4. $Kupferoxyd von Zinkoxyd.$

a. $Rivot$ und $Bouquet$[60] haben zur Scheidung beider nachstehendes

Verfahren empfohlen. Man sättigt die verdünnte salpetersaure oder

salzsaure Lösung mit Ammon, fügt dann festes Kalihydrat in geringem

Ueberschuss zu und erwärmt im Sandbad gelinde, bis die Flüssigkeit

farblos geworden ist und nicht mehr nach Ammoniak riecht. Das gefällte

Kupferoxyd ist mit siedendem Wasser auszuwaschen. Die alkalische

Flüssigkeit wird mit Salzsäure angesäuert und das Zink mittelst

kohlensauren Natrons gefällt. -- ($Spirgatis$[61] erhielt nach diesem

Verfahren unbefriedigende Resultate, als Zink und Kupfer etwa in

gleicher Menge in Lösung waren; dasselbe wurde in meinem Laboratorium

gefunden, so dass ich die Methode nicht eben empfehlen kann.)

[60] Ann. de Chim. et de Phys. 33. 24. -- Ann. der Chem. und Pharm.

80. 264.

[61] Journ. f. prakt. Chem. 57. 184.

b. $Bobierre$ wendete bei der Analyse vieler Kupferzinklegirungen die

folgende Methode mit gutem Erfolge an. Man erhitzt die Legirung in einem

kleinen, in einer Porzellanröhre stehenden Porzellanschiffchen höchstens

3/4 Stunden lang zum Rothglühen, während man einen raschen Strom

Wasserstoffgas darüber leitet. Das Zink verdampft, das Kupfer bleibt

zurück. Blei verflüchtigt sich ebenfalls nicht.

c. Da man bei der Trennung des Kupfers vom Zink durch

Schwefelwasserstoff unter Umständen Zinkoxyd enthaltendes Kupferoxyd

erhalten kann, so empfehle ich zur Prüfung des Kupferoxyds auf Zinkoxyd

und zur Abscheidung des letzteren folgendes einfache Verfahren. Nachdem

das Kupferoxyd gewogen ist, reducirt man es nach §. 88, Fig. 42, erhitzt

das im Wasserstoffstrom erkaltete metallische Kupfer mit Wasser und

Salzsäure einige Zeit, filtrirt, wäscht aus, leitet einige Blasen

Schwefelwasserstoff ein, um möglichenfalls gelöstes Kupfer auszufällen,

und bestimmt dann das Zink nach §. 85. a.

5. $Cadmiumoxyd von Zinkoxyd, Manganoxydul und Nickeloxydul.$ Man

versetzt die Lösung mit kohlensaurem Baryt und digerirt damit in der

Kälte. Cadmiumoxyd fällt vollständig nieder, die anderen Oxyde bleiben

gelöst (vergl. §. 128. A. 1.).

6. $Manganoxydul von Blei-, Wismuth-, Cadmium- und Kupferoxyd.$ Hat man

eine Lösung, welche Manganoxydul und eine der anderen Basen enthält,

so fällt man die heisse Lösung mit kohlensaurem Natron, wäscht den

Niederschlag erst durch Decantation, dann auf dem Filter mit siedendem

Wasser aus, trocknet, glüht andauernd, wägt und bestimmt in einer Probe

des Rückstandes das Mangan volumetrisch (§. 112. Anhang). Ist Blei-,

Wismuth-, Cadmium- oder Kupferoxyd in genügender Menge vorhanden, so hat

der Rückstand die Formel:

Mn_{2}O_{3} + xMO;

vergleiche §. 127. B. 4. b. NB., ($Krieger$). Man versäume nie -- durch

Zusatz von etwas Schwefelammonium zum Filtrate -- zu prüfen, ob durch

kohlensaures Natron die Oxyde vollständig niedergeschlagen worden sind;

denn namentlich Kupferoxyd wird durch kohlensaure Alkalien nicht leicht

ganz ausgefällt.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 397 / 749 题