§. 229.
Ich führe dies dem in §. 228 beschriebenen Verfahren an Genauigkeit
weit nachstehende Verfahren nur deshalb an, weil nicht Jeder, der
eine annähernde Analyse atmosphärischer Luft ausführen will, über die
zu ersterer Methode nothwendige Menge Quecksilber disponiren kann.
Es gründet sich dasselbe darauf, dass mit Salzsäure oder verdünnter
Schwefelsäure befeuchtetes Kupfer atmosphärischer Luft ihren Sauerstoff
rasch und vollständig entzieht. Die Ausführung verlangt nur folgende
Apparate und Vorbereitungen, vorausgesetzt, dass nur ein Gemenge von
Sauerstoff- und Stickgas analysirt werden soll.
1. $Eine graduirte Röhre$ von etwa 30 Centimeter Länge und etwa 16-20
Mm. Durchmesser.
[Illustration: Fig. 106.]
2. $Ein Streifchen von Kupferblech$, welches etwas länger ist, als die
graduirte Röhre und folgende Gestalt hat (Fig. 106). Dasselbe wird
von oben bis unten mittelst eines gewöhnlichen hänfenen Bindfadens
mit Kupferdrehspänen umbunden, so zwar, dass es noch mit grösster
Leichtigkeit in die graduirte Röhre eingeschoben werden kann. Ein so
vorgerichtetes Kupferstreifchen wirkt besser als ein Streifen glatten
Kupferblechs, weil es grössere Oberfläche darbietet und weil die Schnur
die Kupferdrehspäne mit Salzsäure befeuchtet erhält.
3. Ein gewöhnlicher, nicht zu enger $Glascylinder$ (besser einer, der
oben erweitert ist (vgl. Fig. 107), welcher einige Zoll höher sein muss
als die graduirte Röhre und mit einer Mischung von gleichen Theilen
roher Salzsäure und Wasser gefüllt wird.