2. $Chlor von Jod.$

a. Man versetzt die Lösung beider mit salpetersaurem Palladiumoxydul

und bestimmt das Palladiumjodür nach §. 114. I. b. Aus dem Filtrate

entfernt man den Ueberschuss des Palladiums durch Einleiten von

Schwefelwasserstoff, zerstört den Schwefelwasserstoffüberschuss

durch schwefelsaure Eisenoxydlösung und fällt endlich das Chlor mit

Silberlösung. -- Einfacher ist es in der Regel, in $einer$ Portion das

Jod genau nach §. 114. I. b. mit Palladiumchlorür, in einer $zweiten$

Chlor und Jod mit Silberlösung zu fällen (§§. 112. 114) und das Chlor

aus der Differenz zu berechnen. Resultate sehr genau. In Flüssigkeiten,

welche sehr viel alkalische Chlormetalle und wenig Jodalkalimetalle

enthalten (wie solche besonders oft vorkommen), concentrirt man das

Jodmetall, indem man die Flüssigkeit unter Zusatz von kohlensaurem

Natron zur Trockne verdampft, den Rückstand mit Alkohol auszieht, die

Lösung verdunstet und den Rückstand mit Wasser aufnimmt.

b. Man fällt eine Portion mit Silberlösung und bestimmt Chlor + Jod, in

einer zweiten ermittelt man die Menge des Jods volumetrisch (§. 114. I.

c) und berechnet das Chlor aus der Differenz.

c. Man verfährt genau wie bei der indirecten Bestimmung des Broms neben

Chlor (§. 137. 1. a). Die Gewichtsabnahme des Silberniederschlages beim

Schmelzen in Chlorgas, multiplicirt mit 2,569, giebt die Menge des durch

Chlor zersetzten Jodsilbers an.

d. Nach $Moride$[69]. Freies Jod löst sich in Benzol mit rother Farbe;

dieselbe ist um so dunkler, je grösser die Menge des gelösten Jodes; der

Luft ausgesetzt verflüchtigt sich das Jod, und die Lösung entfärbt sich.

Vermischt man daher eine ein Jodalkalimetall enthaltende Flüssigkeit

mit einigen Tropfen gelber rauchender Salpetersäure und schüttelt dann

mit 2-3 Grm. Benzol, so steigt nach starkem Umschütteln das Benzol

auf die Oberfläche und zeigt eine prachtvolle Färbung (an welcher

man noch 0,001 Grm. Jod in 4 Liter Wasser erkennen kann). Zum Behufe

quantitativer Bestimmung des Jodes wäscht man das jodhaltige Benzol mit

Wasser, schüttelt es sodann mit einigen Tropfen einer Auflösung von

salpetersaurem Silberoxyd, wäscht das Jodsilber mit 33-grädigem Alkohol

und bestimmt es wie gewöhnlich[70]. Chlor und Brom färben das Benzol

nicht und bleiben in dem Wasser gelöst, das zum Waschen des Benzols

dient. Man fällt sie durch Silberlösung.

[69] Compt. rend. 35. 789. -- Journ f. prakt. Chem. 58. 317.

[70] Aller Wahrscheinlichkeit nach wird sich in der Benzollösung das

Jod annähernd colorimetrisch und genau nach $Bunsen$'s Methode

(S. 257) bestimmen lassen.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 414 / 749 题