Nun küßte er sie. »Lebwohl, Hardi.«

Sie blieb stehen und horchte seinem Schritt nach, er ging langsam. Sie

horchte noch immer: jetzt war er draußen. Der Sand knirschte.

Auf einmal lief sie nach dem Vorderzimmer und spähte aus dem Fenster.

Da war er.

Er wandte sich, glaubte wohl, daß sie noch etwas zu sagen vergessen hatte,

und sah ihr fragend ins Auge.

Seine Wimpern zuckten.

»Bleib noch ein wenig,« bat sie mit blassen Lippen.

»Es ist der letzte Zug,« sprach er.

»Bleib,« sagte sie.

* * * * *

Und nun begann eine seltsame Zeit.

Ludwig Cöldt kehrte wieder an den Anfang zurück.

Er war wieder bei seiner Frau.

Das Ursprüngliche knüpfte sich wieder an, das alte Recht und die alte

Liebe. Er fand sich wieder an die Zeit heran, wo er das liebe Mädchen mit

den melancholisch schmachtenden Augen auf den Markburger Straßen gesehen

hatte und sofort rätselhaft gepackt gewesen war, daß kein Überlegen,

kein Bremsen geholfen hatte -- er mußte sie haben, keine Bessere, keine

Schönere, die nur -- die!

Daß sie sich nicht gleich ergab, daß sie auch als Braut immer etwas

Scheues, Beklommenes behielt, war ihm ein Reiz mehr gewesen -- je mehr

Wälle, desto mehr Sieg, je mehr Trutz, desto mehr Süßigkeiten.

Das Feuer hinter dem Berge: Roman · 第 37 / 50 题