Man versetzt mit Ammon, bis eben ein Niederschlag zu entstehen anfängt,
dann mit Schwefelammonium und filtrirt, nach geeignetem Absitzen, den
Eisen, Mangan und Thonerde enthaltenden Niederschlag ab. -- Im Filtrate
trennt man Kalk, Magnesia und die Alkalien nach §. 121. Den Niederschlag
löst man in Salzsäure und trennt Thonerde von Eisen und Mangan durch
Natronlauge, dann Eisen und Mangan durch bernsteinsaures Ammon.
4. _Methode, welche auf der Zersetzung der salpetersauren Salze beruht_,
nach $Deville$.
Diese Methode setzt voraus, dass die Basen nur an Salpetersäure gebunden
sind.
Man verfährt zuerst nach §. 124. 1. A. 2. Die während des Erhitzens der
Nitrate entweichende salpetrige Säure ist kein Zeichen von der totalen
Zersetzung des Eisenoxyd- und Thonerdenitrats, weil diese Dämpfe durch
Verwandlung des salpetersauren Manganoxyduls in Hyperoxyd entstehen. --
Man unterbricht das Erhitzen, wenn alle Bildung von Dampf aufhört, und
die schwarze Farbe, welche die Substanz annimmt, gleichförmig ist. --
Nach dem Behandeln mit salpetersaurem Ammon (§. 124. 1. A. 2.) hat man in
Lösung salpetersauren Kalk, salpetersaure Magnesia und salpetersaure
Alkalien, im Rückstand Thonerde, Eisenoxyd und Manganhyperoxyd. (Dass
unter gewissen Umständen sich etwas Mangan löst, wurde bereits §. 127.
B. 4. [Greek: c]. erwähnt. Man findet diese Spur bei der Magnesia und
trennt sie zuletzt von derselben.)
$Deville$ wendet nun zur weiteren Trennung folgende Methoden an:
a. Den Niederschlag erhitzt man mit mässig starker Salpetersäure, bis
das Manganhyperoxyd mit rein schwarzer Farbe zurückbleibt, während
Eisenoxyd und Thonerde sich lösen. Ersteres glüht man und wägt das
entstandene Oxyduloxyd, die Lösung verdampft man in einem Platintiegel,
glüht und wägt das Gemenge von Eisenoxyd, Thonerde (und möglichenfalls
etwas Manganoxyduloxyd). Man behandelt jetzt eine Probe nach der
§. 128. B. 3. a. [Greek: b]. angegebenen Methode und findet so das
Gewicht der Thonerde. War Mangan zugegen, so lässt sich das Eisen nicht
aus der Differenz bestimmen. $Deville$ verdampft daher die Lösung der
Chlorüre mit Schwefelsäure, glüht mässig und zieht aus dem Rückstand,
der aus Eisenoxyd und etwas schwefelsaurem Manganoxydul besteht,
letzteres durch Wasser aus. (Sollte man zu stark erhitzt haben, so dass
möglichenfalls auch schwefelsaures Manganoxydul zersetzt worden ist,
so befeuchtet man den Rückstand mit einer Mischung von Oxalsäure und
Salpetersäure, setzt etwas Schwefelsäure zu und wiederholt den Versuch.)
b. Aus dem Filtrat fällt man zunächst den Kalk durch im kleinsten
Ueberschusse zuzusetzendes oxalsaures Ammon, verdampft dann das Filtrat
zur Trockne und trennt Magnesia und Alkalien nach §. 121.
$Fünfte Gruppe.$
$Silberoxyd, Quecksilberoxydul, Quecksilberoxyd, Bleioxyd,
Wismuthoxyd, Kupferoxyd, Cadmiumoxyd.$
I. Trennung der Oxyde der fünften Gruppe von denen der vier ersten
Gruppen.
§. 130.
$Uebersicht$: $Silberoxyd$ von den Oxyden der Gruppen 1-4: A, -- B. 1.
$Quecksilberoxyd$ " " " " " 1-4: A,
-- B. 2.
$Quecksilberoxydul$ " " " " " 1-4: A,
-- B. 2.
$Bleioxyd$ " " " " " 1-4: A,
-- B. 3,
von Manganoxydul B. 6.
$Wismuthoxyd$ " " " " " 1-4: A,
-- von Manganoxydul B. 6.
$Kupferoxyd$ " " " " " 1-4: A,
-- von Zinkoxyd B. 4, -- von Manganoxydul B. 6.
$Cadmiumoxyd$ von den Oxyden der Gruppen 1-4: A, -- von
Zinkoxyd und Nickeloxydul B. 5, -- von Manganoxydul B. 5. u. 6.
A. Allgemeine Methode.
$Sämmtliche Oxyde der fünften Gruppe von denen der vier ersten
Gruppen.$
$Grundlage$: _Schwefelwasserstoff fällt aus sauren Lösungen die
Metalle der fünften Gruppe, nicht aber die der vier ersten Gruppen._
Die Punkte, auf die man bei der Ausführung besondere Rücksicht zu nehmen
hat, sind folgende:
[Greek: a]. Bei der Scheidung der Oxyde der fünften Gruppe von den
Oxyden der Gruppe 1, 2 und 3 genügt es, wenn die Lösung, aus der man
durch Schwefelwasserstoff das fällbare Oxyd ausscheiden will, überhaupt
saure Reaction zeigt, gleichgültig von welcher Ursache dieselbe
abhängt. Sollen aber Oxyde der Eisengruppe von denen der fünften Gruppe
getrennt werden, so muss die Flüssigkeit nothwendiger Weise eine freie
Mineralsäure enthalten; andernfalls kann Zink, unter Umständen auch
Kobalt und Nickel, mit niedergeschlagen werden.
[Greek: b]. Aber auch, wenn man der betreffenden Flüssigkeit ziemlich
viel Salzsäure zusetzt, gelingt es doch nicht immer, der Mitfällung
des $Zinkes$ ganz vorzubeugen[59]. -- Man hat daher die gefällten
Schwefelmetalle der fünften Gruppe bei weiterer Trennung stets so
zu behandeln, dass man das darin möglichenfalls enthaltene Zink noch
gewinnt.
[Greek: c]. Wenn durch Salzsäure in der Lösung kein Niederschlag
entsteht, zieht man dieselbe der Salpetersäure zum Ansäuern vor; würde
hingegen durch Salzsäure eine Fällung bewirkt werden, so wendet man zum
genannten Zweck Salpetersäure an und verdünnt die Lösung ziemlich stark.
[Greek: d]. Die Ausfällung der den Oxyden der fünften Gruppe
entsprechenden Schwefelverbindungen geschieht, auch wenn keine andere
Säure als Salzsäure zugegen ist, nur dann vollständig, wenn die
Flüssigkeit einen gewissen Grad der Verdünnung hat.
[59] $Rivot$ und $Bouquet$ haben eine genaue Trennung des Kupfers vom
Zink durch Schwefelwasserstoff für unausführbar erklärt (Ann. der
Chem. und Pharm. 80. 364), aber $Spirgatis$ (Journ. f. prakt.
Chem. 58. 351) zeigte, dass -- was auch $H. Rose$ mit grösster
Bestimmtheit angiebt -- die Trennung sehr gut und vollständig
gelingt, sobald eine hinlängliche Menge freier Säure vorhanden
ist, z. B. wenn die Oxyde in einer Mischung von 100 Wasser und 30
Salzsäure von 1,13 specif. Gewicht gelöst sind.
B. Speciellere Methoden.
$Einzelne Oxyde der fünften Gruppe von einzelnen oder allen Oxyden
der vier ersten Gruppen.$
1. $Silber$ wird von den $Oxyden der vier ersten Gruppen$ am einfachsten
und auf eine sehr genaue Weise durch Chlorwasserstoffsäure getrennt. Man
merke darauf, dass kein zu grosser Ueberschuss von Salzsäure zugesetzt
wird und dass die Lösung hinlänglich verdünnt sei. Im anderen Falle
bleibt Silber in Lösung. Man vergesse ferner nicht, Salpetersäure
zuzusetzen, sonst scheidet sich das Chlorsilber nicht gut ab. Das
gefällte Chlorsilber wird unter diesen Umständen am besten auf einem
Filter gesammelt (§. 91. 1. a. [Greek: b].), weil man eine zu grosse
Menge Flüssigkeit bekommt, wenn man es durch Decantation auswäscht.
2. Das $Quecksilber$ kann von den $Metallen der vier ersten Gruppen$
auch dadurch getrennt werden, dass man die Verbindung glüht, wodurch
das Quecksilber oder die Quecksilberverbindung verflüchtigt wird,
während der nicht flüchtige Körper zurückbleibt. Dieses Verfahren ist
ebensowohl anwendbar, wenn eine Legirung vorliegt, als wenn man mit
Oxyden, Chloriden oder Schwefelverbindungen zu thun hat. -- Je nach der
Natur der vom Quecksilber zu trennenden Metalle ist bald die eine, bald
die andere dieser Formen geeigneter, wie sich dies aus dem Verhalten
der betreffenden Verbindungen leicht ergiebt. Man bestimmt bei diesem
Verfahren das Quecksilber entweder aus dem Verlust und nimmt alsdann die
Operation in einem Tiegel vor, oder man fängt das sich verflüchtigende
Quecksilber nach der im §. 94. 1. a. beschriebenen Weise auf. --
Wenn es angeht, verfährt man am besten nach der bei der Trennung des
Quecksilbers vom Silber etc. zu beschreibenden Methode (§. 131. 6.).
Ist $Quecksilber als Oxydul$ zugegen, so kann man es auch dadurch
abscheiden und bestimmen, dass man die Flüssigkeit mit Salzsäure fällt.
3. $Bleioxyd$ lässt sich von $denjenigen Basen, welche mit Schwefelsäure
lösliche Salze$ bilden, auch recht gut durch diese Säure trennen. Die
Resultate sind ganz befriedigend, wenn man die in §. 92. 2. gegebenen
Regeln befolgt.