Dieses vorige Kapitel aus meinem Leben habe ich gestern vormittag
geschrieben. Wie ich dann noch an meinem Tische saß und nachdachte,
da hörte ich auf einmal ein Pfeifen und Schnalzen und als ich über
die Schwelle meiner Hütte trat, sah ich gerade vor mir auf der alten
Wettertanne eine wilde Jagd. Ein Edelmarder verfolgte ein Eichhörnchen.
In Spiralen lief das gehetzte Tier den Stamm empor, daß der buschige
Schwanz wie ein rotes Fähnchen hinter ihm dreinwehte. Und der
Edelmarder war dumm genug, diese Spiralen nachzulaufen. Schon glaubte
ich die Eichkatz gerettet, da mußte der Marder auf sein Ungeschick
gekommen sein. Er ließ sein Opfer um den Stamm laufen, schoß aber
selber senkrecht empor, und da lief es ihm geradeaus in den Rachen. Ein
Biß ins Genick und er sprang mit seiner Beute davon.
Das ist Natur, rauhe, „rohe“ Natur, wie die Menschen draußen
in der Welt sagen würden. Und doch steht sie höher, tausendmal
höher als ihre Kultur. Das Tier kennt den Mord, den brutalen Mord
aus Selbsterhaltungstrieb; aber es kennt nicht das Quälen, das
langsame Hinmorden. Die Natur arbeitet mit augenblicklich wirkenden
Dolchstichen, die Kultur mit Nadelstichen. Je weiter der Mensch von
der Natur sich entfernt, desto grausamer wird er. Der Naturmensch,
der Wilde, tötet, er tötet den Leib; der Kulturmensch tötet zuerst
in langsamen Worten die Seele und überläßt es dann der geistigen
Verwesung, auch den Körper zu zerstören.
Zu Millionen wandern sie auf Erden herum, die Menschen, denen in
teuflischen Seelenqualen der Wille gebrochen, das redliche Denken,
das ehrliche Fühlen geraubt wurde; mit toten Seelen, oder was noch
schlechter ist, mit vergifteten, gehen sie ihren Lebensweg, wie Sklaven
schleppen sie die Ketten ihrer erzwungenen Verdorbenheit mit sich, bis
sie endlich im Ekel vor sich selbst zusammenbrechen, das brechende Auge
noch in stummer Frage emporrichtend: warum?
Ich stand noch und sah dem Marder nach, wie er von Ast zu Ast springend
in den Tiefen des Waldes verschwand, als mich Tritte aus meiner
Betrachtung aufschreckten.
Wieder einmal einer aus der sogenannten Kulturwelt da draußen. Ich
weiche diesen Leuten sonst am liebsten aus, denn sie bringen mir den
ganzen Zank und Stank ihrer Armseligkeit in meine schöne Einsamkeit.
Dieser Mann jedoch gefiel mir. Er bat mich um einen Trunk Milch und
wenn ich es hätte, auch um ein Stück Brot dazu, und dann warf er sich
auf der Wiese am See ins Gras hin, verschränkte die Arme unter dem Kopf
und sah in den Himmel hinein.
Ich kümmerte mich nicht um ihn, sondern ging meiner Arbeit am Meiler
nach.
Nach einer Stunde kam er wieder zu mir zurück und fragte mich, ob er
eine Nacht bei mir bleiben könne.
Ich war von dieser Frage so überrascht, daß ich mich augenblicklich
nicht entscheiden konnte, und um Zeit zu gewinnen, stellte ich die
Gegenfrage, was er denn eigentlich da heroben wolle.
„Eigentlich wollte ich da ein wenig botanisieren,“ entgegnete er, „aber
ich will auch das lassen und einmal einen ganzen Tag selbst nichts
anderes sein als Pflanze, die Licht und reine Luft trinkt. Sie werden
das freilich nicht verstehen und begreifen,“ setzte er noch hinzu,
„denn Ihr Landleute meint ja, daß es nichts Schöneres gäbe, als das
Leben in einer Stadt. Ihr wißt ja selbst nicht, wie schön, wie gut Ihr
es habt. Dieser Friede hier, diese Ruhe und diese kostbare Luft! Ah!
Wenn man das so ein Jahr haben könnte.“
„Nun so siedeln Sie sich einmal ein Jahr da irgendwo im Hochwald an!“
entgegnete ich lächelnd.
Da seufzte der Mann auf: „Ja, wer das könnte. Aber da hat man Weib und
Kind und es heißt arbeiten, arbeiten von früh bis Abend. Aber nun sagen
Sie mir, kann ich bei Ihnen da übernachten oder nicht. Ich brauche ja
kein Bett, nur ein bißchen ein Dach möchte ich über meinem Kopfe haben.“
Meine Hütte beherbergte außer dem Raum, der mir zur Wohnung diente,
noch einen zweiten, der meinem Vorgänger als Ziegenstall gedient hatte.
Diesen zeigte ich dem Professor, denn als solchen mußte ich ihn bald
erkennen, und er war ganz zufrieden damit. Aus dürrem Buchenlaub machte
er sich selbst eine Liegestatt zurecht und ich gab ihm eine meiner
groben Decken.
Wir saßen noch eine Weile beieinander und ich lernte in ihm einen
tiefen Menschen, einen echten Friedenssucher kennen, so daß ich
unwillkürlich auch ein wenig aus meiner Verschlossenheit heraustrat.
Als er sich endlich erhob und mir die Hand reichte, sagte er: „Sie sind
auch nicht immer Kohlenbrenner gewesen.“
„Ich will es aber bleiben,“ entgegnete ich.
„Ich verstehe Sie,“ sagte er einfach, „und ich will Sie nicht stören.
Jeder Mensch muß mit sich selber fertig werden und glücklich der, dem’s
gelingt; der hat dann den Frieden. Gute Nacht!“
Der Professor ist auch heute noch geblieben und wir haben viel
miteinander gesprochen und haben uns gut verstanden. Als er dann
aufbrach, sagte er: „Leben Sie wohl, lieber Freund! Ich weiß heute,
was ich mir schon gestern dachte, daß Sie einmal andere Zeiten gesehen
haben. Aber ich frage nicht und glauben Sie meiner Versicherung, daß
ich auch drunten im Tale Ihrer Lebensgeschichte nicht nachfragen werde.
Ich freue mich, einen Menschen gefunden zu haben, dem der Friede ward,
und ich nehme einen Teil davon mit in meine Arbeitsstube. Das nächste
Jahr aber will ich wieder kommen und dann wollen wir es wieder genau so
halten wie gestern und heute. Nicht wahr?“
Ich drückte dem Manne, dessen Auge hell und aufrichtig leuchtete, die
Hand und dann schritt er davon. Wo der Weg zum See niedersteigend im
Unterholz verschwindet, drehte er sich noch einmal um und winkte mit
dem Hute zurück.
Also auch einer, der auf den Wegen der Einsamkeit geht trotz Weib und
Kind. Er gibt Liebe, empfängt Liebe und ist doch einsam. Merkwürdig,
sehr merkwürdig das!
Doch ich will zu meiner Geschichte zurückkehren.
Ich war also jetzt Soldat. Daß mir der Kasernenton behagt hätte, kann
ich wohl nicht sagen, aber ich war es ja von der Anstalt her gewohnt,
mich einem größeren Haufen einzufügen und die da üblichen Späße nicht
gerade feiner Art wenigstens insoweit mitzumachen und mir gefallen zu
lassen, um nicht allein zur Zielscheibe derselben zu werden.
Bei der Abrichtung war ich bald der erste und schon nach einem
Vierteljahr wurde ich zum Kanzleidienst kommandiert. Da man mich hier
sehr gut brauchen konnte und auch meine Vorstudien bekannt wurden,
war ich nach einem halben Jahre schon Korporal und genoß eine Art
Ausnahmestellung.
Niemand war froher als ich, als mir meine Übersetzung zum Kanzleidienst
bekannt gegeben wurde. Hier unterstand ich in erster Linie dem
Hauptmann und hatte mit den übrigen Offizieren, den Leutnants und
Oberleutnants, nichts zu tun.
Unter Letzteren befand sich auch Oberleutnant von Steindl. Der war
nach der Aussage aller älteren Unteroffiziere früher ein sehr lustiger
und gutmütiger Mann gewesen; aber bald nach seiner Verheiratung
hätte sich sein Charakter gänzlich geändert und nun sei er einer der
ärgsten Soldatenschinder, dem eine Kleinigkeit genüge, um einen Mann
schließlich sogar auf die „Latten“ zu bringen.
Ich hatte mich allerdings über ihn nicht zu beklagen gehabt. Er ließ
zwar mit keiner Miene merken, daß er mich kannte, aber er dankte mir
jedesmal auf meinen Gruß, was er meinen Kameraden gegenüber nur selten
tat. Auch hatte ich von ihm nie ein böses Wort erhalten. Was mich aber
an ihm so unangenehm berührte, das war, daß ich so oft einen mich
belauernden Blick an ihm wahrzunehmen glaubte. Wie eine Katze kam er
mir dann vor, die eine Beute im Auge hat und sich langsam zum Sprunge
anschickt.
Durch die Übersetzung in die Kanzlei war ich ihm nun aber aus dem Auge
gerückt und ich empfand das als eine große Erleichterung. In dieser
Zeit erfuhr ich auch, daß er ein unglückliches Familienleben führen
solle. Warum, das wußte mir niemand zu sagen, daß es aber so sei, das
schien stadtbekannt zu sein.
Ich empfand darüber keine Genugtuung; ich hatte ja mit mir selbst
so viel zu tun, denn von Marie kamen immer öfter und öfter Briefe,
aus denen mich eine unsägliche Sehnsucht anrief. Ich tröstete sie,
so gut ich konnte, und stellte ihr im Sommer einen Urlaubsbesuch in
Aussicht; aber das schien nicht zu wirken. Und eines Tages hielt
ich wieder eines der schlichten Blättlein in den Händen und mit
unbeschreiblichem Gefühle las ich daraus, daß der Rausch jener stillen
Gewitternachtsstunde in der Bohnenlaube nicht spurlos an Marie
vorübergegangen sei.
Wie eine glühende Nadel fuhr es mir durchs Herz. Sorge um Marie, Scham
und dabei doch wieder ein hohes, ernstes Gefühl wechselten beständig
in mir ab und der Brief, den ich an Marie schrieb, muß trotz der hohen
Worte, an die ich mich dunkel erinnern kann, recht verworren gewesen
sein.
Was sollte nun werden? Der Gedanke verfolgte mich Tag und Nacht und ich
gebe zu, daß darunter meine Kanzleiarbeit an manchem Tage zu leiden
hatte.
Und da wollte es das Schicksal, daß unser Hauptmann erkrankte und
der älteste Oberleutnant einstweilen an seiner statt die Leitung der
Kanzlei zu übernehmen hatte. Dieser Oberleutnant war von Steindl.
Es war gerade die Zeit, wo sich die politischen Ereignisse zu dem
großen Kriege zwischen Rußland und der Türkei zuspitzten. Wir Soldaten
hatten keine Ahnung, daß es dazu kommen könnte, daß auch wir in die
Geschichten an der unteren Donau verwickelt werden könnten, doch
konnte uns nicht verborgen bleiben, daß sich auch in unserem Heer eine
wohl geheim gehaltene aber sehr rege Tätigkeit entwickelte. In allen
Magazinen wurden die Vorräte teils ergänzt, teils erneuert, und wir
Kanzleimenschen hatten jetzt alle Hände voll Arbeit.
Mir war die Arbeit eine willkommene Ablenkung von meinen schweren
Gedanken und von meinen bitteren Sorgen um Marie. Wenn aber wieder ein
Brief von ihr in meinen Händen lag und ich aus ihren so mutig sein
wollenden Worten ihre ganze Verzagtheit herauslas, dann ließ ich doch
unwillkürlich meine Feder sinken, und gab mich meinen schmerzlich
sehnsüchtigen Gedanken hin.
Dabei traf mich eines Tages Oberleutnant von Steindl. „Sie glauben
wohl, hier privatisieren zu können!“ fuhr er mich an. „Was haben Sie
da?“
Mit diesen Worten wollte er nach meinem Briefe greifen.
Rasch zog ich aber denselben an mich und sagte fest und bestimmt: „Zu
Befehl, Herr Oberleutnant, das ist ein Privatbrief.“
„Hier in einer k. k. Militärkanzlei gibt es keine Privatbriefe!“
donnerte er mich an. „Her mit dem Wisch!“
In mir begann es zu kochen, aber noch bezwang ich mich und entgegnete
nochmals: „Es ist ein Privatbrief, Herr Oberleutnant.“
„Her damit, ich befehle!“ brüllte er und griff nach dem Papier, das ich
in meiner Faust zusammenknitterte.
Ich aber trat einen Schritt zurück und sagte: „Und ich verweigere. Dazu
haben Sie kein Recht!“
Hätte ich geahnt, was in der Seele des Mannes vorging, ich hätte ihm
den Brief gegeben, so aber glaubte ich nur an boshafte Quälerei und
als er nun auf mich zustürzte und mir den Brief aus der Hand zu reißen
versuchte, da war es um meine Selbstbeherrschung getan. Ich sah nicht
mehr den Vorgesetzten vor mir, sondern nur die Bestie, die mich quälen
und verhöhnen wollte. Denn jedenfalls wollte er dies und nur dies.
Verhöhnen wollte er mich, daß ich, der ich einst seine Frau geliebt,
nun mit meiner Liebe bei einem Bauernmädel angelangt sei. Schneller
als die Blitze durch die heiße Sommernacht irren, schossen mir diese
Gedanken durch den Kopf; wie eine jähe Flamme, die in fessellosem
Emporlodern alles um sich her ergreift, so brauste in mir die Wut
empor, und da hatte ich auch schon einen Schlag gegen den Oberleutnant
geführt, der ihn zurücktaumeln machte. Er stieß einen unartikulierten
Schrei aus und riß den Säbel aus der Scheide. In demselben Augenblick
aber hatten sich schon zwei ältere Unteroffiziere auf ihn geworfen
und hielten ihm den Arm fest. Zwei andere hatten mich gepackt und
verhinderten mich, mich nochmal auf ihn zu stürzen.
Ich kann mir’s heute noch nicht anders erklären, als daß damals alles
plötzlich in mir aufwachte, was ich an Groll und Grimm, zum großen Teil
unbewußt und noch aus den Tagen stammend, da ich ihn als Nebenbuhler
erkennen mußte, in mir trug. Ich meine, ich hätte ihn damals trotz
seines Säbels umgebracht.
Eine halbe Stunde später saß ich schon im Garnisonsarrest und nach
einer Woche wanderte ich für ein halbes Jahr ins Stockhaus. Mein
tadelloses Vorleben, mein bisher bewiesener Pflichteifer und auch meine
höhere Bildung waren als mildernde Umstände sehr bedeutend in Rechnung
gezogen worden.
Graue Tage kamen nun. Wie lahme Bettler auf ächzenden Krücken schlichen
die Stunden dahin und ich habe fühlen gelernt, daß es für den Menschen
nichts Entsetzlicheres, nichts Unbarmherzigeres gibt, als nicht
arbeiten zu dürfen, zur Untätigkeit verurteilt zu sein, wenn jeder
Muskel nach Betätigung schreit.
Und das allerfurchtbarste war: ich konnte meiner Marie nicht schreiben.
In ihre Briefe kam ein banger Ton, wie er mir an ihr ganz unbekannt
war. Wie die Tränen eines verzagten Kindes, so quoll es mir aus den
Zeilen entgegen. Und ich konnte ihr nicht antworten. Ich beschwor
den Kameraden, der mir täglich das Essen brachte, mir Bleistift und
Briefpapier zu bringen; aber die Überwachung war so streng, daß er sich
nicht getraute.
So saß ich Tag für Tag in meinem Gefängnisse und mußte zusehen, wie
sich an Marie das Schicksal erfüllte.
Kein Teufel hätte eine ärgere Qual für mich erfinden können, als sie
mir damals der natürliche Lauf der Dinge bereitete. Marie schrieb mir,
daß sie ihrer schweren Stunde entgegengehe und daß sie ihr Bruder
unermüdlich bestürme, einem der Bauern der Nachbarschaft die Hand zur
Ehe zu reichen. Auch die Mutter sei jetzt ganz auf der Seite Bartls und
verlange von ihr, daß sie des Bruders Willen erfülle. Marie bat und
beschwor mich, ihr doch um Gotteswillen eine Antwort zu geben. Nur ein
paar Worte wolle sie zum Zeichen, daß ich an sie denke; dann würde sie
neuen Mut und frische Kraft finden, gegen Mutter und Bruder zu kämpfen.
Alles, alles wolle sie tun, nur schreiben solle ich ihr, ihr sagen, daß
ich sie noch immer lieb habe. Sonst wisse sie nicht, was noch geschehe.
Wieder bat und flehte ich, man möge mich einen Brief schreiben lassen
und als mir dies nicht bewilligt wurde, meldete ich mich direkt zum
Gefängnisrapport und trug dem kommandierenden Offizier meine Bitte
vor. Die Angst um Marie trieb mich sogar dazu, ihm wahrheitsgetreu den
ganzen Sachverhalt zu erzählen.
Und der Mann dachte menschlich.
„Es ist zwar nicht gestattet,“ meinte er, „daß Militärsträflinge
Briefe schreiben, aber in diesem Falle will ich eine Ausnahme machen,
vorausgesetzt, daß ich den Brief zu lesen bekomme.“
Der Brief ging fort, aber er hat Marie nie erreicht. Später habe ich
erfahren, daß Bartl den Briefträger bestochen hatte, ihm alle an
Marie gerichteten Briefe auszuliefern. Nun, der Mann hatte nicht oft
Gelegenheit, seinen Diensteid zu brechen; ganze zwei Male.
Eine ganze Woche verlief, ohne daß ein Brief von Marie kam, und ich
fühlte mich schon beruhigter. Da kam auf einmal wieder ein kleines
Schreiben, mit Bleistift hingekritzelt, und ich sah auf dem Papiere die
Spur der Tränen, die darauf gefallen waren. Es lautete:
Lieber Heini!
Ich kann Dir nicht viel schreiben, denn ich liege im Bett. Neben
mir liegt unser Kind, ein Bub mit blaue Augerl. Hanserl heißt er,
sie haben es nicht gelten lassen, daß er Heini heißen soll. Heini,
schreib mir, ich bitte Dich um alles in der Welt, schreib mir, daß
Du uns alle zwei gern hast. Ich kann’s sonst nimmer aushalten.
Heini, Heini, verlaß mich nicht, verlaß uns nicht.
Deine Marie.
Ich sandte den Brief an den Kommandanten und bat ihn abermals, mir ein
paar Zeilen zu erlauben, doch diesmal glaubte er, mir die Erlaubnis
verweigern zu müssen, denn einen sozusagen ständigen Briefwechsel könne
er nicht verantworten. Übrigens dauere meine Strafe ohnehin nur mehr
ein paar Wochen.
Träge, entsetzlich träge schlichen die Stunden und die Tage dahin. Von
dem sehnsüchtig erwarteten Augenblick, da ein blasses Grau durch die
vergitterten Fenster kam und sich leise in dem kahlen Raum ausbreitete,
bis der letzte Schimmer auf den schmutzigen Wänden erlosch, schien
es mir eine Ewigkeit zu sein, und wenn mir in jener Zeit ein Glück
beschieden war, so war es das, daß ich wenigstens einige Stunden in der
Nacht schlafen konnte. Wäre ich damals so schlaflos geblieben, wie es
mir später geschah, ich hätte mir im Wahnsinn den Schädel an den Mauern
einrennen müssen.
Eines Tages aber kam mein Kamerad mit dem Essen ganz aufgeregt herein.
„Weißt das neueste?“ rief er mir zu.
Ich mußte in all meinem Jammer lächeln. Wie sollte ich etwas wissen
können!
„Krieg ist,“ sagte er aufgeregt, „mit die Türken geht’s los!“
Da ich in meinem Gefängnisse selbstverständlich nicht das geringste von
den Wirren im Orient gelesen, legte ich der Sache keine Bedeutung bei
und glaubte, der Mann habe irgend eine Nachricht falsch aufgefaßt. Aber
bald wurde ich eines besseren belehrt.
Auch unser Regiment wurde mobilisiert, und da mir nur mehr einige Tage
zur völligen Abbüßung meiner Strafe fehlten, wurde ich vorzeitig aus
dem Gefängnisse entlassen und als Gemeiner ins Regiment eingestellt.
Ich gehörte zum ersten Bataillon, Oberleutnant von Steindl war zu
meiner größten Freude dem zweiten zugeteilt worden.
Und nun ging’s nach Süden. Durch Weingärten flog der Zug, an schmucken
Sommerfrischen und reizenden Villen vorüber, dann rollte er in das
steinige Feld hinein, das sich vom Wienerwald bis zur ungarischen
Grenze hinzieht. Sonnverbrannt lag es da und von dem mißfarbenen Rauch
überdacht, der dort aus hunderten von Schloten unaufhörlich und in
dichten Massen quillt. Bald aber tat sich die grüne Wunderwelt des
Gebirges auf. Raxalpe und Schneeberg grüßten mit klaren Felsenstirnen
nieder ins Land, ein schneller Gebirgsfluß kam uns mit seinen
spiegelhellen, blitzenden Wellen entgegen und dann kletterte der Zug
über die grünen Matten des Semmering hinan, donnerte über Viadukte und
rasselte durch Tunnels, und in sausendem Fluge ging es dann abwärts
durch die lieblichen Täler der Obersteiermark, an der schäumenden Mur
entlang, bis sich die Rebenhügel der alten windischen Mark an sie
herandrängten und ihren Lauf nach Osten lenkten. Nun leuchteten uns
rechts und links von den sonnüberflimmerten Weinbergen die schmucken,
weißen Winzerhäuschen entgegen, bis sich beim Überschreiten der
stolz einherflutenden Drau wieder weites Flachland, von graugrünen
Föhrenwäldern durchträumt, vor uns auftat. Und nochmals Weinhügel, ein
romantisches Tal mit kühnen Felsenbildungen und dann ging es der Save
entlang ins Kroatische und zur bosnischen Grenze.
Da, jenseits des träge mit grünbraunen Wassern flutenden Stromes lag
also das Land, das uns Ruhm oder Tod bringen sollte. Mit fahlen Wolken
lag der Abend über ihm, als wir es das erste Mal sahen und als wir nach
bleiernem Schlafe durch die schmetternden Trompeten geweckt wurden,
da breitete sich um uns ein dichtes graues Nebelmeer, aus dem nur
allgemach die dunklen Laubmassen der weiten Auen auftauchten.
Auf einer von unseren Pionieren erbauten Schiffbrücke zogen wir
hinüber ins feindliche Land. Mehr oder minder gute Witze begrüßten
es, dann aber nahm alle der eigentümliche Charakter der Landschaft
gefangen. Da waren ungeheure Maisfelder und in wahren Wildnissen
von Zwetschkenbäumen standen die armseligen Dörfer, über deren
herabhängende Strohdächer sich da und dort ein Minarett erhob. Aber
das war nicht der zierliche Bau, den ich aus manchen Abbildungen
orientalischer Städte kannte, sondern eher ein plumper, mit einem
primitiven Dache gedeckter Rauchfang.
Und wie schmutzig und verwahrlost sah es da überall aus. Die Straßen
tiefdurchfurchte Kothaufen, Dächer, Zäune, Mauern, alles ruinenhaft,
die Schweine wühlten rings um die Häuser, die wie verlassen dastanden.
Nur da und dort, daß sich ein Mensch zeigte; meistens waren es Kinder
in bauschigen Gewändern von nicht mehr zu bestimmender Farbe, die, den
Finger im Mund, die blanken Geschwader anstarrten, die lachend und
plaudernd an ihnen vorüberzogen. Wenn wir sie aber anriefen, dann waren
sie im Nu hinter den zerlemperten Zäunen verschwunden und wir sahen nur
mehr ihre dunklen Augen hinter den Latten hervorlugen. Nur einer der
kleinen Kerle kam auf unsern Ruf heran, hielt uns aber sofort bettelnd
den mit Schmutzkrusten bedeckten Handteller entgegen.
Und tiefer und tiefer ging es in das unbekannte Land hinein. Auf
kaum erkennbaren Wegen marschierten wir weiter und um uns breiteten
riesige Urwälder ihre düsteren Schatten. Wo sie sich etwas
lichteten sahen wir zu kahlen, trümmerbedeckten und oft wunderlich
ausgezackten Bergesgipfeln empor. Neben unserem Wege aber rauschte in
wildzerrissenem Bette ein Fluß, sich ab und zu donnernd und brüllend
über mächtige Felsklötze stürzend.
Am dritten Tage kam uns ein Transport mit Verwundeten entgegen.
Unter starker Bedeckung zog er einher und von ihnen hörten wir
bestätigt, was wir bisher nicht glauben konnten, daß unsere Toten und
Schwerverwundeten oft in entsetzlichster Weise verstümmelt würden.
Aus war’s mit den fröhlichen Witzen und den lustigen Marschliedern;
ein wilder Grimm hatte alle erfaßt und man nahm sich vor, diesen
Menschenbestien gegenüber keine Schonung walten zu lassen.
Und bald sollten auch wir den Feind kennen lernen. Die ständigen
Überfälle erheischten ein ungemein vorsichtiges Vorgehen, und um
die Hauptmacht vor Überraschungen zu bewahren, wurden wir seitwärts
dirigiert, um jener die Flanken zu decken.
Der völlig ungebahnte Weg, den wir zu nehmen hatten, ließ kein
Marschieren in größeren Verbänden zu. Zugweise schlugen wir uns durch
Wald und Gestrüpp hindurch, durchwateten Bäche und kletterten an
Felshalden empor; doch nirgends war die Spur eines Feindes zu entdecken.
Am Abende des zweiten Tages, dieser uns wahnsinnig und auch unsinnig
dünkenden Streiferei, schlugen wir auf einer mit hohem Grase
bewachsenen Blöße das Lager auf. In weitem Bogen, unheimlich still,
stand der Hochwald um den Lagerplatz; gegen Osten aber stieg das
Gelände zu einem mit riesigen Steintrümmern besäten Gipfel auf, der
aber wie ich mich später überzeugte, nur der Absturz einer ausgedehnten
Hochfläche war, zwischen deren weißen Steinwellen dürres Gestrüpp und
hartes, sonnverbranntes Gras in fahlen Büscheln stand.
Ein Kamerad und ich erhielten den Vorpostendienst und hatten die
einsame Kuppe zu beziehen.
Über den fernen Karstgipfeln ging die Sonne zur Ruhe. In dem Goldstrom,
der von ihr floß, färbten sich die kahlen Felshöhen erst mit flammendem
Gelb, dann aber ging dieses in glühenden Purpur über, und der rann in
breiten Strömen hinab in die waldigen Schluchten und Täler und hing
in die dunklen Kronen der riesigen Fichten und Tannen ganze Lasten
von Rosen, die aber immer blässer und blässer wurden. Wie zu Hause in
meinen Bergen war das, und jetzt war mir, als müsse der leise Klang der
Abendglocke ertönen. Und ein geliebtes Antlitz tauchte vor mir auf,
ein schmales, süßes Gesicht mit blauen Augen. Ich sah die Augen mit
stummer, aber inbrünstiger Bitte gegen Himmel gerichtet: gewiß, jetzt
betete Marie für mich, denn nun war’s ja auch zu Hause Avezeit.
Ich hatte Marie vor unserem Abmarsch schnell noch ein paar Zeilen
schreiben können und wähnte sie getröstet, soweit ein Frauenherz
getröstet sein kann, das den Geliebten in fernem, feindlichem Lande
weiß.
Und auf einmal durchrieselte mich ein eigenartiger Schauer: mir fiel
ein, daß nun Marie nicht mehr allein sei; dort im Norden, wo die Nacht
ihre dunklen Schleier an den Himmel hängte, dort lag mein Kind, und die
Heimatwälder rauschten ihm ein Schlummerlied, weil der Mutter selbst
die Lippen von Weh und Sorge verschlossen waren.
Aus meinen Träumen riß mich die Stimme meines Kameraden, der meinte:
„Saudumm, daß wir da heroben stehn müssen. Ist eh weit und breit nit
einmal eine Katz, viel weniger ein Bosniak. Da schau, wie sich’s die da
drunten gut g’schehn lassen.“
Und er wies mit dem Finger auf die Halde hinab, auf der die Lagerfeuer
flammten und von wo ab und zu dumpfes Stimmengewirr zu uns empordrang.
„Na tröst’ dich,“ erwiderte ich „morgen trifft’s dafür andere, dann
können wir’s uns gemütlich machen.“
Arm in Arm gelegt, das Gewehr bei Fuß sahen wir hinab.
Plötzlich ein Knall, ein klirrender Ton in unmittelbarer Nähe, und
mein Kamerad riß seinen Arm aus dem meinen. Ein Schuß hatte die
Menageschale auf seinem Tornister getroffen und wie wir uns nun
umdrehten, pfiff eine zweite Kugel hart an meinem Ohre vorbei.
Hinter einem großen Felsblock wurden zwei Gestalten flüchtig, eine
höhere, dunklere, augenscheinlich ein Mann, und eine kleinere in
lichter Kleidung, eine Frau.
Wir rissen unsere Flinten an die Wangen und fast gleichzeitig krachten
unsere Schüsse den wie Katzen gebückt Davonspringenden nach. Und wir
hatten getroffen. Die kleinere Gestalt warf die Arme empor und sank zu
Boden. Der Mann wollte sie fortziehen, aber schon hatten wir wieder
geladen und wieder krachten unsere Schüsse über die steinige Hochfläche
hin. Zugleich schmetterten vom Lager herauf die Alarmsignale und
Kommandorufe ertönten.
Da eilte der Mann fort und wir stürmten ihm nach. Bald waren wir bei
der Getroffenen. Es war eine junge, bildschöne Frau. Rabenschwarzes
Haar quoll unter einer kleinen roten Mütze hervor, in krampfhaften
Stößen hob sich die jugendstrotzende Brust unter dem weißen Hemd, über
das sich noch ein rotes, goldgesticktes Leibchen spannte, und als die
Sterbende nochmal das Auge aufschlug, das schöne, tiefdunkle Auge, da
war mir’s mit einem Male, als wäre es Heri, die da vor mir läge.
„Wie eine Wildkatz,“ meinte mein Kamerad.
Aber wir hatten nicht Zeit uns Betrachtungen hinzugeben, denn eben
pfiff wieder eine Kugel an unserem Ohre vorbei: im nächsten Augenblick
lagen wir hinter einem Felsblock in Deckung und begannen das Feuer zu
erwidern, das uns hinter einem von Gestrüpp umwucherten Felswall hervor
entgegenschlug.
Schon kam aber auch unsere Hilfe. Jede Deckung verschmähend, sprangen
die Kameraden, unser Oberleutnant voran, durch die Felsblöcke daher und
rollende Salven schlugen in das Gebüsch, die das dortige Feuer rasch
verstummen machten.
Als wir dann das Gebüsch absuchten, fanden wir zwar Blutspuren, aber
weder Tote noch Verwundete. Die hatten die Insurgenten mitgenommen,
wie sie das auch immer taten, wenn ihnen nur halbwegs die Möglichkeit
geboten war.
Das war unser erster Zusammenstoß mit dem Feinde.
Nachdem die ganze Umgegend abgesucht worden war und die Posten
verstärkt waren, kehrte die Truppe ins Lager zurück. Mein Kamerad und
ich blieben auf unserem alten Posten.
Schimmernd im Lichte unzähliger Sterne war die Nacht gekommen.
Weithin wundersame Stille, nur ein ganz, ganz leises Rauschen der
Wälder zu unseren Füßen und ein geisterhaftes Flüstern in dem dürren
Gras zwischen den Felsblöcken. Und dort drüben lag ein junges,
schönes, totes Weib. Noch vor ein paar Stunden hatte sie nichts von
uns, wir nichts von ihr gewußt, und nun lag sie von unseren Kugeln
dahingestreckt, und ihre gebrochenen dunklen Augen fragten die
friedlich ziehenden Sterne dort droben: warum?
Damals in der einsamen Nachtwache droben auf dem Felskamm des
bosnischen Gebirges, da habe auch ich mich im Herzen gefragt: wozu all
dieses erbitterte Kämpfen von Menschen gegen Menschen, wozu all das
Blut- und Tränenvergießen? Ändert das alles auch nur das Geringste an
dem Gang der Welt? Nicht das kleinste Sternchen rollt deswegen aus
seinem Geleise, Tag und Nacht kommen und gehen wie immer, der Frühling
treibt seine Blüten und der Herbst nimmt die Blätter von den Bäumen,
immerdar, immerdar. Und wenn sich ganze Völker hinmorden, an diesem
ewigen Pendelschlag des Lebens ändert das nichts. Wozu also?
Ein philosophierender Vorposten. Daß ein solcher nichts taugt, sahen
wir am nächsten Tag, denn die Leiche des jungen Weibes war verschwunden
und uns hatte wahrscheinlich nur das Dunkel vor einem rächenden Schuß
bewahrt.
Von nun an gab es fast tagtäglich kleine Zusammenstöße, Scharmützel
und Gefechte. Unvermutet tauchten bald da bald dort die hohen
sehnigen Gestalten der Insurgenten in ihrer bunten Tracht auf, und
es kam auch der Tag, wo wir uns entsetzt über die verstümmelten
Leichname von Kameraden beugten, die auf Vorposten von dem katzenartig
anschleichenden Feind überfallen und ermordet worden waren.
Eines Tages hatte eine ganz kleine Abteilung von uns, im ganzen acht
Mann, den Auftrag erhalten, gegen eine dicht bewaldete Schlucht hin
aufzuklären. Mit all der Vorsicht, an die wir uns schon gewöhnt hatten,
führten wir unter der Führung eines Leutnants den Befehl aus.
Da stieß aber unvermutet zu uns eine Abteilung des zweiten Bataillons,
und der Führer der etwa dreißig Mann war Oberleutnant von Steindl. Er
hatte dieselbe Aufgabe wie wir, nur nach einer anderen Richtung sollte
er, und von dieser war er im Gewirr des Urwaldes abgekommen.
Nun standen die beiden Offiziere beisammen, studierten eingehend
die Karte und tauschten ihre Vermutungen aus. Aber sich in diesen
Wildnissen zu orientieren, war keine so leichte Aufgabe, und so
beschlossen die beiden Offiziere, ein Stück mitsammen zu marschieren.
Da der Weg aufwärts führte, war Hoffnung, auf eine Waldblöße zu kommen,
die einen Ausblick auf die Umgegend gestatte.
Etwa eine Viertelstunde ging es durch den Hochwald über gestürzte
Stämme, riesige Äste und durch wildverwachsenes Strauchwerk empor, dann
tat sich plötzlich der Wald in weitem Kreise auf und ließ Platz für
eine Wiese, in deren Mitte einsam eine alte, riesige Eiche stand.
Auf diesen Baum marschierten wir nun zu und ein Mann sollte
emporklettern, um Ausschau zu halten.
Wir waren aber noch nicht dort angelangt, als es rings um uns lebendig
wurde. Von vornher und von den Seiten blitzten Schüsse auf und im
nächsten Augenblick lagen drei unserer Kameraden zuckend auf dem Boden.
„Nieder!“ scholl das Kommando, das wir aber gar nicht gebraucht
hätten, denn schon lagen wir alle in dem ziemlich hohen Grase, das uns
wenigstens einige Deckung bot, und begannen nun das Feuer zu erwidern,
das uns nun auch von der Richtung, aus der wir selbst gekommen waren,
entgegensprühte.
Die Insurgenten mußten uns heimlich gefolgt sein, hatten es aber
nicht gewagt, uns im Walde anzugreifen. Dort in der guten Deckung der
ungeheuren Stämme wäre es uns mit unseren ausgezeichneten Gewehren
ein leichtes gewesen, selbst mit einer bedeutenden Übermacht den
Kampf aufzunehmen. Hier aber, auf freier Wiese konnten uns selbst
unsere guten Waffen nicht viel helfen. Immerhin aber verloren wir
den Mut nicht und nahmen uns die roten und blauen Gewänder, die
hinter Sträuchern und Bäumen sichtbar wurden, gründlich aufs Korn und
mancher der hageren, braunen Gesellen mußte an die Treffsicherheit
österreichischer Alpensöhne glauben.
Aber auch in unseren Reihen wurde es lichter. Die Kugeln aus den langen
Flinten der Insurgenten ließen manches Gewehr in den Händen unserer
Kameraden verstummen. Schon wagte es da und dort einer der verwegenen
Kerle, aus seiner Deckung vorzubrechen, um mit dem blanken Handschar
an dem Leibe eines unserer Gefallenen sein Mütchen zu kühlen; aber
vorläufig war das noch zu früh, jeder dieser Versuche mußte mit dem
Tode bezahlt werden.
Doch die Lücken, die in unseren Reihen entstanden, konnten uns
gefährlich werden und nach Krebsenart rückwärts kriechend, dabei aber
immer gegen die Angreifer feuernd, zogen wir uns auf die Eiche zurück.
Da lagen und knieten und standen wir nun im Kreise um diese herum,
ununterbrochen Kugel auf Kugel den Angreifern entgegensendend.
Oberleutnant von Steindl hatte sich in halb hockender Stellung an den
Stamm der Eiche gelehnt und mit beiden Händen seinen Revolver haltend,
suchte er sich das Ziel für seine Schüsse.