3. $Oxalsäure$ entfernt man mit Leichtigkeit durch salpetersauren Kalk.

4. $Schwefelwasserstoff$ kann von den Säuren der ersten Gruppe ebenso

gut als durch Silbersalz, durch salpetersaures Kupferoxyd oder

durch eine Auflösung von arseniger Säure in Wasser, der man etwas

Salpetersäure zugesetzt hat, geschieden werden.

5. $Chlor in Silicaten.$ -- Bei der Bestimmung des Chlors in Silicaten

ist Manches zu berücksichtigen. a) Lösen sich dieselben in verdünnter

Salpetersäure auf, so fällt man die Lösung direct mit salpetersaurem

Silber (ohne Erwärmen), entfernt aus dem Filtrat den Silberüberschuss

durch verdünnte Salzsäure (ohne Erwärmen) und scheidet dann die

Kieselsäure wie gewöhnlich ab. b) Gelatiniren die Silicate bei

Zersetzung mit Salpetersäure, so verdünnt man, lässt absitzen, filtrirt,

wäscht die abgeschiedene Kieselsäure aus und verfährt mit dem Filtrat

nach a. c) Werden die Silicate durch Salpetersäure nicht zersetzt, so

mengt man sie mit kohlensaurem Natronkali, befeuchtet die Masse mit

Wasser, trocknet sie im Tiegel ein, schmelzt, kocht mit Wasser aus,

entfernt etwa gelöste Kieselsäure mit kohlensaurem Ammon (§. 134. 7.

[Greek: a].) und fällt alsdann, nach Zusatz von Salpetersäure, mit

salpetersaurem Silberoxyd (H. $Rose$).

6. $Chlorverbindungen neben Fluorverbindungen.$ -- Sind dieselben in

Wasser löslich, so kann man zwar nach a. verfahren, bequemer ist es

aber, das Fluor mit salpetersaurem Kalk und im Filtrat das Chlor mit

Silberlösung zu fällen. -- Unlösliche Verbindungen schmelzt man mit

kohlensaurem Natron und Kieselsäure (siehe §. 134. 7. [Greek: a].).

7. $Chlor neben Fluor in Silicaten.$ -- Man verfährt nach §. 134.

7. [Greek: a]. Das alkalische Filtrat sättigt man fast mit

Salpetersäure, fällt dann mit salpetersaurem Kalk, trennt Fluorcalcium

und kohlensauren Kalk nach §. 134. 10. und fällt im Filtrat das Chlor

durch Silberlösung.

8. $Schwefelmetalle von schwefelsauren Salzen.$ -- Alkalische

Schwefelmetalle lassen sich in festen Verbindungen von schwefelsauren

Alkalien durch Alkohol trennen, in welchen jene löslich, diese

unlöslich sind (H. $Rose$); auch kann man in einer Portion die Menge

des Schwefelmetalles maassanalytisch oder mittelst Kupferlösung

bestimmen (§. 116), in einer zweiten die der Schwefelsäure, indem man

mit Chlorbaryum fällt, die Flüssigkeit abgiesst, den Niederschlag mit

verdünnter Salzsäure behandelt und dann erst abfiltrirt. Etwa mit

niederfallender Schwefel verbrennt beim Glühen des schwefelsauren Baryts

und ist somit ohne Nachtheil.

9. $Schwefelmetalle in Silicaten.$ -- Lässt sich die Verbindung durch

Säuren zersetzen, so behandelt man sie im höchst fein gepulverten

Zustande mit rauchender Salpetersäure (§. 116. II. 2. a.). Wenn aller

Schwefel oxydirt ist, verdünnt man, filtrirt zuerst die Kieselsäure ab,

entfernt einen etwa gelösten Antheil mit kohlensaurem Ammon und bestimmt

im Filtrat die erzeugte Schwefelsäure.

$Anhang$: $Analyse von Verbindungen, welche alkalische Schwefelmetalle,

kohlensaure, schwefelsaure und unterschwefligsaure Salze

enthalten.$

§. 136.

Die nachstehende Methode ist zuerst von G. $Werther$[65] angewendet

worden und zwar bei der Untersuchung von Schiesspulverrückständen.

[65] Journ. f. prakt. Chem. 55. 22.

Man übergiesst die zu untersuchende Verbindung mit Wasser, in welchem

eine hinreichende Menge kohlensaures Cadmiumoxyd[66] suspendirt ist,

und schüttelt in einem verkorkten Gefässe häufig. Das alkalische

Schwefelmetall zersetzt sich mit dem kohlensauren Cadmiumoxyd

vollständig. Der gelbliche Niederschlag wird abfiltrirt und mit

verdünnter Essigsäure (nicht Salzsäure) behandelt. Es löst sich das

kohlensaure Cadmiumoxyd, während das Schwefelcadmium zurückbleibt.

Man oxydirt es mit chlorsaurem Kali und Salpetersäure (§. 116. II. 2.

a. [Greek: a]. [Greek: b].) und fällt die aus dem Schwefelmetall erzeugte

Schwefelsäure mit Chlorbaryum.

[66] Um das kohlensaure Cadmiumoxyd frei von Alkali zu erhalten, muss

es durch kohlensaures Ammon gefällt werden.

Die von dem Schwefelcadmium abfiltrirte Lösung wird erwärmt und mit

einer Lösung von salpetersaurem Silberoxyd versetzt. Der Niederschlag,

aus kohlensaurem Silberoxyd und Schwefelsilber bestehend (KO, S_{2}O_{2}

+ AgO, NO_{5} = KO, SO_{3} + AgS + NO_{5}), wird durch Ammon von

ersterem Salze befreit, und aus der ammoniakalischen Lösung das Silber

-- nach Ansäuren mit Salpetersäure -- durch Chlornatrium gefällt. Je 1

Aeq. so erhaltenen Chlorsilbers entspricht 1 Aeq. kohlensaurem Salz[67].

Das Schwefelsilber löst man in verdünnter kochender Salpetersäure,

bestimmt in der Lösung das Silber als Chlorsilber und berechnet hieraus

die Menge des unterschwefligsauren Salzes, wobei zu beachten, dass

1 Aeq. AgCl 2 Aeq. Schwefel in unterschwefliger Säure, also 1 Aeq.

unterschwefligsaurem Salze (KO, S_{2}O_{2}) entspricht.

[67] Von dem so erhaltenen ist eine dem gefundenen Schwefelmetalle

äquivalente Menge abzuziehen (KS + CdO, CO_{2} = CdS + KO, CO_{2}).

Aus der von Schwefelsilber und kohlensaurem Silberoxyde abfiltrirten

Lösung wird zuerst das überschüssige Silber durch Salzsäure, dann

die Schwefelsäure durch ein Barytsalz gefällt. Von der erhaltenen

Quantität der letzteren ist natürlicher Weise so viel abzuziehen, als

der aus der Zersetzung der unterschwefligen Säure entstandenen Menge

entspricht, also für ein Gewichtstheil aus dem Schwefelsilber erhaltenen

Chlorsilbers 0,28 Gewichtstheile Schwefelsäure. Der Rest ist dann die in

der untersuchten Substanz wirklich enthaltene Schwefelsäure.

Bestimmt man in der vom schwefelsauren Baryt abfiltrirten Flüssigkeit

das Alkali nach §. 76 oder 77 als schwefelsaures Salz, so erhält man

eine Controle für die Analyse.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 411 / 749 题