Aber dann wurde sein Herz bei dem plötzlichen Gedanken an die Erde
wieder schwer.
Doch die Schwere seines Herzens zog ihn nicht hinunter. Und da
begriff er, daß ihn dieses Element nie töten würde, dieses Element,
das ihn liebte und das sein Leben wollte, nicht seinen Tod. So
unermeßlich stark, daß es ihn mit einem Schlage hätte niederstrecken
können, war es doch schwach ihm gegenüber, der der Stärkere war, weil
er geliebt wurde...
Endlich begriff er, weshalb es so war und immer so gewesen war,
begriff seine ganze eigene Schwäche und die ungeheure Stärke dieser
Liebe!--
Da schwamm er zurück zum Ufer, entnahm seinen Kleidern sein
Taschenmesser, öffnete es und durchschnitt beim hellen Lichte des
Mondes mit schnellem, scharfem Schnitt die Pulsadern seiner rechten
Hand, ganz nahe der Stelle, wo die Narbe war, die das Armband
zurückgelassen. Sein Blut spritzte empor und er empfand einen kurzen,
heftigen Schmerz.
Von neuem warf er sich ins Wasser und erreichte mit wenigen hastigen
Schlägen fast noch die Mitte des Sees. Sein rotes, warmes Blut
mischte sich mit der warmen, schwarzen Flut.
Er fühlte, wie mit ihm seine Kraft schwand.
Noch einmal breitete er die Arme weit auseinander, warf sich in der
jähen Angst des Todes herum und griff um sich, als wollte er sich
halten.
Aber zum ersten Male ließ das Wasser ihn fallen, und er sank.
Den Lebenden hatte es geliebt.
Der Tote war ihm nichts als eine Last, die es achtlos in seinen
Tiefen begrub.