D. $Bestimmung des Phosphors in organischen Verbindungen.$

§. 157.

$Mulder$, welcher sich mit der Bestimmung des Phosphors in organischen

Substanzen am meisten beschäftigt hat, empfiehlt dazu folgendes

Verfahren:

Man löst eine gewogene Probe der Substanz durch Kochen mit Salzsäure,

filtrirt wenn nöthig und bestimmt die darin etwa enthaltene

Phosphorsäure nach der Methode $Berthier$'s (§. 106. I. c.).

Man kocht sodann eine zweite gewogene Portion der Substanz mit

Salpetersäure und verfährt ebenso. Erhält man in beiden Fällen einen

gleichen Procentgehalt an Phosphorsäure, so enthielt die Substanz

nur Phosphorsäure; beträgt dagegen die bei dem zweiten Versuche

erhaltene Menge mehr als die des ersten, so bezeichnet die Differenz

die durch Einwirkung der Salpetersäure aus Phosphor entstandene, der

in nicht oxydirtem Zustande in der Verbindung enthalten war. So fand

z. B. $Mulder$ im Caseïn sowohl bei Fällung der salzsauren wie der

salpetersauren Lösung 3,5 Proc. Phosphorsäure, während er bei Albumin

aus der salzsauren 0,35 Proc., aus der salpetersauren dagegen 0,78 Proc.

erhielt.

Durch Einäschern und Prüfen der Asche kann man auf Phosphorgehalt

nicht prüfen. Vitellin, das, mit Salpetersäure behandelt, 3 Proc.

Phosphorsäure liefert, hinterlässt kaum 0,3 Proc. Asche ($Baumhauer$).

Auch die in §. 156. a. 1. und 2. angegebenen Methoden lassen sich zur

Bestimmung des Gesammt-Phosphors in organischen Substanzen benutzen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 442 / 749 题