3. $Bestimmung des Chlors, Jods und Broms zusammen.$

Man säuert 50-100 Grm. des Wassers mit Salpetersäure an, fällt mit

salpetersaurem Silberoxyd und bestimmt den Niederschlag nach

§. 112. I. a.

4. $Bestimmung der Totalmenge des Kalks, der Magnesia, des Eisens,

des Mangans (wenn solches in etwas grösserer Menge vorhanden

ist), der Kieselsäure und der Alkalien.$

Man wägt eine von den Flaschen (§. 176. 6.), welche an der Quelle mit

ganz klarem, nöthigenfalls filtrirtem, Wasser gefüllt worden sind, im

Ganzen, giesst dann vorsichtig und ohne einen Tropfen zu verschütten,

etwas in ein Becherglas aus und versetzt sowohl das Wasser in letzterem,

wie auch jenes in der Flasche mit etwas Salzsäure, so dass dieselbe

gelinde vorwaltet. Man bedeckt die Flasche mit einem Uhrglas, das

Becherglas mit einer Glasplatte und erwärmt höchst gelinde, bis die

Kohlensäure entwichen ist. Den Inhalt beider Gefässe verdampft man

sodann in einer Platin- oder Porzellanschale zur Trockne und scheidet

die Kieselsäure nach §. 111. II. a. Die salzsaure Lösung versetzt

man mit Salmiak, fügt kohlensäurefreies Ammon zu, bis zum Vorwalten,

dann etwas Schwefelammonium, verschliesst und lässt in gelinder Wärme

12 Stunden lang stehen; dann filtrirt man rasch ab und wäscht den

Niederschlag mit Wasser aus, dem etwas Schwefelammonium zugesetzt worden

ist.

a. Im $Niederschlage$ muss man Rücksicht nehmen auf Eisen, Mangan,

Thonerde, Phosphorsäure. Gewöhnlich bestimmt man darin nur das Eisenoxyd

(wohl auch das Manganoxydul) und ermittelt die Spuren der anderen

Substanzen in dem Rückstand der eingedampften grösseren Wassermenge.

Man löst denselben zu dem Behufe durch Erhitzen mit Salzsäure, kocht mit

etwas Salpetersäure, filtrirt, sättigt fast mit kohlensaurem Natron,

fügt dann kohlensauren Baryt zu (§. 128. A. 1.) und filtrirt. Den

Niederschlag löst man in Salzsäure, fällt den Baryt durch Schwefelsäure

und scheidet Eisen und Thonerde[103] nach §. 128. B. 1. b. oder 10.

Nachdem das Eisenoxyd gewogen ist, muss man sich noch überzeugen, ob es

beim Auflösen in Salzsäure keine Kieselsäure zurücklässt, d. h. nicht

mehr, als der Filterasche entspricht.

[103] Wenn auch im Wasser wenig oder keine Thonerde vorhanden ist

kann dieser Niederschlag doch welche enthalten, die aus den

Gefässen aufgenommen worden ist.

Aus der Flüssigkeit, welche von dem durch kohlensauren Baryt erzeugten

Niederschlage abfiltrirt ist, fällt man den Baryt durch Schwefelsäure,

dann das Mangan durch Ammon und Schwefelammonium (§. 86). Das Filtrat

prüft man auf Kalk und später auf Magnesia. Finden sich Spuren

derselben, so sammelt man sie auf kleinen Filtern und glüht diese mit

den die Hauptmengen enthaltenden (siehe b.). -- Anstatt das Mangan mit

Schwefelammonium zu fällen, kann man auch der Flüssigkeit ein wenig

Chlorzink zufügen, dann mit kohlensaurem Natron fällen und im geglühten

Niederschlag das Mangan nach §. 128. B. 10. d. bestimmen. Fällt man

dann die im Kölbchen gebliebene Lösung mit Ammon und Schwefelammonium,

so kann man im Filtrat etwaige Spuren von Kalk und Magnesia immer noch

bestimmen.

Anstatt nach der angegebenen Methode kann man in dem fraglichen

Niederschlage Eisen und Mangan auch geradezu maassanalytisch bestimmen

(§. 128. B. 10.).

b. Im $Filtrate$ bestimmt man den Kalk mit oxalsaurem Ammon (von dem man

nur einen kleinen Ueberschuss zusetzt)[104], dann verdampft man, zuletzt

unter Zusatz von etwas Salzsäure zur Trockne, verjagt die Ammonsalze

durch gelindes Glühen und trennt die Magnesia von den Alkalien nach

§. 121. A. 1. Die die Chloralkalimetalle enthaltende Flüssigkeit

verdampft man, zuletzt unter Zusatz einer neuen aber ganz geringen Menge

von Quecksilberoxyd, zur Trockne, glüht die bedeckte Schale mässig,

bis man sicher sein kann, dass alles Quecksilberoxyd verjagt ist, und

wägt. Man behandelt jetzt mit Wasser. Bleibt noch eine Spur Magnesia

ungelöst, so filtrirt man dieselbe ab, wägt sie, zieht sie von dem

gewogenen Inhalt der Schale ab und addirt sie der Hauptmenge zu. Ehe man

die Quantität Magnesia als richtig erkennt, prüft man, ob sich dieselbe

auch klar (bis auf die Filterasche) in Salzsäure löst, und ob in der

$hinlänglich$ sauren Lösung Ammon keinen Niederschlag bewirkt (Thonerde,

aus der Porzellanschale aufgenommen). Im Falle ein unlöslicher Rückstand

bliebe, oder durch Ammon in der stark sauren Lösung ein Niederschlag

entstände, müssten diese Verunreinigungen bestimmt und von der Magnesia

abgezogen werden.

[104] Nachdem der Niederschlag gewogen, ist er genau zu prüfen, ob er

keine Magnesia enthält. Man findet solche öfter darin, als man

glaubt.

War die Quantität der Schwefelsäure gering, so ist die Lösung der

Chloralkalimetalle frei davon, da die geringe Menge schwefelsauren

Salzes beim Glühen mit Salmiak zersetzt worden ist. Da man dies aber

nie ganz gewiss wissen kann, und ein wiederholtes Abdampfen mit Salmiak

etwas lästig ist, so kann man recht gut folgendermaassen verfahren.

Man bringt mit einem Glasstab einige Tropfen der Lösung in ein

Proberöhrchen, fügt ein paar Tropfen alkoholische Chlorstrontiumlösung

und ein wenig Weingeist zu. Entsteht kein Niederschlag, so ist die

Abwesenheit bewiesen. Man vereinigt in dem Falle die Probe wieder mit

der Hauptflüssigkeit und bestimmt das Kali darin nach §. 120. 1. a. --

Entsteht aber ein Niederschlag, so fällt man die ganze Lösung vorsichtig

in derselben Art wie die Probe, filtrirt nach längerem Stehen den nach

§. 80 zu bestimmenden schwefelsauren Strontian ab und ermittelt im

Filtrate das Kali (§. 120. 1. a.). Der schwefelsaure Strontian muss

deswegen gewogen werden, damit man die Menge des Natrons mit Genauigkeit

berechnen kann. Man findet sie, indem man von dem in der Schale

gewogenen Rückstande erstens die kleine Spur Magnesia (wenn solche noch

vorhanden gewesen ist), zweitens das Chlorkalium, drittens das der

gefundenen Schwefelsäure entsprechende Gewicht schwefelsauren Natrons

abzieht. Der Rest ist Chlornatrium. Aus den beiden letzten Salzen

ergiebt sich somit das Natron.

Die in 4. beschriebene Methode ist nicht ganz die, welche man bisher

gewöhnlich anwandte; ich bin aber gewiss, dass sie, mit geschickter Hand

ausgeführt, sehr gute Resultate liefert. Gewöhnlich bestimmt man nämlich

in der vom Kalk abfiltrirten Flüssigkeit nur die Magnesia, indem man

das Filtrat geradezu mit phosphorsaurem Natron fällt. Zur Bestimmung

der Alkalien nimmt man dann eine neue Portion Wasser in Arbeit,

kocht dieselbe ein, fällt alsdann zunächst, ohne zu filtriren, die

Schwefelsäure durch Chlorbaryum, dann die Magnesia durch Barytwasser.

Jetzt filtrirt man, fällt aus dem Filtrat den Barytüberschuss sammt

dem Kalk durch kohlensaures Ammon, verdampft, glüht, löst wieder in

Wasser, fällt neuerdings und wohl auch noch ein drittes Mal mit Ammon

und kohlensaurem Ammon und erhält endlich so die Chloralkalimetalle,

in denen aber oft noch eine Spur Magnesia bleibt. Rechnet man diese

verschiedenen Operationen zusammen, so wird sich bei ersterem Verfahren

beträchtliche Zeitersparniss herausstellen.

5. $Bestimmung des Kalkes, der Magnesia, des Eisens (und Mangans)

in dem beim Kochen entstehenden Niederschlage, sowie des

Kalkes und der Magnesia im gekochten Wasser.$

Man kocht 600 bis 800 Grm. des Wassers in einem Glaskolben etwa eine

Stunde lang, indem man von Zeit zu Zeit das verdunstete Wasser durch

destillirtes ersetzt. (Gebraucht man diese Vorsicht nicht, so muss man

fürchten, dass mit den kohlensauren Erden Gyps niederfällt.) Alsdann

filtrirt man den Niederschlag ab und wäscht ihn aus.

Im Filtrat trennt und bestimmt man Kalk und Magnesia nach §. 122.

Den Niederschlag löst man in verdünnter Salzsäure, erhitzt mit etwas

Salpetersäure und bestimmt in der Lösung Eisen, Kalk und Magnesia wie in

4.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 523 / 749 题