VII.

Pflichten riefen mich weit hinweg von Manitoba, und bei meiner Rückkehr

im Jahre 1886 war Bingo noch ein Mitglied von Wrights Haushalt. Ich

glaubte, er würde mich nach den zwei Jahren der Abwesenheit vergessen

haben, aber dem war nicht so. Eines Tages im Winter, nachdem er

achtundvierzig Stunden verloren gewesen war, kam er heimgekrochen mit

einer Wolfsfalle und einem Holzklotz am Hinterlauf und den Fuß zu Stein

gefroren. Niemand konnte sich ihm nähern, um ihm zu helfen, und als

ich, für ihn jetzt ein Fremder, mich niederbeugte, mit einer Hand die

Falle erfaßte und mit der andern sein Bein, packte er mich wütend am

Gelenk.

Noch waren seine spitzen Zähne nicht durch die Haut gedrungen, und,

ohne mich zu bewegen, sagte ich: »Aber, Bingo, kennst du mich denn

nicht mehr?« Sofort ließ er meine Hand fahren und leistete keinen

weiteren Widerstand, obwohl er während der Entfernung der Falle vor

Schmerz heulte und winselte. Trotz des Wechsels seiner Heimat und

trotz meiner langen Abwesenheit erkannte er mich als seinen Herrn und

Gebieter an, und auch ich fühlte trotz des Aufgebens aller Anrechte auf

ihn, daß er immer noch _mein_ Hund war.

[Illustration]

Bingo wurde – zwar ganz gegen seinen Willen – ins Haus getragen,

um den erfrorenen Fuß aufzutauen. Den ganzen Winter hindurch lief er

lahm, und zwei Zehen des verletzten Fußes fielen ab. Jedoch vor dem

Wiedereinsetzen der warmen Witterung hatte er seine volle Gesundheit

wiedererlangt, und für einen Uneingeweihten trug er keine Merkmale

seiner furchtbaren Erfahrung in der Stahlfalle.

Bingo und andere Tiergeschichten · 第 35 / 96 题