Begriff es denn nicht, was er heute von ihm wollte?--

Das Wasser war sein Freund gewesen, sein bester Freund, von jeher.

Es hatte den kleinen Kerl, der noch fast nicht gehen konnte,

liebreich getragen, wie es nur die trägt, die es liebt gleich seinen

eigenen Wesen, und seine Liebe war ihm treu geblieben während seines

Lebens bis heute.

Der ehrgeizige Ungestüm des Knaben und der ungeduldige Groll des

Jünglings hatten sie nicht zu vermindern vermocht.

Alles hatte es seinem Liebling gegeben, was es überhaupt geben

konnte: Frische, Gesundheit, Kraft und Ruhm und unendliche Freuden,

die sich erneuten von Tag zu Tag: und alles hatte Felder genommen als

etwas Selbstverständliches, wie andere Kinder die Liebe der Eltern

nehmen.

Nun kam er noch einmal zu ihm, um bei ihm die letzte Erlösung--vom

Leben--zu suchen.

Aber das Wasser nahm ihn nicht.

Es schien nicht zu begreifen, was er so plötzlich von ihm wollte; und

als könne er gar nichts anderes, als Lust und Freude bei ihm suchen,

so trug und wiegte und umschmeichelte es ihn, gleich als sei es froh,

ihn so versöhnt wieder zu haben nach der langen Zeit der

Entfremdung...

Und Felder empfand die kühle und linde Berührung mit erschauernder

Wonne, und noch einmal vergaß er die schwere Erde, ihre Kämpfe und

ihr unerträgliches Leid und gab sich ganz der starken und reinen

Umarmung des Wassers hin.

Das war nicht mehr der Meister, der große Schulschwimmer, der

"Champion of the World", der in dieser nächtlichen Stunde weit da

draußen und ganz allein seine Kunst übte; das war der Freund, der

wieder zum Freunde kam, um ihm seinen Kummer und seine Sorgen

anzuvertrauen und auszuruhen an seiner Brust von der Mühsal des

Lebens. Und so schwamm Felder zum letzten Male: ohne an etwas anderes

zu denken, als an die Lust dieser Stunde, ließ er sich treiben,

breitete nur zuweilen die Arme, als wolle er die silbernen Wellen

fassen und an sich ziehen; ließ das Wasser durch seine halbgeöffneten

Lippen dringen und erwiderte Umarmung und Kuß. Und wie er sich wandte

und drehte, sich bald auf den Rücken legte, bald hier untertauchte

und dort wieder emporkam, empfand er noch einmal die ganze Seligkeit,

die ihm das Wasser gegeben, die himmlische Leichtigkeit, mit der es

ihn trug...

Der Schwimmer · 第 40 / 41 题