II. $Brauneisenstein.$

Die Brauneisensteine enthalten das Eisen als Oxydhydrat, ferner

Manganoxyd, Thonerde, öfters kleine Mengen von Kalk und Magnesia, von

Kieselsäure (an Basen gebundene), Phosphorsäure und Schwefelsäure und

bald grössere, bald kleinere Quantitäten von Quarzsand oder in Salzsäure

unlöslicher Gangart.

Ihre genaue und vollständige Analyse bietet einige Schwierigkeit. Man

kann dazu eine der folgenden Methoden wählen. Jedenfalls beginnt man

damit, den Stein fein zu pulvern, das Pulver bei 100° zu trocknen und,

um den Wassergehalt zu finden, eine Probe zu glühen.

a. _Zerlegung auf trocknem Wege._ (Dieselbe ist namentlich dann zu

empfehlen, wenn das Mineral wenig Kieselsäure, Thonerde, Kalk und

Magnesia enthält.)

Man schmelzt eine abgewogene Probe mit dem dreifachen Gewicht

kohlensauren Natronkalis zusammen, digerirt die Masse mit Wasser, bis

alles Lösliche gelöst ist, filtrirt und wäscht gut aus.

aa. Das Filtrat säuert man mit Salzsäure an und scheidet die Kieselsäure

nach gewohnter Art ab. Das Filtrat versetzt man mit einigen Tropfen

Chlorbaryum und filtrirt einen etwa entstehenden Niederschlag von

schwefelsaurem Baryt nach 24 Stunden ab. Aus der abfiltrirten

Flüssigkeit entfernt man zunächst den Baryt durch einige Tropfen

verdünnter Schwefelsäure, dann fällt man die Phosphorsäure nach §. 106.

I. b.

bb. Den Niederschlag löst man in Salzsäure und verfährt mit der Lösung

nach §. 129.

b. _Zerlegung auf nassem Wege._

$Erste Methode$[127].

Man erhitzt etwa 10 Grm. des fein gepulverten Minerals in einem schief

liegenden Kolben mit concentrirter Salzsäure bis zur vollständigen

Zersetzung, verdünnt mit Wasser, filtrirt in einen 300 C.C. fassenden

Messkolben und wäscht den Rückstand aus. Nach dem Trocknen glüht und

wägt man denselben; er besteht aus Quarzsand oder Gangart und aus

ausgeschiedener Kieselsäure. Durch Behandeln mit kochender kohlensaurer

Natronlösung lässt sich letztere abscheiden und bestimmen (§. 201. b.).

[127] Auf Kupfer und Arsen ist bei derselben nicht Rücksicht genommen.

Mit dem Filtrate verfährt man also:

1. 50 C.C. versetzt man mit Chlorbaryum zur Bestimmung der

$Schwefelsäure$.

2. 50 C.C. verdampft man im Wasserbade, um den grösseren Theil der freien

Säure zu verjagen, dann verdünnt man, fällt, nach Zusatz von etwas

kohlensaurem Natron, mit kohlensaurem Baryt, lässt 1/2 Stunde stehen und

filtrirt alsdann ab.

aa. Den $Niederschlag$ löst man nach dem Auswaschen in Salzsäure,

fällt den Baryt durch Schwefelsäure, dann versetzt man mit Ammon

bis eben alkalisch und filtrirt den Niederschlag ab. Derselbe wird

ausgewaschen, geglüht, gewogen. Er besteht aus Eisenoxyd, Thonerde,

etwas Kieselsäure und Phosphorsäure. Sein Gesammtgewicht dient zur

Controle. Nach dem Wägen digerirt man ihn mit concentrirter Salzsäure,

scheidet und bestimmt so die kleine Menge der in die salzsaure Lösung

übergegangenen Kieselsäure, reducirt das Filtrat mit schwefligsaurem

Natron und verfährt überhaupt zur Bestimmung des Eisens, der Thonerde

und Phosphorsäure nach §. 128. B. 1. In dem alkalischen Filtrate trennt

man, nachdem man es angesäuert und die Lösung mit etwas chlorsaurem Kali

gekocht hat, Thonerde und Phosphorsäure nach einer der in §. 106. II. f.

angegebenen Methoden.

bb. Im $Filtrate$ bestimmt man Mangan und alkalische Erden nach §. 129.

3. In 100 C.C. bestimmt man zur Controle die Phosphorsäure nach §. 106.

II. o. (Giebt sehr gute Resultate.)

4. In 50 C.C. bestimmt man zur Controle das Eisen maassanalytisch nach

§. 206.

$Zweite Methode.$

1. Man zersetzt etwa 3-4 Grm. mit Salzsäure und verfährt mit dem

unlöslichen Rückstande, wie eben angegeben.

2. Die salzsaure Lösung verdampft man zur Trockne und scheidet nach

üblicher Art die Kieselsäure ab (§. 111. II. a.).

3. Das Filtrat reducirt man mit schwefligsaurem Natron (§. 106. II. n.),

treibt durch mässiges Kochen die überschüssige schweflige Säure aus und

sättigt die Flüssigkeit mit Schwefelwasserstoff. Entsteht hierdurch ein

Niederschlag, so ist derselbe auf Kupfer und Arsen zu untersuchen.

4. Das Filtrat kocht man, bis der Schwefelwasserstoff ausgetrieben ist,

fällt dann mit kohlensaurem Natron, kocht mit überschüssig zugesetzter

Natronlauge und filtrirt, genau wie in §. 128. B. 1. a. angegeben. Man

erhält so einen schwarzen Niederschlag und ein alkalisches Filtrat.

5. Den Niederschlag, welcher hauptsächlich aus Eisenoxyduloxyd besteht,

und kohlensaures Manganoxydul, kohlensaure und phosphorsaure Kalk-

und Bittererde enthalten kann, löst man in Salzsäure und scheidet die

Phosphorsäure nach §. 106. II. n. in Verbindung mit einer geringen Menge

Eisenoxyd ab, filtrirt und trennt beide nach §. 106. II. h. [Greek: c].

Das so erhaltene Eisenoxyduloxyd löst man in Salzsäure und hebt die

Lösung wie auch die alkalische Phosphorsäurelösung, nachdem man letztere

mit Salzsäure angesäuert hat, auf, um sie später mit den Hauptlösungen

zu vereinigen.

6. Die von dem phosphorsauren Eisenoxyd abfiltrirte Flüssigkeit

behandelt man (nachdem die in 5. erhaltene Eisenlösung zugefügt ist) zur

Trennung des Eisens, Mangans, des Kalks und der Magnesia, nach §. 129. 3.

7. Das die Thonerde und den grösseren Theil der Phosphorsäure

enthaltende alkalische Filtrat säuert man an, kocht mit etwas

chlorsaurem Kali, fällt mit Ammon, fügt Chlorbaryum zu und verfährt

überhaupt genau nach §. 106. II. f. [Greek: d].

8. Die Schwefelsäure bestimmt man in einer besonderen Portion, wie bei

der ersten Methode angegeben.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 572 / 749 题