12. $Kupferkies.$

§. 207.

Der Kupferkies enthält Kupfer, Eisen, Schwefel, ausserdem meist Gangart.

Ob noch weitere Metalle vorhanden sind, muss die qualitative Analyse

lehren.

Das fein gepulverte Mineral trocknet man bei 100°.

a. Die Bestimmung des Schwefels geschieht nach §. 116. II. 1. oder, und

zwar gewöhnlich, nach §. 116. II. 2. a. [Greek: a]. oder [Greek: b].

b. Bei Anwendung der ersten Methode löst man die Oxyde in Salzsäure und

trennt Kupfer und Eisen durch Schwefelwasserstoff, -- bei Anwendung der

zweiten entfernt man entweder den Barytüberschuss durch Schwefelsäure

und leitet dann Schwefelwasserstoff ein, oder man verwendet zur

Bestimmung der Basen eine neue Probe. --

Soll nur die Menge des Kupfers bestimmt werden, so kann man sich, nach

$Schwarz$, auch geradezu der von ihm angegebenen maassanalytischen

Methode bedienen, vergl. §. 95. 3. b. Doch ist dabei zu beachten, dass

man, um die Reduction zu bewirken, nur bis 80° erwärmen darf. Bei dieser

Temperatur fällt aus der mit viel weinsteinsaurem Alkali versetzten

Flüssigkeit kein Eisen nieder. Sollte indess auch etwas niederfallen, so

hat dies auf die Kupferbestimmung keinen nachtheiligen Einfluss.

Bei dieser Gelegenheit will ich noch einer vor Kurzem von einem meiner

Schüler, Herr $de Haen$, ermittelten maassanalytischen Kupferbestimmung

erwähnen, welche, richtig angewandt, in ganz kurzer Zeit sehr

befriedigende Resultate liefert.

Dieselbe beruht auf der Thatsache, dass, wenn ein gelöstes

Kupferoxydsalz mit überschüssigem Jodkalium gemischt wird, sich

Kupferjodür und freies Jod ausscheiden, welches letztere in der

Jodkaliumlösung gelöst bleibt: 2(CuO, SO_{3}) + 2KJ = Cu_{2}J + 2KO,

SO_{3} + J. -- Bestimmt man nun das Jod nach der $Bunsen$'schen

Methode, so erfährt man die Menge des Kupfers. Bei der Ausführung

verfährt man zweckmässig folgendermaassen. Man führt das Kupfer in

schwefelsaure Lösung über, welche am besten neutral ist, aber auch

ohne allen Nachtheil eine mässige Menge freie Schwefelsäure enthalten

kann. Diese Lösung verdünnt man in einem Messkolben auf ein bestimmtes

Volumen, so zwar, dass 100 C.C. etwa 1-2 Grm. Kupferoxyd enthalten. Man

bringt jetzt etwa 10 C.C. der $Bunsen$'schen Jodkaliumlösung in ein

geräumiges Becherglas, fügt 10 C.C. der besagten Kupferlösung zu, mischt,

setzt alsdann ungesäumt schweflige Säure zu und verfährt überhaupt nach

§. 114. Anhang. -- Freie Salpetersäure, auch freie Salzsäure, in der

Kupferlösung ist zu vermeiden, auch nimmt die Genauigkeit der Resultate

ab, wenn man die mit Jodkalium vermischte Kupferlösung längere Zeit

stehen lässt, bevor man schweflige Säure zufügt. -- Vermeidet man diese

Punkte, so sind die Resultate höchst genau. So erhielt Herr $de Haen$

statt 0,3566 Kupfervitriol 0,3567, -- statt 100 metallischen Kupfers

99,89 und 100,1[129].

[129] Es scheint mir gewiss, dass man mit Hülfe abgewogener Mengen

reinen Kupfers und der oben angegebenen Methode den Gehalt der

$Bunsen$'schen Jodlösung ebensogut feststellen kann, als mit

Hülfe von saurem chromsauren Kali (§. 114. Anhang, c.

[Greek: b].).

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 577 / 749 题