausends (2123) vor Christo hinanstellen.
[45] Nach den neueren Messungen der Engländer 460 P. F.
[46] Nach +Herodot II+, 125 1600 Silbertalente.
[47] Nach andern Schätzungen des Werthes der damaligen Silbertalente
gar nur anderthalb Millionen Thaler.
[48] +Iris Sisyrinchium.+ Sie hat zwei Zwiebeln übereinander stehen,
davon die obere, weisliche von Kindern wie von Erwachsnen aufgesucht
und gegessen wird.
[49] S. 138.
[50] So heißt der heilige Berg bei Medina, welcher nebst dem
nachbarlichen Thale Mina, wohin der Aberglaube der Mohamedaner die
Scene von Ismaëls (statt Isaaks) Opferung verlegt, das letzte Ziel der
Pilgerschaft ist.
[51] Schon in Palästina erfuhr ich die Nachricht von ihrem Tod.
[52] Wobei ich dann freilich Lanes Schilderungen ganz überaus treu und
treffend erfand.
[53] Vor einiger Zeit berichteten die Zeitungen, daß Mrs. Holyday von
Mehemed Ali zum Unterricht seiner Töchter bestimmt und berufen sey.
[54] M. vergl. den ersten Band dieser Reise.
[55] Ihr Titel ist: der Zug der Israëliten aus Aegypten nach Kanaan.
Ein Versuch von Karl von Raumer. Leipzig bei Brockhaus 1837.
[56] Beide, das in Aegypten sogenannte Dromedar und gemeine Kamel,
sind übrigens nur ein und dieselbe Art des einhöckrigen (+Camelus
Dromedarius+).
[57] M. v. S. 331.
[58] Hier und weiterhin die +Fagonia latifolia+, +glutinosa+, +mollis
arabica+ u. a.
[59] Namentlich das einkörnige Pfriemenkraut (+Spartium monospermum+)
mit weißgraulichen Zweigen und wohlriechenden Blüthen, auch die
+Zilla myagrioides+ und das +Trichodesma africanum+, so wie die schon
erwähnten Tragant- (+Astragalus+) und mehrere Wegerigarten (+Plantago
argentea+ und +bellidifolia+).
[60] Die scheinbar fortrückende Bewegung der Sonne auf der jährlichen
Bahn am Himmel durchmißt eben so wie die des Kamels auf der
Erdoberfläche in zwölf Stunden reichlich einen halben Grad.
[61] Die Kamele selber, wenn man sie, um auf- und absteigen zu können,
während des Marsches zum Niederknieen nöthigt, erheben, als wenn ihnen
wunder was zu leid geschähe, ein Erbarmen erregendes Gebrüll.
[62] Eine Ueberlieferung, welche bis nahe zu unsrer Zeit gekommen,
nennt einen Vorsprung der Hügelkette von Torrah, herüber nach dem Thale
von Bessatin, den Merawat Musa (Standort des Moses).
[63] +Voyage de l'Arabie petrée.+
[64] Ps. 23, V. 4.
[65] 2. Mos. 15, V. 8.
[66] Im Winter mag auch, wegen der hier starken Regenzeit ein
bedeutender Strom des Gewässers von Felsenstufe zu Felsenstufe
herabstürzen.
[67] Ich führe hier nur die Arten an, welche, so viel wir bei unserm
kurzen Aufenthalte urtheilen konnten, wirklich lebend, nicht bloß als
gestrandetes, leeres Gehäuße bei Suez vorkommen. Im feuchten Sande
die +Arytene+ oder +Aspergillum vagina+, im Meere selber +Tellina
rugosa+, +Cardium retusum+, +Tridacna gigas+ und +squamata+, +Strombus
accipitrinus+, +Cypraea moneta+; +Nerita polita+, +albicilla+; +Natica
mammillaris+; +Turritella imbricata+ und +Terebra caerulea+, +Buccinum
arcularia+; der schöne +Murex crassispinosus+, +Tornatella Ceramia+,
+Triton anus+; +Cerithium fasciatum+, +nodosum+ und +tuberculatum+;
+Conus Virgo+. Die Landschnecken waren seit den zwei letzten Tagreisen
ganz verschwunden, erst am Sinai fanden wir wieder welche; von Fischen,
die wir freilich nur auf einen Blick zu sehen bekamen, unterschieden
wir +Julis purpureus+.
[68] Sesostris hatte den Bau des Kanales Hero begonnen, Psammetich
+II.+ und Darius ihn fortgesetzt, die Ptolemäer vollendet. An seinem
vormaligen Ufer lassen Erdwälle und die vom Sand bedeckten Schutthaufen
den Standort mancher frühern Stadt errathen, unter andrem den von
Heroopolis, welches Champollion für das Avaris der Hirtenkönige hält.
[69] Wenn ich mich recht erinnere +Cyperus junciformis+ und
+conglomeratus+. Auch eigentliche Gräser, namentlich ein +Crypsis+
blühten hier. Die gesammleten Exemplare sind mir zu Grunde gegangen.
[70] Bei Howara und etwas weiter südwärts: +Lepidium Draba+; +Matthiola
tricuspidata+; +Farsetia aegyptiaca+; +Diplotanis pendula+. -- Auch
eine +Frankenia+ von unbestimmter Art wurde hier gesammelt. Die
+Nitraria tridentata+ (das +Peganum retusum+ des Forskal), welches in
den heißesten, dürresten Monaten des Jahres die Wanderer durch diese
Wüste durch seine Beeren erquickt, war noch nicht in Blüthe.
[71] +Lotus arabicus+, +Deverra tortuosa+; +Ochradenus baccatus+,
+Cleome brachycarpa+ u. a.
[72] +~Scarites~ subterraneus+; +~Pimelia~ longipes+, +villosa+,
+unicolor+, +alutacea+, +grossa+? und +muricata+. Diese Hauptkäfer der
Wüste zwischen Suez und Tor wurden meist hier gefunden.
[73] Unter andren schöne Exemplare der Pharaos-Kräuselschnecke
(+Monodonta Pharaonis+).
[74] Wahrscheinlich doch in Gneis, nicht wie unsre Kupferschiefer in
einer Art von Zechstein, der über dem rothen Sandsteine liegt.
[75] Was wir sahen waren Stücke von +Sargassum vulgare+, +crispum+
und +angustifolium+, sowie von +Chondria obtusa+ und +Solenia
compressa+. finden sich hier und an der nördlichen Küste: +~Sargassum~
dentifolium+, +aquifolium+, +latifolium+ und +turbinatum+;
+~Cystoseira~ Myrica+, +triquetra+, +trinodis+; +~Sphaerococcus~
musciformis+; +~Chondria~ papillosa+; +~Liagora~ viscida+; +~Ulva~
reticulata+; +~Caulerpa~ clavifera+. M. v. die +Enumération des plantes
recueillies par M. Bove, par M. J. Decaisne+.
[76] +Caranx Sansun+; +Mugil crenilabris+ und die +Sciaena Samara+
des Forskal (+Holocentrus Samara</f) nach Rüppel). Die hier gefundnen
Conchylien waren unter andrem +Cypraea Tigris+, +Columbella
mendicaria+; +Murex inflatus+ und +crassispinosus+; +Triton anus+,
+rubecula+, +tripus+, +lambas+ u. a. +Pyrula lineata+; +Dolium perdix+,
+Fusus colus+. -- +Arca foliata+, +Avicula margaritifera+, +Chama
gryphoides+, +Ostrea crista galli+, mehrere Cytheräen u. a. -- Von
Käfern einen noch unbestimmten +Dromius+ so wie +Tentyria glabra+,
+Acidia hispida+ und mehrere Arten von Pimelien.
[77] Die Mannatamariske, aus welcher im Sommer der Sinaitische Manna
hervorträufelt, von dem ich später reden werde, wächst hier ganz
besonders hoch und dickstämmig. Wir schätzten die Höhe bei einigen über
20 Fuß.
[78] In dem Bächlein hatten meine jungen Freunde Arten von +Elaphrus+,
+Dyticus+, +Colymbetes+, +Gyrinus+ und andre Wasserkäfer gefunden so
wie eine +Notonecta+ und +Nepa+.
[79] Getrockneten Aprikosen.
[80] In weiteren Sinne wird unter dem Namen Horeb in der heiligen
Schrift offenbar die ganze Gebirgswüste der Umgegend des Sinai
verstanden.
[81] 1. Kön. C. 19.
[82] 2. Mos. 17, V. 8.
[83] Ebendas. V. 15.
[84] 2. Mos. 19, V. 12.
[85] Ebendas. V. 16.
[86] 2. Mos. C. 33, V. 19-23. C. 34, V. 5-7.
[87] M. v. ~K. v. Raumers~ Zug der Israëliten aus Aegypten nach Kanaan.
[88] ~Bove~ nennt sie +Phlomis aurea+, auf Arabisch »Ovarvar.«
[89] Noch im vorigen Jahrhundert gab es unter ihnen einzelne
treugebliebene Familien; 1750 wurde die letzte Christin dieses Stammes,
eine alte Mutter, im Klostergarten begraben.
[90] Dem Burkhardt müssen seine Dschebalye, welche ihm zu Führern
dienten, einen andern Stein gezeigt haben, der nicht hohl war. Jener,
auf welchen uns der alte Prior aufmerksam machte, stimmte ganz mit der
Beschreibung mancher früheren Reisenden überein.
[91] ~J. L. Burkhardts~ Reisen, in der deutschen Uebersetzung herausg.
v. Gesenius Bd. +II.+, in der Tafel der Inschrift-Copien Nr. 15-22.
[92] Bald nach unsrer Zurückkehr ins Vaterland erhielten wir die
Nachricht von seinem Tode.
[93] Röm. 1, V. 22 und 23.
[94] 1. Mos. 1, V. 26.
[95] Die Naturgeschichte des Sinai wie die von Palästina hat ein
so hohes eigenthümliches Interesse, daß ich mir das Ausführlichere
darüber, für welches hier kein Raum wäre, an einen andern Ort verspare.
Ein wesentliches Verdienst um die Beschreibung und Bestimmung unsrer
Sinaitischen Pflanzen und Thiere haben sich meine Freunde und Kollegen,
die Herren Zuccarini und Andr. Wagner erworben, wie dies schon aus
ihrem Bericht darüber in den Münchner gelehrten Anzeigen hervorgeht.
Von Pflanzen blühten übrigens, als wir am Sinai waren, nur sehr wenige.
Namentlich, außer den schon genannten die +Dactylis memphitica+,
+Gagea reticulata+, +Rumex vesicarius+, +Artemisia judaica+, +Leyssera
discoidea+, +Santolina fragrantissima+, +Seriola n. sp.? Lindenbergia
sinaica+, +Lamium amplexicaule+ (auf culitivirtem Boden), +Stachys
affinis+, +Sisymbrium Irio+, +Tamarix mannifera+, +Anchusa Milleri+,
+Asperugo procumbens+, +Omphalodes intermedia+, +Daemia cordata+,
+Reseda canescens+ und +pruinosa+, +Reaumuria vermiculata+, +Fumaria
parviflora+, +Hypecoum pendulum+, +Cleome trinervia+, +Aërva
tomentosa+, +Malva Honbezey+, +Fagonia inc. sp.+; +Zygophyllum
coccineum+, +Astragalus Fresenii+, +Genista monosperma+.
[96] Der +Helix+ den wir am Sinai fanden (+H. Rüppelii+) schien uns
doch keine eigne Art zu bilden, sondern zum +H. desertorum+ zu gehören;
auf dem Sinaigipfel trafen wir in Menge eine noch nicht genau bestimmte
Art von +Coccinella+.
[97] Uebrigens außer manchen schon am Sinai gefundenen vier Arten
von Farn, einige schöne Arten von +Astragalus+, +Linaria+, +Lotus+,
+Cynosurus echinatus+ und mitten unter den außereuropäischen Gewächsen
der auch bei uns einheimische +Bromus tectorum+.
[98] Solche dichtgeschaarte Züge von Vögeln, sind hier in der Wüste
wie in den nordöstlicheren Gegenden am Euphrat im Frühling etwas sehr
Gewöhnliches. Von der Gegend von Kumah erzählt ~v. Hammer~ (in s.
Gesch. des Osmanischen Reiches, der zweiten Ausgabe 1. Bd. S. 724)
nachdem er Andres erwähnt hat, wodurch die Gegend im Morgenlande
berühmt ist: »Noch berühmter aber, wiewohl Europäischen Reisenden
bisher unbekannt, ist das hier jährlich im Frühlinge unter Regengüssen
sich erneuernde Wunder des Aegyptischen Wachtelfluges. Eine Wolke von
Wachteln oder andern kleinen, denselben ähnlichen Vögeln verfinstert
die Gegend rund umher und die Einwohner machen dieselben in Essig ein,
als Nahrungs- und Handelsartikel (Dschihannuma S. 423; Seadeddin +IV+
Bl. 662).«
[99] ~Burkhardt~ vermutet, daß Hadhra das Hazeroth sey, wohin Israëls
Heere kamen, als sie von der Stätte der Lustgräber ausgezogen waren
(nach 4. Mos. 11, V. 35).
[100] Reisen, d. Ueb. S. 661, 662.
[101] Unter andern wurde auch hier im Meere ein Thier gesehen,
freilich aber nicht gefangen, das der Beschreibung nach ganz einer
Wasserschlange mit plattem Schwanze glich.
[102] 1. Kön. 9, V. 26; C. 22, V. 49; 2. Chron. 8, V. 17.
[103] Sie steht der +Hyalea tricuspidata+ wenigstens ganz nahe. Außer
dieser fanden sich in dieser reichen Küstengegend namentlich +~Conus~
Magus+, +Virgo+, +tesselatus+, +stercus muscarum+, +vulpinus+,
+amaria+, +nussatellina+; +~Dolium~ pomum+; zwei noch näher zu
untersuchende Arten von +Cerithium+; +~Triton~ rubecula+, +tripus+,
+clavator+, +lambus+, +anus+ und einige noch weiter zu untersuchende
Spezies; +Ranella granifera+; eine +Phasianella+; +~Trochus~ magus+,
+virgatus+, +nodosus+ und eine noch weitrer Bestimmung bedürfende
Art; +~Turbo~ argyrostomus+, +muricatus+ und eine noch nicht genug
erkannte Spezies; +~Planaxes~ sulcata+; +~Monodonta~ Pharaonis+ und
eine noch zu bestimmende Art; +Cypraea arabica+, +talpa+, +mus+,
+carneola+, +erosa+; +~Pterocera~ lambis+; +~Strombus~ lineatus+,
+gibberulus+, +accipitrinus+, +floridus+, +auris Dianae+; mehrere Arten
von +Haliotis+, +Capulus+, +Patella+, +Fissurella+ und +Balanus+;
+Pinna saccata+; eine noch näher zu bestimmende +Mactra+; +~Tellina~
rugosa+, +scobinata+, +incarnata+ und noch eine Art; +Lucina edentula+;
+~Cytherea~ pectinata+, +rugifera+, +muscaria+, +arabica+ und noch zwei
Arten; +~Capsa~ rugosa+; +~Cardium~ retusum+; +~Tridacna~ gigas+ und
+squamata+; +~Lima~ glacialis+; Arten von +Pecten+ und +Plicatula+;
+~Mytilus~ exustus+; +~Arca~ foliata+; +~Avicula~ margaritifera+ und
noch eine Spezies; +~Chama~ gryphoides+, +~Spondylus~ gaederopus+;
+~Ostrea~ crista galli+. -- Unter den hier gefundenen Insekten zeichnet
sich eine wahrscheinlich neue Art vom +~Graphipterus~+ aus; an Pflanzen
fanden wir, außer den bereits genannten und außer den schon meist
bei Tor gefunden Tangarten die +~Aristida~ ciliata+; +~Lavandula~
pubescens+; +~Dioclea~ hispidissima+, ein noch näher zu bestimmendes
+Echium+; +Heliotropium arbainense+, +~Trichodesma~ nov. spec.+;
+Cleome chrysantha+; +~Cassia~ obovata+; +~Trigonella~ microcarpa+.
[104] +Turdus melanocephalus.+
[105] Diese alte Sitte (m. v. 4. Mos. 12, V. 14) sahen wir unsre
Beduinen öfters gegen ihre Kamele ausüben, wenn diese ihnen nicht
schnell genug giengen.
[106] Im sechsten Abschnitt seiner schon öfter angeführten Schrift: Der
Zug der Israëliten aus Aegypten nach Kanaan.
[107] Namentlich zwei Arten von +Pterocles+.
[108] Prof. ~Andreas Wagner~ hat das von uns mitgebrachte Exemplar
als eine neue Art erkannt und beschrieben, unter dem Namen +Corvus
infumatus+.
[109] 2. Kön. 14, V. 7.
[110] Als eines der beklagenswerteren Begegnisse unsrer Reise betrachte
ich es, daß wir gerade aus dieser reichen Gegend des Wadi Musa gar
keine getrockneten Pflanzen mitgebracht haben. Bei der Eile unsers
Aufbruches von der Lagerstätte hatten wir Alle, als wäre es Verabredung
gewesen, vergessen uns mit einem Apparat zum Einlegen zu versorgen;
die Blumen, welche ich frisch mit nach Petra brachte, und, als ich
heimwärts vorausging, einem Beduinen zum Hineinlegen in eine Art von
Futtersack übergab, waren, zugleich mit einem Stück meiner Kleidung,
verloren gegangen.
[111] ~Jerem.~ 49 V. 16; so wie ~Obadja~ V. 3 und 4.
[112] An diesen Bäumen fand sich der von Zuccarini benannte, bisher
noch unbeschriebene +Loranthus Acaciae+.
[113] +Tulipa Clusiana+, +Gessneriana+ und +maleolens+.
[114] Namentlich der +Pteranthus echinatus+, +Crassocephalum flavum+,
+Gnaphalium sanguineum+, +Statice aegyptiaca+, +Anemone coronaria+,
+Ranunculus hullatus+ und +naiaticus+, +Roemeria hybrida+, ein +Linum+
mit gelber Blüthe von noch näher zu bestimmender Art u. f.
[115] Sollte hier vielleicht die Stätte von Ether oder Jathir zu
suchen seyn? der vormaligen Priesterstadt, die zu Eusebius' Zeiten von
Christen bewohnt war? M. s. ~K. v. Raumers~ Palästina, 2te Aufl. S.
188. -- Jos. 15, V. 42; 19, V. 7; 21, V. 14; 1. Chron. 6, V. 57; 1.
Sam. 30, V. 26, 27.
[116] Wahrscheinlich stund hier in der Nähe, gegen den Gebirgspaß hin,
welchen wir bald nachher betraten, Malatha oder Molada, die Südstadt
Judas (Jos. 15, V. 26), welche nach dem Exil von Söhnen Judas bewohnt
ward (Nehem. 11, V. 25, 26). M. v. ~K. v. Raumer~ a. a. O. S. 212.
[117] Außer den noch unbestimmten Arten der eben genannten
Monocotyledonen und der +Salvia Sibthorpii+, +Reseda mediterranea+ u.
f. fanden wir +Bromus rubens+, +Carrichtera Vella+, +Teucrium Polium+,
+Trifolium stellatum+ und eine +Vicia+ so wie eine +Bryonia+ von
unbestimmter Art.
[118] Uebrigens ist dieselbe Sage auch eine altchristliche. M. v. die
Uebersetzung der Vulgata von Josua 14, V. 15 und Hieronymus zu Matth.
27. Bei Hebron wurde auch und wird noch jetzt der +ager damascenus+
gezeigt, aus dessen rother Erde Adam geschaffen seyn sollte. M. v. K.
v. Raumer a. a. O. S. 198.
[119] Dieses jedoch nicht nach der Tradition der hiesigen Israëliten,
von welcher ich nachher reden will.
[120] M. v. K. v. ~Raumers~ Palästina. 2te Aufl. S. 199 in der
Anmerkung.