I. Trennung der Säuren der dritten Gruppe von denen der beiden ersten.

§. 138.

a. Enthält eine Flüssigkeit Salpetersäure oder Chlorsäure neben einer

anderen freien Säure und ist dieselbe frei von Basen, so bestimmt man in

einer Portion die Gesammtmenge freier Säure acidimetrisch, (s. specif.

Th.), dann in einer zweiten die andere Säure und berechnet hieraus die

Menge der Salpetersäure oder Chlorsäure.

b. Hat man mit Salzgemengen zu thun, so bestimmt man in einer Portion

die Salpetersäure oder Chlorsäure volumetrisch (§. 117. II. a. und

§. 118) oder auch, was die Salpetersäure betrifft, mittelst arseniger

Säure (§. 117. II. b.), in einer zweiten die andere Säure. Dass hierbei

stets überlegt werden muss, ob keine Substanzen zugegen sind, welche

die Anwendung der genannten Methoden unsicher machen, bedarf kaum der

Erwähnung.

c. Von denjenigen Chlormetallen, deren entsprechende dreibasisch

phosphorsaure Salze unlöslich sind, lassen sich chlorsaure und

salpetersaure Salze auch auf die Art trennen, dass man die Lösung mit

überschüssigem, frisch gefälltem und wohl ausgewaschenem dreibasisch

phosphorsaurem Silberoxyd digerirt und kocht. Es setzen sich hierdurch

die Chlormetalle in der Art um, dass Chlorsilber und phosphorsaures Salz

entstehen, welche sich mit dem überschüssigen phosphorsauren Silberoxyd

abscheiden, während die chlorsauren und salpetersauren Salze gelöst

bleiben ($Chenevix$, $Lassaigne$).

d. Hat man ein chlorsaures Alkali neben einem Chlormetall, so kann man

auch einen Theil der ungeglühten, sodann einen anderen der vorsichtig

geglühten Verbindung in wässeriger Lösung mit salpetersaurem Silberoxyd

fällen und aus der Differenz der Chlorsilbermengen die Quantität der

Chlorsäure berechnen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 417 / 749 题