B. $Maassanalytische Bestimmung des Eisens in den Eisenerzen.$

§. 206.

Man erhitzt 1 Grm. oder auch eine beliebige geringere Menge[128] in

einem schief liegenden langhalsigen Kolben mit concentrirter Salzsäure

bis zur völligen Zersetzung, verdünnt mit etwa 25-50 C.C. Wasser und

wirft einige kleine Körnchen granulirtes Zink oder einige Stückchen

reines Zinkblech hinein. Den Kolben verschliesst man mit einem Stopfen,

der eine Schenkelröhre trägt. Den äusseren etwas geneigten Schenkel

richtet man in ein kleines Becherglas, in dem sich etwas Wasser

befindet. (Die Röhre tauche nicht oder kaum in das Wasser.) Man erhitzt

zum Kochen. Ist die Flüssigkeit, nachdem sich das Zink gelöst hat, noch

nicht völlig farblos, so bringt man noch eine kleine Menge Zink hinzu.

Zuletzt erhitzt man am bequemsten bis alles Zink (dessen Menge daher

nicht zu gross sein darf) gelöst ist. Nach einigem Abkühlen lässt man

das Wasser im vorgestellten Bechergläschen zurücksteigen, kühlt den

Kolben ab, bringt seinen Inhalt in ein Becherglas und verfährt nach

§. 89. 2. a. -- Ich mache hier mit Nachdruck darauf aufmerksam, dass

es mir bequemer und genauer scheint, eine beliebige abgewogene Menge

Eisensteinpulver, d. h. nicht gerade 1 Grm., zu nehmen, und dass ich

es vorziehe, die Chamäleonlösung, von der vorausgesetzt wird, dass ihr

Concentrationsgrad ungefähr richtig ist, nur zu titriren, aber nicht

weiter zu verdünnen. Bei einer so veränderlichen Flüssigkeit, wie die

Chamäleonlösung, ist jede unnöthige Manipulation zu vermeiden. Die

nothwendige kleine Rechnung ist gar nicht in Anschlag zu bringen.

[128] Ich nehme gewöhnlich nur etwa 0,4-0,5 Grm. und bestimme den Gehalt

mittelst einer Chamäleonlösung, von der 30 C.C. 0,2-0,3 Grm.

Eisen entsprechen. Letztere setze ich aus einer in 1/10 C.C.

getheilten Bürette zu.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 576 / 749 题