1. Bodenbestandtheile, welche sich in Wasser lösen;

2. Bodenbestandtheile, welche sich nicht in Wasser, wohl aber in

verdünnten Säuren lösen;

3. Bodenbestandtheile, welche sich weder in Wasser, noch in verdünnten

Säuren lösen.

Die ersteren werden den Pflanzen unmittelbar mit dem Wasser, welches

sie aufsaugen, zugeführt, -- die unter 2. genannten vermögen die

Pflanzen ebenfalls aufzunehmen, aber schwieriger, indem sie nur durch

Vermittelung von Kohlensäure und sauren Zersetzungsproducten verwesender

organischer Substanzen (Humussäuren) in auflöslichen Zustand kommen,

-- und die letztgenannten endlich müssen erst durch fortschreitende

Verwitterung ihre Beschaffenheit ändern, ehe sie überhaupt Einfluss

ausüben können.

Die in Wasser löslichen Stoffe dienen also für die nächste Zukunft,

die nur in Säuren löslichen sind in ihrer Wirkung nachhaltiger und nur

bei gleichzeitiger Anwesenheit verwesender organischer Stoffe wirksam,

und die ganz unlöslichen sind zwar für den Augenblick ohne Nährkraft,

eröffnen aber meist eine Aussicht für spätere Zeiträume. --

Ausser den unorganischen Bestandtheilen trifft man aber in den meisten,

ja fast in allen, Bodenarten auch auf organische Substanzen (pflanzliche

und thierische Ueberreste und deren Verwesungsproducte). Dass dieselben

auf die Fruchtbarkeit des Bodens von wesentlichstem Einfluss sind, ist

eine über jeden Zweifel erhabene Thatsache, und man mag eine Ansicht

über die Art ihrer Wirksamkeit haben, welche man will, so viel steht

fest, dass es von Wichtigkeit ist, auch über $ihre$ Art und Menge

Aufschluss zu bekommen. --

Wir haben somit das Ziel bezeichnet, welches wir durch die Bodenanalyse

zu erreichen wünschen. Im Folgenden wollen wir nun kennen lernen, wie

man dieses Ziel auf eine einfache und genaue Art erreicht, und zwar

werden wir zuerst von der Analyse sprechen und sodann die Methode

angeben, wie man die erhaltenen Resultate zweckmässig zusammenstellt. --

Dass ich mich hier nicht darauf einlasse, von der genaueren Bestimmung

der physikalischen und mineralogischen Bodenverhältnisse[148], sowie von

den Schlüssen zu sprechen, welche aus den analytischen Resultaten für

die praktische Landwirthschaft sich ergeben, wird man natürlich finden,

wenn man den Zweck des vorliegenden Buches ins Auge fasst.

[148] Ausgiebige Belehrung über diese Verhältnisse des Bodens und die

Art ihrer Bestimmung findet man in der Abhandlung von $Fr.

Schulze$, "Anleitung zur Untersuchung der Ackererden auf ihre

wichtigsten physikalischen Eigenschaften und Bestandtheile". --

Journ. f. prakt. Chem. Bd. 47. 241.

Dass der quantitativen Analyse eine qualitative vorausgehen muss,

bedarf nicht der Erwähnung. Ich verweise in Betreff der Ausführung der

letzteren auf §. 203 meiner Anleitung zur qualitativen Analyse, achte

Auflage. --

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 597 / 749 题