IV. $Analyse der Bodenarten$[147].

§. 220.

Wenn der Satz wahr ist, dass jede Pflanze zu ihrem Wachsthum und

Gedeihen gewisse unorganische Stoffe nöthig hat, und dass ihr diese

Stoffe von dem Boden geliefert werden, in welchem sie wurzelt -- und

wer wollte diesen Satz bestreiten --, so ist es auch gewiss, dass

die Kenntniss der Bestandtheile des Bodens für den Landwirth von der

grössten Bedeutung sein müsse, sei es, dass er beurtheilen will, welcher

Pflanze ein gegebener Boden die nothwendige Nahrung liefern kann, --

sei es, dass er für eine bestimmte Pflanze einen Boden durch Zufuhr von

düngenden Materien geeignet machen will.

[147] Ich kann dieses Capitel nicht beginnen, ohne Herrn Professor

$Otto$ meinen Dank gesagt zu haben für den Nutzen, den ich aus

seiner schönen Arbeit über Bodenanalyse (siehe $Sprengel$'s

Bodenkunde) gezogen habe.

Da nun aber eine Pflanze nur gelöste Substanzen mit ihren Wurzelfasern

aufzusaugen und in sich aufzunehmen vermag, so ist es für ihr Gedeihen

nicht ausreichend, dass die ihr nothwendigen Bestandtheile überhaupt

vorhanden sind, sondern es ist auch erforderlich, dass dieselben in

einer Form zugegen sind, in welcher sie von der Pflanze aufgenommen

werden können. -- Soll daher die Analyse eines Bodens einen praktisch

brauchbaren Schluss auf seine Ernährungsfähigkeit für die oder jene

Pflanze abgeben, so muss sie nicht nur die Bestandtheile nachweisen,

sondern auch die Zustände, in denen sie enthalten sind.

In diesem Sinne kann man die unorganischen Bodenbestandtheile in drei

Abtheilungen bringen, nämlich:

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 596 / 749 题