Hierzu dienen die an der Quelle vorbereiteten Flaschen §. 176. 8.
Die Bestimmung wird mit 2 oder 3 Flaschen genau nach §. 110. I. b.
ausgeführt. -- Aus den erhaltenen Resultaten, welche gut übereinstimmen
müssen, nimmt man das Mittel. Hat man das Wasser, aus dem die
Barytniederschläge herstammen, gemessen, so muss man die Anzahl der
Cubikcentimeter mit dem gefundenen specifischen Gewichte multipliciren,
um die Quantität der Gramme Wasser zu ermitteln, denen die gefundene
Kohlensäure entspricht.
7. $Bestimmung des Baryts, Strontians, Manganoxyduls, der Thonerde
und der Phosphorsäure, sowie des Jods und Broms.$
Man verwendet zur Bestimmung dieser in kleiner Menge vorhandenen
Bestandtheile den durch Abdampfen der 10000-20000 Grm. Wasser erhaltenen
Rückstand (siehe §. 177, Eingang).
Die völlig trockene Salzmasse zerreibt und digerirt man mit Weingeist
von 90 Proc. wiederholt, bis man sicher sein kann, etwa vorhandene Jod-
und Bromalkalimetalle gänzlich in Lösung zu haben.
a. Das $alkoholische Filtrat$ verdampft man vorsichtig zur Trockne und
bestimmt im Rückstand das Jod mittelst Chlorpalladiums, im Filtrat das
Brom nach §. 137. Da in dieser Flüssigkeit Lithionspuren sein könnten,
so entfernt man die Metalle durch Schwefelwasserstoff und hebt die
Flüssigkeit bis zur Lithionprüfung auf (siehe unten b. bb. [Greek: b].).
b. Den $Rückstand$ übergiesst man mit Wasser, fügt vorsichtig Salzsäure
zu, bis sauer, dann verdampft man zur Trockne. Die trockene Salzmasse
nimmt man mit Wasser unter Zusatz von sehr wenig Salzsäure auf und
filtrirt den unlöslich bleibenden Rückstand (welcher neben Kieselsäure
allen etwa vorhandenen Baryt und Strontian als Sulfate enthalten muss
und nebenbei Gyps zu enthalten pflegt) ab.
aa. Diesen $Rückstand$ kocht man nach dem Trocknen, und nachdem man die
Filterasche mit demselben vereinigt hat, mit kohlensaurem Natron und
Natronlauge, um den Haupttheil der Kieselsäure zu lösen. Das Ungelöste
schmelzt man mit etwas kohlensaurem Natronkali und kocht mit Wasser
aus, bis im Waschwasser keine Schwefelsäure mehr nachweisbar ist. Den
Rückstand (in welchem Baryt und Strontian im Zustand kohlensaurer Salze
enthalten sein müssen) löst man in sehr wenig verdünnter Salzsäure und
trennt Baryt, Strontian und Kalk, nach §. 122. B. 1.
bb. Die von dem kieselsäurehaltigen Rückstand abfiltrirte $Flüssigkeit$
oxydirt man mit Salpetersäure, neutralisirt sie mit $vollkommen$
reinem (ganz phosphorsäurefreiem) kohlensauren Kali oder Natron fast
und fällt dann mit ebenfalls ganz reinem (kalk-, strontian- und
phosphorsäurefreiem) kohlensauren Baryt, lässt in verstopftem Kolben 12
Stunden kalt stehen, filtrirt dann und wäscht gut aus.
[Greek: a]. Den Niederschlag, welcher alles Eisenoxyd, ferner Thonerde
(sowohl ursprünglich in Wasser vorhandene, als auch -- beim Abdampfen
in Porzellan -- aus diesem aufgenommene) und Phosphorsäure neben
überschüssigem kohlensauren und schwefelsauren Baryt enthält (auch
noch Fluorcalciumspuren enthalten kann), erhitzt man mit Salzsäure und
fällt den gelösten Baryt mit nur in geringem Ueberschuss zuzusetzender
Schwefelsäure aus. Man verdampft jetzt im Wasserbade, um den Ueberschuss
der Salzsäure möglichst zu entfernen, löst den Rückstand in Wasser,
bringt ihn in einen kleinen Kolben, fügt Weinsäure, dann Ammon zu und
lässt 12 Stunden stehen. Scheidet sich ein geringer Niederschlag aus, so
ist derselbe abzufiltriren und zu untersuchen. Er kann Fluor[105] und
Phosphorsäure in Verbindung mit Kalk enthalten. Die klar gebliebene oder
abfiltrirte Lösung versetzt man jetzt mit Schwefelammonium und lässt im
verstopften Kolben stehen, bis die Flüssigkeit rein gelb erscheint. Man
filtrirt alsdann von dem Schwefeleisen ab (§. 90. 1. b.) und verdampft
das Filtrat in einer Platinschale, indem man, um der Phosphorsäure
überschüssige fixe Basis darzubieten, etwas reines kohlensaures
Natron und -- um die Weinsäure leichter zu zerstören -- etwas reinen
Salpeter zusetzt. Zuletzt erhitzt man zum Glühen, bis der Rückstand
weiss geworden. Man setzt dann Wasser und Salzsäure zu, bis sich Alles
gelöst hat, und fällt die klare Flüssigkeit mit Ammon. Entsteht ein
Niederschlag, so wird derselbe abfiltrirt und gewogen. Das Filtrat
versetzt man mit ein wenig schwefelsaurer Magnesia. Entsteht hierdurch
neuerdings ein (nach §. 106. I. b. zu bestimmender) Niederschlag von
$phosphorsaurer$ Ammonmagnesia, so kann der Thonerdeniederschlag als
$phosphorsaure Thonerde$ (PO_{5}, Al_{2}O_{3}) in Rechnung gebracht
werden. Entsteht dagegen keiner, so muss in dem genannten Niederschlage
die Phosphorsäure bestimmt werden, was nach §. 106. II. f., m. oder o.
geschehen kann. -- Ich bemerke nochmals ausdrücklich, dass die gefundene
Thonerde nur dann als zum Wasser gehörig betrachtet werden kann, wenn
das Abdampfen etc. in Platingefässen vorgenommen wurde.
[105] Auf keinen Fall kann aus hier etwa gefundenem Fluor ein Schluss
auf dessen Menge gezogen werden, da sich der grössere Theil
beim anfänglichen Abdampfen mit Salzsäure als Kieselfluor
verflüchtigt hat.
[Greek: b]. Die von dem durch kohlensauren Baryt erzeugten
Niederschlage abfiltrirte Flüssigkeit wird in verschlossener Flasche
mit Salmiak, Ammon und Schwefelammonium versetzt. Den Niederschlag von
Schwefelmangan filtrirt man nach 12 Stunden ab, löst ihn in Salzsäure,
fällt nochmals mit Ammon und Schwefelammonium und bestimmt endlich
das $Mangan$ nach §. 86. 1.; oder man versetzt die salzsaure Lösung
des erstgefällten Schwefelmangans mit etwas Chlorbaryum, fällt mit
kohlensaurem Natron und bestimmt das Mangan volumetrisch nach
§. 127. B. 4. b.
In der vom Schwefelmangan abfiltrirten Flüssigkeit ist jetzt noch das
Lithion zu bestimmen. Man versetzt sie zunächst mit kohlensaurem Ammon
und Ammon und filtrirt nach dem Absitzen den kohlensauren Kalk und
Baryt ab. Das Filtrat vereinigt man mit der vom Schwefelpalladium etc.
abfiltrirten Flüssigkeit (§. 177. 7. a.), verdampft zur Trockne und
entfernt das Chlorammonium durch gelindes Glühen, dann scheidet man
die Magnesia durch Quecksilberoxyd ab (§. 82. 3. b.). Den geglühten
Rückstand behandelt man mit einer Mischung von absolutem Alkohol und
wasserfreiem Aether. Ist Chlorlithium zugegen, so löst es sich darin.
Diese Lösung lässt man verdunsten und prüft die concentrirte wässerige
Lösung des Rückstandes, ob sie mit Ammon und kohlensaurem Ammon ganz
klar bleibt. Wäre dies nicht der Fall, so müssten die Spuren von Baryt,
Kalk oder Magnesia durch Wiederholung der angegebenen Operationen
abgeschieden werden. Man verdampft aufs Neue zur Trockne, glüht ein
wenig, behandelt den Rückstand nochmals mit absolutem Alkohol und
Aether, filtrirt, sofern etwas ungelöst bleibt, lässt die Lösung
verdunsten und wägt den Rückstand. Man löst ihn darauf wieder in sehr
wenig absolutem Alkohol und entzündet diesen. Carminrothe Flamme giebt
Chlorlithium zu erkennen. Dampft man die Lösung mit phosphorsaurem
Natron ein, so muss sich in Wasser schwerlösliches phosphorsaures
Natron-Lithion bilden.