a. Man fällt die gemeinschaftliche Lösung mit Silbersolution, sammelt
den Niederschlag auf einem gewogenen Filter und trocknet ihn so lange
im Wasserbade, bis er an Gewicht nicht mehr abnimmt; alsdann bestimmt
man die Quantität des darin enthaltenen Cyans nach der Methode der
organischen Elementaranalyse. Das Chlor, Brom oder Jod ergiebt sich aus
der Differenz.
b. Hat man Cyanwasserstoffsäure neben Chlorwasserstoff in wässeriger
Lösung, so bestimmt man in einer Portion beide, indem man mit
Silberlösung fällt (§. 115). Zu einem anderen Theil setzt man eine
Auflösung von Borax, verdampft zur Trockne, erhitzt den Rückstand, aber
nicht zum Schmelzen, und bestimmt darin die Chlorwasserstoffsäure (die
Cyanwasserstoffsäure ist durch das Abdampfen mit Borax vollständig
verflüchtigt worden). ($Wackenroder$.)
c. Man fällt eine Portion mit Silberlösung und bestimmt den Niederschlag
im Ganzen, in einer zweiten ermittelt man das Cyan volumetrisch (§. 115.
I. b. u. c).
5. $Schwefelwasserstoff von Chlorwasserstoff.$ -- Trennt man beide, wie
dies früher vorgeschlagen wurde, durch ein Metallsalz, so erhält man
leicht falsche Resultate, weil sich mit dem Schwefelmetall Chlormetall
niederschlagen kann. Man fällt daher beide als Silberverbindungen
und bestimmt in einer abgewogenen Menge des bei 100° getrockneten
Niederschlages den Schwefel. -- Soll Schwefelwasserstoff aus einer
sauren Lösung weggeschafft werden, damit in derselben ein Gehalt an
Chlor durch Silber bestimmbar wird, so setzt man, nach $H. Rose$,
am besten eine Auflösung von schwefelsaurem Eisenoxyd zu, wodurch
nur Schwefel abgeschieden wird, den man, wenn er sich abgesetzt
hat, abfiltrirt. Man kann dann in einer anderen Portion den
Schwefelwasserstoff volumetrisch bestimmen (§. 116).
6. Eine ganz neu ermittelte Methode $Ferro$- und $Ferridcyanmetalle$
neben einander zu bestimmen, werde ich im speciellen Theile beim
Blutlaugensalz mittheilen.
$Dritte Gruppe.$
$Salpetersäure, Chlorsäure.$