3. _Methode, welche auf der Anwendung des Schwefelammoniums beruht._

Man versetzt mit Ammon, bis eben ein Niederschlag zu entstehen anfängt,

dann mit Schwefelammonium und filtrirt, nach geeignetem Absitzen, den

Eisen, Mangan und Thonerde enthaltenden Niederschlag ab. -- Im Filtrate

trennt man Kalk, Magnesia und die Alkalien nach §. 121. Den Niederschlag

löst man in Salzsäure und trennt Thonerde von Eisen und Mangan durch

Natronlauge, dann Eisen und Mangan durch bernsteinsaures Ammon.

4. _Methode, welche auf der Zersetzung der salpetersauren Salze beruht_,

nach $Deville$.

Diese Methode setzt voraus, dass die Basen nur an Salpetersäure gebunden

sind.

Man verfährt zuerst nach §. 124. 1. A. 2. Die während des Erhitzens der

Nitrate entweichende salpetrige Säure ist kein Zeichen von der totalen

Zersetzung des Eisenoxyd- und Thonerdenitrats, weil diese Dämpfe durch

Verwandlung des salpetersauren Manganoxyduls in Hyperoxyd entstehen. --

Man unterbricht das Erhitzen, wenn alle Bildung von Dampf aufhört, und

die schwarze Farbe, welche die Substanz annimmt, gleichförmig ist. --

Nach dem Behandeln mit salpetersaurem Ammon (§. 124. 1. A. 2.) hat man in

Lösung salpetersauren Kalk, salpetersaure Magnesia und salpetersaure

Alkalien, im Rückstand Thonerde, Eisenoxyd und Manganhyperoxyd. (Dass

unter gewissen Umständen sich etwas Mangan löst, wurde bereits §. 127.

B. 4. [Greek: c]. erwähnt. Man findet diese Spur bei der Magnesia und

trennt sie zuletzt von derselben.)

$Deville$ wendet nun zur weiteren Trennung folgende Methoden an:

a. Den Niederschlag erhitzt man mit mässig starker Salpetersäure, bis

das Manganhyperoxyd mit rein schwarzer Farbe zurückbleibt, während

Eisenoxyd und Thonerde sich lösen. Ersteres glüht man und wägt das

entstandene Oxyduloxyd, die Lösung verdampft man in einem Platintiegel,

glüht und wägt das Gemenge von Eisenoxyd, Thonerde (und möglichenfalls

etwas Manganoxyduloxyd). Man behandelt jetzt eine Probe nach der

§. 128. B. 3. a. [Greek: b]. angegebenen Methode und findet so das

Gewicht der Thonerde. War Mangan zugegen, so lässt sich das Eisen nicht

aus der Differenz bestimmen. $Deville$ verdampft daher die Lösung der

Chlorüre mit Schwefelsäure, glüht mässig und zieht aus dem Rückstand,

der aus Eisenoxyd und etwas schwefelsaurem Manganoxydul besteht,

letzteres durch Wasser aus. (Sollte man zu stark erhitzt haben, so dass

möglichenfalls auch schwefelsaures Manganoxydul zersetzt worden ist,

so befeuchtet man den Rückstand mit einer Mischung von Oxalsäure und

Salpetersäure, setzt etwas Schwefelsäure zu und wiederholt den Versuch.)

b. Aus dem Filtrat fällt man zunächst den Kalk durch im kleinsten

Ueberschusse zuzusetzendes oxalsaures Ammon, verdampft dann das Filtrat

zur Trockne und trennt Magnesia und Alkalien nach §. 121.

$Fünfte Gruppe.$

$Silberoxyd, Quecksilberoxydul, Quecksilberoxyd, Bleioxyd,

Wismuthoxyd, Kupferoxyd, Cadmiumoxyd.$

I. Trennung der Oxyde der fünften Gruppe von denen der vier ersten

Gruppen.

§. 130.

$Uebersicht$: $Silberoxyd$ von den Oxyden der Gruppen 1-4: A, -- B. 1.

$Quecksilberoxyd$ " " " " " 1-4: A,

-- B. 2.

$Quecksilberoxydul$ " " " " " 1-4: A,

-- B. 2.

$Bleioxyd$ " " " " " 1-4: A,

-- B. 3,

von Manganoxydul B. 6.

$Wismuthoxyd$ " " " " " 1-4: A,

-- von Manganoxydul B. 6.

$Kupferoxyd$ " " " " " 1-4: A,

-- von Zinkoxyd B. 4, -- von Manganoxydul B. 6.

$Cadmiumoxyd$ von den Oxyden der Gruppen 1-4: A, -- von

Zinkoxyd und Nickeloxydul B. 5, -- von Manganoxydul B. 5. u. 6.

A. Allgemeine Methode.

$Sämmtliche Oxyde der fünften Gruppe von denen der vier ersten

Gruppen.$

$Grundlage$: _Schwefelwasserstoff fällt aus sauren Lösungen die

Metalle der fünften Gruppe, nicht aber die der vier ersten Gruppen._

Die Punkte, auf die man bei der Ausführung besondere Rücksicht zu nehmen

hat, sind folgende:

[Greek: a]. Bei der Scheidung der Oxyde der fünften Gruppe von den

Oxyden der Gruppe 1, 2 und 3 genügt es, wenn die Lösung, aus der man

durch Schwefelwasserstoff das fällbare Oxyd ausscheiden will, überhaupt

saure Reaction zeigt, gleichgültig von welcher Ursache dieselbe

abhängt. Sollen aber Oxyde der Eisengruppe von denen der fünften Gruppe

getrennt werden, so muss die Flüssigkeit nothwendiger Weise eine freie

Mineralsäure enthalten; andernfalls kann Zink, unter Umständen auch

Kobalt und Nickel, mit niedergeschlagen werden.

[Greek: b]. Aber auch, wenn man der betreffenden Flüssigkeit ziemlich

viel Salzsäure zusetzt, gelingt es doch nicht immer, der Mitfällung

des $Zinkes$ ganz vorzubeugen[59]. -- Man hat daher die gefällten

Schwefelmetalle der fünften Gruppe bei weiterer Trennung stets so

zu behandeln, dass man das darin möglichenfalls enthaltene Zink noch

gewinnt.

[Greek: c]. Wenn durch Salzsäure in der Lösung kein Niederschlag

entsteht, zieht man dieselbe der Salpetersäure zum Ansäuern vor; würde

hingegen durch Salzsäure eine Fällung bewirkt werden, so wendet man zum

genannten Zweck Salpetersäure an und verdünnt die Lösung ziemlich stark.

[Greek: d]. Die Ausfällung der den Oxyden der fünften Gruppe

entsprechenden Schwefelverbindungen geschieht, auch wenn keine andere

Säure als Salzsäure zugegen ist, nur dann vollständig, wenn die

Flüssigkeit einen gewissen Grad der Verdünnung hat.

[59] $Rivot$ und $Bouquet$ haben eine genaue Trennung des Kupfers vom

Zink durch Schwefelwasserstoff für unausführbar erklärt (Ann. der

Chem. und Pharm. 80. 364), aber $Spirgatis$ (Journ. f. prakt.

Chem. 58. 351) zeigte, dass -- was auch $H. Rose$ mit grösster

Bestimmtheit angiebt -- die Trennung sehr gut und vollständig

gelingt, sobald eine hinlängliche Menge freier Säure vorhanden

ist, z. B. wenn die Oxyde in einer Mischung von 100 Wasser und 30

Salzsäure von 1,13 specif. Gewicht gelöst sind.

B. Speciellere Methoden.

$Einzelne Oxyde der fünften Gruppe von einzelnen oder allen Oxyden

der vier ersten Gruppen.$

1. $Silber$ wird von den $Oxyden der vier ersten Gruppen$ am einfachsten

und auf eine sehr genaue Weise durch Chlorwasserstoffsäure getrennt. Man

merke darauf, dass kein zu grosser Ueberschuss von Salzsäure zugesetzt

wird und dass die Lösung hinlänglich verdünnt sei. Im anderen Falle

bleibt Silber in Lösung. Man vergesse ferner nicht, Salpetersäure

zuzusetzen, sonst scheidet sich das Chlorsilber nicht gut ab. Das

gefällte Chlorsilber wird unter diesen Umständen am besten auf einem

Filter gesammelt (§. 91. 1. a. [Greek: b].), weil man eine zu grosse

Menge Flüssigkeit bekommt, wenn man es durch Decantation auswäscht.

2. Das $Quecksilber$ kann von den $Metallen der vier ersten Gruppen$

auch dadurch getrennt werden, dass man die Verbindung glüht, wodurch

das Quecksilber oder die Quecksilberverbindung verflüchtigt wird,

während der nicht flüchtige Körper zurückbleibt. Dieses Verfahren ist

ebensowohl anwendbar, wenn eine Legirung vorliegt, als wenn man mit

Oxyden, Chloriden oder Schwefelverbindungen zu thun hat. -- Je nach der

Natur der vom Quecksilber zu trennenden Metalle ist bald die eine, bald

die andere dieser Formen geeigneter, wie sich dies aus dem Verhalten

der betreffenden Verbindungen leicht ergiebt. Man bestimmt bei diesem

Verfahren das Quecksilber entweder aus dem Verlust und nimmt alsdann die

Operation in einem Tiegel vor, oder man fängt das sich verflüchtigende

Quecksilber nach der im §. 94. 1. a. beschriebenen Weise auf. --

Wenn es angeht, verfährt man am besten nach der bei der Trennung des

Quecksilbers vom Silber etc. zu beschreibenden Methode (§. 131. 6.).

Ist $Quecksilber als Oxydul$ zugegen, so kann man es auch dadurch

abscheiden und bestimmen, dass man die Flüssigkeit mit Salzsäure fällt.

3. $Bleioxyd$ lässt sich von $denjenigen Basen, welche mit Schwefelsäure

lösliche Salze$ bilden, auch recht gut durch diese Säure trennen. Die

Resultate sind ganz befriedigend, wenn man die in §. 92. 2. gegebenen

Regeln befolgt.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 396 / 749 题