Glücklicherweise ist gerade die Forelle in hohem Maße für die

_künstliche Fischzucht_ geeignet. Hat diese auch nicht all die

überschwenglichen Hoffnungen erfüllt, die man in der ersten Begeisterung

auf sie gründete, so darf sie doch schon heute als ein

volkswirtschaftlich nicht unbedeutender Faktor und als ein geeignetes

und wirksames Mittel gelten, der drohenden Verödung unserer Gewässer

entgegenzuwirken. Obwohl bereits zur Zeit des 7jährigen Krieges der

Mathematiker, Landwirt und Landeshauptmann Jacobi im Lippeschen die

Grundzüge der künstlichen Fischzucht und ihre Bedeutung richtig

erkannte, geriet seine Entdeckung doch wieder in Vergessenheit, da die

Zeiten zu bewegt, eine Presse zur raschen und allgemeinen Verbreitung

gemeinnütziger Ideen kaum vorhanden war, und da es vor allem noch keinen

Mangel an Fischen gab. Erst um die Mitte des vorigen Jahrhunderts kamen

zwei einfache französische Fischer, Remy und Gehin, erneut auf den guten

Gedanken, der nun in dem Pariser Professor Coste einen begeisterten

Propheten und in Napoleon _III._ einen verständnisvollen Förderer fand.

Sein etwas voreiliges Versprechen, in wenigen Jahren ganz Frankreich mit

Edelfischen zu bevölkern und jedem Franzosen eine stattliche Forelle auf

den Sonntagstisch zu zaubern, vermochte Coste freilich nicht einzulösen,

wie überhaupt die ganze Sache in Deutschland bald kräftiger und

praktischer entwickelt wurde. In sehr hoher Blüte steht sie heute in der

Schweiz, wo 180 Brutanstalten in Betrieb sind und jährlich einige 50

Millionen Jungfische verschiedener Art liefern. Früher brachte man Rogen

und Milch, die durch sanftes Streichen an der Bauchseite der Tiere

gewonnen werden, im Wasser zur Berührung, wobei sich eine Befruchtung

von etwa 50 Proz. ergab, immerhin ein großer Fortschritt gegen die

natürlichen Verhältnisse, wo nicht viel mehr als 10 Proz. der Eier

wirklich befruchtet werden. Seit man aber dazu übergegangen ist, die

Geschlechtsprodukte ohne Wasserzusatz trocken mit einer Gänsefeder zu

verrühren und die Eier zunächst in ein Sieb zu entleeren, aus dem der

mit ausfließende und sie schädigende Harn abfließen kann, hat man das

sehr befriedigende Ergebnis von 90 Proz. Befruchtung erzielt. Die Eier

quellen nämlich im Wasser rasch auf und sind dann für die Samenfäden

nicht mehr zugänglich. Bei der ganzen Manipulation muß man fix

verfahren, denn die Samenfäden der Fische haben nur eine sehr kurze

Lebensdauer und Bewegungsfähigkeit. Sie soll bei der Forelle nur 40,

beim Lachs nur 45 Sekunden betragen, beim Karpfen und Barsch größer sein

und beim Hecht sich gar über vier Minuten erstrecken. Nachdem die Eier

mit Wasser übergossen wurden (unbefruchtet gebliebene verraten sich bald

durch weiße Farbe), kommen sie in die Brutkästen, die fortwährend von

frischem, schlammfreiem und sauerstoffreichem Wasser durchspült werden,

das ständig auf gleicher Temperatur zu halten ist. Vor Erschütterungen

sind die Eier sorgsam zu bewahren, auch ab und zu abzubrausen, um eine

Verschleimung zu verhüten, und täglich müssen abgestorbene oder

verpilzte Eier ausgelesen und entfernt werden. Sobald dann erst die

Augenpunkte der Embryonen sichtbar werden, sind die Eier weniger

empfindlich. Die Milch eines Männchens genügt, um die Eier mehrerer

Rogner zu befruchten. Trotzdem scheinen in freier Natur, wie überhaupt

bei den meisten Fischen, mehr Männchen als Weibchen vorhanden zu sein,

und man hat daraus schließen wollen, daß die Fische in Polyandrie

(Vielmännerei) leben, soweit von einer solchen bei einer nur äußerlichen

Vereinigung der Geschlechtsprodukte überhaupt die Rede sein kann.

Bezüglich des Geschlechts der Nachzucht soll nach den Erfahrungen der

Aquarienfreunde an ausländischen Zierfischen die Temperatur maßgebend

sein, in der die Elterntiere gehalten wurden. Bei warmer Temperatur soll

der Laich mehr Weibchen liefern, bei kalter mehr Männchen. Von der

gerade bei Fischen leicht durchzuführenden Bastardzucht, von der man

sich vor einigen Jahrzehnten wahre Wunder versprach, ist man jetzt so

ziemlich wieder abgekommen. Sie hat im allgemeinen mehr geschadet als

genützt, und in der Regel hat die freie Natur die Produkte allzu

eifriger Züchter bald wieder fortgefegt. Ebenso sind die Gefahren der

Inzucht bei der Fischzucht nicht gering anzuschlagen. Mit dem Schwanze

voran, entschlüpfen die jungen Forellen nun endlich der Eihülle und

müssen nach Aufzehrung ihres umfangreichen Dottersackes mit Daphnien,

Mückenlarven, Eigelb, Quark, Kalbshirn und dergl. ernährt werden, worauf

sie in die Streckteiche kommen, wo sie bei Fütterung mit

Schellfischfleisch, Leber, mit Mehl oder Kleie verknetetem Blut rasch

wachsen. Einjährig werden sie endlich in die freien Teiche oder

Bachläufe eingesetzt und können dann schon nach 6-8 Monaten das

Marktgewicht erreichen, ohne noch viel von ihren natürlichen Feinden,

die ihnen ja im zarten Alter am gefährlichsten sind, leiden zu müssen.

Gerade in Forellenbrutanstalten kann man sehr gut die _Entwicklung_ des

Fisches im Ei beobachten. Die Furchung ist eine partielle, indem nur der

Bildungsdotter eine Teilung erfährt, und die von der Seite her

erfolgende Einstülpung bleibt unvollkommen: der dem Nahrungsdotter dann

scheibenförmig aufliegende Keim wird zur zweischichtigen

»Scheibengastrula«. Im weiteren Verlauf der Entwicklung bildet sich die

Körperform immer deutlicher aus, indem die Keimscheibe durch Einrollung

nach unten die Form eines umgekehrten Kahnes annimmt. Das Vorderende mit

den stark hervortretenden Augen charakterisiert sich durch seine Dicke

bald als Kopf, das Hinterende durch seine Schlankheit als Schwanz. Das

Ganze umwächst den Nahrungsdotter, streckt sich in die Länge und hebt

sich von seiner Unterlage ab. Augen und Schwanz vollführen zuckende

Bewegungen, und letzterer bereitet dadurch das Ausschlüpfen vor. Die

zwei ursprünglichen Keimhäute bilden nach unten offene Röhren, das Haut-

und das Darmrohr, und als drittes kommt das Nervenrohr hinzu, das durch

Einstülpung vom Rücken her mit nachfolgender Abschnürung entsteht und

das spätere Rückenmark vorstellt. Von der inneren Keimhaut aus bildet

sich die Grundlage der späteren Wirbelsäule, und ein sich neu

einschiebendes drittes Keimblatt liefert die Stoffe zum Aufbau der

Knochen und Muskeln. Sehr früh macht sich das mit roten Blutkörperchen

erfüllte Herz bemerkbar. Am Halse zeigen sich Kiemenspalten und

dazwischen Kiemenbögen, und außen setzen sich als einfache Stümpfe die

Flossen an.

[Illustration: Embryonalentwicklung eines Knochenfisches. (Nach

Kennel gez. von Dr. E. Bade.)

_I._ Ei mit Keimscheibe, _k_ fixierte Randstelle derselben,

Hinterende des Embryo. _II._ Ausbreitung der Keimscheibe mit

Embryonal- oder Primitivwulst, _k_ fixierte Stelle. _III._ Stadium

mit stark nach vorn verlängerter und vortretender Embryonalanlage

der Rückenteile. _IV._ und _V._ Weitere Stadien, der Dotter ist

ganz von den Keimscheiben umwachsen, Kopf und Schwanz heben sich

ab, letzterer wächst nach hinten in die Länge. _VI._ Junger Fisch

mit Dottersack, in diesem die Blutgefäße und Fetttropfen.]

Die Gruppe der lachsartigen Fische, die sich durch edlen Körperbau, das

Vorhandensein einer kleinen, strahlenlosen Fettflosse zwischen Schwanz-

und Rückenflosse, kleine Beschuppung und grätenarmes Fleisch

auszeichnet, umfaßt noch eine ganze Reihe wirtschaftlich wichtiger

Speisefische. Der _Huchen_ oder Donaulachs (_Sálmo húcho_) war früher

wohl auch Wanderer, ist aber notgedrungen zum Standfisch geworden, da

das Schwarze Meer, auf das er angewiesen wäre, wegen seines

Schwefelwasserstoffgehaltes keine geeigneten Tiefen bietet. Er bummelt

aber doch gerne -- schon der Ernährungsverhältnisse wegen -- ein wenig

in der Welt herum, indem er sich im Hauptstrome oder in den Nebenflüssen

sachte und allmählich nach aufwärts schiebt. Doch herrscht über die

Wanderungen dieses stattlichen, 2 _m_ lang und 25 _kg_ schwer werdenden

Fisches noch viel Unklarheit, was auch im wirtschaftlichen Interesse

sehr zu bedauern ist, da er ein besonders wohlschmeckendes weißes

Fleisch hat und die Ausübung des Angelsports auf ihn mancherlei

interessante Momente und Erlebnisse zu zeitigen pflegt. Seiner Größe

entsprechend ist der Huchen ein gewaltiger Räuber, der oft wie ein

Windhund hinter seiner Beute dreinjagt und sich dabei als ein sehr

gewandter Schwimmer zeigt, und der selbst Wasserratten und

Wassergeflügel nicht verschont. Gewöhnlich steht er im tiefen, stark

strömenden Wasser, und nur zur Laichzeit sucht er flache und kiesige

Stellen auf. Diese fällt übrigens bei ihm im Gegensatz zu anderen

Salmoniden in die Frühjahrsmonate. Ein Charaktertier der stillen und

kalten Gebirgsseen unserer Alpen ist der _Saibling_ (_Sálmo

salvelínus_), der von allen unsren Fischen das köstlichste Fleisch

liefern soll und deshalb sehr teuer bezahlt wird, obschon sein

durchschnittliches Gewicht nur 1/2 _kg_ beträgt. Da er willig

künstliches Futter annimmt und sich überhaupt recht widerstandsfähig

zeigt, eignet er sich auch gut zur Mast. Gewöhnlich hält sich dieser

ausgesprochene Standfisch scharenweise in größeren Tiefen seiner

Wohngewässer auf und steigt nur abends zum Mückenfang an die Oberfläche

empor. Den in den Seen des Salzkammergutes und namentlich im Gosausee

lebenden _Schwarzreiter_ möchte ich für eine Kümmerform des Saiblings

halten. Die _Meer-_ oder _Lachsforelle_ (_Sálmo trútta_) verbringt den

größten Teil ihres Daseins im Salzwasser unserer Küsten und vollführt

von da aus des Laichgeschäftes halber ähnliche Wanderungen wie der

Lachs, wird aber nicht so hoch geschätzt wie dieser. Als eine durch

ständigen Aufenthalt im Süßwasser seßhaft gewordene Abart von ihr ist

die _Schwebe-_ oder _Seeforelle_ (_Sálmo lacústris_) aufzufassen, die

eine ähnliche Verbreitung hat, wie der Saibling, aber in etwas

abgeänderter Form auch in den Seen Skandinaviens und Schottlands

vorkommt. Zum Laichen steigt der stattliche, sich sonst in

beträchtlicher Tiefe aufhaltende und hier fleißig auf Lauben und Renken

jagende Fisch in den einmündenden Flüssen während des Winters aufwärts.

Die von den alten Weibchen angelegten Laichgruben sind so umfangreich,

daß sie bequem einen liegenden Mann aufnehmen können. Interessant ist,

daß dieser wirtschaftlich wichtige Fisch in zwei verschiedenen Formen

auftritt, die namentlich im Bodensee scharf differenziert sind. Es ist

ja eine bekannte Tatsache, daß bei allen Salmoniden gewisse Individuen

sich geschlechtlich nicht zur Reife entwickeln und auch äußerlich

zeitlebens von den normalen Exemplaren verschieden bleiben. Wenigstens

ist der berühmte Fischforscher v. Siebold der Ansicht, daß diese

Unfruchtbarkeit für das ganze Leben anhalte und in den meisten Fällen

auf die Abgeschlossenheit in zuflußlosen Seen zurückzuführen sei,

während Widegren die Sterilität nur für eine vorübergehende Erscheinung

hält, da die Fische in einer späteren oder auch sehr viel späteren

Periode doch noch geschlechtlich vollreif würden. Vielleicht bringen die

seit 1907 angestellten Markierungsversuche Klarheit in diese einstweilen

noch recht dunkle Frage. Jedenfalls ist im Bodensee die behäbige,

stumpfschnauzige, dunkle, geschlechtsreif werdende Form als

»Grundforelle« ganz verschieden von der schlanken, spitzschnauzigen,

silberigen, nur sehr spärlich gefleckten und stets kleiner bleibenden

»Mai-«, »Silber-« oder »Schwebeforelle«, so daß der den ansässigen

Fischern längst bekannte Unterschied beider auch dem Laien sofort

auffällt. Ihrer Schnellwüchsigkeit und des dadurch bedingten

wirtschaftlichen Wertes halber sind aus Nordamerika der _Bachsaibling_

(_Sálmo fontinális_) und die _Regenbogenforelle_ (_Sálmo iridéus_) bei

uns eingebürgert worden. Ein nur 15-30 _cm_ lang werdendes, stark

silberglänzendes Fischchen mit tief gespaltenem Maul ist der sehr

variable _Stint_ (_Osmérus eperlánus_), seines üblen Geruches halber

auch »Stinkfisch« benannt. Namentlich in den Haffen der Ostsee tritt er

zu gewissen Jahreszeiten in wahren Unmassen auf, so daß ein sehr

lohnender Fang betrieben wird. Hat man sich einmal an den zum mindesten

recht eigenartigen Geruch gewöhnt, so wird man das Stintfleisch und

besonders die aus ihm bereitete delikate Suppe hoch zu schätzen wissen.

Gewöhnlich wissen die Fischer mit dem übergroßen Stintsegen allerdings

nichts anderes anzufangen, als ihn in die Schweinetröge zu schütten oder

als Dung auf die Felder zu fahren, bestenfalls ihn zur Tranbereitung

einzukochen. Die flüchtige, ungemein bewegliche, höchstens 1-1/2 _kg_

schwer werdende _Äsche_ (_Thymállus vulgáris_) mit der prachtvoll

purpurroten, durch schwarze Fleckenbinden noch gehobenen Rückenflosse

darf wohl als einer der schönsten und anmutigsten deutschen Fische

bezeichnet werden. Sie bevorzugt ähnliche Örtlichkeiten wie die

Forelle, siedelt sich jedoch in der Regel etwas unterhalb der

Forellenregion an. In bezug auf Reinheit und Sauerstoffgehalt des

Wassers ist die Äsche noch anspruchsvoller als die Forelle, schweift

auch mehr herum als diese und lebt geselliger. Neben Insekten verzehrt

sie hauptsächlich Schnecken und kleine Muscheln und produziert ein das

Entzücken aller Feinschmecker bildendes Fleisch, das angeblich nach

Thymian riechen soll, wovon ich allerdings noch nichts wahrzunehmen

vermochte. Die nur kleine oder mittelgroße Arten umfassende Gattung

Coregonus zeichnet sich durch größere Schuppen und mehr weißfischartigen

Körperbau vor den echten Lachsen aus. Zu ihr gehört die _große Maräne_

(_Coregónus lavarétus_), die gleich ihren Verwandten in beträchtlichen

Tiefen ein lichtscheues Dasein führt und nur zur Laichzeit in flacheres

Wasser kommt. Ihre teilweise Isolierung in abgeschlossenen Binnenseen

hat die Bildung zahlreicher Lokalformen begünstigt, von denen hier

Wander-, Madü- und Edelmaräne genannt seien, denen sich die in alpinen

Seen lebende Bodenrenke zugesellt. Alle Maränen, die für den Fang

allerdings fast nur zur Laichzeit zugänglich sind, gelten ebenso wie die

übrigen Angehörigen dieser Gruppe für äußerst wohlschmeckend. Besonders

wichtig sind alle verschiedenen Renkenformen für die Stromfischerei

Sibiriens, wo der Fang auf sie im großartigsten Maßstabe betrieben wird.

Die in den Seen Norddeutschlands heimische _Zwergmaräne_ (_Coregónus

álbula_), die nicht leicht über 35 _cm_ lang wird, nährt sich

hauptsächlich von kleinen Krustern und zeigt sich in warmen

Sommernächten unter vielem Geplätscher auch an der Oberfläche. In

geräuchertem Zustande bildet sie eine hochgeschätzte Delikatesse und

geht als solche in alle Welt hinaus. Das _Blaufelchen_ (_Coregónus

wartmánni_) ist der bekannteste Speisefisch des Bodensees und kommt in

etwas abgeänderter Form (Traunseemaräne, Pfäffikonmaräne usw.) auch in

anderen Alpenseen vor. In tiefen und kühlen Wasserschichten führen diese

sehr geselligen Fische ein unstetes Wanderleben, indem sie den frei im

Wasser schwebenden Kleintieren folgen. Zur Laichzeit drängen sie sich an

geeigneten Stellen derart zusammen, daß sie sich gegenseitig den das

Hochzeitskleid bildenden Körnerausschlag abreiben, der dann weithin den

Wasserspiegel bedeckt. Nach dem Zeugnisse Vogts sollen sie beim Laichakt

paarweise meterhoch aus dem Wasser herausspringen und dabei, Bauch gegen

Bauch gekehrt, gleichzeitig Milch und Rogen fahren lassen. Der sehr

lohnende Fang der Blaufelchen, die 1886 mit Erfolg auch im Laacher See

eingebürgert wurden und sich dort schon stark umgebildet haben, erfolgt

zur Laichzeit in großen Zugnetzen, sonst mit tiefgehenden Angelschnüren.

In der Hauptsache auf Boden- und Ammersee beschränkt ist das kleinere,

durch kurzen Leibesbau und deutlich gebogenen Rücken ausgezeichnete

_Kropffelchen_ (_Coregónus hiemális_) oder der _Kilch_. Von allen Renken

ist diese Art der ausgesprochenste Tiefenfisch, so daß er bei raschem

Heraufholen »trommelsüchtig« wird, indem die Schwimmblase sich infolge

des plötzlich verminderten Atmosphärendrucks jäh ausdehnt, dadurch den

Leib unförmlich auftreibt, die Eingeweide verschiebt und schließlich

wohl gar den Leib mit lautem Knall zum Platzen bringt. Da der Kilch nur

zur Laichzeit für wenige Tage in die Ufergewässer kommt, wissen wir über

seine Naturgeschichte noch recht wenig, und auch sein Fang ist aus dem

gleichen Grunde schwierig und wenig lohnend. Ganz das Gegenteil gilt vom

_Schnäpel_ (_Coregónus oxyrhynchus_), einem sehr wanderlustigen

Gesellen, der wie der Lachs zum Laichen aus der Nord- und Ostsee

truppweise in die Flüsse steigt, hier allerdings seine Wanderungen nicht

so weit ausdehnt, wie jener. Dafür beginnt die junge Schnäpelbrut schon

dem Meere zuzustreben, wenn sie kaum erst den Dottersack aufgezehrt hat.

Einheimische Fische; Die Süßwasserfische unsrer Heimat · 第 8 / 10 段