Das Messing besteht bekanntlich aus 25-35 Proc. Zink und 65-75 Proc.
Kupfer. Ausserdem enthält es in der Regel noch kleine Mengen von Zinn
und Blei.
Löse etwa 2 Grm. in Salpetersäure. (Von letzterer ist nicht mehr zu
nehmen, als gerade nöthig, denn aller Ueberschuss muss wieder verdampft
werden.)
Bleibt ein unlöslicher Rückstand (Zinnoxyd), so ist derselbe -- nachdem
die Flüssigkeit mit Wasser verdünnt worden ist -- abzufiltriren. --
Zum Filtrat, oder -- wenn die Menge des Zinns zu gering war -- direct
zur Lösung, füge etwa 30 Tropfen verdünnte Schwefelsäure, verdampfe
auf dem Wasserbade zur Trockne, setze 100 C.C. Wasser zu und erwärme.
Bleibt ein Rückstand (schwefelsaures Bleioxyd) ungelöst, so ist
derselbe abzufiltriren und mit 50 C.C. Wasser auszuwaschen. (Da auf das
Verhältniss zwischen Wasser und Säure viel ankommt, so ist das Wasser zu
messen oder zu wägen.) Man fügt jetzt 45 C.C. Salzsäure zu den 150 C.C.
Flüssigkeit und fällt das Kupfer durch Schwefelwasserstoffgas (nicht
durch Schwefelwasserstoffwasser). Wenn die Flüssigkeit ausgefällt ist,
und das Schwefelkupfer sich abgesetzt hat, filtrirt man und wäscht mit
Wasser aus, dem man ein wenig Schwefelwasserstoffwasser zugemischt
hat. -- Das Schwefelkupfer wird sodann nach §. 95. 1. c. behandelt. --
Die von demselben abfiltrirte Flüssigkeit dampfe ein, sättige sie fast
mit Natronlauge, fälle mit kohlensaurem Natron (§. 85. a.). Ist das
erhaltene Zinkoxyd eisenhaltig, so bestimme darin das Eisen nach einer
der in §. 128 angegebenen Methoden.