11. _Indirecte Methode._

$Eisenoxyd von Eisenoxydul.$ Von den vielen indirecten Methoden,

welche in Vorschlag gekommen sind, erwähne ich nur die folgende: Man

löst wie in 10. b., setzt zur Auflösung gelöstes Natriumgoldchlorid

im Ueberschuss, verschliesst die Flasche und lässt das ausgeschiedene

reducirte Gold absitzen. Man filtrirt es alsdann ab und bestimmt seine

Menge nach §. 98. In der Auflösung oder in einer anderen Portion

der Substanz bestimmt man alsdann die Totalmenge des Eisens. -- Die

Berechnung liegt auf der Hand, wenn man sich erinnert, dass 1 Aeq.

ausgeschiedenes Gold 6 Aeq. Eisenchlorür oder Eisenoxydul entspricht

(6FeCl + AuCl_{3} = 3Fe_{2}Cl_{3} + Au) (H. $Rose$).

IV. Trennung des Eisenoxyds, der Thonerde, des Manganoxyduls, der

Kalk- und Bittererde, des Kalis und Natrons.

§. 129.

Da die oben genannten Oxyde bei der Analyse der meisten Silicate und

auch sonst in vielen Fällen neben einander vorkommen, so widme ich

den zu ihrer Trennung dienenden combinirten Verfahrungsweisen einen

besonderen Paragraphen.

1. _Methode, welche auf der Anwendung des kohlensauren Baryts beruht.

Dieselbe ist sehr empfehlenswert, wenn das Gemenge wenig Kalk

enthält._

Man fällt das Eisen (welches als Oxyd vorhanden sein muss) und die

Thonerde durch kohlensauren Baryt (§. 128. A. 1.)[58] und trennt beide

nach einer der im §. 128 angegebenen Methoden. -- Aus dem Filtrate fällt

man entweder das Mangan durch Schwefelammonium, oder -- nach Zusatz

von ein wenig Salzsäure und Sättigen mit Chlor -- durch kohlensauren

Baryt, oder -- nach $Gibbs$' Vorschlag -- mit Bleihyperoxyd. --

Wählte man ersteres, so ist der Niederschlag des Schwefelmangans in

Salzsäure zu lösen, die Lösung mit etwas Schwefelsäure zu versetzen,

abzufiltriren und das Mangan nach §. 86. 1. a. zu bestimmen: fällte

man mit kohlensaurem Baryt, so ist im Niederschlage das Mangan nach

§. 127 zu trennen; wandte man Bleihyperoxyd an, so verfährt man mit

dem entstandenen Niederschlage nach §. 130. -- Man fällt jetzt die

verdünnte Lösung mit verdünnter Schwefelsäure, wäscht den Niederschlag

aus, bis das Waschwasser durch Chlorbaryum nicht mehr getrübt wird,

fällt -- bei Anwendung des Bleihyperoxyds -- die letzten Bleispuren mit

Schwefelwasserstoff, dann den Kalk mit oxalsaurem Ammon. Das Filtrat

verdampft man zur Trockne, glüht und trennt die Magnesia von den

Alkalien nach einer der in §. 121 angegebenen Methoden.

[58] Ehe man den kohlensauren Baryt zusetzt, ist es $unumgänglich

nöthig$, zu prüfen, ob aus der salzsauren Lösung desselben durch

Schwefelsäure Alles ausgefällt wird, so zwar, dass das Filtrat, in

einer Platinschale verdampft, keinen Rückstand lässt.

Bei grösseren Mengen Thonerde und kleinen von Eisen und Mangan kann man

auch die Lösung zuerst mit Chlor sättigen, dann mit kohlensaurem Baryt

Eisenoxyd, Thonerde und Manganoxyd zugleich fällen, den Niederschlag in

Salzsäure lösen, den Baryt durch Schwefelsäure im kleinsten Ueberschuss,

dann die drei Basen durch kohlensaures Natron fällen und den

Niederschlag, nach $bestem$ Auswaschen, glühen und wägen; er enthält

das Mangan als Mn_{3}O_{4}. Bestimmt man nun dieses und das Eisenoxyd

volumetrisch, so ergiebt sich die Thonerde aus der Differenz. Man

ersieht leicht, dass man eine und dieselbe Probe erst zur Mangan-, dann

zur Eisenbestimmung verwenden kann, vergl. §. 112. Anhang und §. 128. B.

10. b. [Greek: b]. Bei dieser Methode ist nur das Bedenken, dass man gar

leicht einen kleinen Ueberschuss von Thonerde findet, indem dieselbe,

mit fixem Alkali gefällt, durch Auswaschen kaum ganz davon zu befreien

ist. Man kann daher die gemeinsame Fällung der Thonerde, des Eisens und

Mangans auch mit Ammon vornehmen, nachdem man die Flüssigkeit mit Chlor

gesättigt oder mit unterchloriger Säure versetzt hat. Doch ist es dann

räthlich, den Niederschlag erst nach längerem Stehen abzufiltriren.

Auch muss man sich mit Sorgfalt überzeugen, dass im Filtrat kein Mangan

mehr enthalten ist, was durch Zusatz von Schwefelammonium und längeres

Hinstellen geschehen kann.

Anleitung zur quantitativen chemischen Analyse · 第 394 / 749 题