a. Man bestimmt in einer Portion durch Fällen mit Silberlösung alle
drei zusammen, eine zweite fällt man zum Behufe der Jodbestimmung mit
Chlorpalladium in möglichst geringem Ueberschuss. Die davon abfiltrirte
Flüssigkeit befreit man erst durch Schwefelwasserstoff von Palladium,
dann durch schwefelsaures Eisenoxyd von Schwefelwasserstoff, fällt Chlor
+ Brom gemeinschaftlich, ganz oder fractionirt, durch Silberlösung und
bestimmt das Brom nach §. 137. 1. a.
b. Bei grossen Chlor- und kleinen Brommengen kann man das Jod auch durch
salpetersaures Palladiumoxydul fällen (denn in dem Falle kann man sicher
sein, dass kein Palladiumbromür mit niederfällt) und mit dem Filtrate
verfahren wie in a.
Diese beiden Methoden liefern ganz genaue Resultate.
c. Man scheidet das Jod mit Benzol ab (2. d.) und bestimmt in der
wässerigen Flüssigkeit Brom und Chlor wie in a.
d. Nach $Grange$[71]. Salpetersäurefreie Untersalpetersäure[72] in eine
reine Bromkaliumlösung geleitet, bewirkt keine Veränderung; ist aber ein
Jodmetall beigemengt, so färbt das ausgeschiedene Jod die Flüssigkeit.
Schüttelt man sie mit Chloroform, so wird das Jod von diesem
aufgenommen. In der vom Chloroform getrennten Flüssigkeit scheidet
man das Brom durch einen geringen Ueberschuss von Salpetersäure und
Schwefelsäure ab und nimmt es ebenfalls in Chloroform auf; das Chlor
bestimmt man endlich mittelst Silberlösung.
[71] Compt. rend. 33. 627. -- Journ. f. prakt. Chem. 55. 167.
[72] Durch stärkeres Glühen von bereits schwach geglühtem
salpetersaurem Bleioxyd zu erhalten.
In dem jod- und bromhaltigen Chloroform lassen sich, nach
$Rabourdin$[73], die Quantitäten des aufgelösten Jods (und wohl auch
Broms) colorimetrisch schätzen, aber ohne Zweifel auch nach $Bunsen$'s
Methoden (§§. 113. 114 Anhänge) genau bestimmen.
[73] Compt. rend. 31. 784. -- Ann. der Chem. und Pharm. 76. 375.