$Eisenoxyd von Eisenoxydul.$ Von den vielen indirecten Methoden,
welche in Vorschlag gekommen sind, erwähne ich nur die folgende: Man
löst wie in 10. b., setzt zur Auflösung gelöstes Natriumgoldchlorid
im Ueberschuss, verschliesst die Flasche und lässt das ausgeschiedene
reducirte Gold absitzen. Man filtrirt es alsdann ab und bestimmt seine
Menge nach §. 98. In der Auflösung oder in einer anderen Portion
der Substanz bestimmt man alsdann die Totalmenge des Eisens. -- Die
Berechnung liegt auf der Hand, wenn man sich erinnert, dass 1 Aeq.
ausgeschiedenes Gold 6 Aeq. Eisenchlorür oder Eisenoxydul entspricht
(6FeCl + AuCl_{3} = 3Fe_{2}Cl_{3} + Au) (H. $Rose$).
IV. Trennung des Eisenoxyds, der Thonerde, des Manganoxyduls, der
Kalk- und Bittererde, des Kalis und Natrons.
§. 129.
Da die oben genannten Oxyde bei der Analyse der meisten Silicate und
auch sonst in vielen Fällen neben einander vorkommen, so widme ich
den zu ihrer Trennung dienenden combinirten Verfahrungsweisen einen
besonderen Paragraphen.
1. _Methode, welche auf der Anwendung des kohlensauren Baryts beruht.
Dieselbe ist sehr empfehlenswert, wenn das Gemenge wenig Kalk
enthält._
Man fällt das Eisen (welches als Oxyd vorhanden sein muss) und die
Thonerde durch kohlensauren Baryt (§. 128. A. 1.)[58] und trennt beide
nach einer der im §. 128 angegebenen Methoden. -- Aus dem Filtrate fällt
man entweder das Mangan durch Schwefelammonium, oder -- nach Zusatz
von ein wenig Salzsäure und Sättigen mit Chlor -- durch kohlensauren
Baryt, oder -- nach $Gibbs$' Vorschlag -- mit Bleihyperoxyd. --
Wählte man ersteres, so ist der Niederschlag des Schwefelmangans in
Salzsäure zu lösen, die Lösung mit etwas Schwefelsäure zu versetzen,
abzufiltriren und das Mangan nach §. 86. 1. a. zu bestimmen: fällte
man mit kohlensaurem Baryt, so ist im Niederschlage das Mangan nach
§. 127 zu trennen; wandte man Bleihyperoxyd an, so verfährt man mit
dem entstandenen Niederschlage nach §. 130. -- Man fällt jetzt die
verdünnte Lösung mit verdünnter Schwefelsäure, wäscht den Niederschlag
aus, bis das Waschwasser durch Chlorbaryum nicht mehr getrübt wird,
fällt -- bei Anwendung des Bleihyperoxyds -- die letzten Bleispuren mit
Schwefelwasserstoff, dann den Kalk mit oxalsaurem Ammon. Das Filtrat
verdampft man zur Trockne, glüht und trennt die Magnesia von den
Alkalien nach einer der in §. 121 angegebenen Methoden.
[58] Ehe man den kohlensauren Baryt zusetzt, ist es $unumgänglich
nöthig$, zu prüfen, ob aus der salzsauren Lösung desselben durch
Schwefelsäure Alles ausgefällt wird, so zwar, dass das Filtrat, in
einer Platinschale verdampft, keinen Rückstand lässt.
Bei grösseren Mengen Thonerde und kleinen von Eisen und Mangan kann man
auch die Lösung zuerst mit Chlor sättigen, dann mit kohlensaurem Baryt
Eisenoxyd, Thonerde und Manganoxyd zugleich fällen, den Niederschlag in
Salzsäure lösen, den Baryt durch Schwefelsäure im kleinsten Ueberschuss,
dann die drei Basen durch kohlensaures Natron fällen und den
Niederschlag, nach $bestem$ Auswaschen, glühen und wägen; er enthält
das Mangan als Mn_{3}O_{4}. Bestimmt man nun dieses und das Eisenoxyd
volumetrisch, so ergiebt sich die Thonerde aus der Differenz. Man
ersieht leicht, dass man eine und dieselbe Probe erst zur Mangan-, dann
zur Eisenbestimmung verwenden kann, vergl. §. 112. Anhang und §. 128. B.
10. b. [Greek: b]. Bei dieser Methode ist nur das Bedenken, dass man gar
leicht einen kleinen Ueberschuss von Thonerde findet, indem dieselbe,
mit fixem Alkali gefällt, durch Auswaschen kaum ganz davon zu befreien
ist. Man kann daher die gemeinsame Fällung der Thonerde, des Eisens und
Mangans auch mit Ammon vornehmen, nachdem man die Flüssigkeit mit Chlor
gesättigt oder mit unterchloriger Säure versetzt hat. Doch ist es dann
räthlich, den Niederschlag erst nach längerem Stehen abzufiltriren.
Auch muss man sich mit Sorgfalt überzeugen, dass im Filtrat kein Mangan
mehr enthalten ist, was durch Zusatz von Schwefelammonium und längeres
Hinstellen geschehen kann.