XXVI. Freitagabendbetrachtung.

Bame madlikin.

(Eine Betrachtung anstatt der Übersetzung.)

Der letzte Tag in dieser Woche nähert sich seinem Ende und wieder

schließt mit ihm ein Abschnitt meines Lebens ab, in dem ich deine Güte

erfahren habe, du, mein Schöpfer, während ich meiner häuslichen

Tätigkeit oblag. Die heilige Stunde ist nahe, mit welcher der Sabbat

beginnt, der dazu da ist und da sein soll, eine heilige Ruhe in dir zu

suchen und zu finden, indem ich auf das hinblicke, was du für mich

vollführst hast, und indem ich prüfe, was ich vollbracht, und mit

welcher Gesinnung ich gehandelt habe.

O, schaue ich hin auf deine Liebe und Güte gegen mich in den sechs

verflogenen Tagen, wie kann ich da Worte finden dir zu danken, der du

wiederum das Werk der Schöpfung vor meinen Augen erneuert hast, der du

am Tage deine Gnade über mich ausströmen und mich bei Nacht in deinem

Schatten weilen ließest und der du mich mit so unendlich vielen

Gnadenbeweisen, Wohltaten und Segnungen überschüttest hast, daß ich sie

nicht zu zählen vermag! Du hast dich über mich erbarmt, mich jeden Tag

zu meiner Tätigkeit gestärkt und hast mich durch so vieles erfreut; Du

warst in trüben Stunden meine Kraft und mein Schild und du hieltest mich

aufrecht im Unglück. O Herr! Ich bin nicht wert so großer Güte; denn

gedenke ich meiner Aufgabe, die mir in diesen Tagen der Arbeit zu

vollführen auferlegt war,--ach, wie oft war ich da nicht schlaff und

nachlässig; wie oft vergaß ich nicht in meiner Tätigkeit zu dir

aufzuschauen, zu wirken und zu schaffen, wie einer, der sich in deinem

Dienste fühlt, der bei all seinem Tun dich stets vor Augen hat, daß er

den rechten Weg nicht verliere und dir wohlgefalle. Ich weiß, daß ich

leben soll, um das Wohl meiner Mitmenschen zu fördern und mit

liebevollem Sinne ihnen Wohltaten zu erweisen; ach, und ich erkenne wie

viel eigennützige und eitle Zwecke mich noch gebunden halten. Als

Israelitin soll ich, was auch mein Beruf sei, beweisen, daß ich von

einem Glauben beseelt bin, der voll Ergebung und Geduld ist, und deshalb

ein Leben führen, das allen denen, die mir nahe stehen,

heilbringend sei,--aber wie wenig schwebte solch ein Ziel mir bei all

meinem Wirken vor!

Wohl habe ich in der vergangenen Woche Zeit gefunden zu allem, was mein

Herz begehrte, aber habe nicht, so wie ich sollte, mich bestrebt, mich

als ein Glied der Genossenschaft zu beweisen, welche dein offenbartes

Wort bewahren und das Licht, das göttliche Licht, der Welt leuchtend

erhalten soll, und wenn ich auch einige flüchtige Augenblicke dazu

anwandte, so konnte das doch nur wenig bedeuten für den, welchem die

Sorge für die Bedürfnisse des Lebens keine Zeit lassen, frei zu atmen

und an deine heiligen Wahrheiten zu denken. O Herr, deshalb bete ich zu

dir: laß den heiligen Sabbat mir anbrechen, daß er meiner Seele Frieden

bringe, auf daß ich deine unendliche Güte erkennen möge und aufs neue zu

allem Guten erglühen und dazu beseelt werden möge, im Verein mit deinen

wahren Anbetern dir zu dienen, den Glauben zu pflegen, zu fördern, was

der Gesamtheit zum besten dient, mich allem fern zu halten, was den

Israeliten entheiligt und mit neuer Lust aus der Quelle des Lebens zu

schöpfen, in deinem Wort zu forschen, daß es mich in deiner Wahrheit

stärke und wie eine reine Flamme voller Klarheit über die Erde

leuchte und mich auf meinem Pilgerwege begleite, bis ich es in

Herrlichkeit aufleuchten sehe, wenn die ewige Sabbatruhe kommt, wo

seliger Friede und himmlische Ruhe mich bei dir erwarten!

Amen!

Gebete für Israeliten · 第 45 / 46 题