»Eine für Viele« erinnert an das Tagebuch der Marie Bashkirtsew.

Warm und ehrlich empfunden, machen die Geständnisse des jungen

Mädchens tiefen Eindruck ...«

»Reichswehr.«

»Das kleine Buch scheint darauf auszugehen, die gegenwärtige

Moral, soweit sie das Verhältnis der Geschlechter betrifft, zu steigern

und zu verfeinern. Der ledige Mann soll vor der Ehe ebenso keusch

sein, wie das Mädchen; das Wesen, das sich ihm einst giebt in

vollster reinster Hingabe, hat das Recht, von dem Manne ihrer Wahl

dieselbe Reinheit, dasselbe unbefleckte Sinnenleben zu verlangen,

das er als strenger Richter von ihr fordert ....«

»Neue freie Presse.«

Verlag von Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig

Für und gegen VERA sind folgende Schriften erschienen:

Christine Thaler:

Eine Mutter für Viele

Ein Brief an die Verfasserin von

»Eine für Viele«

4. Auflage Preis M. 1,--

Die »#Neue Freie Presse#« in Wien schreibt über Christine Thalers Buch:

»Es ist sehr erfreulich, dass weibliche Vernunft und Besonnenheit

sich nun zum Worte meldet. Die übermodernen Jungfrauen werden das

Sendschreiben der Mütterlichkeit wohl etwas hausbacken finden. Aber das

verschlägt nichts. Aus ihm spricht Klugheit, Reife und Gemüt. Aus ihm

spricht eine aus Lebenskämpfen erwachsene Milde, die das Menschliche,

auch wenn es sich als ein Allzumenschliches erweist, verzeiht.«

Auch jemand:

Eine für sich selbst

Brief an die Verfasserin von

»Eine Mutter für viele«

3. Auflage Preis M. 1,--

»Eine Dame spricht ruhig und besonnen; eine Dame, die die verzehrende

Sehnsucht der keuschen Jungfrau nach einem ihr ebenbürtigen reinen

Jüngling versteht, dieser Sehnsucht aber nicht unbedingt das Wort

redet. Der Verfasserin schwebt eine Art freier Liebe vor. Eine Liebe,

die in freiem Genuss und seliger Wahrheit durch ihre hehre Grösse so

wenig der landläufigen Moral peinlich werden kann wie Michelangelos

David in seiner kolossalen Nacktheit. Eine Liebe, die nicht in den

Staub zieht, in deren hohen reinen Flammen alles schmilzt, was

allzuirdisch und allzumenschlich ist.«

Gerda Schmidt-Hansen:

Eine für Vera

Aus dem Tagebuche einer jungen Frau

2. Auflage Preis M. 2,--

Eine im Geiste Veras geschriebene, flammende Anklageschrift

gegen die Unnatur und Heuchelei der vom Manne diktierten »sittlichen«

Anschauungen. Die Verfasserin -- eine Dame aus den besten

Leipziger Gesellschaftskreisen -- deckt hier mit rücksichtsloser

Kühnheit den Abgrund einer modernen, allzumodernen Ehe auf und zeigt,

wie die Laxheit der männlichen Moral Seele und Leib des Weibes

vergiftet und beide dem Untergange zuführt.

Männer im Kampf

für und gegen Vera:

E... E...

Einer für Viele!

2. Auflage Preis M. 1,--

»Dieses Buch wendet sich polemisch gegen die mütterlich milden Urteile

über das Vera-Problem, welche Christine Thaler in ihrer Kampfschrift

ausgesprochen hat. E. E. legt offenkundig eine Lanze für Vera ein und

versteht es, das von Vera angeregte Problem in eine neue interessante

Beleuchtung zu rücken.«

Felix Ebner:

Meine Bekehrung

zur Reinheit

Aus dem Leben eines Junggesellen

2. Auflage Preis M. 2,--

»Die Männerwelt ist lange nicht so verdorben, wie sie von

emancipierten Blaustrümpfen geschildert wird. Das ist die These

Ebners. Er bekräftigt seine Überzeugung mit der Darstellung seiner

eigenen Lebenserfahrungen, mit der Vertiefung und Bereicherung, die

sein Leben durch echte Liebe gewann, und stellt die Unverbrüchlichkeit

der ethischen Pflichten, die jeder junge Mann zu erfüllen hat, aufs

glänzendste heraus.«

Verus:

Einer für Viele

Aus dem Tagebuche eines Mannes

2. Auflage Preis M. 2,--

Die »#Feder#«, Berlin, schreibt: »Das Buch wird vielen Widerspruch

erregen, dürfte aber auch viele Freunde finden.«

Der »#Autor#«, Zeitschrift für Litteratur und Kunst in Wien,

schreibt: »Unstreitig die hervorragendste Erscheinung in der ganzen

›Vera-Litteratur‹, vielleicht eine der bedeutendsten am Büchermarkt

überhaupt, wiewohl sie bei vielen eine gewaltige Entrüstung hervorrufen

wird. Man wird das Buch vor jungen Leuten zu verstecken suchen, es

enthält aber gerade für diese alles, was ihnen spätere Enttäuschungen

ersparen kann. Mögen es nur recht viele lesen, bevor sie in die Lage

kommen, aus eigener Erfahrung beurteilen zu können, wie recht Verus

hat.«

Neue Bücher von Frau Professor

Maria Janitschek:

Die neue Eva

2. Tausend. Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50

»Ein reifes Buch. Das Urteil einer Frau, welche die Frauen und die

Männer sowie das Leben kennt. Frau Janitschek ist dem deutschen Leser

längst bekannt. Sie ist modern im guten Sinne. Sie ironisiert in feiner

Weise die Emanzipations-Bestrebungen der Hypermodernen und kommt zu dem

allerdings nicht neuen Schluss, dass ohne die »Kanaille« Mann das Weib

nichts ist und sein kann. Durch alle Novellen des vorliegenden Buches

zittert eine gesunde Ethik. Es liegt über jeder einzelnen Geschichte

der dumpfe Hauch der geschlechtlichen Gier. Und aus jeder Geschichte

kann eine treffliche Moral gezogen werden. Trotz des pikanten Inhalts

würde ich jedem Mädchen dieses Buch zwei Tage vor seiner Ehe in die

Hand geben. Nach den hier vertretenen Prinzipien handelnd, wird dann

aus dem »Gänschen« nicht notgedrungen die »unverstandene deutsche Frau!«

»Frankfurter Neueste Nachrichten.«

Die »Neue Hamburger Zeitung« schreibt:

»#Die neue Eva#« #ist ein durchaus künstlerisches Tendenzbuch#, eines

der wenigen, die wir in Deutschland haben, denn ein Schönheitsglaube

glüht darin auf, eine reine aufstrebende Sinnlichkeit und das

kraftvolle Selbstvertrauen, dass auch die Frau stark genug sei, sich

zu befreien, ohne Gefährtinnen, Versammlungen und Zeitungen. Und das

ist wohl ihr eigenster Sinn, dass nur diejenigen Freiheit verdienen,

denen sie das eigene Herzblut gewiesen und erkämpft, die selbst

Individualitäten sind. Reine, starke Höhenluft atmet über diesem

Buche und ein Duft, wie von heissglühenden, sommerlichen Rosen, denn

es ist ein Dichtbuch reifer und ungezwungener Sinnlichkeit und das

Lebensevangelium einer schöpferischen Frau. Und ich glaube, dieser

Eindruck der Persönlichkeit ist so stark, dass ihn selbst diejenigen

spüren werden, die die »Neue Eva« lesen um der heiklen Themata und der

Unterhaltung willen, und zur Erkenntnis gelangen, dass sich hier hinter

Spott und farbiger Schilderung das ernste Antlitz einer wertvollen

Weltanschauung erhebt.«

»... Und nun die neue Eva! Wie anders wirkt dies Zeichen auf mich

ein. Das sind sieben Geschichten, die tief aus dem Werden und Wollen

des Weibes herausgeschrieben sind. Maria Janitschek hat hier die

künstlerischere Seite ihrer Kraft gefunden. Kaum jemals ist Psychologie

mit Physiologie in der Novelle so innig verbunden worden wie in

diesen Geschichten. Glut und Wahrheit, ein feines Spüren nach den

geheimsten Regungen der Evanatur, eine glückliche Hand im Ausmalen des

Schleierlosen -- das alles und noch einiges findet der Leser -- die

Leserin möge freilich nicht zu jung sein -- in den Erzählungen von der

neuen Eva, unter denen »Neue Erziehung und alte Moral« ein Meisterstück

des psychologischen Verismus ist.

»Berliner Lokal-Anzeiger.«

Aus Aphroditens Garten:

Zwei neue Romane von

Maria Janitschek

Band I

Maiblumen

2. Tausend. Preis brosch. M. 2,50. geb. M. 3,50

Band II

Feuerlilie

2. Tausend. Preis brosch. M. 2,50. geb. M. 3,50

»#Aus Aphroditens Garten#« betitelt #Maria Janitschek#, die berühmte

Erzählerin und feinsinnige Kennerin der modernen Frauenseele,

ihren neuesten Romancyklus, in dem sie in umfassender Weise

an einer Reihe von Einzelschicksalen ihre Erfahrungen und Anschauungen

über das moderne Weib und seine seelischen und sozialen Verhältnisse

in vielseitiger Weise niederlegen will.« »Der Gesellige.« Graudenz.

»Schon die äusserlichen Vorgänge, die sich im vorliegenden

Roman abspielen, sind von Maria Janitschek in brillanter, von Anfang

bis zu Ende spannender Weise erzählt, noch viel mehr aber wird den

Freund moderner Dichtung der ausserordentliche Scharfsinn und die

psychologische Tiefgründigkeit überraschen, mit denen das Seelenleben

der Heldin, einer mitten in den Anfechtungen des modernen Lebens,

sowie ihres eigenen leidenschaftlichen Herzens stehenden Jungfrau

geschildert wird. Der Leser wird geradezu in den Lebenskreis dieses

seltsamen Wesens hineingezwungen. Man darf nach diesem Anfang

mit grossem Interesse den weiteren Enthüllungen aus »Aphroditens

Garten« entgegensehen, und insbesondere sollte niemand, der Interesse

für die moderne Frauenbewegung hat, diese künstlerischen Ergüsse

einer der modernsten Frauen der Gegenwart ungelesen lassen.«

»Deutsche Tageszeitung«, Wien.

Von derselben Verfasserin erscheint Ende 1902:

Auf weiten Flügeln

Novellensammlung:

Judas -- In der Frühe -- Heimatlose Nachtigall --

Die beiden Karren -- Um der Glorie willen .....

Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50

Zwei neue wichtige Publikationen zum Thema der #Frauenfrage und

Mädchenerziehung#

Louis Frank -- Dr. Keifer -- Louis Maingie:

Die Versicherung der Mütter

Autorisierte deutsche Ausgabe besorgt von

Nina Carnegie Mardon

Preis brosch. M. 2,--

Die Notwendigkeit eines Schutzes für die Frauen der arbeitenden

Klassen während und nach ihrer Schwangerschaft wird in dieser

Schrift zum ersten Mal in wissenschaftlich begründeter Weise

nachgewiesen. An der Hand eines reichen statistischen Materials wird

die Unhaltbarkeit der bisherigen Zustände und ihre Gemeingefährlichkeit

für das Leben der Gesamtheit dargethan, sodann die Möglichkeit

gezeigt, durch Begründung einer Versicherung diesen beklagenswerten

Missständen abzuhelfen und den Müttern für eine bestimmte

Zeit Freiheit von der Last der Arbeit und die notwendigen

Subsistenzmittel zu gewährleisten. Das Wesen und die Ausführbarkeit

dieser Versicherung wird bis in ihre kleinsten technischen Einzelheiten

dargethan. Die sociale Gesetzgebung wird, früher oder später, mit

Notwendigkeit zu den hier entwickelten Gesichtspunkten hingeführt

werden müssen, wenn anders das Wort von dem stetigen Fortschritt

der Kultur keine blosse Phrase bleiben soll.

Eine Mutterpflicht

Beiträge zur sexuellen Erziehung von

E. Stiehl

2. Auflage. Preis 50 Pf.

Man hat das #neue Jahrhundert# schon das »#Jahrhundert des Kindes#«

getauft. In der That ist die Erziehung unserer Kinder gottlob in ein

neues Stadium getreten. Das wichtigste Gebiet in dieser Erziehung

bildet die sexuelle Pädagogik. In immer weiteren Kreisen bricht sich

die Ueberzeugung Bahn: Wir dürfen in Bezug auf die Belehrung unserer

Kinder über geschlechtliche Dinge nicht stehen bleiben bei der ererbten

und anerzogenen Gewohnheit ablehnender Prüderie. Wir müssen dem

Kinde auf seine Fragen nach den natürlichen Dingen andere Antworten

geben, als bisher. Diese heiligste Mutterpflicht behandelt E. Stiehl

in ihrer Schrift, sie beweist, dass es die ernsteste Aufgabe jeder

gewissenhaften Mutter ist, die Leitung und Belehrung ihres Kindes auf

diesem zartesten und schwierigsten Gebiete der Erziehung selbständig

vorzunehmen. Kein Buch enthält eine stärkere Ermahnung an Mütter

und Erzieher, als wie sie von E. Stiehl gegeben wird. Möge sie auch

beherzigt werden!

Wer Interesse für den Fortschritt unserer Kultur und für

thatkräftige Besserung unserer socialen Verhältnisse hat, dem

seien diese beiden auf ihrem Gebiete geradezu reformatorisch

wirkenden Schriften -- und deren Verbreitung in weitesten

Kreisen angelegentlichst ans Herz gelegt.

Eine wackere Vorkämpferin für die Rechte der Frau ist

Grete Meisel-Hess!

#Bisher erschienen#:

In der modernen

Weltanschauung

Preis M. 2,50

Ein aus dem Geiste Wilhelm Bölsches geschaffenes Werk! Jeder

Bekenner, Anhänger und Freund des Monismus wird nach dieser mit einem

prächtigen Temperament geschriebenen Abhandlung der bekannten Wiener

Schriftstellerin greifen, wenn er über die tiefe Verknüpfung des

modernen Lebens mit der Naturphilosophie der Gegenwart orientiert sein

will. Die Verfasserin kämpft für eine Regeneration in allen Gebieten,

in Reich und Staat, in Kunst und Erziehung, in Ethik und Gesellschaft.

Für die Frauenbewegung ist die Schrift von der grössten Bedeutung.

#Ferner#:

Fanny Roth

Eine Jung-Frauengeschichte

2. Auflage Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50

Die »#Zeit#«, Wien, schreibt:

»Das Dankenswerte an diesem Buche ist, dass hier eine Frau

dem Mädchen jene Erkenntnis vermittelt, die sich die jungen Männer,

gesellschaftlich freier gestellt, aus ihrem eigenen Leben holen: die

Nebensächlichkeit aller reinen Geschlechtsprobleme für das wahre

Leben tiefer veranlagter Naturen. Also wirklich einmal ein Buch,

das junge Mädchen lesen sollten. Dass die künstlerische Form nicht

visionär genug ist, nützt vielleicht gar dem didaktischen Zweck,

denn eine gesperrt gedruckte Lebensweisheit fällt stärker in die

Augen. Und übrigens würde das Buch, das unstreitig dichterische

Qualitäten zeigt, weit reifer und geschlossener wirken, wenn nicht

ein durchgehends zu konsequent angewandter Naturalismus uns immer

wieder aus jener Welt in diese stürzte.«

Die »#Wiener Hausfrauenzeitung#« schreibt:

»In dem hier vorliegenden Buche zeigt sich wieder, wie meisterhaft

die Verfasserin Situationen zu schildern versteht und wie packend

und natürlich sie zu erzählen weiss ... eine Erzählung aus dem

Leben einer Künstlerin, die aber auf Hunderte andere Mädchen

ebenso Anwendung finden kann und den Leser bis zur letzten Seite

in Spannung hält.«

#Herbst# 1902 erscheint:

Suchende Seelen

(1. Das Leid. 2. Die Lüge. 3. Die Krisis). Preis br. M. 2,--

#Bücher zur Frauenfrage von Frau#

Elsa Asenijeff

Unschuld

Ein modernes Mädchenbuch

2. Auflage. Preis brosch. M. 2,50, geb. M. 3,50

Die »#Deutsche Zeitung#«, Wien, schreibt: »Die Verfasserin, offenbar

eine Frau von Geist und tiefem Gemüt, ist durchdrungen vom hohen Beruf

des Weibes, das ›in Heiligkeit und Schönheit durch die rauhe Roheit

des Lebens gehen soll‹, das ›bei allem Beleidigenden, was es erblickt,

nur den Gedanken der Güte an heilendes Bessere‹ haben soll. Und so

legt sie denn eine Reihe von Bildchen aus dem jungen Mädchenleben

vor, in denen überall auf eine Gefahr, ein lauerndes kleines Ungetüm

aufmerksam gemacht wird. Die Verfasserin hat die keimende Seele des

Weibes wohl beachtet und weiss ihre Erscheinungen anschaulich und

mit interessanter Lebendigkeit zu schildern. Dass sie sich dabei von

tantiger Prüderie ferne hält, giebt dem Buche die Weihe einer höheren,

weil furchtloseren Reinheit. An einer Stelle sagt Elsa Asenijeff von

den schriftstellernden Frauen: ›Sie schreiben, wie sie es von den

Männern gelernt. Ihre Seelen kriechen erst aus ihrem Leibe heraus

und in ein Mannesgehirn hinein, dann erst schreiben sie. Die Lieben

aber, welche die Kinder gern haben, die schreiben nie. Die sitzen zu

Hause und heissen Mami und pflegen das liebe Kind, dass es dereinst

ein ordentlicher Mensch werde.‹ Wie wahr! Und dass man trotz der

Richtigkeit dieses Satzes gegen das wahrhaft weibliche Buch Asenijeffs

kaum etwas einwenden kann, ist wohl sein schönstes Lob.«

-- »Die hochbegabte Verfasserin giebt hier eine Sammlung von Skizzen

aus dem Leben des Weibes von der frühesten Jugend bis in das Alter

in knappster Form und von einer Anschaulichkeit, die diese Bilder in

leuchtenden Farben, zum Greifen deutlich, vor das geistige Auge des

Lesers, besser noch der Leserin stellt. Die feine Zeichnung verrät

eine ausserordentliche Begabung für psychologische Feinheiten. Eine

eigenartig zarte Poesie liegt über den kleinen intimen Seelengemälden,

etwas märchenhaft Holdes, das auf die Phantasie einen eigenen Zauber

ausübt. Die Skizzen sind kleine Kunstwerke dichterischer Prosa,

reif und durchgeistigt und zugleich von einer edlen Einfachheit des

Stils. Das Buch wendet sich an die jungen Mädchen, »die Jugendknospen

der Menschheit. Für jene, welchen ein Walzer oder ein schönes Kleid

alles gelten, sind meine Worte nicht. Noch für solche, die wie im

dämmernden Schlaf im Dasein dahingehen, nicht nach rechts, noch nach

links blickend, nicht fragend, nicht wollend, und an deren stummer

Teilnahmlosigkeit sich das Schicksal vollzieht. Aber Euch Edelsten will

ich dienen, die Ihr in Schönheit durch die rauhe Roheit des Lebens

gehen wollt, Euch mit den glühenden, opfervollen Herzen, denen alles

Beleidigende, was sie erblicken, nur den Gedanken der Güte an heilendes

Bessere giebt.« Der Zweck des Buches ist ein erzieherischer, aber es

ist nicht pedantische Schulmeisterei, die hier das Wort ergreift,

sondern eine echte Dichterin, die von den Schicksalen der Frauenseele

singt. Auch über die herben Erscheinungen des Lebens zieht sie keine

prüden Schleier, doch wird die schöne poetische Form trotz des oft

»naturalistischen« Inhalts stets festgehalten. Ein paar sinnige Märchen

gehören zum Schönsten, was die Sammlung enthält. Für die jungen

Mädchen, zu denen die Verfasserin in den oben zitierten Einleiteworten

spricht, wird das Buch eine schöne Weihnachtsgabe sein.«

»Staatsanzeiger für Württemberg«, Stuttgart.

Tagebuchblätter einer Emanzipierten

von

Elsa Asenijeff

Preis brosch. M. 3,--, geb. M. 4,--

Als einer echten Modernen steht Elsa Asenijeff das Menschentum

im Werte unendlich höher als das Weibtum, und indem sie den

mitringenden Schwestern zeigt, wie sie sich zäh und unablässig zu

diesem würdigen Ziele hinkämpft, verrichtet sie mit ihrem Buche eine

nicht hoch genug zu veranschlagende Pionierarbeit.

»Deutsche Warte«, Berlin.

Elsa Asenijeff ist keine von den gewöhnlichen Emanzipationsdamen,

die mit fertigen Schlagworten um sich hauen. In dem überfeinen

und hochsensitiven Wesen dieser Schriftstellerin ist doch etwas

von jenem kulturfördernden Geiste, der über die harte, wissenschaftlich

dürre Mannesgesittung hinaus zu einer edleren, freieren Sittigung

strebt; diese keimt im Gefühl, in der Seele, sie wird ohne Zweifel

einmal unsere starre Männerkultur überwinden können.

»Deutsche Wacht«, Dresden.

Ferner ist im Verlag von #Hermann Seemann Nachfolger# von Frau #Elsa

Asenijeff# erschienen:

Max Klingers Beethoven

Eine kunsttechnische Studie

Prachtwerk in Grossquart mit acht Heliogravüren

und 23 Beilagen und Textbildern

Preis in vornehmem Liebhaberband gebunden M. 20,--

Frau Asenijeff gehört seit Jahren zu dem engeren Freundeskreise

Klingers, sie hat das grosse Werk, das wie selten eine einzelne

künstlerische Schöpfung in Deutschland die Gemüter in Aufregung versetzt

hat, wachsen und werden sehen, und aus eigener Anschauung berichtet

sie nun, wie jener Titelzusatz andeutet, von der Arbeit, die Klinger

hier geleistet, von dem technischen Können, das in dieser

seltsam-grossartigen Monumentalstatue niedergelegt ist. Nach den

vielfachen kritisch-ästhetischen Abhandlungen über den »Beethoven«

ist eine solche Schrift sehr willkommen.

»National-Zeitung«, Berlin.

Eine ungewöhnlich interessante Veröffentlichung ist das Prachtwerk

»Max Klingers Beethoven«. Das Werk, das im gesamten Schaffen

Klingers einen Gipfel bedeutet, wird von Frau Elsa Asenijeff in einem

trefflichen Text erklärt, der die zahlreichen Illustrationen -- 8

Heliogravüren, 23 Beilagen und Abbildungen im Text -- wirksam

unterstützt, zumal da Frau Asenijeff in der Lage ist, auch zu der

Entstehungsgeschichte des Werkes die interessantesten Ausführungen

beizubringen, insonderheit über die grosse Schwierigkeit, den

Thronsessel in Bronze zu giessen, was erst in Pierre Bingens Werkstatt

in Paris gelungen ist und von Frau Asenijeff in den einzelnen Stadien

ausserordentlich dramatisch erzählt wird. Die Schilderung des

Bronzegusses ist eine Meisterleistung.

»Vossische Zeitung.«

Neue Frauen

Roman von Paul und Victor Margueritte

(Einzig autorisierte Ausgabe von #U. Fricke#)

Preis brosch. M. 4.--, geb. M. 5.--

In dem hervorragenden Roman »#Neue Frauen#« von Paul und Victor

Margueritte, einem Brüderpaar, das zu den berühmtesten französischen

Romanschriftstellern der Gegenwart zählt, werden neben glänzenden

Schilderungen der Gesellschaft und der unteren Volksmassen, die »neuen

Frauen« als Vorkämpferinnen der Frauenbewegung verherrlicht, die auf

diesem Wege die sociale Frage lösen wollen. Und diese Frauen nun haben

auch die idealen Forderungen der Reinheit des Mannes vor der Ehe, der

sittlichen Gleichberechtigung beider Geschlechter auf ihren Schild

geschrieben. So schlägt die Heldin des Romans zwei Eheprojekte wegen

der »Vergangenheit« der Werber aus. Der Roman ist glänzend geschrieben,

unterhaltend, wertvoll und für jeden, der »#Vera#« kennt und für die

Frauenprobleme etwas übrig hat, von brennendem Interesse.

Die Kritiken über Paul und Victor Margueritte, #Neue Frauen#, sind

insgesamt lobend und empfehlen das Werk in jeder Hinsicht zur Lektüre.

Eine Kritik sei hier wiedergegeben aus dem »Staatsanzeiger für

Württemberg«, Stuttgart:

»Der fesselnd geschriebene französische Roman behandelt Probleme, die

mit der modernen Frauenbewegung zusammenhängen, übrigens wegen Ihres

rein menschlichen Gehalts der Teilnahme auch der Parteilosen sicher

sind. Die Geschichte dieses Romans ist für eine Doppelautorschaft von

einer seltenen Einheitlichkeit und Folgerichtigkeit. Die Darstellung

der vorhandenen Konflikte glüht von Begeisterung für die höhere

Sittlichkeit der Menschen der Zukunft, welche die Seelen läutern wird.

Die Heldin, die in schweren Stunden für das Recht der Selbstbestimmung

als Frau und Tochter mit Energie eintritt und sich im Kampf des Lebens

die echte Weiblichkeit bewahrt, ist eine sympathische Frauengestalt,

der Idealtypus der Frau der Zukunft, wie ihn die Verfasser und

mit ihnen gewiss noch viele andere erträumen. Auch radikale Typen

des weiblichen Geschlechts sind vertreten, der Blaustrumpf und

die geschworene Männerfeindin, jedoch nicht zur Abschreckung, als

Lächerlichkeiten. Die Verfasser lassen keinen Zweifel darüber, dass für

sie die Frau der Zukunft so nicht aussieht. Der Roman entwickelt die

Ereignisse von innen, vom Charakter der Personen aus und verbindet so

mit der Erörterung zeitgemässer Fragen eine treffende Psychologie, die

ihm in erster Linie seinen Wert verleiht.«

»Der Roman eines Dienstmädchens«

ist das neueste zweibändige grandiose Werk der bekannten

polnischen Schriftstellerin

Gabriela Gräfin Zapolska

Käthe die Karyatide

2 Bände brosch. je M. 2,50, geb. je M. 3,50

»Die Karyatide, die in stummer Ergebenheit die Last des Hauses

und ihres eigenen Unglücks trägt, ist das Dienstmädchen. Zu einem

Symbol wächst ihre Gestalt. Wie eine Karyatide erscheint sie, auf

deren Schultern die niederdrückende Last elender niederer Arbeit

ruht. Ein solches typisches Lebensschicksal schildert die polnische

Dichterin Gräfin Zapolska mit einem unerbittlichen, oft ans Brutale

streifenden Wirklichkeitssinn. Es ist das Werk einer Persönlichkeit,

das mit bedeutender Aufmerksamkeit gelesen zu werden verdient.«

Ein reizvolles Pendant zu #Gräfin Zapolskas# Dienstmädchenroman bildet

der

»Roman einer Ladenmamsell«,

wie er uns vorliegt, in

Jenny Schwabes Roman

Im feindlichen Leben

Preis brosch. M. 3,--, geb. M. 4,--

Aus Urteilen der Presse: »Das ist der Roman der Ladenmamsell mit all

den mannigfachen Anfechtungen und Sorgen, denen diese jungen Mädchen

in ihrer dienenden Stellung ausgesetzt sind. Das ist der Roman eines

gut erzogenen, tüchtigen Mädchens, dem seine Armut überall Zwang anlegt

und das gezwungen ist, seine jungen Kräfte in seelentötender Arbeit

zu verbrauchen, dem es aber doch gelingt, sich wacker durchzukämpfen

und einen beglückenden Wirkungskreis in Leben und Ehe zu finden. Die

Lektüre ist sehr unterhaltsam, und das versöhnliche Ende entlässt den

Leser mit der Hoffnung, dass auch diese Gebiete der Frauenbewegung noch

ihre Zukunft haben«.

Gebt uns die Wahrheit!

Ein Beitrag zu unserer Erziehung zur Ehe

Von

Else Jerusalem-Kotányi

2. Auflage Preis M. 2.--

Das Geschlechtsleben in der Deutschen Vergangenheit · 第 17 / 18 段