4. Die Kunst in Vorderasien.

§. 30.

Indem wir die vorderasiatischen Küstenländer von der Mündung des Wadi

el Arisch bis an den Pontus Euxinus hinab durchwandern, nähern wir

uns merklich dem Schauplatze fast aller späteren Kunstthätigkeit.

Es theilen zwar diese Gebiete mit Aegypten die Begrenzung durch das

Mittelmeer, doch während das letztere für Aegypten in Wahrheit eine

blosse Grenze bleibt, über welche hinaus der ägyptische Einfluss

seine Wirksamkeit verliert -- die ägyptischen Einflüsse auf die

griechische Bildung besitzen keineswegs die ihnen früher eingeräumte

Wichtigkeit -- sind die vorderasiatischen Länder mit ihrem Dasein

auf das Mittelmeer angewiesen. Weit entfernt, ihnen fremd zu stehen,

bildet dasselbe vielfach den Boden für ihre Thätigkeit, es wird von

ihnen bis an seine westlichen Grenzsteine, die Säulen des Herkules,

beschifft, an seiner nördlichen wie südlichen Küste von Vorderasien

aus kolonisirt, und hier überall der Keim zu dauernder Civilisation

gelegt. Der Name der Phöniker reicht hin, die gegebenen Andeutungen

im Geiste zu einem reichen, anschaulichen Bilde zu ergänzen. Die

mannigfache Regsamkeit und weitausgreifende Thätigkeit der Anwohner

Vorderasiens erschwert aber in bedeutendem Grade die Erkenntniss ihrer

Kunstbildung. Als ein wahres Uebergangsvolk, welches Lokalkulturen

vermittelt, im mächtigen Handelsverkehre die orientalische

Abgeschlossenheit glücklich durchbricht und häufig wechselnder

Herrschaft unterworfen ist, überschreitet es auch in seinem Kunstleben

die unmittelbaren Landesgrenzen und offenbart eine nicht geringe

Geschmeidigkeit der Kunstformen. So lange nicht der Entdeckungseifer

unserer Tage den heimisch-phönikischen Boden blossgelegt hat, bilden

Bautrümmer im westlichen Becken des Mittelmeeres die wichtigste

Quelle unserer Anschauungen von der phönikischen Kunst; ägyptische

und assyrische Anklänge sind aus der geographischen Lage und der

politischen Stellung Vorderasiens zu den ältesten weltherrschenden

Stämmen leicht erklärlich; wir stossen dann auf eine mannigfache

Verwandtschaft mit der alten griechischen Kultur, die ja gleichfalls,

nur im höheren Sinne, Orientalisches und Occidentales vermittelt,

müssen nicht ein blosses Nebeneinandergehen der vorderasiatischen und

altgriechischen Anschauungsweise, sondern eine theilweise Verwebung

derselben annehmen und finden schliesslich die ausgebildete antike

Kunst auf die nächstgelegenen asiatischen Gestade rückwirkend. In

den späteren Zeitaltern ist namentlich die kleinasiatische Kunst ein

integrirendes Glied der griechischen, sowie Syrien derjenige Punkt,

auf welchem die klassische Phantasie ihre letzten Athemzüge aushaucht.

Die vielbehandelte Frage über das nichthellenische Element in der

griechischen Bildung führte auch eingeschränkt auf die Untersuchung

eines möglichen phönikischen Einflusses bis jetzt zu keinem ergiebigen

Resultate.

§. 31.

Im Gegensatze zu der früher giltigen Meinung von der ausgedehnten

künstlerischen Wirksamkeit der %Phöniker%,[15] auf welche man

altgriechische Vasenbilder, Thonfiguren u. s. w. bereitwillig

zurückführte, gilt gegenwärtig die Ansicht, dass die vorwiegende

praktische Thätigkeit und industrielle Betriebsamkeit dieses

weitblickenden Volkes einen fein entwickelten Kunstsinn nicht zuliess.

Es scheint die Natur des herrschenden religiösen Kultus die freie

bildnerische Kraft, die von der Anerkennung der Schönheit der reinen

Menschengestalt ausgeht, gelähmt und gerade die gerühmte technische

Fertigkeit der Phöniker im Giessen, Schmelzen und Wirken es bedingt

zu haben, dass die ausgebildetere phönikische Baukunst nicht den Weg

einer organischen Entwicklung nahm, sondern in den Dienst einer höher

gestellten Kultur gerufen, die ursprüngliche Formlosigkeit durch eine

glänzende Dekoration: Erzplatten, Teppiche u. s. w. verhüllte. Die

Betrachtung einzelner Baudenkmäler, welchen man gegenwärtig, wenn auch

nicht ohne Widerspruch, einen phönikischen Ursprung zuschreibt, bringt

uns auf die einfachsten Anfänge der Kunstthätigkeit zurück. Hierher

gehören die zahlreichen kegelförmig verjüngten Rundthürme, etwa 40'

hoch, mit scheingewölbten Kammern im Innern versehen und mit einer

Plattform geschlossen auf Sardinien und den Balearen, dort Nuraghen,

hier Talayots genannt, und für Feuertempel ausgegeben. Verwandter Natur

sind die Thürme zu Marathos im phönikischen Heimathlande, monolithe

oben zugerundete oder spitz auslaufende Kegel, phallusähnlich, welche

auf einem abgestuften Untersatze ruhen und über unterirdischen

Grabkammern sich erheben. Auch die Gigantengräber in Sardinien und

den keltischen Dolmen entsprechende Anlagen in Nordafrika, auf

ehemals karthagischem Gebiete, haben die ursprüngliche Formlosigkeit

nicht überwunden. Bei späteren Grabdenkmälern auf Rhodus, Cypern,

in Algerien und auf karthagischem Gebiete (Grab des Thugga) zeigt

sich der griechische Einfluss vorherrschend wirksam. Die Tempelreste

auf der Insel Gozzo (Gaulos) und Malta werden ebenfalls auf die

Phöniker zurückgeführt. Die sogen. %Giganteia% auf Gozzo umfasst

zwei dicht aneinander stossende Anlagen, von cyclopischem Mauerwerke

eingeschlossen, und jeden einzelnen Tempel wieder in mehrere Haupträume

gegliedert. Eine elliptische Thürschwelle führt bei dem der Astarte

wahrscheinlich geweihten Tempel in den vorderen Hofraum, welcher

elliptisch wie die Schwelle gestaltet, durch einen schmalen Durchgang

mit dem hinteren gleichförmigen nur grösseren Hofe verbunden ist. Im

Hintergrunde, in der Axenrichtung des Tempels, bemerkt man wieder

einen im Halbkreise gezeichneten erhöhten Raum, so dass die ganze

Anlage einem Doppelkreuze mit zugerundeten Armen ähnlich erscheint.

Durch Stufen, Gitter und Schranken werden die in die Seitenrundungen

verlegten Heiligthümer von dem Durchgangsraume abgesondert, Trümmer

von Altären, Opfertischen, Taubenbehältern u. s. w. deuten auf einen

reichen, ausgebildeten Gottesdienst hin, doch bleibt auch hier die

architektonische Gliederung ärmlich, der künstlerische Schmuck auf

die spiralförmigen Ornamente an einzelnen Steinen beschränkt. Der

nächstgelegene, viel kleinere Tempel, auch darin von dem Astartetempel

unterschieden, dass hier der hintere Hofraum dem vorderen an Grösse

weit nachsteht, sowie der Hadjar-Chem auf Malta haben eine verwandte

Beschaffenheit, und bilden ebenfalls eine Summe elliptischer,

rundlicher Räume. Vom paphischen Tempel auf %Cypern% haben sich so

viele Spuren erhalten, dass man wenigstens den Grundriss ahnen kann:

Zwei Höfe von beinahe gleicher Grösse, der vordere von Säulen umstellt,

umspannen eine 150 Schritte lange, 100 Schritte breite Fläche.

Seitwärts im zweiten Hofe ist die Cella für das kegelförmige Idol

angebracht, deren architektonische Gestalt, nach erhaltenen Münztypen

zu urtheilen, durch einen erhöhten Mittelbau und niedrige, von Säulen

getragene Seitenhallen bestimmt wurde. Der Tempelhof zu %Marathos%, der

Insel Arados gegenüber, erscheint aus dem lebendigen Felsen gehauen,

welcher nur in der Mitte des Hofes zur Herstellung eines Götterthrones

stehen blieb. Ob die verschiedenen Götter verschiedene Kultusanlagen

erforderten, etwa die offenen bald runden, bald viereckigen Hofräume,

von erhöhten Schaubühnen eingefasst, mit einem kleinen bedeckten

Heiligthume im Hintergrunde dem Astartedienste angehörten, der

Molochdienst pyramidale Feuerstätten verlangte, bleibt unentschieden;

gewisser ist die Uebereinstimmung der philistäischen Tempel (Askalon,

Gaza) mit den beschriebenen phönikischen Anlagen. Die Säulen einer

solchen Emporbühne, wie sie zu Paphos, Tarsos bemerkt wurde, waren es,

welche Simson im Dagontempel zu Gaza zum Falle brachte, und so die

versammelte Menge begrub.

Die bildende Kunst der Phöniker, für uns durch aufgefundene sardische

und afrikanische (Algerien) Idole vertreten, scheint die primitiven

Kunstanfänge so wenig überschritten zu haben, als die Architektur.

Alles deutet darauf hin, dass die allen künstlerisch halbentwickelten

Völkern eigenthümliche Tendenz, die Göttergestalten nicht durch

Formenschönheit, sondern durch einen grellen schreckhaften Ausdruck

wirken zu lassen, auch von den Phönikern verfolgt wurde. Die einzelnen

Götter werden durch äussere Attribute (Gabelstock, Hörner, Sicheln)

unterschieden, durch Vervielfachung der Köpfe, unförmliche Symbole

aber arg entstellt, die Körperformen in rohester Weise angedeutet.

Die Beine sind wenig geöffnet, die Verhältnisse der Gliedmassen

verzerrt, die Stelle des Kopfes häufig durch einen unförmlichen

Klotz vertreten, in dessen Mitte ein Dreieck als Nase hervorragt.

Die auf Cypern gefundenen Venusidole, durchgängig von den sardischen

u. a. unterschieden, haben keineswegs einen phönikischen, sondern

altgriechischen Ursprung.

§. 32.

Die vollkommene Dunkelheit, welche bis auf unsere Tage über die

altjüdische Kunst herrschte, behaupten neueste französische

Reisende glücklich durchbrochen zu haben. Sie haben nicht etwa das

traditionelle, sondern das wahrhaftige Grab _Absalons_ und _Davids_

-- die Ruinen von Sodoma u. a. erblickt und einen förmlichen

altjüdischen Kunststyl entdeckt. Doch wurden gegen die Richtigkeit

dieser Behauptungen so zahlreiche und gewichtige Bedenken vorgebracht,

die Treue der Reisenden so schwer angeschuldigt, dass es vorläufig

rathsam erscheint, die alte, bescheidene Unwissenheit festzuhalten.

Die Sitte, die Todten in Felshöhlen zu begraben, wurde seit uralter

Zeit ununterbrochen geübt, und in dieser Beziehung die Tradition

bis zum Falle Jerusalems unverbrüchlich gewahrt. Desshalb aber die

Nekropole im Thale Josaphat, die Gräber am Oelberge und die sogen.

Königsgräber vor dem Damaskusthore im Alter weit bis auf _Davids_

u. A. Zeitalter zurückzusetzen, liegt um so weniger ein Grund

vor, als der architektonische Styl unzweifelhaft auf die Zeit des

_Herodes_ und der Römer hindeutet. Im Thale Josaphat ist derselbe

gemischte ägyptisch-griechische Styl heimisch, welcher auch an den

arabischen Felsmonumenten zu Wady Musa bemerkt wird, und am Beginne

unserer Zeitrechnung in den orientalischen Provinzen des römischen

Reiches aufkommt. Ein Grab erinnert durch seine Pylonenform und die

charakteristische starke Hohlkehle als Bekrönung an die Pyramidengräber

zu Gizeh; anderwärts steigt über dem griechisch gegliederten monolithen

Denkmale noch eine vierseitige Pyramide empor; die Prophetengräber

(das Labyrinth) zeigen eine rundgewölbte Vorhalle, von welcher aus

gleichfalls gewölbte Gänge zu den Grabkammern und Nischen führen. Bei

den Gräbern vor dem Damaskusthore betritt man zuerst zwei viereckige

Höfe, an deren Ende ein reiches Portal in verderbt griechischer Form zu

den Grabkammern leitet.

Es bleibt demnach noch immer der salomonische Tempel auf dem Berge

Moriah[16] als das Hauptdenkmal der altjüdischen Kunst bestehen.

Nur von dem Grundbaue, der zur Erweiterung der Bodenfläche angelegt

wurde, sind einzelne Reste auf uns gekommen; in Bezug auf die

Beschaffenheit und den Styl des Oberbaues bleiben wir auf die wenigen

dunkeln Nachrichten beschränkt, welche die biblischen Schriftsteller

aufgezeichnet haben. Bei dieser schwankenden Grundlage blieb es den

Alterthumsforschern vorbehalten, je nach ihrer persönlichen Neigung

den salomonischen Tempel, zu welchem König _Hiram_ von Tyrus nicht

allein Cypressen und Cedern vom Libanon, sondern auch den verständigen

Künstler _Hiram Abif_ gesendet hatte, bald in ägyptische, bald in

assyrische u. a. Formen zu kleiden. Auch hier traten dem Tempel zwei

geschlossene Vorhöfe vor; der innere war für die Priester bestimmt und

enthielt nebst den bekannten zwei freistehenden Säulen: Jachin und

Boas, das eherne Meer (Wasserbecken) und den grossen Brandopferaltar.

Der Tempelbau selbst zerfiel in die Vorhalle, den heiligen Vorraum

und das Allerheiligste; um die beiden letztgenannten Theile lief ein

dreistöckiger Anbau herum. Die Maasse werden für die Vorhalle: 10

Ellen Tiefe (120 Ellen Höhe?), für den Mittelraum: 40 Ellen Tiefe

und 30 Ellen Höhe, für das Allerheiligste: das Kubikmaass von 20

Ellen bestimmt. Der Bau war in Quadern ausgeführt, im Innern mit Holz

verkleidet und mit Goldblech überzogen, jedenfalls also durch den

schwerwiegenden Glanz des Materiales und die Pracht des Schmuckes

ausgezeichneter, als durch eine feine architektonische Gliederung

oder eine massenhafte Grösse der Anlage, weiter aber den phönikischen

Tempeln, wie die Vorhöfe, die den höheren Mittelbau umgebenden

Seitenflügel (vergl. Paphos) andeuten, verwandter als jeder anderen

Baugattung.

§. 33.

Aehnlich wie in Syrien am Nahr-el-Kelb, so bemerkt man auch in

%Kleinasien%[17] monumentale Reste einer uralten Bildung, welche durch

die Berührung mit den weltherrschenden Stämmen des Orientes eine

besondere, später fast spurlos abgewaschene Färbung erhielt. Vieles

erinnert an die Weise und Form, welche wir dem höchsten europäischen

Alterthume eigenthümlich annehmen; wir treffen nicht allein die aus

gewaltigen polygonen Steinblöcken errichteten Mauern (Cyclopenmauern)

hier an; auch Bauglieder, welche später in der griechischen Kunst

eine hervorragende Rolle spielen, wie die ionischen Voluten über dem

Säulenstamme, scheinen hier heimisch zu sein. Dazu tritt z. B. in der

aus einem Steine gehauenen Thorwölbung ein ägyptisirendes Element,

in den an den Portalen vortretenden Löwenbildern ein Anklang an

die assyrische Kunst. Die Felsreliefs, welche sich in der Nähe der

ausgedehnten Bautrümmer (Boghaz-Keui und Euyuk im alten Galatien) an

den Wänden eines offengelegten Felsraumes (Yasili-Kaia) befinden,

sprechen gleichfalls für eine selbständige asiatische Kunstübung, für

eine mannigfachen Wurzeln entstammende, wahrhaft geschichtliche Bildung.

Eine interessante Denkmalgruppe bilden die zahlreichen kleinasiatischen

Gräber, namentlich in Phrygien und Lycien. Zwischen den gewaltigen,

aber unförmlichen Grabhügeln, welche besonders in Lycien häufig

vorkommen, und der später hier reich gepflegten griechischen Kunst,

nehmen dieselben eine mittlere Stellung ein. Wo sie auch bereits

die griechischen Einflüsse verrathen, wie im Giebelbau, bleiben

dennoch mannigfache Spuren streng lokaler Kunstbildung aufrecht. Die

Architektur hat sich noch nicht völlig von der heimischen Tradition

losgelöst, während die Skulptur (Xanthus) mit den gleichzeitigen

griechischen Werken wetteifert. Selbst im Kreise der Architektur sieht

man Aelteres und Neueres friedfertig miteinander gehen, cyclopisches

und regelmässiges Quadermauerwerk zusammenhängend verbunden (Cadyanda).

Die Gräber in Lycien sind bald freie Bauten, mit einem Pfeiler

obeliskenartig gekrönt, oder als Tempel auf hohem Unterbaue mit

geschweiftem Dache gestaltet, theils Felsfaçaden, den Holzbau

nachahmend, und offenbar auch einem älteren Holzbaustyle

entstammend. Das Gebälke hat die Form rundlicher Baumstämme, sogen.

Schwalbenschwänze treten vor, die Fügungen der Holzconstruction,

das Bohlendach, werden treu festgehalten. Die in griechischer Weise

gebildeten Gräber -- und merkwürdig genug ist diese Grabtempelform noch

in den Hütten der gegenwärtigen Anwohner deutlich erkennbar -- haben

niemals die Gliederung, welche uns später unter dem dorischen Namen

entgegen treten wird, sondern die heimischere ionische Form.

Wir heben unter den zahlreichen lycischen Gräbern jene zu Antiphellus

hervor, in mächtiger Sarkophagform mit einem Pfeiler bekrönt, dessen

geschweiftes Dach an den Schmalseiten einen spitzbogigen Giebel bildet.

Andere aus dem Felsen gehauene Monumente ahmen den Holzbau nach. Die

Gräber zu Xanthus, ebenfalls aus dem Felsen gehauen, laufen wie die

früher erwähnten in ein geschweiftes Dach aus. Zu Tlos, ebenso in

Myra und Termessus, sind ganze Felswände in über- und nebeneinander

angeordnete Façadenreihen verwandelt und zu Gräbern ausgehöhlt. Die

Façaden wiederholen theils den griechischen Tempelstyl, theils den

bekannten Holzbau; einzelne haben freie Portiken vor sich.

Verwandter Natur sind die phrygischen Grabdenkmäler zu Aezani, Doganlu

u. a. Auch sie ahmen einen alterthümlichen Holzbau nach, sind als

getäfelte Thore gemeisselt und mit einfachen, an das Assyrische

erinnernden Ornamenten geschmückt. Ihr Alter ist nicht bedeutend,

die Herrschaft der griechischen Anschauungsweise während ihrer

Errichtungszeit an zahlreichen Einzelheiten bemerkbar. Die überaus

grosse Ausbeute, welche Kleinasien für die Skulptur bietet -- das ganze

Land einwärts und nördlich von Smyrna ist voll antiker Trümmer --

spricht allerdings für eine ungemein rege und mächtige Kunstthätigkeit.

Fast alles bisher Aufgefundene gehört aber nicht der selbständigen

kleinasiatischen Kunst mehr an, sondern der Periode der hellenischen

Kulturherrschaft, kann uns daher über den Zustand der ersteren nicht

aufklären. Auch das schon von _Pausanias_ angeführte Steinbild am Berge

Sipylos in Lydien -- die trauernde Niobe -- ist nicht geeignet, uns

eine genaue Vorstellung der altheimischen Plastik zu geben und zur

Feststellung des Verhältnisses zwischen dieser, der ägyptischen und

assyrischen Kunst, die sich hier, nach den früher erwähnten Monumenten

zu Euyuk zu schliessen, begegnet haben mochten, beizutragen.

B. Die Kunst des klassischen Alterthums.

Handbuch der Kunstgeschichte · 第 8 / 33 题