I. Trennung der Säuren der zweiten Gruppe von denen der ersten.

§. 135.

a. _Alle Säuren der zweiten Gruppe von denen der ersten._

Man versetzt die verdünnte Lösung mit Salpetersäure, fügt salpetersaures

Silberoxyd im Ueberschuss hinzu und filtrirt die unlöslichen

Silberverbindungen des Chlors, Broms, Jods etc. ab. In Auflösung bleiben

sämmtliche Säuren der ersten Gruppe, da ihre Silbersalze in Wasser

oder Salpetersäure löslich sind. -- Kohlensäure erfordert unter allen

Umständen eine besondere Bestimmung. Führt man dieselbe nach §. 110. II.

b. [Greek: b]. aus, so entweicht bei Gegenwart von Chlormetallen mit der

Kohlensäure Chlorwasserstoff. Bei genauen Bestimmungen beugt man diesem

Uebelstande vor, indem man eine Auflösung von schwefelsaurem Silberoxyd

in geringem Ueberschuss zusetzt oder auch (nach $Vohl$) durch Zusatz von

etwas fein geriebenem Quecksilberoxyd. Durch diese Zusätze wird zugleich

das Entweichen von Schwefelwasserstoff aus Schwefelmetallen verhindert;

den letzteren Zweck kann man auch durch Zusatz von etwas neutralem

chromsaurem Kali erreichen.

b. _Einzelne Säuren der zweiten Gruppe von einzelnen Säuren der ersten

Gruppe._

Da es für die weitere Trennung der Säuren der zweiten Gruppe unbequem

ist, alle in Form unlöslicher Silberverbindungen zu haben, so wendet

man, wo es vermieden werden kann, das in a. angegebene Verfahren nicht

an, im Falle man mehrere Säuren der zweiten Gruppe zusammen abzuscheiden

hat, sondern wählt lieber folgende Methoden:

1. $Schwefelsäure$ trennt man von den Säuren der zweiten Gruppe

nach §. 134. 2. mit dem Unterschiede, dass man anstatt Chlorbaryums

salpetersauren Baryt nimmt.

2. $Phosphorsäure$ fällt man mit salpetersaurer Magnesia und Ammon bei

Gegenwart von salpetersaurem Ammon (siehe §. 106. I. b.). -- Im Filtrat

bestimmt man die Säuren der zweiten Gruppe.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 410 / 749 题