9. $Analyse der Thone.$

§. 202.

Die Thone, aus der Verwitterung des Feldspaths oder ähnlicher Silicate

hervorgegangen, stellen gewöhnlich Gemenge dar von eigentlichem Thon mit

Quarz oder Feldspathsand und enthalten öfters auch ausgeschiedene, durch

kochende kohlensaure Natronlösung ausziehbare Kieselsäure.

Indem ich in Betreff mechanischer Analyse der Thone auf meine

"Untersuchung der wichtigsten nassauischen Thone[125]" verweise, wende

ich mich hier gleich der Methode zu, welche man bei der chemischen

Analyse zweckmässig befolgt.

[125] Journ. f. prakt. Chem. 57. 65.

a. Man zerreibt die Thone aufs Feinste und trocknet sie mehrere Tage bei

100°.

b. Man schliesst 1-2 Grm. mit kohlensaurem Natron-Kali auf und verfährt

genau nach §. 111. II. b. -- Mit der erhaltenen salzsauren, von der

Kieselsäure getrennten Lösung verfährt man nach §. 129. 1. -- In dem

durch kohlensauren Baryt erhaltenen, Thonerde mit etwas Eisenoxyd

enthaltenden Niederschlage bestimmt man, nach Abscheidung des Baryts,

Thonerde und Eisenoxyd nach §. 128. B. 10. a.

c. Man schliesst 1-2 Grm. mit Fluorwasserstoff auf (§. 112. II. b.

[Greek: b] oder [Greek: c].), um den Alkaligehalt des Thons zu bestimmen.

d. Man erhitzt eine dritte Portion (1-2 Grm.) mit überschüssigem

Schwefelsäurehydrat, welchem man etwas Wasser zugefügt hat, zuletzt

bis zum Verdampfen des Hydrats. Man lässt erkalten, fügt Wasser zu und

trennt im ungelösten Rückstand die ausgeschiedene Kieselsäure vom Sand

durch Behandlung mit kochender concentrirter kohlensaurer Natronlösung

(§. 201).

e. Um die Menge der Kieselsäure kennen zu lernen, welche sich durch eine

kochende Lösung von kohlensaurem Natron ausziehen lässt, kocht man eine

etwas grössere gewogene Portion mit der genannten Lösung wiederholt aus

und bestimmt die Kieselsäure im Filtrat durch Abdampfen mit Salzsäure. --

f. Man bestimmt die Menge des Wassers durch andauerndes Glühen im

Platintiegel. -- (Der so gefundene Gewichtsverlust giebt aber das Wasser

gewöhnlich etwas zu hoch an, da viele Thone Spuren organischer Materien

enthalten, welche beim Glühen zersetzt werden, und da ferner manche beim

Glühen geringe Mengen von Salmiak entweichen lassen. Vergl. die oben

angeführte Abhandlung.)

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 567 / 749 题